Ransomware: Doppel-Erpressung ist inzwischen Standard

Illustration Absmeier foto freepik

Ransomware-Angriffe sind längst keine Einzelfälle mehr, die nur große Unternehmen betreffen. Im Jahr 2026 zählen sie weltweit zu den hartnäckigsten und kostspieligsten Cyberbedrohungen – mit Auswirkungen auf Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatnutzer gleichermaßen.

 

Aktuelle Zahlen zeigen unter anderem:

  • Über 1,3 Millionen Ransomware-Angriffe richteten sich 2024 gegen die USA.
  • 74 % der Vorfälle beinhalteten Datenexfiltration, nicht nur Verschlüsselung.
  • Die durchschnittliche Lösegeldzahlung in den USA lag 2024 bei fast 490.000 US-Dollar.
  • Der weltweite Markt für Ransomware-Schutz soll von 32,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf nahezu 123 Milliarden US-Dollar bis 2034 wachsen.

 

Aktuelle Ransomware-Statistiken zeigen, wie weit verbreitet und finanziell belastend diese Angriffe inzwischen sind. Von Doppel-Erpressungstaktiken bis hin zu KI-gestützten Phishing-Kampagnen entwickeln sich Cyberkriminelle schneller denn je weiter.

Ransomware ist eine Form des Cyberangriffs, bei der Täter Dateien verschlüsseln und Lösegeld für deren Freigabe verlangen. Moderne Angreifer gehen noch weiter: Sie stehlen sensible Daten vor der Verschlüsselung und drohen mit deren Veröffentlichung, falls nicht gezahlt wird.

 

Zentrale Ransomware-Trends 2026

  • Doppel-Erpressung ist inzwischen Standard: Daten werden gestohlen, bevor Systeme gesperrt werden.
  • KI-gestütztes Phishing macht betrügerische Nachrichten deutlich schwerer erkennbar.
  • Ransomware-as-a-Service (RaaS) senkt die Einstiegshürden für Cyberkriminelle, da fertige Angriffstools gemietet werden können.
  • Schnellere Verschlüsselung verkürzt die Reaktionszeit auf wenige Minuten, bevor Systeme vollständig blockiert sind.

 

Besonders betroffene Branchen

Professionelle Dienstleistungen, Gesundheitswesen und verbrauchernahe Dienstleistungen zählen weiterhin zu den am häufigsten angegriffenen Branchen. Besonders im Gesundheitswesen können Systemausfälle unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung haben.

Auch Finanzinstitute meldeten 2024 weltweit tausende Cybervorfälle, von denen viele mit sensiblen Datenlecks verbunden waren.

 

Die menschlichen Folgen

Ransomware verursacht nicht nur finanzielle Schäden:

  • 100 % der Organisationen mit verschlüsselten Daten berichteten von direkten Auswirkungen auf Mitarbeitende.
  • 41 % der IT- und Sicherheitsteams meldeten erhöhte Stressbelastung nach einem Angriff.
  • 31 % verzeichneten krankheitsbedingte Ausfälle aufgrund der psychischen Belastung.

 

Einschätzung von Panda Security

»Ransomware bedeutet heute nicht nur Dateiverschlüsselung, sondern Druck, Geschwindigkeit und psychologischen Einfluss«, erklärt Hervé Lambert, Global Consumer Operations Manager bei Panda Security. »Mit KI-gestütztem Phishing und Datendiebstahl als Standardtaktiken muss Prävention proaktiv statt reaktiv erfolgen. Bewusstsein, mehrschichtige Sicherheitsmaßnahmen und schnelle Erkennung sind 2026 entscheidend, um finanzielle und menschliche Schäden zu reduzieren.«

 

So lässt sich das Risiko reduzieren

  • Systeme und Software regelmäßig aktualisieren
  • Starke, einzigartige Passwörter mit einem Passwort-Manager verwenden
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
  • Regelmäßige Datensicherungen durchführen
  • Vertrauenswürdige Anti-Ransomware-Lösungen einsetzen
  • Mitarbeitende für Phishing-Risiken sensibilisieren

 

Fazit

Ransomware-Angriffe werden intelligenter, schneller und aggressiver. Wer die aktuellen Statistiken und Trends kennt, kann seine Sicherheitsstrategie gezielt stärken und Risiken im Jahr 2026 wirksam reduzieren.

Prävention, Vorbereitung und Aufmerksamkeit bleiben die wirksamsten Schutzmechanismen gegen eine Bedrohung, die sich ständig weiterentwickelt.

 

https://www.pandasecurity.com/en/mediacenter/ransomware-statistics/

 

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