E-Commerce: Softwareentwickler können aus dem vergangenen Weihnachtsgeschäft lernen

Wie können sich Online-Händler ihre Erkenntnisse aus Peak-Zeiten wie Black Friday oder Weihnachten für 2020 zu Nutze machen?

Illustration: Absmeier, Mediamodifier

Vor Weihnachten laufen Onlineshops auf Hochtouren und Aktionstage wie Black Friday stellen die Shop-Systeme besonders auf die Probe. Allein am Black Friday und dem Cyber Monday rechnete der Handelsverband Deutschland mit 3,1 Milliarden Euro Umsatz. Die Möglichkeit, hochwertige Produkte zu einem Spottpreis zu ergattern, lockt viele Käufer auf die Webseiten der Online-Händler. Wer hier nicht mit einer optimalen Customer Journey punkten kann, verliert seine Kunden schnell an die Konkurrenz und riskiert negative Bewertungen.

Nun, zu Beginn des neuen Jahres, haben E-Commerce-Unternehmen die Gelegenheit, ihre Onlineshops einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Gregory Ouillon, CTO EMEA bei New Relic, gibt einen Überblick, wie sich Online-Händler für kommende Peak-Zeiten wie Valentinstag, Muttertag, oder Weihnachten 2020 wappnen können.

 

Anzeige

Analytic-Tools für Echtzeit-Einsichten einführen

Das A und O für einen gut funktionierenden Onlineshop sind Echtzeiteinsichten in wichtige Kennzahlen, damit Unternehmen die Customer Journey analysieren und optimieren können. Auf Dashboards, die diese Zahlen veranschaulichen, lässt sich einsehen, welche Erfahrung Nutzer beim Einkaufen – je nach verwendetem Endgerät wie Handy, Laptop oder Tablet – haben. Zusätzlich liefern Tools auch Erkenntnisse darüber, wie der Kunde zum Shop gelangte, also welchen Zugang er genutzt hat (wie direkte Links, Anzeigen, Videocontent, Soziale Netzwerke etc).

Die Dashboards können Entwickler zudem nutzen, um Probleme und Fehler leichter zu erkennen. Verknüpfen Entwickler die einzelnen Dashboards, können sie Fehler noch schneller und einfacher identifizieren und beheben, bevor sie sich zu ernsthaften Problemen entwickeln – egal ob es sich dabei um einen Service-Ausfall von Drittanbietern handelt oder das Problem auf der eigenen Seite liegt. So sichern sich Onlineshops die Zufriedenheit ihrer Kunden und sorgen für eine rundum positive Customer Journey.

 

Anzeige

Transaktionen proaktiv von Anfang bis Ende monitoren

Sobald der Kunde seine Einkäufe aus dem Warenkorb zur Bestellung aufgibt, beginnt für E-Commerce-Unternehmen die wichtigste Phase. Denn der Bestellvorgang bringt einige Tücken mit sich, die den Kunden trotz Bestellvorhaben noch umdenken lassen, sei es bei der Wahl der bevorzugten Zahlungsmöglichkeit, dem Zahlungsprozess an sich oder verlangsamter Netzwerkqualität beim Kaufprozess.

Für E-Commerce-Unternehmen ist es deshalb enorm wichtig, das Ausmaß und die Quote erfolgreicher und gescheiterter Aufträge zu verfolgen, um Muster zu identifizieren, bevor es zum nächsten Ansturm auf den Onlineshop kommt. Das Monitoring der verwendeten Zahlungsarten gibt beispielsweise Auskunft, welche Zahlart am erfolgreichsten ist beziehungsweise welche Möglichkeiten wenig nachgefragt und somit aus dem Angebot genommen werden können.

Einen Schritt weiter geht das synthetische Monitoring: Es simuliert die Handlung eines Kunden und versucht so gezielt Fehler oder minimale Veränderungen zu finden, beispielsweise fehlgeschlagene Zahlungen. So können Entwicklerteams die Gründe bereits erkennen und Fehler beheben, bevor die Kunden zu diesem Punkt kommen und Beschwerden auftreten. Damit garantieren sie einen reibungslosen Kaufvorgang und erhöhen die Kundenzufriedenheit.

 

Onlineshops auf Herz und Nieren prüfen – Probieren geht über Studieren

Gerade in der Softwareentwicklung ist es ratsam, die Dinge in der Praxis auszuprobieren und regelmäßig zu testen. Alle Planung und Vorbereitung der Einzelhändler würde nichts nutzen, wenn nicht ausreichend Tests erfolgen würden, die sicherstellen, dass alle Vorgänge reibungslos funktionieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Webseiten zu testen, von Belastungstests bis hin zu fortschrittlicheren Methoden wie Chaos Engineering. Bei letzterem wird gezielt mit dem Softwaresystem im laufenden Betrieb experimentiert, um die Aufmerksamkeit der Softwareentwickler auf mögliche Schwachstellen zu lenken. Belastungstests hingegen simulieren das Traffic-Volumen, das man während Spitzenzeiten erwartet. So können Entwickler einsehen, wie gut die Systeme performen werden.

Auch statische Tests auf unterschiedlichen Webseiten- und App-Versionen helfen Softwareentwicklern dabei, zu identifizieren, welche Features oder Funktionen das größte Potenzial für Umsatzsteigerung haben. So ist es beispielsweise möglich, zu testen, ob bestimmte Banner mit Sätzen wie »10 Personen sehen sich das gerade an« oder »nur noch wenig vorrätig« sowie eine Anpassung der Produktgalerie zum schnelleren Durchscrollen potenzielle Kunden direkter zum Kauf motivieren.

 

Nach den Feiertagen ist vor den Feiertagen

E-Commerce-Unternehmen ist zu raten, eine fundierte, sorgfältige Nachuntersuchung nach Peak-Zeiten durchzuführen. Hier können sie die Monitoring-Daten der Webseite nutzen, um nachvollziehen zu können, was gut funktioniert hat und wo man nachbessern muss. So können Entwickler die Webseite nicht nur für kommende Spitzenzeiten, sondern auch für das Alltagsgeschäft fit machen.

E-Commerce ist ein 365-Tage-Business – Jeder Tag ist für Online-Händler entscheidend. Erfolgreiche Unternehmen benötigen schlichtweg einen flexiblen »Always-On«-Ansatz für Entwicklung, Test und Monitoring. Dann sind sie auch für kommende intensive Peak-Zeiten wie Valentinstag, Muttertag oder Schulanfang gewappnet.

 

1101 Artikel zu „E-Commerce“

E-Commerce-Trendreport 2020

Mobile Zahlungsmethoden und Sicherheitstechnologien bestimmen die Zukunft des Online-Handels. Eine globale Befragung von E-Commerce-Experten zu den 40 bedeutendsten E-Commerce-Trends in den Jahren 2019 und 2020 hat ergeben, dass Sicherheit und mobile Anwendungen – wie Zahlungsmethoden und Apps – in Zukunft von besonderer Bedeutung sind: Sicherheit: Knapp ein Drittel (29 Prozent) der deutschen Online-Händler plant im…

Augmented Reality und E-Commerce – neue Marketing-Potenziale für Videocontent

Bereits heute gibt es viele Unternehmen, die Augmented Reality (AR) im E-Commerce nutzen. Was aber denken Verbraucher über solche Anwendungen? Im Bereich von Unterhaltungsfernsehen, Sport TV oder Shopping zeigen gegenwärtig 40 Prozent der Konsumenten eine große Begeisterung für video-triggered AR. Dabei handelt es sich um eine Variante von AR, bei der der Nutzer seine Smartphone-…

E-Commerce: Bad-Bot-Angriffe auf dem Vormarsch

Der Bericht mit dem Titel »How Bots Affect E-Commerce« wurde vom Imperva Bot Management Threat Research Team (ehemals Distil Research Lab) entwickelt und stellt die erste branchenspezifische Studie über die Auswirkungen von Bad Bots auf die E-Commerce-Branche dar. Das Team analysierte im Juli 2019 16,4 Milliarden Anfragen aus 231 Domänen im Bereich E-Commerce. Das Ergebnis:…

Online-Shopping: So verbreitet ist E-Commerce in der EU

77 Prozent der Bundesbürger kaufen laut Daten des Statistikamts der Europäischen Union (Eurostat) Waren und Dienstleistungen im Netz. Damit gehört Deutschland zu den E-Commerce-Affinsten Ländern Europas. Den höchsten Online-Shopper-Anteil an der Gesamtbevölkerung können indes mit 84 Prozent die Dänen für sich reklamieren. Generell ist E-Commerce in den nördlichen Ländern offenbar populärer als in wärmeren Gefilden…

B2B-E-Commerce zieht kräftig an

Knapp 1.300 Milliarden Euro realisierte der B2B-E-Commerce in Deutschland im Jahr 2018. Damit stieg das Umsatzvolumen seit 2012 um rund 430 Milliarden Euro. Eine stolze Summe, die neben der Dominanz von EDI im B2B-Bereich nicht zuletzt auf deutliche Wachstumsimpulse aus dem Vertrieb über Websites, Onlineshops und Marktplätze zurückgeht. Der folgende Artikel stellt Ihnen einige Key…

E-Commerce in Deutschland in Zahlen

Deutschland ist der zweitgrößte b2c-E-Commerce-Markt in Europa und mit einem Wert von 75 Milliarden Euro gleichzeitig der fünftgrößte der Welt. Derzeit liegt die Marktdurchdringung von Online-Einkäufen im gesamten Einzelhandel in Deutschland bei 14%. Deutschlands führende E-Commerce-Plattform ist Amazon, der Marktführer hinsichtlich Umsatz und Nutzerzahl weltweit, und man braucht keinerlei Eye of Horus Tricks, um das…

Digital Marketing und E-Commerce: Der Kampf in der »Amazon-Welt«

Digital-Marketing- und E-Commerce-Technologien wachsen im Kampf um Wettbewerbsfähigkeit zusammen. Laut aktuellen M&A-Marktreports zu den Bereichen E-Commerce und Digital Marketing des internationalen Technologieberaters Hampleton Partners gab es 2018 gegenüber 2017 einen Anstieg des veröffentlichten M&A-Wertes im E-Commerce um 20 Milliarden USD. Dies wurde durch Mega-Deals wie Walmarts Kauf von Flipkart in Höhe von 16 Milliarden USD…

Customer Experience als Allein­stellungs­merkmal – Wie künstliche Intelligenz den E-Commerce verändert

Der E-Commerce wächst zwar nach wie vor, doch es sind die größten Online-Shops und Marktplätze, die am meisten zulegen – Stichwort: Marktkonsolidierung. Interessanterweise ist es nicht der Preis, der Kunden zu Amazon treibt: Laut einer Studie von Adobe wünschen sich Kunden vor allem Bequemlichkeit und ein gutes Einkaufserlebnis (»Customer Experience«).

E-Commerce: Die Top 10 Online-Shops in Deutschland

Amazon* ist mit Abstand die Nummer 1 unter den in Deutschland aktiven Online-Shops. Im Jahr 2017 erwirtschaftete das Unternehmen hierzulande einen Umsatz in Höhe von rund 8,8 Milliarden Euro. Mit weitem Abstand folgen Otto (3 Milliarden Euro) und Zalando (1,3 Milliarden Euro). Das Ranking der Top 10 Online-Shops** ist Teil der gemeinsam von Statista und…

E-Commerce: So digital sind die Umsätze der Branchen

48,9 Milliarden Euro hat der Einzelhandel im engeren Sinne (ohne Kfz, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken) laut HDE Online-Monitor 2018 im vergangenen Jahr umgesetzt [1]. Das entspricht 9,5 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Indes ist der Anteil von E-Commerce am Gesamtmarkt in einigen Branchen schon deutlich höher. So werden im Bereich Consumer Electronics bereits fast 29 Prozent…

Fünf Trends im B2B-E-Commerce

Die Umsetzung einer Omnichannel-Strategie mit E-Commerce als Herzstück, eine verbesserte Customer Experience, die die Trennung von B2C und B2 aufhebt, Personalisierung und Co-Creation, eine steigende Nachfrage nach CPQ-Lösungen und die Integration von KI die wichtigsten Trends im B2B-Umfeld. Der Kauf von komplexen Lösungen wie Fertigungsanlagen, Werkzeugmaschinen und die Errichtung von Bürogebäuden war noch nie einfach.…

E-Commerce-Projekte erfolgreich umsetzen – Checkliste für die wichtigsten To-Dos

  Alles beginnt mit einem Gedanken, der zu einer Idee reift. So ist es auch bei einem E-Commerce-Projekt, das oft als Basis für die Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens dient. Bei der Realisierung müssen folgende wichtige Punkte bedacht werden:   Das richtige Team zusammenstellen Ein E-Commerce-Projekt steht und fällt mit den Entscheidungen, die getroffen werden. Deswegen ist…