Cybersicherheit ist zentral, doch IT-Dienstleister setzen sie zu selten an die erste Stelle

Illustration Absmeier foto freepik

Die Global Technology Industry Association (GTIA) hat die »Channel Trends in Cybersecurity 2025«-Studie für Deutschland, Österreich und die Schweiz veröffentlicht. Die Studie ist Teil einer weltweiten Umfrage bei IT-Dienstleistern (ITSPs) in sechs Regionen[1]. Sie zeigt, wie Channel-Partner die Chancen der Cybersicherheit nutzen und sich in diesem wachsenden Markt als führend positionieren können.

Mit der Untersuchung sollen ITSPs dabei unterstützt werden, neue Herausforderungen zu bewältigen und Wachstumschancen zu ergreifen – in einer Zeit, in der Cybersicherheit unverzichtbar geworden ist.

Die GTIA hat fünf zentrale Trends identifiziert:

  1. Cybersicherheit bleibt oft zweitrangig:
    ITSPs wissen, wie bedeutsam Cybersicherheit heute ist. Doch nur 17 Prozent aller ITSPs in der DACH-Region betrachten sie als ihr Kerngeschäft. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert aller Regionen.
  2. Das Marktwachstum beschleunigt sich:
    Laut IDC wird der globale Cybersicherheitsmarkt bis 2028 ein Volumen von 377 Milliarden US-Dollar erreichen – Treiber sind Cyberkriminalität, regulatorische Vorgaben und digitale Transformation.
  3. KI verändert die Cybersicherheitslandschaft:
    62 % der ITSPS planen, innerhalb des nächsten Jahres KI-basierte Cybersicherheitstools in ihr Angebot aufzunehmen.
  4. Fachkräfte sind entscheidend:
    41 % der ITSPs sehen den Mangel an qualifizierten Cybersicherheitsexperten als Hürde für die Erweiterung ihres Portfolios. Weltweiten Schätzungen zufolge fehlten Ende 2025 circa 3,5 Millionen Fachkräfte für Cybersicherheit, darunter ITSPs.
  5. Die Bedrohungslage verschärft sich:
    27 % der befragten ITSPs wurden im letzten Jahr Opfer einer Cyberattacke. Das zeigt, wie wichtig es ist, interne Schutzmaßnahmen, Audits und Schulungen auszubauen.

»Cybersicherheit ist längst kein Nebenschauplatz mehr – sie bildet das strategische Zentrum moderner ITSPs«, sagt Katrin Giza, Community Manager DACH bei der GTIA. »Während die Bedrohungen immer komplexer werden, steigt die Nachfrage nach Cybersicherheitslösungen. ITSPs, die auf kompetente Fachkräfte setzen und Risiken effektiv managen, schaffen nicht nur Vertrauen, sondern sichern sich auch eine führende Rolle im Markt. Wer heute Cybersicherheit priorisiert, prägt die Zukunft des Channels. »

Weitere Erkenntnisse der Studie:

  • Fast die Hälfte aller Befragten (41 %) sehen generative KI-Tools, die für Cyberangriffe genutzt werden, als großes Zukunftsrisiko.
  • Die Verbreitung von KI hat die Abhängigkeit von Daten erhöht, wodurch Verstöße für viele Kunden potenziell katastrophale Folgen haben können.
  • Als größte Herausforderung betrachten ITSPs in der DACH-Region die Kaufzurückhaltung der Kunden bei Investitionen in Cybersicherheit und die Schwierigkeit, sie über Risiken aufzuklären. Dies könnte erklären, warum Cybersicherheit in ihrem Angebot und Portfolio bisher keine zentrale Rolle spielt.

»KI mag derzeit der Liebling des Tech-Hype-Zyklus sein, doch Cybersicherheit hat sich als einer der profitabelsten und wichtigsten Bereiche im IT-Ökosystem etabliert«, so Giza. »Auch wenn Cybersicherheit für viele ITSPs nur ein Teil ihres Portfolios ist, hat sie sich schnell zu einem unverzichtbaren Angebot entwickelt.«

 

[1] Befragt wurden weltweit 1.110 ITSPs in sechs Regionen, in der DACH-Region waren es 127 ITSP-Mitarbeitende.
GTIA-Mitglieder können im Mitgliederportal den vollständigen Bericht einsehen und in Erfahrung bringen, warum Cybersicherheit für den Geschäftserfolg von ITSPs von zentraler Bedeutung ist: https://gtia.org/research

 

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