Bei der Beschaffung von IT-Lösungen mehr auf Nachhaltigkeit setzen

Appell: EU und IT-Branche sollen öffentliche Gelder in Höhe von 45 Milliarden Euro für nachhaltige Entwicklung einsetzen.

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Das Volumen der öffentlichen Aufträge in der EU wird auf rund 1,8 Billionen Euro pro Jahr geschätzt [1]; ein Teil davon sind Ausgaben für IT-Beschaffung, die bis 2021 eine Summe von 45 Milliarden Euro erreichen sollen. Dieses Investitionsvolumen, so Dell Technologies, solle gezielt für eine nachhaltige IT-Beschaffung eingesetzt werden. Durch gemeinsame Anstrengungen bei der Förderung von Nachhaltigkeit bei der Beschaffung von IT-Produkten können die Regierungen der EU-Länder negative ökologische Auswirkungen begrenzen und gleichzeitig die Lebenszykluskosten der erworbenen Produkte und Dienstleistungen reduzieren.

Die EU-Richtlinie zur Auftragsvergabe von 2014 hatte die Möglichkeiten öffentlicher Auftraggeber gestärkt, bei Ausschreibungen nicht nur den Preis, sondern weitere Kriterien zu berücksichtigen – einschließlich der Nachhaltigkeit. Obwohl die meisten EU-Mitgliedstaaten die Richtlinie seit etwa zwei Jahren in nationales Recht umsetzen, ergab eine Analyse der Europäischen Kommission, dass noch immer mehr als die Hälfte der öffentlichen Aufträge in der EU auf Grundlage des niedrigsten Preises vergeben werden. Jüngste Untersuchungen des Beratungsunternehmens Oxford Analytica im Auftrag von Dell Technologies zeigen, dass ein fehlender Dialog mit der IT-Industrie und ein Mangel an Beratung bei der Anwendung relevanter sozialer und ökologischer Nachhaltigkeitskriterien zentrale Hürden bei der Einführung einer nachhaltigen IT-Beschaffung sind.

Sowohl auf der politischen Ebene als auch auf Seiten der IT-Industrie besteht ein klarer Handlungsbedarf, um diese Hindernisse zu überwinden und sicherzustellen, dass die EU bei der nachhaltigen Beschaffung führend wird. Um dies zu erreichen, formuliert Dell Technologies drei Forderungen:

  • Die Europäische Kommission soll die Entwicklung und Verbreitung sektorspezifischer Leitlinien bei der Umsetzung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit im öffentlichen Auftragswesen unterstützen. Sie soll mit relevanten Branchen, Experten und nationalen Interessengruppen zusammenarbeiten und dabei bestehende internationale Leitlinien und Best Practices berücksichtigen. Wichtig sind darüber hinaus der Aufbau von Kapazitäten, der Austausch über bewährte Verfahren und Berichte zu den Fortschritten in den Mitgliedsländern.
  • Die Regierungen der Mitgliedstaaten sollen standardmäßig die Nachhaltigkeit bei öffentlichen Aufträgen berücksichtigen, die Zusammenarbeit mit der IT-Industrie fördern und die praktische Umsetzung durch Kapazitätsaufbau und geeignete Instrumente für öffentliche Auftraggeber unterstützen.
  • Die IT-Branche soll mit der Europäischen Kommission und den nationalen Interessengruppen im öffentlichen Auftragswesen zusammenarbeiten und sich mit ihnen zu Best Practices und Innovationen austauschen, um die Nachhaltigkeit im IT-Lebenszyklus zu verbessern. Wichtig ist ebenso eine Kooperation mit der Responsible Business Alliance (RBA) bei der Definition und Weiterentwicklung gemeinsamer Anforderungen für Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Die RBA ist ein Non-Profit-Industrieverband, dessen Mitglieder sich zur Einhaltung eines Corporate Social Responsibility (CSR) Code für globale Lieferketten verpflichtet haben. Dell Technologies arbeitet darüber hinaus aktiv in der RBA bei der Entwicklung gemeinsamer Branchenrichtlinien für eine verantwortungsvolle, nachhaltige IT-Beschaffung mit, die im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen werden soll.

Die Förderung von nachhaltigen globalen Praktiken steht in Einklang mit der Zielsetzung von Dell Technologies, Technologien für den menschlichen Fortschritt zu schaffen.

Die Lösungen von Dell Technologies verfügen über eine Reihe von Nachhaltigkeitszertifikaten und Umweltgütesiegeln; Nachhaltigkeit ist für Dell ein Treiber für Produktinnovationen. Seit 2012 hat das Unternehmen die Energieintensität seiner Produkte um 60 Prozent reduziert und nähert sich dem selbst gesetzten Ziel von 80 Prozent bis 2020. 90 Prozent der zugelassenen Lösungen erfüllen die ENERGY-STAR-Norm.

Darüber hinaus hat Dell Technologies auch eine Reihe von Auszeichnungen für sein Nachhaltigkeits-Engagement erhalten, darunter zum fünften Mal in Folge die Aufnahme in die Ethisphere-Liste der World’s Most Ethical Companies. Dell Technologies hat den Responsible Business Alliance Code of Conduct für das eigene Unternehmen und die Lieferkette vollständig übernommen.

»Dell Technologies kennt die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile eines Kreislaufmodells aus erster Hand. Es ist eine Win-Win-Situation, die gleichzeitig den Energiebedarf, die Kosten und den ökologischen Fußabdruck reduziert«, erläutert Louise Koch, Corporate Sustainability Director, Dell EMEA. »Durch die enge Zusammenarbeit mit der RBA, den EU-Regierungen und Unternehmen können wir die Anstrengungen zur Bewältigung kritischer Herausforderungen, einschließlich der Bekämpfung des Klimawandels, beschleunigen.«

 

Weitere Informationen zu den Vorteilen von Nachhaltigkeit: https://corporate.delltechnologies.com/en-us/social-impact/advancing-sustainability.htm
[1] http://ec.europa.eu/environment/gpp/what_en.htm; GPP steht für Green Public Procurement

 

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