Cyberresilienz im Zeitalter von KI: Wie sicher ist das IoT wirklich?

Illustration Absmeier foto ki designer

Die Bedrohungslage im Bereich der Cybersicherheit verändert sich rasant. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt aktuell, dass künstliche Intelligenz die Geschwindigkeit, Skalierung und Automatisierung von Cyberangriffen erheblich erhöht und Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien entsprechend anpassen müssen [1]. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Cyber Resilience Act (CRA) der Europäischen Union zusätzlich an Bedeutung und rückt die Cyberresilienz vernetzter Produkte und Geräte stärker in den Fokus [2].

Für schnell wachsende Branchen wie das Internet der Dinge (IoT) wird Resilienz zunehmend komplexer. Mit der fortschreitenden Digitalisierung hängen geschäftskritische Prozesse immer stärker von vernetzten Geräten und IoT-Infrastrukturen ab. Das vergrößert die digitale Angriffsfläche erheblich, sodass bestehende Sicherheitslücken nicht länger ignoriert werden können.

 

Timo Ross, CEO von Wireless Logic mdex, kommentiert die aktuellen Entwicklungen und erklärt, wie Unternehmen ihre Cyberresilienz nachhaltig stärken:

»Die wachsende regulatorische Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Mit dem Cyber Resilience Act schafft die EU endlich einen einheitlichen Rechtsrahmen für vernetzte Produkte. Entscheidend ist jetzt aber, dass Unternehmen Cyberresilienz nicht als reine Compliance-Aufgabe verstehen, sondern als festen Bestandteil ihres operativen Geschäfts begreifen. KI macht Cyberkriminalität schneller, kostengünstiger und einfacher zu skalieren. Die eigentliche Verwundbarkeit liegt jedoch in unserer enormen Abhängigkeit von vernetzten Geräten, die oft außerhalb der klassischen IT-Infrastruktur laufen.

Kartenterminals, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, medizinische Geräte, Logistiksysteme oder Industriesensoren sind heute wichtiger denn je für den Betrieb moderner Dienstleistungen. Fallen sie aus, reichen die Folgen weit über technische Probleme hinaus. Die Folgen sind reale Betriebsausfälle, betroffene Kunden und ein massiver Vertrauensverlust. Hinzu kommen mögliche regulatorische Konsequenzen im Rahmen des CRA sowie steigende Anforderungen von Kunden und Geschäftspartnern an die Cybersicherheit ihrer Lieferanten. Ein entscheidender Schritt für Unternehmen ist daher Transparenz. Sie müssen genau wissen, welche Geräte mit ihrem Netzwerk verbunden sind, welche davon geschäftskritisch sind, wie normales Verhalten aussieht und an welchen Stellen Abhängigkeiten von Zulieferern Risiken verursachen können. Auch KI kann hier unterstützen, indem sie Anomalien frühzeitig erkennt und Sicherheitsverantwortlichen hilft, Vorfälle sinnvoll zu priorisieren.

Mit europäischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act sowie der NIS2-Richtlinie steigt die Verantwortung für Hersteller und Anbieter vernetzter Produkte. Sicherheit darf nicht mit dem Verkaufsstart enden, sie muss den gesamten Lebenszyklus eines Geräts gewährleistet werden. Entwicklungs- und Produktteams müssen Prozesse für Schwachstellenmanagement, Firmware-Updates, Sicherheits-Patches, die Meldung von Sicherheitsvorfällen sowie Incident Response als kontinuierlichen Prozess etablieren. Die Sicherheit ihrer Geräte als Verantwortung Dritter zu betrachten ist keine Option mehr. Compliance bildet zwar die notwendige Grundlage, doch echte Cyberresilienz entsteht erst dann, wenn Unternehmen Bedrohungen schnell erkennen und wirksam darauf reagieren können.«

 

[1] https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Cybersicherheitswarnungen/DE/2026/2026-262788-1032.pdf?__blob=publicationFile&v=2
[2] https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/cyber-resilience-act

 

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