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Management Summary
- KI ist im Unternehmensalltag angekommen: 73 Prozent der befragten Unternehmen setzen sie regelmäßig in Geschäftsprozessen ein – strategisch verankert ist sie aber erst bei einer Minderheit.
- Die eigentliche Lücke liegt nicht bei der Technologie, sondern in der Organisation: Strukturen, Prozesse und Betriebsmodelle bremsen die Skalierung des KI-Nutzens.
- Fehlende interne Vorbereitung: Fast die Hälfte der Entscheider hält KI bereits für leistungsfähig genug, um heutige Geschäftsanforderungen zu erfüllen – viele Unternehmen sind intern jedoch noch nicht darauf vorbereitet.
- Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Großbritannien treibt die Transformation am stärksten voran, Deutschland nutzt KI breit im Alltag, bleibt aber bei der unternehmensweiten Integration fragmentiert.
- Für das Management heißt das: Wettbewerbsvorteile entstehen künftig weniger durch KI-Einführung allein als durch den konsequenten Umbau von Abläufen, Datenbasis und Organisation.
Die meisten Unternehmen nutzen KI, doch nur 10 % sehen sie als zentral für ihre Geschäftsprozesse.
Entscheidungsträger bestätigen: KI ist bereits fester Bestandteil der täglichen Arbeit, doch die meisten haben ihre Organisation noch nicht entsprechend angepasst, um das volle Potenzial auszuschöpfen.
Publicis Sapient, ein Unternehmen für Enterprise-AI-Plattformen und -Services, hat auf der VivaTech in Paris seinen »2026 Global Enterprise AI Report« vorgestellt [1]. Auf Basis einer globalen Befragung von 1.550 KI-Entscheidungsträgern zeigt der Report eine wachsende Kluft zwischen der Einführung von KI und der Bereitschaft der Unternehmen.
Die Studie belegt: KI ist inzwischen fester Bestandteil des Arbeitsalltags in großen Unternehmen. Doch die meisten Organisationen haben die Systeme, Arbeitsabläufe und Betriebsmodelle noch nicht so transformiert, dass sie das volle Potenzial von KI ausschöpfen können.
Zentrale Ergebnisse:
- 73 % geben an, dass KI regelmäßig oder in den meisten Geschäftsprozessen eingesetzt wird – doch nur 10 % sagen, dass KI zentral dafür ist, wie ihr Unternehmen arbeitet.
- 47 % glauben, dass KI bereits in der Lage ist, die heutigen geschäftlichen Anforderungen zu erfüllen.
- 42 % geben an, dass KI zwar leistungsfähig ist, ihre Unternehmen jedoch strukturell nicht entsprechend aufgestellt sind, das volle Potenzial zu erschließen.
- 22 % sehen die Art, wie ihr Unternehmen organisiert ist, als größtes Hindernis für den Erfolg von KI.
- Nur 38 % sagen, dass KI grundlegend verändert, wie ihr Unternehmen heute arbeitet.
»Unternehmen wurden nicht für die Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Autonomie konzipiert, die KI ermöglicht«, sagte Nigel Vaz, CEO von Publicis Sapient. »Viele Organisationen haben KI erfolgreich eingeführt, doch die Einführung allein verschafft noch keinen Wettbewerbsvorteil. Die Gewinner werden jene Unternehmen sein, die neu definieren, wie Arbeit erledigt wird, ihre Abläufe modernisieren und KI in die DNA des Unternehmens einbetten.«
KI ist bereits in Unternehmen angekommen. Die Transformation hält nicht Schritt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von KI für große Unternehmen nicht mehr die zentrale Herausforderung darstellt. KI ist bereits tief in die Arbeitsabläufe integriert. Die größere Herausforderung liegt in der Organisation: Systeme, Arbeitsabläufe und Betriebsmodelle müssen schneller angepasst werden, um den Mehrwert auszuschöpfen, den KI bereits heute bieten kann.
- Fast die Hälfte der Befragten (47 %) gibt an, dass KI bereits in der Lage ist, die heutigen geschäftlichen Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig sagen 42 %, dass ihre Unternehmen strukturell nicht aufgestellt sind, diesen Nutzen zu erschließen.
Während sich KI über verschiedene Funktionsbereiche ausbreitet, bleiben viele Fortschritte auf einzelne Teams und Arbeitsabläufe beschränkt, anstatt unternehmensweite Veränderungen voranzutreiben.
- Nur 38 % der Befragten sagen, dass KI grundlegend verändert, wie ihr Unternehmen arbeitet.
- Mehr als jeder fünfte Befragte (22 %) sieht die Art, wie ihre Unternehmen organisiert sind, als größtes Hindernis für den Erfolg von KI – ein Zeichen für die die wachsende Bedeutung der organisatorischen Aufstellung neben der Einführung der Technologie.
Regionale Unterschiede zeigen, wie unterschiedlich die KI-Transformation voranschreitet.
Das Tempo der KI-Transformation variiert stark je nach Region:
USA: Schnellste Einführung, größter organisatorischer Handlungsbedarf
Fortgeschrittene Märkte wie die USA sehen zunehmend die Organisationsstruktur – nicht die KI selbst – als Engpass.
- 41 % sagen, dass KI das Geschäft grundlegend verändert.
- 34 % geben an, dass die Art, wie ihre Unternehmen organisiert sind, das größte Hindernis für den Erfolg von KI darstellt.
Großbritannien: Vorreiter der Transformation
Großbritannien liegt bei der KI-getriebenen Transformation unter den untersuchten Märkten vorn.
- 51 % sagen, dass KI die Arbeitsweise des Unternehmens grundlegend verändert.
- 60 % geben an, dass KI in hohem Maße oder vollständig in Arbeitsabläufe eingebettet ist.
Frankreich: Einführung ohne Transformation
KI wird eingesetzt, doch Datenbeschränkungen bremsen die Transformation.
- 24 % sagen, dass KI die Arbeitsweise des Unternehmens grundlegend verändert.
- 51 % nennen interne Daten als größtes Hindernis für den Erfolg von KI.
Deutschland: Eingebettet, aber fragmentiert
Deutsche Unternehmen gehören zu denjenigen, die KI am stärksten als »Kollege« im Arbeitsalltag einsetzen – doch die unternehmensweite Integration bleibt begrenzt.
- 35 % sagen, dass KI als »Kollege« eingesetzt wird, der von Teams zur Unterstützung und Erledigung von Aufgaben genutzt wird.
- 10 % geben an, dass KI unternehmensweit vollständig integriert ist.
Australien: Stetig, aber uneinheitlich
Australische Unternehmen betten KI in ihre Arbeitsabläufe ein, während die Transformation stetig voranschreitet.
- 53 % geben an, dass KI in hohem Maße oder vollständig in Arbeitsabläufe eingebettet ist.
- 38 % sagen, dass KI die Arbeitsweise des Unternehmens grundlegend verändert.
Vereinigte Arabische Emirate: Ambitioniert, aber unkoordiniert
Die Einführung und Koordination von KI schreiten rasch voran, doch die unternehmensweite Integration bleibt gering.
- 60 % geben an, dass KI über Teams und Arbeitsabläufe hinweg vernetzt ist, um Aufgaben koordiniert auszuführen.
- 5 % sagen, dass KI unternehmensweit vollständig über alle Mitarbeitenden, Funktionen und Teams hinweg integriert ist.
Über alle Märkte hinweg übertreffen die Erwartungen an KI-Fortschritte weiterhin die KI-Readiness der Organisationen. In den USA erwarten 71 % der Befragten innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate signifikante Fortschritte bei der Skalierung von KI – doch nur 20 % geben an, dass ihre Unternehmen heute vollständig darauf vorbereitet sind, diese Erwartungen zu erfüllen. Ähnliche Lücken bestehen in allen untersuchten Märkten, was darauf hindeutet, dass die Ambitionen vieler Organisationen der Umsetzung weit voraus sind.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Erfolg von Enterprise AI zunehmend davon abhängen wird, ob Organisationen in der Lage sind, Legacy-Systeme zu modernisieren, Arbeitsabläufe funktionsübergreifend zu verknüpfen und Betriebsmodelle rund um KI neu zu gestalten. Wenn Unternehmen über die Experimentierphase hinausgehen, könnte die operative Anpassung – nicht allein die Einführung von Technologie – darüber entscheiden, welche Organisationen nachhaltig Wert aus KI realisieren.
[1] Der vollständige »2026 Global Enterprise AI Report« von Publicis Sapient ist verfügbar unter: https://go.publicissapient.com/enterprise-ai-readiness-gap
Über den »2026 Global Enterprise AI Report« von Publicis Sapient
Publicis Sapient befragte zwischen dem 29. April und dem 14. Mai 2026 insgesamt 1.550 KI-Entscheidungsträger in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Befragten arbeiten in Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 100 Millionen US-Dollar und tragen die Verantwortung für die Bewertung, Beeinflussung oder Auswahl von Enterprise-AI-Technologien und -Plattformen. Die Feldarbeit wurde von Protégé im Auftrag von Publicis Sapient durchgeführt.

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