
Illustration Absmeier foto freepik ki
Speicherknappheit, souveräne Clouds, Halbleiterstrategie und Transparenzpflichten verändern Beschaffung und Betrieb.
Der Verein zur Förderung von IT aus Europa (ITE) erwartet für 2026 ein Jahr entscheidender Weichenstellungen: Globale Engpässe bei Speicher, neue regulatorische Vorgaben der EU sowie der Ausbau souveräner Cloud- und Dateninfrastrukturen verändern, wie Unternehmen ihre IT planen, einkaufen und betreiben. Der Verein identifiziert dabei fünf Entwicklungen, die für europäische IT-Anwender und -Anbieter besonders prägend sein werden.
Die Debatte um digitale Souveränität in Europa hat 2025 Fahrt aufgenommen und wird 2026 nochmals deutlich zulegen. Neben Preis und Leistung werden Datenhoheit sowie Verfügbarkeit und Lieferketten dabei an Bedeutung gewinnen. Für Unternehmen heißt das: Beschaffungs- und Betriebsmodelle müssen so ausgerichtet werden, dass sie sowohl geopolitische Risiken als auch neue Berichtspflichten im Blick behalten – von Scope-3-Emissionen über Digital Product Passports bis hin zu Anforderungen an souveräne Cloud-Angebote. Somit sind neben der IT-Abteilung mehrere Entscheider betroffen, etwa der Einkauf, Qualitäts- und Security-Beauftragte sowie COOs.
All diese Anspruchsgruppen werden mit folgenden fünf, aus Sicht des ITE wichtigsten Trends für 2026 konfrontiert:
Zunehmende Speicherknappheit und steigende Preise bei RAM und SSDs:
Der KI- und Cloud-Boom bindet weltweit Produktionskapazitäten für hoch performante Speicherbausteine. Das führt dazu, dass klassische DRAM- und SSD-Varianten für Arbeitsplatzrechner, Server und Edge-Systeme knapper und teurer werden. Unternehmen müssen Speicherstrategien frühzeitiger planen, Kapazitäten bündeln und Alternativen prüfen – einschließlich langfristiger Verträge mit Anbietern, die ihre Lieferketten transparent machen können. Diese Entwicklung wird sich 2026 weiter verschärfen und mindestens die erste Jahreshälfte prägen.
Digitale Souveränität und souveräne Cloud-Angebote:
Souveräne Cloud-Plattformen und europäische Datenräume entwickeln sich vom politischen Schlagwort zur konkreten Beschaffungsoption: Im Mittelpunkt stehen kontrollierbare Multi-Cloud-Architekturen, klare Ausstiegsszenarien sowie Datenhaltung nach EU-Recht. Anbieter mit europäischer Wertschöpfung und DSGVO-konformen Diensten können diese Stärken ins Feld führen und mit technischer Qualität verknüpfen.
Europäische Halbleiterstrategie und anhaltende Engpässe:
Der EU Chips Act und nationale Förderprogramme unterstützen den Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten in Europa. Kurz- und mittelfristig bleiben jedoch Engpässe bei Speicherchips und bestimmten Logikbausteinen bestehen, weil neue Werke erst in den kommenden Jahren voll wirksam werden. Für europäische IT-Hersteller wird es damit strategisch, frühzeitig Partnerschaften mit Standorten in Europa einzugehen und die Herkunft zentraler Komponenten bewusst in ihre Produktplanung einzubeziehen.
Lieferketten, Scope-3-Berichtspflichten und Digital Product Passports:
Mit regulatorischen Unschärfen rund um die Corporate Social Responsibility Directive (CSRD) und der schrittweisen Einführung des Digital Product Passport fehlt in Deutschland weiterhin echte Planungssicherheit – dennoch werden auch Emissionen und Materialeinsatz von Produkten an Bedeutung gewinnen, und damit die Herkunft. IT-Hardware, Komponenten und Dienstleistungen müssen künftig mit belastbaren Daten zu CO₂-Bilanz, Recyclingfähigkeit und Lieferketten belegt werden. Anbieter, die in Europa produzieren, kurze Transportwege nutzen und strukturierte Daten für Scope-3-Reporting und Produktpässe liefern, verbessern ihre Chancen in Ausschreibungen deutlich.
Europäische IT-Anbieter als Stabilitäts- und Vertrauensanker:
Die Kombination aus globalen Verwerfungen, regulatorischen Anforderungen und dem Ruf nach digitaler Souveränität stärkt Anbieter mit hoher europäischer Wertschöpfung. Wer Herkunft, Datensicherheit und Nachhaltigkeit nachvollziehbar belegen kann, wird für Unternehmen, vor allem aber für öffentliche Auftraggeber und Betreiber kritischer Infrastrukturen zum bevorzugten Partner und kann dort in einem gewissen Rahmen auch höhere Preise durchsetzen. Europäische IT-Anbieter gewinnen damit eine Rolle als Stabilitätsanker, der technische Verlässlichkeit mit politischer und regulatorischer Anschlussfähigkeit verbindet.
»2026 wird zeigen, ob Europa seine IT-Abhängigkeiten tatsächlich verringert oder nur verschiebt. Wir wären gut beraten, selbstbewusster aufzutreten und auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten rund um dieses Thema besser auszuschöpfen«, sagt Christian Herzog, Vorstand des Vereins zur Förderung von IT aus Europa (ITE) und Geschäftsführer des Gründungsmitglieds EXTRA Computer GmbH.
»Unternehmen, die ihre IT konsequent an europäischen Wertschöpfungsketten, nachvollziehbarer Nachhaltigkeit und klarer Datenhoheit ausrichten, verschaffen nicht nur sich einen Vorsprung, sondern auch unserer Volkswirtschaft. Sie sind zudem weniger anfällig für Engpässe, erfüllen neue Nachweispflichten leichter und stärken das Vertrauen ihrer Kunden und Partner.«
1004 Artikel zu „digitale Souveränität“
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News | Infrastruktur | Kommunikation | Marketing
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