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Studie zeigt Abhängigkeit deutscher Unternehmen von globalen KI-Anbietern​

foto freepik

  • Nur 57 % der deutschen Unternehmen haben eine Exit-Strategie, falls ihr primärer KI-Anbieter den Zugang einschränkt. Gleichzeitig sagen 37 % dieser Unternehmen, dass ein Wechsel moderate bis erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftskontinuität hätte.
  • 46 % haben nur teilweise Einblick, wo ihre Daten gespeichert, verarbeitet und potenziell zugänglich sind.
  • Nur 30 % verfügen über eine ausgeprägte Governance im Bereich Agentic AI.
  • 72 % sprechen sich dafür aus, dass die Politik Open-Source-Prinzipien zur Unterstützung der KI-Souveränität verpflichtend verankert.​

 

Red Hat, der weltweite Anbieter von Open-Source-Lösungen, hat eine neue Studie zum Thema souveräne KI veröffentlicht [1].

Für die Studie hat Red Hat jeweils 100 IT-Entscheider aus Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und den Niederlanden befragt. Deutlich wird dabei eine Lücke zwischen den vorhandenen Strategien und den tatsächlichen Fähigkeiten, den Geschäftsbetrieb im Ernstfall aufrechtzuerhalten: Nur 57 % der deutschen Teilnehmer geben an, über eine definierte Exit-Strategie zu verfügen, falls ihr primärer KI-Anbieter den Zugang zu seinen Diensten plötzlich einschränkt. Gleichzeitig erwarten 37 % dieser Unternehmen, dass ein Wechsel moderate bis erhebliche Auswirkungen auf ihre Geschäftskontinuität hätte.

Die Ergebnisse der Studie deuten aber auch darauf hin, dass die meisten Unternehmen die Notwendigkeit einer echten KI-Souveränität erkannt haben und sowohl die Kontrolle über Daten und Infrastruktur als auch die Verwaltung von externen Anbietern inzwischen als operative Priorität ansehen.

 

Agentic AI weit verbreitet, Governance hinkt hinterher

Ein deutlicher Nachholbedarf besteht in Deutschland auch im Bereich Governance: Nur 30 % der deutschen Befragten geben an, über entsprechend ausgereifte Strukturen für ihre Agentic-AI-Lösungen zu verfügen. 29 % berichten von vorhandenen, aber lückenhaften Regelwerken und weitere 27 % geben an, dass ihre Governance lediglich die Grundlagen abdeckt. Länderübergreifend verfügen 64 % der Unternehmen über zumindest teilweise oder umfassende Strukturen.

Die Gesamtheit der Antworten aller Teilnehmer zeigt deutlich, dass die Governance-Reife mit der schnellen Verbreitung von Agentic AI noch nicht Schritt halten kann.

 

KI-Souveränität und Open Source rücken in den Fokus

Mit der zunehmenden Integration von KI in zentrale Geschäftsprozesse steigt auch die Bedeutung der Transparenz weiter an. So geben ganze 51 % der deutschen Unternehmen an, vollständig nachvollziehen zu können, wo ihre Daten gespeichert, verarbeitet und potenziell zugänglich sind. Gleichzeitig räumen damit aber auch 46 % ein, keinen vollständigen Überblick zu haben, lediglich bei 3 % bestehen erhebliche Lücken. Die Zahl der deutschen Entscheider, die sich eine vollständige oder zumindest teilweise Transparenz zuschreiben, liegt damit bei 97 %. Mit diesem starken Wert rangiert Deutschland im direkten Vergleich an erster Stelle vor anderen europäischen Ländern, etwa den Niederlanden oder Italien mit jeweils 90 %.

Um die weiterhin vorhandenen Lücken in Sachen Transparenz und Kontrolle zu schließen, sehen 69 % der IT-Entscheidungsträger in Open Source den entscheidenden Hebel. Der Ansatz bietet ihrer Meinung nach mehr Kontrolle darüber, wie KI entwickelt wird und wo sie läuft – wichtige Voraussetzungen dafür, Abhängigkeiten zu vermeiden und die Souveränität zu stärken. Für die kommenden drei Jahre erwarten die Befragten die größten Beiträge von Open Source zu einem wachsenden Vertrauen in KI-Lösungen durch mehr Kontrolle über die Entwicklung und den Betrieb von KI (69 %), eine größere Anpassbarkeit an geschäftliche und regulatorische Anforderungen (68 %) sowie mehr Transparenz und eine bessere Prüfbarkeit (68 %).

Deutsche Unternehmen zeigen sich zudem offen für politisch gesetzte Standards für vertrauenswürdige, souveräne KI: 72 % der Befragten sprechen sich dafür aus, dass der Gesetzgeber Open-Source-Prinzipien wie Transparenz, Prüfbarkeit und entsprechende Lizenzmodelle vorgeben sollte, um Unternehmen beim Erreichen von KI-Souveränität zu unterstützen.

 

Gregor von Jagow, Senior Director & Country Manager Deutschland bei Red Hat

»Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Kluft. KI ist in den Unternehmen angekommen, aber Kontrolle und Steuerbarkeit halten nicht im gleichen Tempo Schritt. Hier wird Open Source entscheidend, weil offene Ansätze die Unternehmen dazu befähigen, Abhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig die Flexibilität zu behalten, unterschiedliche KI-Modelle und Infrastrukturen zu kombinieren. KI-Souveränität entsteht nicht durch den Einsatz einzelner Technologien, sondern durch die Fähigkeit, sie kontrolliert zu orchestrieren und im Zweifel auch zu wechseln.«

Hans Roth, Senior Vice President & General Manager EMEA, Red Hat

»In der gesamten EMEA-Region haben sich die Diskussionen auf Vorstandsebene weiterentwickelt. Statt um erste Experimente geht es heute darum, wie sich KI so einsetzen lässt, dass sie Anforderungen an Souveränität, Sicherheit und Regulierung erfüllt. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen hier eine klare Unterstützung für Open-Source-Prinzipien sowie für eindeutige regulatorische Rahmenbedingungen, die Transparenz und Prüfbarkeit fest in KI-Systemen verankern. Diese Antworten machen auch deutlich, dass Unternehmen keine weiteren geschlossenen Einheitslösungen suchen, sondern die Freiheit, unterschiedliche Modelle, Beschleuniger und Cloud-Umgebungen zu kombinieren – und dabei die Kontrolle zu behalten.«

 

[1] Methodik: Die Studie wurde von Censuswide unter einer Stichprobe von 500 IT-Entscheidungsträgern in den folgenden Märkten durchgeführt: 100 im Vereinigten Königreich, 100 in den Niederlanden, 100 in Frankreich, 100 in Deutschland und 100 in Italien (ab 25 Jahren). Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 20.03.2026 bis 25.03.2026. Censuswide ist Mitglied der Market Research Society (MRS) und des British Polling Council (BPC) sowie Unterzeichner des Global Data Quality Pledge. Das Unternehmen hält sich an den MRS Code of Conduct und die ESOMAR-Prinzipien.

 

Zusätzliche Ressourcen

 

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