Bots machen laut Bad Bot Report des auf Data Protection spezialisierten Unternehmens Thales rund 53 Prozent des Internet-Traffics aus – davon entfällt der überwiegende Teil auf schädliche Bots. Das sind laut Bericht »schädliche automatisierte Programme, die Anwendungen ausnutzen, um Daten zu entwenden, Betrug zu begehen und Dienste zu stören.« Zu den Anwendungszwecken solcher Bots gehören beispielsweise Credential Stuffing, Scalping und DDoS-Angriffe. Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem weniger als die Hälfte des Internet-Traffics durch Menschen verursacht wird, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt. Ein Grund für den Zuwachs beim automatisierten Traffic soll dem Bericht zufolge auch Künstliche Intelligenz sein. Dazu heißt es im Bericht, dass sich die Aktivität KI-gesteuerter Bots 2025 mehr als verzehnfacht hat. Allerdings schreiben die Analyst:innen auch, dass der genaue Umfang des KI-Bot-Traffic derzeit aus technischen Gründen schwer abzuschätzen ist. Mathias Brandt

[1] https://cpl.thalesgroup.com/about-us/newsroom/ai-driven-bot-attacks-surged-according-to-bad-bot-report
KI-gesteuerte Bot-Angriffe stiegen um das 12,5-fache an
- KI-gesteuerte Automatisierung beschleunigt die maschinelle Online-Aktivität, da Bots die Menschen überholen und die Funktionsweise des Internets neu definieren.
- Bots dominieren nun das Internet und machen mehr als die Hälfte des gesamten Datenverkehrs aus, wobei 40 % als böswillig eingestuft werden.
- KI löscht die Grenze zwischen legitimen und böswilligen Aktivitäten und macht die Absicht – nicht die Identität – zur neuen Sicherheitsherausforderung.
- APIs und Identitätssysteme sind Hauptziele, wobei Angreifer Frontend-Verteidigungen umgehen, um die Kern-Geschäftslogik in großem Maßstab auszunutzen

Am 29. April 2026 wurde das 2026 Bad Bot Report: Bad Bots im Agentic-Zeitalter, was einen grundlegenden Wandel in der Funktionsweise des Internets aufzeigt, da KI-beschleunigte Automatisierung zu einem prägenden Merkmal moderner digitaler Infrastruktur wird.
Die Ergebnisse heben drei große strukturelle Veränderungen hervor: das Aufkommen von KI-Agenten als neue Kategorie des Internetverkehrs, die Dominanz automatisierter Aktivitäten gegenüber menschlicher Interaktion und die rasche Ausweitung von Angriffen, die APIs und Identitätssysteme angreifen, die das Rückgrat des digitalen Geschäfts bilden.
KI definiert Internetverkehr und Sicherheit neu
Der Bericht zeigt, dass KI nicht nur das Volumen der Bot-Aktivität erhöht, sondern ihre Natur grundlegend verändert. Im Jahr 2025 stiegen die KI-gesteuerten Bot-Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um das 12,5-fache.
Noch bedeutender ist, dass KI-Agenten nun als dritte Kategorie von Verkehr hervortreten, neben traditionellen »guten« und »schlechten« Bots, die direkt mit Anwendungen und APIs interagieren, um Daten abzurufen und Aufgaben auszuführen. Dieser Wandel verwischt die Grenze zwischen legitimer und bösartiger Automatisierung und macht es für Organisationen zunehmend schwieriger, die Absicht zu bestimmen.
»KI verwandelt Automatisierung von etwas, das Organisationen blockieren wollen, in etwas, das sie auch verwalten müssen«, sagte Tim Chang, Global Vice President und General Manager Application Security bei Thales. »Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, Bots zu identifizieren. Es geht darum zu verstehen, was der Bot, der Agent oder die Automatisierung tut, ob es mit der Geschäftsintention übereinstimmt und wie er mit kritischen Systemen interagiert.«
Diese Entwicklung schafft eine wachsende Sichtbarkeitslücke. Ein Großteil der heutigen KI-gesteuerten Aktivitäten bleibt unverifiziert oder nicht von legitimem Datenverkehr zu unterscheiden, was bedeutet, dass Organisationen mit einem unvollständigen Überblick über die Risiken agieren, denen sie ausgesetzt sind.
Bots übertreffen die Menschen online zunehmend
Der Bericht zeigt, dass die Automatisierung ihren Einfluss auf das Internet verstärkt, während Bots weiterhin menschliche Aktivitäten überholen. Im Jahr 2025 machten Bots mehr als 53 % des gesamten Webverkehrs aus, gegenüber 51 % im Vorjahr, während menschliche Aktivitäten auf 47 % sanken. Dies spiegelt eher einen strukturellen Wandel als einen vorübergehenden Trend wider, da Bots nicht mehr an bestimmte Ereignisse wie Scraping oder Credential-Stuffing-Kampagnen gebunden sind, sondern als dauerhafte und erwartete Präsenz in digitalen Umgebungen agieren.
APIs und Identitätssysteme werden zur primären Angriffsfläche
Da digitale Dienste zunehmend auf APIs angewiesen sind, um die Kernfunktionalität zu steuern, folgen Angreifer diesem Beispiel. Der Bericht stellt fest, dass 27 % der Bot-Angriffe inzwischen APIs ins Visier nehmen, bei denen Bots Benutzeroberflächen umgehen und direkt mit Backend-Systemen mit Maschinengeschwindigkeit interagieren können.
Diese Angriffe erscheinen oft legitim, verwenden gültige Authentifizierung und gut formulierte Anfragen, nutzen jedoch Geschäftslogik aus, extrahieren sensible Daten oder manipulieren Arbeitsabläufe in großem Maßstab. Die Auswirkungen sind besonders in hochwertigen Sektoren ausgeprägt. Finanzdienstleistungen machten 24 % aller Bot-Angriffe und 46 % der Kontoübernahmen aus, was unterstreicht, wie Automatisierung genutzt wird, um Cyberangriffe direkt zu monetarisieren.
Eine neue Ära der maschinell gesteuerten Interaktion
Da die KI-Akzeptanz beschleunigt wird, zeigt der Bericht, dass das Internet nun grundsätzlich maschinell gesteuert ist. Bots sind nicht mehr einfach Werkzeuge, die von Angreifern genutzt werden; Sie sind aktive Teilnehmer an digitalen Systemen, prägen Verkehrsmuster, beeinflussen Geschäftskennzahlen und interagieren in Echtzeit mit Systemen. In dieser Umgebung ist die Fähigkeit, Automatisierung im großen Maßstab präzise zu steuern, entscheidend für die Aufrechterhaltung von Sicherheit, Leistung und Vertrauen.
Konfrontation mit dem Aufstieg unkontrollierter Automatisierung
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass traditionelle Sicherheitsansätze, die auf die Identifizierung und Blockierung von Bots ausgerichtet sind, in einer Umgebung nicht ausreichen, in der Automatisierung sowohl allgegenwärtig als auch oft legitim ist. Organisationen müssen zu einem governance-basierten Modell übergehen, das Transparenz, Durchsetzung von Richtlinien und Verhaltensanalyse kombiniert, um zwischen akzeptabler und schädlicher Automatisierung zu unterscheiden. Dazu gehört die Definition der Definition, welche KI-Agenten mit Systemen interagieren dürfen, die Implementierung von Kontrollen auf der API- und Identitätsebene sowie die Entwicklung von Verteidigungen, die sich anpassen können, wenn sich Bots weiterentwickeln.
Methodik
Der Thales Bad Bot Report 2026 analysiert die Bot-Aktivitäten des gesamten Jahres 2025 anhand von Daten der Teams von Thales Threat Research und Security Analyst Services. Der Bericht untersucht, wie Automatisierung, angetrieben von KI, Anwendungssicherheit, API-Exposure und digitale Infrastruktur weltweit neu gestaltet.
Für weitere Informationen und Empfehlungen bitte Laden Sie den vollständigen Bericht herunter
https://www.imperva.com/resources/resource-library/reports/2026-bad-bot-report/
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