Cyber Readiness Report 2019: Cybergefahr in Deutschland steigt im Jahresvergleich

Digitalisierung und Vernetzung, zunehmende Aufklärung vor Cybergefahren und zahlreiche medienwirksame Hackerangriffe – und dennoch: Viele deutsche Unternehmen vernachlässigen nach wie vor ihr Cyber-Risikomanagement. Die Zahlen des Hiscox Cyber Readiness Reports 2019 sprechen eine deutliche Sprache und sind alarmierend. Die überwiegende Mehrheit (70 %) der befragten deutschen Unternehmen zählt noch immer zu den sogenannten Cyberanfängern. Auf den Fall eines Cyberangriffs sind sie nur unzureichend vorbereitet. 19 % gelten als Fortgeschrittene und nur 11 % als Cyberexperten (Report 2018: 77 % Anfänger; 14 % Fortgeschrittene; 10 % Experten).

 

Cyberattacken und Schadenhöhen nehmen drastisch zu

Die Frequenz von Cybereinschlägen steigt weiter und die Folgen der Angriffe für die Unternehmen werden immer teurer. 61 % der befragten deutschen Firmen waren in den vergangenen 12 Monaten von mindestens einer Cyberattacke betroffen (Report 2018: 48 %). Mit einem Anteil von 30 % erlebten in den befragten Ländern zudem mehr Unternehmen vier oder sogar mehr Angriffe, während laut dem Report 2018 noch 20 % so oft attackiert wurden.

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Die durchschnittlichen Kosten aus allen erlittenen Cyberzwischenfällen pro Unternehmen stiegen international von 229.000 US-Dollar (Report 2018) auf 369.000 US-Dollar, was einem Zuwachs von 61 % entspricht. Aufgrund einzelner hoher Schadenfälle vermeldeten betroffene deutsche Unternehmen eine durchschnittliche Schadenhöhe von besonders hohen 906.000 US-Dollar.

 

Cyberangriffe treffen häufiger auch den Mittelstand

Die steigenden Angriffszahlen bekommen vor allem kleine und mittlere Unternehmen verstärkt zu spüren. In allen untersuchten Ländern wurden 47 % der kleinen und 63 % der mittelgroßen Firmen Opfer von Cyberattacken (2018: kleine Firmen: 33 %; mittlere Firmen: 36 %). 23 % der Unternehmen mit bis zu 999 Mitarbeitern fielen dabei Schadsoftware wie Viren oder Würmern zum Opfer, 20 % mussten mit Datenschutzverletzungen und dem Verlust von Mitarbeiter- und Kundendaten umgehen und 15 % erlitten eine Ransomware-Attacke.

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»Der Anstieg von Schadenfällen und -summen verwundert uns nicht und deckt sich mit unserer Schadenpraxis. Die wenigsten Firmen beschäftigen sich aktiv mit Cyber-Krisenmanagement und das Niveau von Schutz- und Präventionsmaßnahmen ist in vielen Unternehmen nach wie vor bedenklich. Diesen Vorteil können Cyberkriminelle leicht für sich nutzen. Entscheider müssen realisieren, dass Cyberkriminalität ein reales Geschäftsrisiko der digitalisierten Welt ist, und nicht nur eine Modeerscheinung«, erläutert Robert Dietrich, Managing Director Germany der Hiscox SA.

 

 

Wann sind Unternehmen gut auf Cybergefahren vorbereitet, und wann nicht? Diese Kriterien machen den Unterschied:

 

  • Das Management ist involviert; Cyber-Sicherheit hat Priorität.
  • Verschiedene Stakeholder im Unternehmen haben eine klare Strategie erarbeitet.
  • Es gibt einen dezidierten Cyber-Manager beziehungsweise ein Cyber-Team im Unternehmen.
  • Das Unternehmen stellt ein adäquates Cyberbudget zur Verfügung. Im Schnitt geben Cyberexperten über 1 Millionen US-Dollar mehr für Cybersicherheit aus als Cyberanfänger.
  • Die Sicherheit innerhalb der Lieferkette wird regelmäßig geprüft und in Verträgen werden KPIs für Cybersicherheit festgehalten.
  • Das Unternehmen kann Prozesse verfolgen, dokumentieren und Einflüsse messen.
  • Es werden regelmäßig Cybertrainings zur Sensibilisierung aller Mitarbeiter durchgeführt.
  • Durch simulierte Attacken wird proaktiv die Cybersicherheit getestet.
  • Im Unternehmen werden regelmäßig Phishing-Tests durchgeführt.
  • Das Unternehmen ist bereit zu lernen, zu reagieren und nach einem Cybervorfall Veränderungen umzusetzen.
  • Das Unternehmen ist durch eine Cyberversicherung geschützt.

 

  • Das Unternehmen beschäftigt sich lediglich ad-hoc mit Cybersicherheit; es gibt keine klaren Verantwortlichkeiten.
  • Eine klare Cyberstrategie existiert genauso wenig wie ein spezielles Budget für Cybersicherheit.
  • Es ist eine übermäßige Abhängigkeit von der Technologie zu beobachten.
  • Das Unternehmen reagiert langsam auf Cyberangriffe.
  • Cybertrainings für Mitarbeiter werden nur gelegentlich und oft lückenhaft durchgeführt.
  • Schwachstellen innerhalb der Supply Chain werden nicht evaluiert.
  • Cyberattacken oder Mitarbeiterreaktionen auf Angriffe werden nicht simuliert.
  • Das Unternehmen verlässt sich auf eine Standard-Sachversicherung.

 

Hier können Sie den kompletten, englischsprachigen Cyber Readiness Report 2019 herunterladen. https://www.hiscox.de/wp-content/uploads/2019/04/Hiscox-Cyber-Readiness-Report-2019.pdf

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse für Deutschland und alle weiteren befragten Länder finden Sie nach Registrierung hier. https://www.hiscox.de/hiscox-cyber-readiness-report-2019-summary/

 

 

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