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Quantencomputing: Deutsche Unternehmen erkennen das Potenzial, zögern aber bei der Umsetzung
Quantencomputing verspricht neue Rechenleistung – und stellt zugleich etablierte Sicherheitsverfahren infrage. Die Bitkom-Studie zeigt: Deutsche Unternehmen erkennen das strategische Potenzial, doch bei Kompetenzen, Pilotprojekten und quantensicherer Kryptografie besteht erheblicher Nachholbedarf. Für CIOs und CISOs beginnt die entscheidende Arbeit deshalb nicht mit dem Kauf eines Quantencomputers, sondern mit Inventarisierung, Priorisierung und Kryptoagilität.
Management Summary
- Strategische Relevanz steigt: 58 Prozent der befragten Unternehmen erwarten bis 2030 eine zentrale oder große Bedeutung von Quantencomputing.
- Umsetzung bleibt schwach: Konkrete Anwendungen, Tests und Sicherheitsanalysen bewegen sich bislang überwiegend im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
- Quantenrisiken verlangen Vorlauf: Langfristig schützenswerte Daten können bereits heute abgegriffen und später entschlüsselt werden; die Migration darf daher nicht auf die Verfügbarkeit leistungsfähiger Quantencomputer warten.
- Kompetenzen sind der Engpass: Fehlende Fachkräfte, mangelnde Orientierung und regulatorische Unsicherheit bremsen stärker als fehlende Budgets.
- Managementauftrag ist klar: Unternehmen sollten Krypto-Inventare aufbauen, Verantwortlichkeiten festlegen, Hochrisiko-Systeme priorisieren und Kryptoagilität in Architektur und Beschaffung verankern.
Zusammenfassung der Bitkom-Studie »Quantum Computing in German Industry 2026 – Between Expectations and Implementation«.
Quantencomputing ist in der deutschen Wirtschaft angekommen, zumindest strategisch. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt jedoch eine deutliche Kluft zwischen Erwartungen und praktischer Nutzung. Während viele Unternehmen langfristige Wettbewerbsvorteile erwarten, bremsen fehlendes Personal, technologische Unsicherheit, mangelnde Orientierung und Kompetenzdefizite die Umsetzung. Besonders dringlich wird das Thema bei der IT-Sicherheit.
Quantencomputing gehört für deutsche Unternehmen längst nicht mehr ausschließlich in die Welt der Grundlagenforschung. Sämtliche 607 im Rahmen der Bitkom-Studie »Quantum Computing in German Industry 2026« befragten Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten haben zumindest von der Technologie gehört. 54 Prozent geben an, ein allgemeines Verständnis davon zu haben, weitere 43 Prozent trauen sich zu, Quantencomputing gut erklären zu können. Gleichzeitig beschäftigt sich lediglich eine kleine Minderheit intensiv mit dem Thema.
Das ist ein bemerkenswerter Kontrast: Das Wissen um die Technologie ist breit vorhanden, ihre operative Verankerung hingegen noch schwach. Zwar sind 47 Prozent der Unternehmen Quantencomputing gegenüber offen, weitere 40 Prozent verhalten sich unentschieden. Eine grundsätzlich ablehnende Haltung ist mit elf Prozent vergleichsweise selten.
Strategische Chance mit erheblichen Fragezeichen
Deutlich optimistischer fällt die Einschätzung des wirtschaftlichen Potenzials aus. 67 Prozent betrachten Quantencomputing überwiegend als Chance für das eigene Unternehmen, während 19 Prozent darin überwiegend ein Risiko sehen. Rund 80 Prozent der Unternehmen, die sich für das Thema interessieren oder es bereits nutzen, halten Quantencomputing zudem für eine wichtige Zukunftstechnologie für die deutsche Wirtschaft. 62 Prozent erwarten, dass die Technologie ihre langfristige Wettbewerbsposition verbessern könnte.
Auch der Blick auf die kommenden Jahre macht deutlich, welche Erwartungen mit der Technologie verbunden werden. Heute messen 39 Prozent der befragten Unternehmen Quantencomputing eine zentrale oder eher große Bedeutung bei. Für 2030 steigt dieser Anteil auf 58 Prozent. Gleichzeitig erwarten 57 Prozent, dass Wettbewerber Quantencomputing einsetzen werden.
Doch zwischen strategischer Einschätzung und praktischem Handeln klafft eine erhebliche Lücke. 64 Prozent der Unternehmen mit Interesse oder Nutzungserfahrung wollen zunächst beobachten, welche Erfahrungen andere Firmen mit Quantencomputing machen. Das verdeutlicht das derzeitige Dilemma: Viele Unternehmen wollen die nächste Technologiewelle nicht verpassen, sehen aber noch keinen ausreichend sicheren Weg vom Potenzial zur Investitionsentscheidung.
Umsetzung steckt noch in der Frühphase
35 Prozent der Unternehmen haben sich nach eigenen Angaben bereits mit Quantencomputing beschäftigt, allerdings vielfach nur begrenzt. Weitere 42 Prozent planen eine Beschäftigung damit oder können sie sich zumindest vorstellen. 22 Prozent erklären dagegen, das Thema spiele für sie keine Rolle.
Noch deutlicher wird der Abstand zur tatsächlichen Anwendung bei konkreten Aktivitäten. Bei den untersuchten Handlungsfeldern liegen bereits realisierte Aktivitäten jeweils nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Sechs Prozent analysieren mögliche Sicherheitsrisiken durch Quantencomputing, fünf Prozent bieten bereits Software, Algorithmen oder Anwendungen an. Lediglich vier Prozent testen konkrete Anwendungsmöglichkeiten im eigenen Unternehmen.
Die Hoffnungen richten sich unter anderem auf komplexe Rechenprobleme, effizientere Verarbeitung großer Datenmengen sowie Verbesserungen bei Planung, Prognosen und Entscheidungen. Quantencomputing wird damit nicht nur als potenzieller Beschleuniger bestehender Berechnungen betrachtet, sondern als Technologie für Problemstellungen, bei denen klassische Verfahren an Grenzen stoßen.
Quantenrisiken werden zur Sicherheitsfrage
Eine besondere Rolle spielt die IT-Sicherheit. 44 Prozent der Befragten bewerten die durch Quantencomputing entstehenden Risiken für die eigene IT-Sicherheit als eher oder sehr hoch. Fast ebenso auffällig ist allerdings die Gegenposition: 50 Prozent halten das Risiko für eher oder sehr gering.
Bei den Unternehmen, die sich bereits für Quantencomputing interessieren oder es einsetzen, dominieren derzeit vorbereitende Maßnahmen. 46 Prozent nennen Risiko- oder Schwachstellenanalysen, 39 Prozent interne Informations- oder Awareness-Maßnahmen. 29 Prozent befassen sich mit dem Übergang zu quantensicheren Verschlüsselungsverfahren, 22 Prozent mit einer Analyse ihrer kryptografischen Systeme. Gleichzeitig haben 34 Prozent noch keine konkreten Maßnahmen eingeleitet.
Damit wird Quantencomputing für CIOs und CISOs zu einem Thema, das unabhängig von der kurzfristigen Verfügbarkeit leistungsfähiger Quantencomputer betrachtet werden muss. Der Studienbericht empfiehlt Unternehmen entsprechend, Sicherheitsfragen parallel zur Erkundung möglicher Anwendungen zu bearbeiten und kryptografische Abhängigkeiten frühzeitig zu erfassen.
Fehlende Fachkräfte werden zum Engpass
Das vielleicht größte Problem liegt jedoch weniger bei der Hardware als bei den Ressourcen und Kompetenzen. 65 Prozent aller Befragten nennen fehlende personelle Ressourcen als Hindernis für eine intensivere Beschäftigung mit Quantencomputing. Jeweils 61 Prozent nennen regulatorische Unsicherheiten beziehungsweise die noch unzureichende technologische Reife. 56 Prozent fehlt ein ausreichender Überblick über Angebote oder geeignete Anwendungsfälle, 54 Prozent beklagen unzureichendes internes Wissen über Technologie und Risiken.
Bemerkenswert ist, dass mangelndes Budget mit 27 Prozent deutlich seltener genannt wird. Das Problem scheint somit nicht in erster Linie darin zu bestehen, dass Unternehmen grundsätzlich kein Geld investieren wollen. Vielmehr fehlt ihnen häufig die Orientierung darüber, wo Investitionen sinnvoll wären und welche Anwendungsfälle tatsächlich wirtschaftliche Vorteile bringen könnten.
Dazu passt die schwache Kompetenzbasis. Laut Studie verfügen 61 Prozent der Unternehmen, die bereits mit Quantencomputing befasst sind oder entsprechende Aktivitäten planen, über keine internen Kompetenzen für Anwendungen oder Abwehr. Außerdem haben 66 Prozent bislang keine konkreten Weiterbildungsmaßnahmen vorgesehen. Nur fünf Prozent haben entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen bereits umgesetzt.
Unternehmen verlangen konkrete Unterstützung
Was die Wirtschaft benötigt, lässt sich aus den Antworten deutlich ablesen: weniger abstrakte Zukunftsvisionen, mehr Möglichkeiten zum praktischen Experimentieren. Von den Unternehmen mit Bezug zu Quantencomputing wünschen sich 69 Prozent finanzielle Unterstützung für Pilotprojekte oder erste Aktivitäten. 67 Prozent nennen einen niedrigschwelligen und vergünstigten Zugang zu Quantenplattformen, beispielsweise über Cloud-Angebote. 66 Prozent wünschen sich bessere Marktübersicht über Anbieter, Werkzeuge und Plattformen.
Auch Qualifikation und Wissenstransfer stehen hoch im Kurs: 61 Prozent nennen Schulungs- und Weiterbildungsangebote als hilfreiche Maßnahme, 58 Prozent Beratungsangebote oder Technology Scouting und 50 Prozent praxisnahe Anwendungsbeispiele beziehungsweise Use-Case-Leitfäden.
Vom Beobachten zum kontrollierten Experimentieren
Die zentrale Botschaft der Studie lautet deshalb nicht, möglichst schnell große Summen in Quantencomputer zu investieren. Stattdessen empfiehlt sie einen strukturierten Einstieg: klare Verantwortlichkeiten definieren, eine überschaubare Liste denkbarer Anwendungsfälle entwickeln, Pilotprojekte starten, Kompetenzen systematisch aufbauen und parallel die Folgen für die IT-Sicherheit untersuchen. Externe Partner sollen dort ergänzen, wo unternehmensintern Kompetenzen und Ressourcen fehlen.
Für Wirtschaft und Politik zeichnet die Untersuchung damit ein ambivalentes Bild. Quantencomputing ist strategisch präsent, hat aber den Sprung in die breite betriebliche Praxis noch nicht geschafft. Die Bereitschaft ist vorhanden, ebenso die Erwartung langfristiger Wettbewerbsvorteile. Was vielfach fehlt, sind Erfahrungen, Fachkräfte, Orientierung und belastbare Anwendungsfälle.
Gerade darin liegt die entscheidende Managementaufgabe: Unternehmen müssen heute noch nicht wissen, welche Quantentechnologie sich langfristig durchsetzen wird. Sie sollten nach Empfehlung der Studie aber Strukturen schaffen, mit denen sie Anwendungen bewerten, Know-how entwickeln, Sicherheitsrisiken analysieren und Erfahrungen durch Pilotprojekte sammeln können. Der Wettbewerb um Quantenkompetenz beginnt damit lange bevor Quantencomputing zum betrieblichen Standard wird.
Tipps für den Einstieg in die Post-Quanten-Migration
- Krypto-Inventar erstellen: Dokumentieren Sie Algorithmen, Schlüssel, Zertifikate, Protokolle, Bibliotheken und externe Dienste einschließlich Schutzdauer und Verantwortlichkeit.
- Risiko priorisieren: Beginnen Sie bei Daten mit langer Vertraulichkeitsdauer, kritischen Identitäten, Firmware-Signaturen und exponierten Schnittstellen.
- Kryptoagilität verankern: Gestalten Sie Architektur, Beschaffung und Verträge so, dass Algorithmen und Parameter kontrolliert austauschbar sind.
- Lieferkette einbinden: Fragen Sie Anbieter nach PQC-Roadmaps, unterstützten Standards, Update-Pfaden und belastbaren Migrationsfristen.
- Hybrid testen: Erproben Sie klassische und post-quanten-sichere Verfahren gemeinsam in isolierten Pilotumgebungen, bevor produktive Systeme umgestellt werden.
- Governance klären: Benennen Sie einen verantwortlichen Steuerungskreis aus IT, Security, Architektur, Einkauf, Datenschutz und Fachbereichen.
- Kompetenzen aufbauen: Verbinden Sie Schulungen mit konkreten Use Cases, Laborumgebungen und messbaren Migrationszielen.
FAQ: Post-Quanten-Kryptografie und Quantencomputing
- Was ist Post-Quanten-Kryptografie?
PQC bezeichnet kryptografische Verfahren, die auf klassischer Hardware laufen und nach heutigem Kenntnisstand auch Angriffen mit leistungsfähigen Quantencomputern widerstehen sollen. Sie ist nicht mit Quantenkryptografie oder Quantum Key Distribution gleichzusetzen. [1] - Warum müssen Unternehmen handeln, obwohl kryptografisch relevante Quantencomputer noch nicht verfügbar sind?
Migrationen dauern Jahre. Hinzu kommt das Szenario »store now, decrypt later«: Angreifer können heute verschlüsselte Daten sammeln und später entschlüsseln, wenn deren Schutzdauer bis in das Quantenzeitalter reicht. [1] - Welche heutigen Verfahren sind besonders betroffen?
Gefährdet sind vor allem verbreitete Public-Key-Verfahren für Schlüsselaustausch und Signaturen, deren Sicherheit auf Faktorisierung oder diskreten Logarithmen beruht. Symmetrische Verfahren sind anders betroffen; das BSI verweist für langfristigen Schutz auf geeignete Schlüssellängen. [1] - Welche PQC-Standards stehen bereits bereit?
NIST hat 2024 ML-KEM für Schlüsselkapselung sowie ML-DSA und SLH-DSA für digitale Signaturen finalisiert. Diese Standards bilden eine Grundlage für Produkte, Protokolle und Migrationsprojekte. [2] - Was bedeutet Kryptoagilität?
Kryptoagilität ist die Fähigkeit, kryptografische Verfahren, Schlüssel und Parameter bei neuen Erkenntnissen oder veränderten Bedrohungen zügig und kontrolliert auszutauschen. Sie betrifft Architektur, Prozesse, Verträge und Lieferketten. [3] - Was gehört in ein Krypto-Inventar?
Erfasst werden sollten Algorithmen, Zertifikate, Schlüssel, Bibliotheken, Protokolle, Geräte, Anwendungen, Cloud-Dienste, Datenflüsse, Schutzfristen, Abhängigkeiten und Verantwortliche. Das Inventar schafft die Grundlage für Risikoanalyse und Priorisierung. [4] - Welche Systeme sollten zuerst migriert werden?
Priorität haben Anwendungen mit hohem Risiko, langlebigen Geheimnissen, kritischen Identitäten, langen Produktlebenszyklen oder schwer austauschbaren Komponenten. Die deutsche Leitlinie nennt für Hochrisiko-Systeme eine Migration bis Ende 2030; bis 2035 soll die Umstellung weitgehend abgeschlossen sein. [3] - Sind hybride Verfahren sinnvoll?
Hybride Ansätze kombinieren klassische und post-quanten-sichere Mechanismen. Das BSI empfiehlt Post-Quanten-Verfahren möglichst in Kombination mit klassischen Verfahren; Implementierung und Interoperabilität müssen jedoch kontrolliert getestet werden. [1] - Welche Rolle spielen Hersteller und Dienstleister?
Sie müssen Transparenz über eingesetzte Kryptografie, unterstützte Standards, Update-Fähigkeit und Migrationspfade schaffen. Unternehmen sollten PQC-Anforderungen deshalb früh in Beschaffung, Verträge und Lieferantenmanagement aufnehmen. [3] - Wie startet ein mittelständisches Unternehmen pragmatisch?
Ein sinnvoller Einstieg besteht aus Verantwortlichkeit, Krypto-Inventar, Schutzbedarfsanalyse, priorisierten Pilotprojekten, Lieferantengesprächen und einem mehrjährigen Migrationsplan. NIST empfiehlt, verwundbare Algorithmen systematisch zu identifizieren und den Austausch risikobasiert zu planen. [4]
Quellen
[1] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Quantentechnologien und quantensichere Kryptografie. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Quantentechnologien-und-Post-Quanten-Kryptografie/quantentechnologien-und-quantensichere-kryptografie_node.html[2] National Institute of Standards and Technology (NIST): Post-Quantum Cryptography Standards. https://csrc.nist.gov/projects/post-quantum-cryptography
[3] BSI: Nationale Umsetzung der EU-Roadmap zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie. https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Krypto/Leitlinie-Umstellung-PQC.html
[4] National Cybersecurity Center of Excellence (NCCoE): Migration to Post-Quantum Cryptography. https://www.nccoe.nist.gov/applied-cryptography/migration-to-pqc
Zur Grundlage
Die Untersuchung umfasst 607 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor mit mindestens 100 Beschäftigten. Die Erhebung fand den Angaben im Bericht zufolge zwischen Kalenderwoche 42 und 48 des Jahres 2025 statt. Als statistische Fehlertoleranz nennt der Bericht ±3 Prozentpunkte. Herausgeber ist Bitkom e. V.; die Publikation trägt Copyright 2026 und ist laut Dokument unter CC BY 4.0 lizenziert.
Quantencomputing: Daten heute vor den Gefahren von morgen schützen
BSI legt Roadmap für die Migration zu Post-Quanten-Kryptografie vor.
Wintergerst: »Umstellung auf quantensichere Verfahren muss heute beginnen«.
43 Prozent der Unternehmen sehen in Quantencomputing ein großes Risiko für die eigene IT-Sicherheit.
Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die deutsche Roadmap für die Migration zu Post-Quanten-Kryptografie vorgelegt.
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Krypto/Leitlinie-Umstellung-PQC.html
Sie soll Staat und Wirtschaft den Weg zu Verschlüsselungsverfahren aufzeigen, die auch Angriffen mit künftigen Quantencomputern standhalten.
Dazu erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst:
»Quantencomputer sind noch nicht breit verfügbar, werden viele der aktuell genutzten Verschlüsselungsverfahren aber angreifbar machen. Die Roadmap kommt deshalb zur richtigen Zeit, denn jetzt schon können Angreifer verschlüsselte Daten abgreifen, um sie dann später zu entschlüsseln. Die Umstellung auf quantensichere Verfahren dauert Jahre und muss heute beginnen. Wer erst handelt, wenn leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind, handelt zu spät. Als nächstes kommt es darauf an, die Roadmap mit Zuständigkeiten, Prioritäten und Zeitplänen zu unterlegen – für Staat und Wirtschaft gleichermaßen. Für Unternehmen bedeutet das konkret: nicht abwarten, sondern die eigenen kryptografischen Systeme erfassen, besonders schützenswerte Daten priorisieren und die eigene IT so aufstellen, dass sich Verschlüsselungsverfahren schnell austauschen lassen.«
Eine Bitkom-Studie zeigt: Viele Unternehmen sind auf die Umstellung noch nicht vorbereitet. 43 Prozent der Unternehmen ab 100 Beschäftigten in Deutschland sehen in Quantencomputing ein großes Risiko für die eigene IT-Sicherheit. Mit 77 Prozent haben sich immerhin rund drei Viertel bereits mit Quantencomputing beschäftigt, planen das oder können sich zumindest vorstellen, das zu tun. Doch selbst von diesen haben 34 Prozent noch keinerlei konkrete Maßnahmen gegen Sicherheitsrisiken ergriffen oder geplant. 29 Prozent haben die Umstellung auf quantensichere Verschlüsselung umgesetzt oder geplant, 22 Prozent eine Analyse ihrer kryptografischen Systeme. Weitere Ergebnisse finden Sie im Studienbericht »Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026«, der online verfügbar ist unter: www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Quantencomputing-in-der-deutschen-Wirtschaft-2026
Hinweise zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor telefonisch befragt. Die Interviews wurden zwischen KW 42 und KW 48 des Jahres 2025 geführt. Die Umfrage ist repräsentativ.
https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-08/bitkom-study-report-quantumcomputing-2026.pdf
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