Mitarbeiterentwicklung als Priorität für den zukünftigen Arbeitsmarkt

grafik-sumtotal-entwicklung-personalIn einer Umfrage [1] zu den täglichen Herausforderungen im Personalwesen wurden rund hundert HR-Abteilungen aus Deutschland und Großbritannien über einen Online-Fragebogen zum Thema »Future of Work« befragt. Die Ergebnisse vermitteln interessante Erkenntnisse darüber, welche Herausforderungen Unternehmen bei der Auswahl und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter sehen.

Zwar hält ein Großteil der Unternehmen Führungskräfteentwicklung und den Aufbau einer sogenannten Talent Pipeline für absolut notwendig, um auch zukünftig erfolgreich sein zu können. Allerdings setzen sie die dafür notwendigen Lern- und Entwicklungsmaßnahmen noch zu selten und zu inkonsequent um. Befragt wurden neben Sumtotal-Kunden auch Kunden des Mutterunternehmens Skillsoft sowie Linkedin-Mitglieder der Unternehmens-Diskussionsgruppe zu HR und E-Learning.

Wichtige Ergebnisse der Umfrage im Überblick:

  • Nur etwa 14 Prozent der befragten Unternehmen setzen regelmäßig ein Talent Management System als Teil ihres Lern- und Entwicklungsprogramms (L & D) ein. Trotzdem sind sich gut 55 Prozent dieser Unternehmen in Großbritannien und fast 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen sicher, die Bedürfnisse der Personalentwicklung im gesamten Unternehmen gut oder sogar sehr gut zu kennen, ohne konkrete Daten dazu zu haben.
  • Der Aufbau einer Pipeline für angehende Führungskräfte und Talente stellt für sämtliche befragten Unternehmen in Großbritannien eine Priorität dar. In Deutschland gilt dies nur für knapp 70 % der befragten Unternehmen, da ein Teil von ihnen über keine Langzeitstrategie für die Talententwicklung verfügen.
  • Nur 10 Prozent der befragten Unternehmen in Großbritannien erfassen monatlich die Arbeitsleistung ihrer Angestellten, 28 Prozent tun dies jährlich. Von den befragten deutschen Unternehmen ermittelt keines die Leistung seiner Mitarbeiter auf monatlicher Basis – 23 Prozent tun dies quartalsweise und 53 Prozent jährlich.
  • Fehlende Kenntnis über die bereits im Unternehmen vorhandenen Kompetenzen und den Ausbildungsstand der Mitarbeiter ist für Unternehmen in Großbritannien das größte Hindernis bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. In Deutschland sehen Unternehmen vor allem die wechselnden Arbeitsrollen und -anforderungen als die Haupthürde.
  • Für die meisten befragten Unternehmen ist die »Zukunft des Lernens« das bei weitem interessanteste Thema der diesjährigen HR Tech Messe in Paris. Die Befragten haben erkannt, wie wichtig angesichts neuer Methoden, Techniken und Märkte die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ist. Denn ohne Lernen gibt es keine Zukunft.
  • Rund 70 Prozent der Befragten aus Großbritannien sind der Meinung, dass bestimmte im Unternehmen gesuchte Qualifikationen größtenteils auch durch interne Mitarbeiter abgedeckt werden können. In Deutschland sind sogar etwa 90 Prozent der befragten Unternehmen dieser Meinung. Damit ist eine verstärkte Förderung und weitere Professionalisierung von Trainings- und Entwicklungsmaßnahmen äußerst sinnvoll. So werden nicht nur die Kosten für die Rekrutierung externer Mitarbeiter minimiert, sondern auch die vorhandenen Mitarbeiter motiviert, neue Herausforderungen anzugehen. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit letztendlich ihre Treue zum Unternehmen wird gesteigert.

Die Umfrageergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Mehrzahl der befragten Unternehmen zwar davon ausgeht, den nötigen Überblick zu haben, sie sich dabei jedoch viel zu oft auf ihr »Bauchgefühle« statt auf belastbare Fakten verlässt.

Die Mitarbeiter eines Unternehmens, ihre Talente und Fähigkeiten sind ein entscheidender Faktor für dessen wirtschaftlichen Erfolg. Gleichzeitig machen die Mitarbeiter jedoch auch den größten Betriebskostenanteil vieler Unternehmen aus. Angesichts des Budgetdrucks ist es deshalb nicht nur wichtig zu wissen, wie viel ein Unternehmen pro Mitarbeiter für Trainingsmaßnahmen ausgibt, sondern auch den Effekt dieser Trainingsaufwendungen messen zu können.

Mit spezifischen Messverfahren können Unternehmen die Wirksamkeit jedes einzelnen Programms beziffern. Zusätzlich sollten Verhaltensänderungen der Mitarbeiter, die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Schulungsmaßnahme sowie das Feedback der Lernenden und ihr Engagement am Arbeitsplatz erfasst werden. Durch solche Analysen kann das Talent Management Programm ständig verfeinert werden.

Durch eine zentralisierte, integrierte sowie richtig eingesetzte Talent Management Lösung können Personalabteilungen ihre Personalentscheidungen konkret mit den Zielen ihres Unternehmens in Einklang bringen und so einen strategischen Beitrag leisten. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass bisher noch zu wenige Unternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

[1] Kundenumfrage von SumTotal anlässlich der »HR Tech World Paris«

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