Das Büro und der Arbeitsplatz der Zukunft

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  • Studie: KMU liegen vorn bei virtuellem Arbeiten, On-Demand-Werkzeugen und freiberuflicher Tätigkeit.
  • 5.000 Wissensarbeiter in kleinen und mittleren Betrieben geben Einblick in ihre aktuelle Arbeitssituation, das Büro und den Arbeitsplatz der Zukunft.

Rund zwei Drittel (60 %; Deutschland: 67 %) der Wissensarbeiter [1] in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland, den USA und Großbritannien nutzen heute On-Demand-Tools, also Internet- oder Cloud-basierte Technologie, im geschäftlichen Alltag. Damit liegen die KMU vor Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern, dort sind es nur rund 53 Prozent (Deutschland: 63 %). Der Mittelstand zeigt sich hier also agil und zukunftsorientiert.

Die Zahlen sind Ergebnis der Studie »The Way we Work« im Auftrag von Unify, der Tochterfirma von Atos für Kommunikationssoftware und -services. Für die Studie wurden in Deutschland, den USA und Großbritannien 5.000 (Deutschland: 1.767) Wissensarbeiter in KMU, also Arbeitnehmer, die »hauptberuflich denken«, zu ihren aktuellen und zukünftigen Einstellungen und Erwartungen bezüglich ihres Berufslebens befragt.

Große Veränderungen

Wissensarbeiter in mittelständischen Unternehmen erwarten für die kommenden fünf Jahre große Veränderungen hinsichtlich ihrer beruflichen Tätigkeit. Mehr als ein Drittel von ihnen (38 %; Deutschland: 40 %) glaubt, dass ihre Rolle innerhalb dieses Zeitrahmens verschwinden wird, rund zwei Drittel (64 %; Deutschland: 54 %) erwarten, dass sie sich stark verändert. In einem so schnelllebigen Umfeld ist Vertrauen sehr wichtig. Von den Wissensarbeitern in KMU sind 76 Prozent der Ansicht, dass man ihnen in ihrem Unternehmen zuhört und fühlen sich gerüstet, um sich künftig an wechselnde Bedingungen anzupassen. In großen Betrieben sind es nur 71 Prozent. In Deutschland liegen kleine und große Unternehmen hier mit rund 72 Prozent gleichauf.

Technologie beeinflusst KMU maßgeblich.

E-Mail wird in mehr als zwei Dritteln aller KMU (70 %; Deutschland: 63 %) nach wie vor als unverzichtbares Werkzeug angesehen. Dennoch verlassen sich Unternehmen dieser Größe weniger darauf als große Betriebe – in diesem Segment sehen 80 Prozent (Deutschland: 74 %) der Befragten die E-Mail als wesentliches Arbeitsmittel.

Die Studie liefert auch starke Hinweise auf eine fortschreitende Konsumerisierung der Technologie für Unternehmen. Knapp zwei Drittel (61 %; Deutschland: 67 %) der Befragten in KMU nutzen ihre eigenen Endgeräte am Arbeitsplatz. In großen Unternehmen sind es dagegen lediglich knapp die Hälfte (47 %; Deutschland: 54 %).

Die Ergebnisse legen nahe, dass Mitarbeiter am Arbeitsplatz die Geräte verwenden wollen, mit denen sie auch im privaten Umfeld vertraut sind. KMU müssen daher Werkzeuge und Anwendungen einsetzen, die diesem Bedürfnis nachkommen.

»Es gibt in technologischer Hinsicht keine Kluft zwischen KMU und großen Unternehmen. In vielen Fällen sind die Mittelständler sogar progressiver, weil sie mit weniger Mitteln mehr erreichen müssen und gezwungen sind, innovativ und agil zu sein«, sagt Thomas Veit, General Manager, Channels, EMPAC bei Unify. »Unsere Studie zeigt einerseits, welchen immensen Einfluss Technologie auf die Branche hat. Andererseits wird klar, dass KMU sie bereits annehmen und schon jetzt in jeden Bereich ihrer Arbeit integrieren. Die ›The Way we Work‹-Studie hat bestätigt, was uns schon seit einiger Zeit klar ist: Wachsende Unternehmen sind offener für neue Technologie. Außerdem hat sich gezeigt, dass Wissensarbeiter selbst bestimmen, wie, wann und wo sie arbeiten – und KMU beachten das. Wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen die Mitarbeiter oberste Priorität haben. Dafür ist Technologie der Schlüssel.«

Virtuelles Arbeiten

Die Studie »The Way we Work« zeigt auch, dass virtuelles Arbeiten inzwischen gängige Praxis ist. Rund die Hälfte der Wissensarbeiter in KMU (47 %; Deutschland: 55 %) sind der Meinung, dass ein Einzelbüro als physischer Arbeitsplatz heute weniger wichtig ist als früher. Dieser Trend nimmt deutlich Fahrt auf.

Rund die Hälfte (48 %; Deutschland: 48 %) der KMU mit weniger als 500 Mitarbeitern, aber auch der großen Unternehmen sind der Ansicht, dass sich ihre Arbeit eher auf Technologie stützt als auf Büros. Bei KMU mit weniger als 100 Mitarbeitern sieht es dagegen anders aus: Hier teilen nur zwei Fünftel (40 %; Deutschland: 46 %) diese Ansicht.

Die Wissensarbeiter in mittelständischen Betrieben arbeiten gerne außerhalb herkömmlicher Büroumgebungen. In Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern gaben 37 Prozent (Deutschland: 40 %) der Befragten an, dass kreativeres Denken einer der größten Vorteile neuer Arbeitsmodelle ist. Darüber hinaus schätzt rund ein Drittel (30 %; Deutschland: 26 %) an virtuellen Teams, dass verschiedene Fähigkeiten effektiv kombiniert werden können. Größere Unternehmen haben zwar häufig mehrere Niederlassungen und setzen daher vermehrt auf virtuelle Teams. Allerdings legen die Studienergebnisse nahe, dass KMU den Wert dieser Art zu arbeiten erkennen und bereit dazu sind, sich künftig stärker darauf einzulassen.

Das Büro wird einen Wandel erleben

Derzeit verbringen Wissensarbeiter in KMU im Schnitt 21 Prozent (Deutschland: 23 %) ihrer Arbeitszeit außerhalb des Büros. Das wird sich allerdings ändern: Mehr als ein Viertel (26 %; Deutschland: 28 %) würde gerne zwischen 26 und 50 Prozent ihres Arbeitstages anderswo verbringen als an ihrem Schreibtisch. Außerdem glauben knapp drei Viertel (72 %; Deutschland: 66 %) der Wissensarbeiter in KMU, dass Internet und soziale Netzwerke ihr Verhalten am Arbeitsplatz verändert haben. Zusammengenommen wird dadurch deutlich, dass die Büroumgebung sich verändert. Sie verschwindet aber nicht endgültig – nur rund sieben Prozent (Deutschland: 4 %) der Wissensarbeiter in KMU würden gerne zwischen 75 und 100 Prozent ihrer Arbeitszeit außerhalb eines herkömmlichen Büros verbringen.

Freiberufler und Projekarbeit

Freischaffende Tätigkeiten und die On-Demand-Economy verändern die Arbeitswelt für Mitarbeiter in KMU ebenfalls. Mehr als ein Viertel (26 %; Deutschland: 43 %) der Befragten in KMU gaben an, derzeit auf Auftragsbasis zu arbeiten. In großen Unternehmen waren es nur 22 Prozent (Deutschland: 28 %). Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen sind auch deutlich eher bereit, auf diese Weise zu arbeiten: In Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern gaben 56 Prozent (Deutschland: 55 %) der Befragten an, den Wechsel in ein freischaffendes Arbeitsverhältnis oder in ein On-Demand-Modell zu erwägen. In größeren Unternehmen ließen sich lediglich knapp die Hälfte (49 %; Deutschland: 49 %) der Studienteilnehmer von einem solchen Angebot begeistern.

Work-Life-Balance

Es gibt weitere Aspekte hinsichtlich des Arbeitsplatzes, mit denen Mitarbeiter in KMU zufrieden sind. Die Erwartungen hinsichtlich Work-Life-Balance scheinen erfüllt – 95 Prozent (Deutschland: 95 %) der Befragten gaben an, dass Beruf und Privatleben bei ihnen in einem ausgeglichenen Verhältnis stünden. Noch besser sogar: Mehr als die Hälfte (52 %; Deutschland: 50 %) sind der Meinung, dass sich ihre Work-Life-Balance in den vergangenen fünf Jahren verbessert hat.

»Die Studie ›The Way we Work‹ zeigt, dass sich der Arbeitsplatz und die Arbeit ganz generell extrem verändern«, so Veit weiter. »Falls KMU weiter Erfolg haben wollen, müssen sie auf die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter achten. Im Moment wünschen sich Arbeitnehmer in KMU mehr Kontrolle darüber, wie und wo sie arbeiten. Das kann Technologie bieten. Die Menschen verlangen mehr Flexibiliät. Wenn ein Unternehmen das nicht bieten kann – andere werden es mit Sicherheit tun.«

[1] Wissensarbeiter werden in diesem Kontext definiert als Arbeitnehmer, deren wichtigstes Kapital ihr Wissen ist – in anderen Worten sind sie Mitarbeiter, deren berufliche Hauptaufgabe es ist, »zu denken«. Für die Studie The Way we Work wurden Wissensarbeiter befragt, die in ihrer täglichen Arbeit Technologie verwenden.


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