23 Millionen Bürger machen Steuererklärung im Internet

 

  • Zahl der Online-Steuererklärungen steigt um 5 Prozent
  • Abgabefrist Ende Juli: Steuerpflichtige haben erstmals zwei Monate länger Zeit

 

Tippen und Klicken statt Lochen und Heften: Immer mehr Bundesbürger schwören dem Papierkrieg ab und reichen ihre Steuerklärung einfach online beim Finanzamt ein. 23,1 Millionen Steuerzahler erklärten ihre Einkommenssteuer für das Steuerjahr 2017 elektronisch über den Online-Dienst ELSTER. Das ist ein Anstieg um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 22 Millionen Online-Steuererklärungen. Das berichtet der Digitalverband Bitkom auf Basis von Daten der Finanzverwaltung. »Die Online-Steuererklärung macht weniger Aufwand, spart Zeit und schont die Nerven. Das scheint immer mehr Steuerzahler zu überzeugen«, sagt Bitkom-Steuerexperte Thomas Kriesel. »Das ELSTER-Projekt zeigt, wie Verwaltungsdienstleistungen erfolgreich digitalisiert werden können. Allerdings wird das komplexe deutsche Steuerrecht dadurch auch nicht einfacher.

Bei Gewerbetreibenden akzeptieren die Finanzbehörden mittlerweile ausschließlich elektronische Steuererklärungen. Bei Privatpersonen ist das dagegen grundsätzlich keine Pflicht. Viele Steuerzahler lassen die Chance ungenutzt, sich Geld vom Staat zurückzuholen. 7,5 Millionen Arbeitnehmer geben keine Steuererklärung ab, obwohl im Durchschnitt eine Rückerstattung von 974 Euro zu erwarten ist (Stand: 2014).

Wer zu spät abgibt, muss sofort Strafe zahlen

Ab dem Steuerjahr 2018 haben alle Steuerpflichtigen zwei Monate länger Zeit für die Einkommenssteuererklärung. Die allgemeine Frist wurde bis Ende Juli verlängert. Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, hat grundsätzlich bis zum 29. Februar 2020 Zeit. Allerdings steigt auch der Verspätungszuschlag, wenn die Frist überschritten wird. Die Strafgebühr orientiert sich an der Höhe der festgesetzten Steuer und beträgt mindestens 25 Euro für jeden angefangenen Monat. Anders als bisher wird der Verspätungszuschlag automatisch festgesetzt.

Verschiedene Wege zur Online-Steuererklärung

Die Steuer kann elektronisch auf mehreren Wegen erklärt werden: Über »Mein Elster« können Steuerdaten direkt im Browser und vollkommen papierlos abgegeben werden – das erspart das Herunterladen, Installieren und Aktualisieren spezieller Programme. Voraussetzung ist eine einmalige Registrierung und postalische Authentifizierung, was mehrere Tage in Anspruch nimmt. Alternativ bietet das Online-Portal der Finanzverwaltung das Programm »ElsterFormular« zum Download, mit dem die Steuererklärung offline bearbeitet und verschlüsselt an das Finanzamt übermittelt werden kann. Zudem gibt es zahlreiche gewerbliche Software-Produkte, die eine elektronische Steuererklärung über die ELSTER-Schnittstelle zulassen. »Professionelle Steuer-Software bietet in der Regel mehr Komfort bei der Eingabe und gibt auch für Laien verständliche Tipps zum Steuersparen. Die Investition kann sich schnell rechnen«, sagt Kriesel.

Belege müssen nur noch auf Nachfrage eingereicht werden

Belege und separate Aufstellungen müssen Arbeitnehmer grundsätzlich nicht mehr an das Finanzamt versenden. Es reicht aus, wenn diese für mögliche Rückfragen aufbewahrt werden. Denn die meisten für die Besteuerung wichtigen Nachweise werden von Dritten, etwa Arbeitgebern, Banken und Sozialversicherungen, in digitaler Form an die Finanzverwaltung übermittelt und können automatisch in die Steuererklärung übernommen werden. Damit ist die Bearbeitung der Steuererklärung in der Regel durchgängig elektronisch und automatisch möglich. »Allerdings sollten die Steuerpflichtigen die Angaben in der Steuererklärung, insbesondere die von Dritten übermittelten Daten, sorgfältig überprüfen. Denn die nachträglichen Korrekturmöglichkeiten sind beschränkt«, empfiehlt Kriesel.

Smart Country Convention: Dreitägiges Event zur Digitalisierung im Public Sector

Um die Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Dienstleistungen zu beschleunigen, findet vom 22. bis 24. Oktober 2019 die Smart Country Convention statt. Sie wird vom Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit der Messe Berlin durchgeführt. Das dreitägige Event bringt alle relevanten Vertreter von Verwaltungen, Politik, Digitalwirtschaft, Verbänden und Wissenschaft zusammen. Die Smart Country Convention ist eine Kombination aus Kongress, Workshops, Weiterbildungsveranstaltungen und Ausstellung. Dabei geht es sowohl um die digitale Verwaltung als auch um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Sicherheit, Abfall, Wasser, Bildung, Gesundheit und Wohnen. Sie richtet sich an Vertreter von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden. Weitere Informationen gibt es unter www.smartcountry.berlin.

 

33 search results for „Steuererklärung“

Die Steuererklärung steht an – und Cyberkriminelle in den Startlöchern

Steuerzahler und Steuerberater sind gehalten vertrauliche Informationen zu schützen. Bei einer Zertifizierungsstelle wie GlobalSign konzentriert sich alles auf ein Ziel – Identitäten zu schützen. Wenn also in den nächsten Wochen die Steuererklärung ansteht, sind wir uns nur allzu sehr bewusst wie schnell betrügerische Aktivitäten den Abgabezeitraum zum Alptraum machen können. Eine 2017 veröffentlichte Studie von…

ELSTER: 21 Millionen Steuererklärung per Internet

■ Zahl der Online-Steuererklärungen steigt auf Rekordniveau. ■ Tipps: So nutzen Sie die elektronische Steuererklärung. Die Zahl elektronischer Steuererklärungen ist 2016 auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 21 Millionen Einkommenssteuererklärungen über die elektronischen Schnittstellen bei der Finanzverwaltung eingereicht. 2012 waren es erst zwölf Millionen, also kaum mehr als die Hälfte, wie der…

Erstmals rund 20 Millionen elektronische Steuererklärungen

Die Einkommensteuererklärung für das vergangene Jahr ist bis Ende Mai an das Finanzamt zu übermitteln. Immer häufiger passiert dies elektronisch. Im vergangenen Jahr wurden laut Bitkom rund 20 Millionen Steuererklärungen über das Internet eingereicht. Damit wurden so viele elektronische Steuererklärungen eingereicht, wie noch nie. Der bisherige Höchstwert aus 2014 sei noch einmal um 3,9 Millionen…

ELSTER: Erstmals 20 Millionen Steuererklärungen per Internet

■      Interesse an der elektronischen Steuererklärung steigt stark an. ■      Tipp: So nutzen Sie die elektronische Steuererklärung. ■      In Zukunft erstellt der Computer auch Steuerbescheid im Finanzamt. Neuer Rekord bei der elektronisch abgegebenen Einkommensteuererklärung (ELSTER). Im vergangenen Jahr wurden 20 Millionen Steuererklärungen online eingereicht, so viele wie noch nie. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem…

Ist die Korrektur einer fehlerhaften Steuererklärung Steuerhinterziehung ?

Bei tausenden von Geschäftsvorfällen pro Jahr und einem komplexen Steuerrecht kann es in der Praxis durchaus vorkommen, dass zum Beispiel versehentlich eine falsche Umsatzsteuererklärung abgegeben wird, aus der eine Steuerverkürzung resultiert. Das Gesetz verpflichtet den Unternehmer, dies unverzüglich dem Finanzamt anzuzeigen und den Fehler zu berichtigen (§ 153 AO). Der Veranlagungsbeamte im Finanzamt ist nicht…

Steuerberater oder Steuererklärung selbst machen

Das deutsche Steuersystem zu kompliziert? Laut Daten der OECD macht hierzulande dennoch die Mehrheit der Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung selbst. In 43 Prozent der Fälle ist hingegen ein Mittelsmann, etwa ein Steuerberater, tätig. In anderen Ländern sieht es anders aus, etwa in Österreich, wo laut OECD 82 Prozent der Erklärungen von Dritten gemacht werden. In Italien…

Elster: 16 Millionen Steuererklärungen per Internet

Die Zahl der elektronisch abgegebenen Einkommensteuerklärungen (ELSTER) steigt in Deutschland weiter an. Im vergangenen Jahr wurden 16,1 Millionen Einkommensteuerklärungen online eingereicht. Das entspricht einem Anstieg um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Digitalverband BITKOM mitteilt. »Die elektronische Steuererklärung in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Das elfte Jahr in Folge ist die Zahl der online…

Threat Intelligence – die Grundlage für Cybersicherheit

Über die wachsende Rolle von Threat Intelligence für die Cybersicherheit und wie sie im Rahmen eines umfassenden Cyber-Abwehrprogramms effektiv genutzt werden kann.   Im Bereich Cybersicherheit ist man umso besser gerüstet, je mehr man über potenzielle Bedrohungen für sein Unternehmen weiß. Threat Intelligence, auf Deutsch das »Wissen über Bedrohungen« beschreibt die Sammlung aller sicherheitsrelevanten Informationsquellen.…

Drei Branchen, die mithilfe von SMS ihre Kundenkommunikation optimieren können

Der Massenversand von SMS-Nachrichten ermöglicht Unternehmen eine direkte Kommunikation mit ihren Kunden, was zu einem bereichernden Erlebnis für alle Beteiligten führen kann – vorausgesetzt, die SMS-Strategie wird richtig implementiert. Die moderne Technologie stellt Unternehmen neue und bessere Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung, was dazu führt, dass immer mehr Unternehmen auf eine Omnichannel-Strategie für die Kommunikation mit Kunden und…

60 Prozent aller IT-Fachkräfte haben bereits ernsthafte Datenpannen in ihrem Unternehmen erlebt 

Besserer Einsatz von Sicherheitslösungen und Mitarbeitertrainings wirken den zunehmenden Auswirkungen von Sicherheitsverstößen entgegen. IT-Sicherheitsexperten haben trotz Fortschritten bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität und IT-Sicherheitsbedrohungen immer noch Schwierigkeiten dabei, ihre Organisation vollständig vor Angriffen zu schützen. Das zeigt der neue McAfee »Grand Theft Data II – The Drivers and Changing State of Data Breaches«-Report [1]. Hinzu…

SEPA und SOFORT werden immer beliebter in der DACH-Region

Abgesehen von Kauf auf Rechnung, per PayPal oder Kreditkarte bezahlen die Deutschen am liebsten per SEPA-Lastschrift oder SOFORT-Überweisung im Internet. Neue Zahlungsverfahren, wie Apple Pay und SEPA Instant Payment kommen noch eher schleppend voran.   Apple Pay macht gerade von sich reden. Der Start in Deutschland zum Jahreswechsel löst aber nicht nur eitle Freude aus.…

Chancen und Risiken des digitalen Bezahlens

Digitale Bezahlmethoden sind zunehmend Teil des Verbraucheralltags. Anlässlich des Safer Internet Day hat Bitkom in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.005 Menschen in Deutschland die Verbrauchersicht auf das mobile Bezahlen untersucht [1]. Demnach hat fast jede/r dritte BundesbürgerIn (30 Prozent) schon per Smartphone oder Smartwatch mobil bezahlt, meist über einen sogenannten NFC-Dienst. 26 Prozent der BundesbürgerInnen…

Internationaler Vergleich: Bundesbürger nutzen digitale Verwaltung verhalten

»Digital Government Barometer« untersucht Digitalisierung in fünf Ländern.   Jeder zweite Bundesbürger hat in den vergangenen zwölf Monaten für seine Behördenangelegenheiten Digitalangebote der öffentlichen Verwaltung genutzt, 17 Prozent haben die Online-Portale häufiger angesteuert als ein Jahr zuvor. Umgekehrt haben allerdings 48 Prozent der Bürgerinnen und Bürger noch nie einen der digitalen Verwaltungsdienste in Anspruch genommen.…

Weitere Artikel zu