Firmware-Security: Warum KI allein nicht reicht

Illustration Absmeier foto ki designer

Firmware-Security wird im KI-Zeitalter zur strategischen Aufgabe: Künstliche Intelligenz beschleunigt zwar die Schwachstellensuche, doch erst die Kombination mit deterministischer Analyse, SBOM-Transparenz und automatisiertem Monitoring macht Risiken in Geräten, Maschinen und Anlagen belastbar steuerbar.

 

Management Summary

  • Firmware-Sicherheit wird zur Führungsaufgabe: Cyberrisiken in Geräten, Maschinen und Anlagen betreffen nicht nur IT-Systeme, sondern auch reale Produktions-, Betriebs- und Sicherheitsprozesse.
  • KI erhöht Tempo und Komplexität: Angreifer können Schwachstellen schneller finden, während Verteidiger KI gezielt zur Analyse und Einordnung nutzen müssen.
  • Deterministische Analyse bleibt die Basis: Reproduzierbare SBOM-, CVE- und Binäranalysen schaffen belastbare Transparenz über Komponenten, Versionen und reale Risiken.
  • Automatisierung entscheidet über Skalierbarkeit: Kontinuierliches Monitoring und Integration in Entwicklungsprozesse verhindern, dass Security-Teams in manuellen Prüfungen und False Positives steckenbleiben.
  • Der wirksamste Ansatz kombiniert Stärken: KI liefert Kreativität und Kontext, deterministische Verfahren sorgen für Konsistenz, Nachvollziehbarkeit und Managementfähigkeit.

 

Die Sicherheit der Software in Geräten, Maschinen und Anlagen lässt sich am besten durch die Kombination aus deterministischer Analyse, künstlicher Intelligenz und Automatisierung gewährleisten.

Künstliche Intelligenz ist in der Cybersicherheit Fluch und Segen zugleich. Einerseits können Angreifer damit schneller als jemals zuvor Schwachstellen aufdecken, andererseits lässt sich KI auch hervorragend einsetzen, um verborgene Sicherheitslücken aufzuspüren und zu beheben. Bei Firmware, also der Steuerungssoftware für Geräte, Maschinen und Anlagen, ist die Situation besonders kritisch, meint der Düsseldorfer Cybersicherheits­spezialist ONEKEY.

Die Experten nennen dafür vor allem zwei Gründe. Erstens greifen bei Steuerungsprogrammen häufig Hunderte oder gar Tausende von Softwarekomponenten ineinander; die genaue Herkunft und der Sicherheitsstand sind häufig nicht in vollem Umfang bekannt. Zweitens können die Auswirkungen einer Cyberattacke besonders heftig sein, weil die Geräte, Maschinen und Anlagen in der physischen und nicht nur in der digitalen Welt operieren.

»Large Language Models wie etwa Mythos haben deutlich gemacht, wie schnell und umfassend KI Schwachstellen finden und ausnutzen kann«, sagt ONEKEY-CEO Jan Wendenburg. Er gibt ein Beispiel: »Eine einzige Sicherheitslücke in einer häufig genutzten Bibliothek kann zahlreiche Produkte betreffen, die bereits seit Jahren im Einsatz sind. Daher ist es für die Hersteller von essenzieller Bedeutung, verlässlich zu wissen, welche Komponenten in welchen Produkten stecken und wo ein Sicherheitsupdate erforderlich ist.«

 

KI hat noch Entwicklungspotenzial beim Aufdecken von Sicherheitslücken

»KI alleine macht Firmware allerdings noch nicht per se sicher«, betont Jan Wendenburg. Daher verbindet ONEKEY die deterministische Firmwareanalyse mit gezielter KI-Unterstützung. Die Plattform von ONEKEY listet Softwarekomponenten in Form von SBOMs (Software Bills of Materials) auf, gleicht sie mit bekannten Schwachstellen (Common Vulnerabilities and Exposures, CVEs) ab und verfolgt neue CVE-Meldungen. Sprachmodelle kommen fallweise zum Einsatz, wenn es um die nähere Untersuchung und die Einordnung eines Fundes oder einer unbekannten Schwachstelle geht.

ONEKEY weist darauf hin, dass Large Language Models (LLM) nicht zwangsläufig jede Schwachstelle beim ersten Durchlauf finden; ein und dasselbe Sprachmodell kann in mehreren Durchläufen immer neue Lücken entdecken. Mythos-Entwickler Anthropic hatte selbst dokumentiert, wie ihre KI in iterativen Schleifen rund 1.000 unabhängige Analysedurchläufe durchführen musste, um schrittweise mehrere Dutzend Schwachstellen in einer Zielkomponente zu identifizieren. »Der Einsatz großer Sprachmodelle zur Schwachstellensuche ist aktuell kein Prozess mit reproduzierbaren Ergebnissen«, zeigt ONEKEY-Chef Jan Wendenburg die Grenzen der KI bei Firmwaresicherheit auf. Vor der Freigabe einer neuen Firmwareversion müssen die Entwickler unterscheiden können, ob der Code unsicher ist oder ob nur die Antwort des Modells schwankt.

 

Deterministische Grundlage vor dem KI-Einsatz

ONEKEY setzt deshalb auf eine deterministische Überprüfung, bevor KI zum Einsatz kommt. Die Plattform zerlegt die Firmware, erstellt eine Software-Stückliste und gleicht sie mit bekannten Lücken ab. Zusätzlich sucht eine statische Binäranalyse im Code nach Schwachstellen. Der Vorteil gegenüber KI: Läuft dieselbe Firmware mit derselben Analysebasis noch einmal durch, kommt derselbe Befund.

Zudem analysiert die deterministische Prüfung die Firmware systematisch und umfassend und verschafft Security-Teams Transparenz darüber, was sich tatsächlich im Gerät befindet. Mit dieser Transparenz ausgestattet, identifiziert die Plattform bekannte Schwachstellen, die die enthaltenen Komponenten betreffen und liefert diese Informationen im richtigen Kontext.

Tatsächlich wurde ONEKEY speziell dafür entwickelt, das sogenannte Rauschen zu reduzieren, das klassische Sicherheits-Scans häufig erzeugen. Embedded-Entwickler werden oft mit langen Listen von CVEs aus generischen Scannern konfrontiert, von denen sich viele später als irrelevant oder bereits behoben herausstellen. Daher setzt ONEKEY auf versionsbewusste und binärspezifische Analysen. Diese zeigen, welche Schwachstellen für die jeweilige Firmware relevant sind, und helfen dabei, False Positives gezielt herauszufiltern. Die KI kommt ergänzend dazu in kniffligen Fällen zum Einsatz, etwa bei unbekannten oder verschleierten Komponenten. Das Schwachstellenmanagement führt ein lückenloses Inventar über die Softwarebestände in allen Geräten, Maschinen und Anlagen.

 

Die Vorteile von KI und deterministischer Analyse kombinieren

Damit adressiert ONEKEY einen weiteren wichtigen Aspekt der KI-gestützten Sicherheitsüberprüfung von Firmware: den effizienten Einsatz von Zeit und Budget. Da Sprachmodelle ihr Potenzial insbesondere durch zahlreiche Analyse-Durchläufe entfalten, bietet sich der Einsatz von KI-Agenten an, die parallel unterschiedliche Segmente des Programmcodes untersuchen und ihre Ergebnisse austauschen. Die praktische Umsetzung solcher Multi-Agenten-Systeme ist allerdings komplex. Sie erfordert individuelle Skripte, simulierte Laufzeitumgebungen sowie aufwendiges Prompt-Engineering und Expertenwissen. Für die meisten Unternehmen ist dieser Aufwand nicht für jede neue Firmware-Version realisierbar, zumal dadurch viel Zeit verloren geht und sehr hohe Kosten entstehen.

Jan Wendenburg ordnet ein: »LLM-basierte Codeanalyse und deterministische Analyse ergänzen sich. KI ermöglicht eine kreative, kontextbezogene Schwachstellenerkennung, während deterministische Analyseverfahren für Reproduzierbarkeit, Konsistenz und Skalierbarkeit sorgen.«

 

Automatisierung und Integration in die Entwicklung

Neben der qualifizierten Fehlererkennung kommen, angesichts der auch durch KI zunehmenden Flut an aufgedeckten Schwachstellen, der Automatisierung und der Integration in die Software­entwicklung Schlüsselrollen zu. So lässt sich die Plattform in die bestehenden Entwicklungs- und Freigabeprozesse einbinden, sodass jede neue Firmware-Version automatisch analysiert wird und bekannte Schwachstellen bereits vor einem Release erkannt werden können.

Darüber hinaus überwacht ONEKEY die Sicherheit der Firmware kontinuierlich über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Sobald eine Firmware-Version einmal analysiert wurde, wird automatisch informiert, wenn künftig neue Schwachstellen bekannt werden, die diese Firmware betreffen. Durch ein indexiertes Inventar aller Komponenten über sämtliche Produkte hinweg werden alle Geräte, Maschinen und Anlagen fortlaufend in die regelmäßige Sicherheitsüberprüfung einbezogen.

»Da im KI-Zeitalter Sicherheits-Updates immer schneller entwickelt und installiert werden müssen, ist eine zentrale automatisierte Überwachung für Firmware-Schwachstellen im Grunde unverzichtbar«, sagt Jan Wendenburg. Die ONEKEY-Plattform führt bei jeder neuen Schwach­stellenmeldung im Hintergrund alle notwendigen Analysen und Bewertungen in Bezug auf die Firm­ware über die gesamte Produktpalette hinweg durch. Statt sich mit dieser aufwändigen Vorarbeit aufzuhalten, können sich Security-Teams auf die Behebung der von der Plattform eindeutig identifizierten Probleme konzentrieren.

 

FAQ

  1. Warum ist Firmware-Sicherheit für das Management relevant?
    Weil Firmware physische Systeme steuert. Ein Angriff kann daher nicht nur Daten gefährden, sondern Maschinen, Anlagen, Produktionsprozesse und die Betriebskontinuität beeinflussen.
  2. Reicht künstliche Intelligenz aus, um Firmware sicher zu machen?
    Nein. KI kann bei der Schwachstellensuche helfen, liefert aber nicht immer reproduzierbare Ergebnisse. Für belastbare Entscheidungen braucht es deterministische Analysen als Grundlage.
  3. Was leistet eine SBOM in diesem Zusammenhang?
    Eine Software Bill of Materials macht sichtbar, welche Komponenten in einer Firmware enthalten sind. Damit lässt sich schneller erkennen, welche Produkte von einer neuen Schwachstelle betroffen sind.
  4. Warum sind CVE-Abgleiche allein nicht genug?
    Generische Scans erzeugen häufig lange Trefferlisten. Entscheidend ist, ob eine Schwachstelle für die konkrete Firmware-Version tatsächlich relevant, ausnutzbar oder bereits behoben ist.
  5. Welche Rolle spielt deterministische Analyse?
    Sie sorgt für Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit: Wird dieselbe Firmware mit derselben Analysebasis geprüft, sollte derselbe Befund entstehen.
  6. Wo kann KI trotzdem Mehrwert schaffen?
    KI kann bei ungewöhnlichen, verschleierten oder schwer einzuordnenden Komponenten helfen und zusätzliche Kontextinformationen für die Bewertung liefern.
  7. Was bedeutet das für Entwicklungsprozesse?
    Firmware-Prüfungen sollten möglichst früh und automatisch in Build-, Test- und Freigabeprozesse integriert werden, damit Risiken vor dem Release sichtbar werden.
  8. Warum ist kontinuierliches Monitoring wichtig?
    Auch nach dem Release können neue Schwachstellen bekannt werden. Ein zentrales Inventar hilft, betroffene Produkte schnell zu identifizieren und Updates zu priorisieren.
  9. Wie lassen sich False Positives reduzieren?
    Durch versionsbewusste und binärspezifische Analysen, die Schwachstellen im Kontext der tatsächlich enthaltenen Firmware-Komponenten bewerten.
  10. Was ist die zentrale Botschaft für Entscheider?
    Firmware-Sicherheit benötigt ein Zusammenspiel aus Transparenz, reproduzierbarer Analyse, KI-Unterstützung und Automatisierung. Nur so lassen sich Risiken über Produktlinien hinweg wirtschaftlich steuern.
Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

 

 

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