Europäische Versicherungen brauchen Innovationsschub

Nur ein Drittel der europäischen Versicherungsgesellschaften sieht sich selbst als hochinnovativ an. Gleichzeitig sind 70 Prozent von ihnen davon überzeugt, dass sich fehlendes Innovationsvermögen negativ auf ihr Wachstum und ihre Stellung im Wettbewerb auswirken wird.

Dies sind Ergebnisse der Studie »Harnessing Innovation in European Insurance« (Nutzung von Innovationen im europäischen Versicherungswesen), in der das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen PAC beleuchtet, wie große und mittelgroße Versicherer der Region Innovationen vorantreiben und dabei verstärkt auf unternehmensweite Strategien setzen. Die Studie basiert auf Gesprächen mit 200 leitenden Angestellten und IT-Managern großer Lebens- und Nichtlebensversicherungen in Westeuropa.

Die Versicherungsbranche hat den Ruf, konservativ zu sein, doch gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass die größten europäischen Anbieter den Schlüssel für ihren künftigen Erfolg eher in der Innovation als in groß angelegten Fusionen und Übernahmen sehen. Die Fundamente für diese Entwicklung werden derzeit geschaffen. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass alleine sieben der zehn größten Versicherungsanbieter Europas in den vergangenen 18 Monaten neue Vorstandsvorsitzende benannt haben.

Innovationsstrategie

84 Prozent der befragten Versicherer geben an, dass sie eine festgelegte Innovationsstrategie verfolgen, die auf speziell dafür vorgesehenen Mitarbeiterteams, Prozessen und Finanzmitteln beruht. Rund 60 Prozent sehen in der Verbesserung der Interaktion mit den Kunden den Hauptschwerpunkt ihrer Innovationsstrategie. Das zeigt deutlich, wie die Versicherungsanbieter in einer Zeit stagnierenden Prämienwachstums nach neuen Wegen suchen, um die Gewinnung und Bindung von Kunden voranzubringen.

 

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In welchem Maße glauben Sie, dass Ihr künftiger Erfolg von Ihrem Innovationsvermögen abhängt? (Quelle: PAC 2017)

 

Hindernisse

Im Regulierungsrahmen sehen die Versicherer die größte Hürde für Innovation, allerdings nennt ein Drittel auch alternde Technologien und Infrastrukturen als wichtige Hindernisse. Anlass zur Sorge bietet das Thema Anwendungen: Zwei Drittel der Befragten geben an, dass weniger als die Hälfte ihrer derzeit eingesetzten Geschäftsanwendungen dafür geeignet sind, sie bei der Umsetzung ihrer digitalen Strategie zu unterstützen.

»Versicherungsanbieter stehen heute unter einem neuartigen Innovationszwang. Niedrige Zinsen, eine schlechte Wirtschaftslage und ein sich veränderndes Kundenverhalten steigern den Druck auf alle herkömmlichen Versicherungssparten. Unterdessen haben 80 Prozent der Versicherungsanbieter es mit neuen Wettbewerbern zu tun«, kommentiert Nick Mayes, Principal Analyst bei PAC, die aktuelle Lage am europäischen Versicherungsmarkt.

Premium-Sponsor BAE Systems stimmt der Auffassung von PAC zu: »Die Versicherungsbranche steht aktuell vor enormen Herausforderungen durch Online-Anbieter, Vergleichsportale und sich ändernde Anforderungen an Produkte. Innovationen sind absolut entscheidend, um die richtigen Antworten auf die Marktumwälzungen zu finden, und nur innovative Versicherer werden die künftigen Marktführer sein«, betont Kraig Rutland, Head of Insurance bei BAE Systems Applied Intelligence. »Die Versicherungen müssen sich auf ihre Wandlungsfähigkeit konzentrieren – hierzu zählen Strategien zur Ablösung alter IT-Systeme sowie eine viel intelligentere Nutzung von Daten und digitalen Kanälen. Diese Transformation muss rasch stattfinden, darf jedoch auf keinen Fall die Integrität, Verfügbarkeit oder Sicherheit der betroffenen Systeme und Daten beeinträchtigen.«

[1] Die Kurzfassung steht zum kostenlosen Download unter https://www.pac-online.com/harnessing-innovation-european-insurance-trend-report bereit.

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