Digitale Technologien boomen auf dem Arbeitsmarkt

Augmented und Virtual Reality, Internet der Dinge bei Jobsuchenden im Trend.

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Entwicklung von ausgeschriebenen IoT Jobs in Deutschland. Quelle: »obs/Indeed Deutschland GmbH/Indeed.com«

 

Jobsuchende zeigen sich sehr interessiert an den digitalen Zukunftstechnologien, wie aktuelle Daten der Jobseite Indeed zeigen. So haben sich die Suchanfragen nach Jobs in den Bereichen Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) in Deutschland seit Anfang 2014 bis heute mehr als versechsfacht. Internet der Dinge (IoT) sticht noch mehr heraus – die Suchen nach Jobs in diesem Bereich stiegen um das Siebzehnfache. Inzwischen wird sogar zweimal häufiger nach IoT gesucht als nach Jobs in Augmented und Virtual Reality. Anfang 2014 lagen beide Zukunftstechnologien noch gleichauf in der Gunst der Jobsuchenden.

Die Suchanfragen nach Augmented Reality und Virtual Reality auf der deutschen Seite von Indeed lagen im Juni 2016 um 630 % höher als im Januar 2014. Im Vergleich zum Juni 2015 ist immer noch ein Zuwachs von 250 % zu beobachten.

Die Suchanfragen nach Internet der Dinge/Internet of Things auf der deutschen Seite von Indeed lagen im Juni 2016 um 1.768 % höher als im Januar 2014. Im Vergleich zum Juni 2015 ist immer noch ein Zuwachs von 224 % zu beobachten.

Die stark ansteigenden Jobsuchen spiegeln die insgesamt positive Entwicklung digitaler Technologien in Deutschland wider – auch wenn die Jobangebote für AR/VR noch nicht ganz so schnell wachsen wie das Interesse der Jobsuchenden. Von 2014 bis heute hat sich das Angebot hier um rund 50 % erhöht. Ganz anders beim Internet der Dinge, einem Kernbegriff der sogenannten »Industrie 4.0«, unter dem sich viele Berufe für die Herstellung vernetzter Technologien und Systeme verbergen. Hier stiegen die Jobangebote im gleichen Zeitraum um 830 % an.

»Da sich der Markt für Augmented und Virtual Reality derzeit rasend schnell entwickelt, erwarten wir, dass die Jobangebote in der Zukunft deutlich ansteigen werden. Die Technologien werden immer praktikabler und deshalb künftig verstärkt eingesetzt, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Handel, Medizin und Entertainment. Aktuelle Games wie zum Beispiel Pokémon Go befeuern den Trend zusätzlich«, sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland. »Beim Internet der Dinge scheint die Relevanz des Themas auf beiden Seiten angekommen zu sein. Jobsuchende interessieren sich enorm für das Thema und die Angebote rund um vernetzte Technologien steigen ebenso sprunghaft an. Hier hat Deutschland eine echte Chance, sich im Bereich IoT zum Marktführer zu entwickeln.«


Fehleinschätzung: Nur zehn Prozent sehen ihren Arbeitsplatz durch die Digitalisierung gefährdet

Deutschlands Arbeitnehmer haben wenig Ahnung, was durch die Digitalisierung und Automatisierung auf sie zukommt – machen sich aber Gedanken, welche Qualifikationen künftig wichtig werden.

Nur rund ein Viertel der Befragten (26,7 Prozent) kann mit dem Schlagwort »Industrie 4.0« etwas anfangen, lediglich zehn Prozent sehen ihren Arbeitsplatz durch die Digitalisierung gefährdet. Immerhin rund ein Drittel (28,7 Prozent) glauben, dass sich ihre Arbeit stark verändern wird, der Großteil der Befragten geht zumindest von einer leichten Änderung aus (57,2 Prozent). Das ergab eine repräsentative Umfrage von Indeed.

Digitales Know-how als Wettbewerbsfaktor

»Unternehmen sollten gezielt das digitale und interdisziplinäre Know-how ihrer Mitarbeiter und damit auch deren Kompetenz, was die laufende Umgestaltung des Arbeitsmarktes betrifft, schulen«, so Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed Deutschland. »Nur, wer weiß, was die Digitalisierung mit dem eigenen Beruf macht, kann auch beurteilen, wie sich der Markt des eigenen Unternehmens ändert – und das ist bereits heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.«

Diese alles in allem recht sorglose Einstellung steht in starkem Widerspruch zu den Zukunftsprognosen der meisten Arbeitsmarktexperten, die vom Verschwinden ganzer Berufsbilder sprechen«, warnt Frank Hensgens. »Unternehmen stellt das vor eine dringende Herausforderung, da gerade digitales Know-how der Mitarbeiter zu Wettbewerbsvorteilen führen kann.«

Sorglosigkeit zieht sich durch alle Branchen

»Die Sorglosigkeit, was die Zukunft des eigenen Berufs betrifft zieht sich durch alle Beschäftigungsbereiche. Besonders auffällig ist dabei jedoch die Fehleinschätzung gerade in höherqualifizierten Dienstleistungsberufen«, diagnostiziert Hensgens weiter. So glauben rund 80 Prozent der bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern beschäftigten Arbeitnehmer daran, dass ihr Job sicher ist. Gleiches gilt für Angestellte in der Produktion. Dabei sind es gerade diese Bereiche, in denen die Algorithmen inzwischen soweit fortgeschritten sind, dass sie auch komplexeste Vorgänge und Bewertungen schneller und zuverlässiger erledigen als Menschen. Dies bestätigt auch eine Studie der Universität Oxford, die bisher umfassendste Untersuchung zum Automatisierungsrisiko von einzelnen Berufsbildern. Laut der Studie haben demnach Berufe mit geringem Automatisierungspotenzial folgende Eigenschaften: Keine standardisierten, repetitiven Aufgaben, hohe Komplexität der Tätigkeit sowie Tätigkeit erfordert soziale und oder kreative Kompetenzen.

Wichtig neben steter Weiterbildung ist auch: Im Zuge der Digitalisierung entstehen immer auch neue Berufsbilder. Internet der Dinge, Augmented Reality und Virtual Reality sind beispielsweise jetzt schon bei Jobsuchenden beliebt. Auch klassische Industrien wie die Automobilindustrie entwickeln sich stetig weiter. Arbeitnehmer sollten sich regelmäßig auch eigenständig über neue Trends in ihrem Berufsfeld informieren.

Qualifikationen für die Zukunft

In der Indeed-Befragung wurden die Arbeitnehmer auch gefragt, welche Qualifikationen sie für die Zukunft wichtig finden. Programmierkenntnisse landeten hierbei deutlich auf dem ersten Platz. Fremdsprachenkenntnisse, in der Vergangenheit immer eine der wichtigsten Qualifikationen in der Arbeitswelt, werden von den Befragten nicht mehr so hoch eingeordnet. »Eine mögliche Erklärung ist, dass diese von den Teilnehmern inzwischen schon zur Grundausstattung der Arbeitnehmer gezählt werden. Gleiches gilt für die IT-/Computerkenntnisse, die bereits jetzt selbstverständlich sind«, sagt Hensgens. »Wichtig werden in der Zukunft vor allem Soft Skills wie Lern- und Analysefähigkeit sein, die den Wissenstransfer in neue Themenfelder und veränderte Jobprofile ermöglichen.«

Ergebnisse der Befragung

Sagt Ihnen der Begriff »Industrie 4.0« etwas?

ja: 26,7 %

nein: 73,3 %

Haben Sie Angst, dass Ihr Arbeitsplatz in Zukunft durch einen

Computer, Roboter oder Algorithmus ersetzt wird?

ja: 10,0 %

nein: 90,0 %

Wird sich der Aufgabenbereich in ihrem Beruf zukünftig ändern?

ja, sehr stark: 28,4 %

ja, zumindest ein bisschen: 57,2 %

nein, wird sich nicht verändern: 14,4 %

Welche Qualifikationen in Zukunft wichtig sind:

  1. Programmierkenntnisse
  2. Analysefähigkeit
  3. Fremdsprachenkenntnisse
  4. Lernfähigkeit
  5. Flexibilität
  6. IT-/Computerkenntnisse
[1] Die Onlinebefragung wurde zwischen dem 9. und 18. August vom Marktforschungsunternehmen respondi im Auftrag von Indeed durchgeführt. Befragt wurden 1.012 Arbeitnehmer.


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