Der Fachkräftemangel erfordert Mut zu Neuem

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Die Zahl der offenen Stellen belegt: Unternehmen fällt es schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Vor allem in technischen Berufen ist der viel zitierte Fachkräftemangel längst spürbar und wird sich weiter verschärfen. So erreichte die Zahl der offenen Stellen für IT-Fachkräfte Ende vergangenen Jahres eine neue Rekordmarke, in Deutschland werden dem Branchenverband Bitkom zufolge inzwischen 124.000 Spezialisten aus dem ITK-Umfeld gesucht. Gleichzeitig interessieren sich noch immer zu wenige Frauen für ein Studium und eine Karriere im MINT-Bereich. Damit fehlen gut ausgebildete Mitarbeiter in einer Branche, in der täglich neue digitale Geschäftsmodelle die Märkte erobern und zukunftsträchtige Berufsfelder entstehen.

Die Gründe dafür sind altbekannt: Experten führen hartnäckige Geschlechterklischees, alte Rollenbilder und eine unzureichende Förderung an Schulen an. Gerade letztere ist wichtig, weil spätestens im Jugendalter das Interesse an technisch-naturwissenschaftlichen Tätigkeiten abnimmt. Deshalb hat Red Hat verschiedene Programme für Schüler ins Leben gerufen, bei denen es darum geht, das Interesse der Kinder für Technologie zu wecken. Gleichzeitig unterstützen wir die Initiative »Girls Day«, an diesem Aktionstag lernen Mädchen beispielsweise zusammen mit unseren Entwicklern ein paar Zeilen Code zu programmieren. Später sind dann die Arbeitgeber gefordert, neue Wege bei der Ansprache von Nachwuchskräften und besonders bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gehen. Wenn hier die Angebote an flexiblen Arbeitsplatz- und -zeitmodellen sowie einer umfassenden Kinderbetreuung fehlen, werden Eltern, allen voran Frauen, immer vor einem Dilemma stehen.

Frauen allein werden den Fachkräftemangel aber nicht beheben können, die Lösung liegt vielmehr in einem verstärkten Diversity Management der Unternehmen. Im HR-Bereich bezieht sich Diversity auf eine offene Unternehmenskultur, die die Vielfalt und Unterschiede in der Belegschaft fördert – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Orientierung. So eine Kultur ist geprägt von einem vorurteilsfreien Arbeitsumfeld, Chancengleichheit sowie einer Wertschätzung für andere Weltbilder und Lebensstile. Reine Worthülsen reichen allerdings nicht, die Attraktivität eines Arbeitgebers hängt vielmehr davon ab, ob Einstellungen und Werte auch glaubwürdig sind und im täglichen Miteinander gelebt werden. Ganz entscheidend ist hierbei die Unternehmenskultur. Ein inklusives Arbeitsumfeld ist eines, in dem die Vielfalt geschätzt und nicht nur toleriert wird, in dem zu unterschiedlichen Meinungen ermutigt wird, in dem die Dinge, die jeden von uns einzigartig machen, akzeptiert und bestmöglich eingesetzt werden, und in dem Menschen das Gefühl haben, sich nicht verstellen zu müssen. Inclusive Meritocracy nennt sich das bei Red Hat. Dahinter versteckt sich die Überzeugung, dass gute Ideen von jedem kommen können und eine Vielfalt an Meinungen nur durch eine vielfältige Belegschaft möglich ist. Firmen, die im Recruiting auf das Prinzip Homogenität setzen, laufen dagegen Gefahr, über kurz oder lang hinter der Konkurrenz zurück zu bleiben. Denn neue Ideen kommen nicht zustande, wenn alle exakt gleich denken, sondern unterschiedliche Charaktere zusammentreffen.

Unternehmen sollten deshalb potenzielle Fachkräfte nicht einfach links liegen lassen, nur weil sie nicht den gängigen Vorstellungen entsprechen. Bei der Auswahl der Mitarbeiter geht es nicht nur darum, die High Potenzials – also die Besten der Besten – zu rekrutieren. Vielmehr müssen Unternehmen die Right Potenzials für sich gewinnen, besser gesagt den richtigen Mitarbeiter für den jeweiligen Platz. Vor diesem Hintergrund muss Diversität zu einem »Must-Have« werden und nicht nur ein »Add-On« sein.

Emilie Ilian, Senior Manager, People EMEA bei Red Hat (Quelle: privat)

 

 

 

 

573 Artikel zu „Fachkräftemangel „

Jobmarkt-Studie: Fachkräftemangel in technischen Berufen nimmt zu

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Überlastung der IT-Security-Teams – Automatisierung als Antwort auf den Fachkräftemangel

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Active Sourcing: Trotz Fachkräftemangel IT-Stellen erfolgreich besetzen

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Fachkräftemangel behindert den SAP-Neustart

S/4HANA bringt Unternehmen Vorteile bei der Digitalisierung. Nach 2025 will die SAP nur noch diese Systeme in der Wartung unterstützen. Die für die Migration nötigen Fachkräfte sind aber extrem knapp. Spezialisierte SAP-Personalberater erleichtern die Rekrutierung. Digitalisierung steht auf der Wunschliste der Unternehmen weit oben. 9 von 10 Kunden des SAP-Systemhauses All for One Group beschäftigen…

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Jobmarkt-Studie: IT-Fachkräftemangel in Deutschland nimmt weiter zu

  Im vierten Quartal 2018 waren über 50 Prozent mehr IT-Stellen ausgeschrieben als im Vorjahreszeitraum. Softwareentwickler sind auf dem Arbeitsmarkt am gefragtesten. Mehr als 2,5 Millionen Stellenausschreibungen in Deutschland analysiert.   Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland verschärft sich. Während im vierten Quartal 2017 rund 119.000 Stellen für diese Berufsgruppe ausgeschrieben waren, stieg die Anzahl…

IT-Fachkräftemangel – Employee Journey und Employee Experience gewinnen an Bedeutung

5 Handlungsempfehlungen für HR-Verantwortliche. Der Druck auf Personalverantwortliche qualifizierte IT-Fachkräfte zu finden und zu binden, steigt: Laut einer Bitkom-Studie wuchs die Zahl der offenen IT-Stellen in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich um 49 Prozent. Um diese Herausforderung zu meistern, müssen sich HR-Abteilungen neu definieren: Sie dürfen nicht länger Verwaltungsorganisation sein, sondern müssen den Mitarbeiter und seine Employee…

Fachkräftemangel für IT Security steigt gravierend – was tun für mehr Sicherheit?

Jedes zweite Unternehmen fürchtet Probleme durch fehlende IT Security Fachkräfte. Fünf Maßnahmen helfen Schließen der Qualifikationslücken und für mehr IT-Sicherheit auf.   Dem Global Risks Report 2019 des Weltwirtschaftsforums zufolge, sind Datenbetrug und -diebstahl mittlerweile das drittgrößte Risiko für die Weltwirtschaft, dicht gefolgt von anderen Internetattacken. Eine Bitkom-Studie  ergab, dass in der deutschen Industrie in…

Mit Security as a Service gegen den Fachkräftemangel

Managed Services als Unterstützung interner IT-Teams.   Security as a Service wird bei Großunternehmen und KMUs immer beliebter: Die sich ständig erweiternde Bedrohungslandschaft und der Mangel an Fachkräften führt zur zunehmenden Akzeptanz von IT-Sicherheit als Dienstleistung. Denn der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, in Deutschland gibt es laut Bitkom 82.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, und die Nachfrage…

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Arbeitgeber verlieren junge Nachwuchskräfte, die bereits im Unternehmen arbeiteten, weil sie den Kontakt verspielen. Deutsche Arbeitgeber beklagen zwar den Fachkräftemangel, vernachlässigen allerdings die Kontaktpflege zu jungen Talenten, die bereits im Unternehmen ein Praktikum geleistet haben. Das ist ein Ergebnis des aktuellen »Future Talents Report«, den die Unternehmensberatung CLEVIS Consult im Rahmen des »Future Talents Forum…

82.000 freie Jobs: IT-Fachkräftemangel spitzt sich zu

Zahl offener Stellen steigt 2018 deutlich um 49 Prozent. IT-Jobs bleiben im Schnitt fünf Monate vakant. Sechs von zehn Unternehmen erwarten künftig weitere Verschärfung.   Der Mangel an IT-Fachkräften hat einen neuen Höchststand erreicht. In Deutschland gibt es derzeit 82.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Das entspricht einem deutlichen Anstieg um 49 Prozent im Vergleich zum…