
Illustration Absmeier foto ki designer
Eine internationale Befragung unter 600 Security- und Finance-Entscheidern zeigt: KI-Agenten mit zu weitreichenden oder unbeabsichtigten Zugriffsrechten werden zunehmend als Risiko wahrgenommen. Gleichzeitig fehlen vielen Unternehmen noch belastbare Daten, um technisches Verhalten in geschäftliche Risiken zu übersetzen.
KI-Agenten verschieben die Debatte über Insider-Risiken
Management Summary
- KI-Agenten werden zum Insider-Thema: 48 % der befragten Security-Verantwortlichen sehen in autonomen Systemen mit übermäßigen oder unbeabsichtigten Zugriffsrechten derzeit das größte Risiko.
- Monitoring allein reicht nicht: Unternehmen bauen Kontrollen aus, doch fehlender Verhaltenskontext, schwache Korrelation und begrenzte Transparenz erschweren die Bewertung einzelner Aktionen.
- Rechte sind der neuralgische Punkt: KI-Agenten handeln oft mit legitimen Berechtigungen. Genau deshalb müssen Unternehmen prüfen, ob Aktionen erwartbar, missbräuchlich oder unbeabsichtigt sind.
- Security und Finance brauchen eine gemeinsame Sprache: Obwohl beide Bereiche Risiken ähnlich einschätzen, scheitern Investitionen häufig daran, technische Befunde in finanzielle Größen zu übersetzen.
- Governance wird zur Pflichtübung: Der Einsatz autonomer Systeme verlangt klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Berechtigungsmodelle und kontinuierliche Auswertung statt punktueller Kontrollen.
Eine von Exabeam veröffentlichte Studie sieht KI-Agenten als neuen Schwerpunkt in der Diskussion über Insider-Risiken [1]. 48 % der befragten Security-Verantwortlichen stufen KI-Agenten mit übermäßigen, kompromittierten oder unbeabsichtigten Zugriffsrechten als größte Bedrohung für ihr Unternehmen ein. Damit liegen sie in der Wahrnehmung der Befragten vor externen Angreifern, kompromittierten Insidern und böswilligen Insidern. Zugleich zeigt die Untersuchung, dass viele Unternehmen zwar ihre Überwachung ausbauen, das Verhalten von KI-Agenten über verschiedene Systeme hinweg aber weiterhin nur eingeschränkt einordnen können.
Für den Bericht »The Agentic Insider: From Monitoring to Understanding« befragte Sapio Research im Auftrag von Exabeam 600 Entscheidungsträger aus Security und Finance in sieben Ländern. Als KI-Agenten definiert die Studie zielorientierte, autonome Systeme, die auf Unternehmensressourcen zugreifen und mit begrenztem menschlichem Eingreifen Aktionen ausführen können. Gemeint sind damit nicht dialogorientierte Chatbots.
Mit der wachsenden Einbindung solcher Systeme in Geschäftsprozesse setzen Unternehmen auf unterschiedliche Formen der Kontrolle. Die Studie kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass fehlender Verhaltenskontext, mangelnde Korrelation und begrenzte Transparenz über mehrere Umgebungen hinweg zentrale Schwachstellen bleiben.
»Unternehmen machen deutliche Fortschritte bei der Überwachung von KI-Agenten. Aktivität zu überwachen ist jedoch nicht dasselbe wie Verhalten zu verstehen«, sagt Steve Wilson, Chief AI and Product Officer bei Exabeam. »KI-Agenten arbeiten mit legitimen Zugriffsrechten und interagieren mit mehreren Systemen, sodass einzelne Aktionen routinemäßig erscheinen können. Security-Teams benötigen den Kontext, um diese Aktionen über die Zeit zu verknüpfen und erwartete Automatisierung von Missbrauch, Kompromittierung oder unbeabsichtigtem Verhalten zu unterscheiden.«
Zugriffsrechte als Risikofaktor
Die Studie verweist darauf, dass KI-Agenten auch ohne böswillige Absicht Risiken erzeugen können. Entscheidend sind Umfang und Kontext ihrer Berechtigungen sowie die Frage, ob ihre Aktionen nachvollziehbar bleiben.
Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen:
- 48 % der Security-Verantwortlichen stufen KI-Agenten mit übermäßigen, kompromittierten oder unbeabsichtigten Zugriffsrechten derzeit als größte Bedrohung für ihr Unternehmen ein — vor externen Angreifern (28 %), kompromittierten Insidern (12 %) und böswilligen Insidern (12 %).
- Der Zugriff auf sensible Daten, Aktionen außerhalb vorgesehener Berechtigungen, komplexe Untersuchungen und eine eingeschränkte Sicht auf das Verhalten von KI-Agenten zählen zu den größten Sorgen von Security- und Finance-Verantwortlichen.
Mehr Monitoring, aber weiterhin Kontextprobleme
Security-Verantwortliche nutzen unterschiedliche Ansätze zur Überwachung von KI-Agenten:
- 60 % verwenden spezielle Tools für KI-Sicherheit oder -Governance.
- 56 % erweitern bestehende SIEM-, Detection- oder Monitoring-Plattformen.
- 56 % setzen auf Verhaltensüberwachung und Baselines.
- 29 % verlassen sich weiterhin auf manuelle Prüfungen.
Die zusätzlichen Kontrollen lösen das Grundproblem bislang nur teilweise. 27 % der Befragten nennen fehlenden Verhaltenskontext und mangelnde Korrelation als größte Einschränkung ihres aktuellen Überwachungsansatzes. Weitere Hürden sind geringe Transparenz über verschiedene Umgebungen hinweg, die Priorisierung von Warnmeldungen und manuelle Abläufe.
Cyberrisiken müssen finanzierbar erklärt werden
Auch das Verhältnis zwischen Security und Finance wird in der Studie betrachtet. 93 % der Befragten geben an, dass beide Funktionen bei der Toleranz gegenüber Cyberrisiken übereinstimmen. 81 % der Security-Verantwortlichen sagen, ihr CFO verstehe die Cyberrisiken, die reduziert werden sollen.
Für Investitionsentscheidungen reicht diese inhaltliche Übereinstimmung jedoch nicht immer aus. 55 % der Security-Verantwortlichen berichten, dass sie eine Initiative verzögert oder reduziert haben, weil sie das Risiko nicht in für den CFO akzeptable finanzielle Größen übersetzen konnten.
»CFOs stellen nur selten infrage, ob ein Cyberrisiko real ist«, sagt Mike Byron, Chief Financial Officer bei Exabeam. »Die Herausforderung besteht darin zu verstehen, wie eine geplante Investition dieses Risiko in messbaren geschäftlichen Größen reduziert. Wenn Security-Teams technische Ergebnisse mit Geschäftsauswirkungen verbinden, werden Investitionsentscheidungen deutlich einfacher.«
[1] Methodik: Sapio Research führte die Umfrage im Auftrag von Exabeam im Juni 2026 unter 600 Fachkräften aus Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten durch, darunter 300 IT-Entscheidungsträger mit Verantwortung für Security und 300 Finance-Entscheidungsträger. Die Befragten kamen aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Australien. Die Interviews wurden online über E-Mail-Einladungen und Umfragepanels durchgeführt. Die Ergebnisse haben ein Konfidenzniveau von 95 % bei einer Fehlermarge von ±4,0 Prozentpunkten.
The Agentic Insider: From Monitoring to Understanding steht unter www.exabeam.com/from-monitoring-to-understanding zum Download bereit.
FAQ
- Was untersucht die Studie?
Sie untersucht, wie Security- und Finance-Entscheider KI-Agenten als potenzielle Insider-Risiken bewerten und welche Kontrollmechanismen Unternehmen einsetzen. - Was sind KI-Agenten in diesem Zusammenhang?
Gemeint sind autonome, zielorientierte Systeme, die auf Unternehmensressourcen zugreifen und Aufgaben mit begrenztem menschlichem Eingreifen ausführen können. - Warum gelten KI-Agenten als Insider-Risiko?
Sie können mit legitimen Berechtigungen handeln, dabei aber sensible Daten berühren, Aktionen außerhalb des vorgesehenen Rahmens ausführen oder schwer nachvollziehbare Ketten von Aktivitäten erzeugen. - Welche Zahl ist besonders auffällig?
48 % der befragten Security-Verantwortlichen sehen KI-Agenten mit übermäßigen, kompromittierten oder unbeabsichtigten Zugriffsrechten als größte Bedrohung. - Worin liegt die zentrale Schwäche aktueller Überwachung?
Viele Ansätze erfassen Aktivitäten, liefern aber zu wenig Kontext, um normales Verhalten, Missbrauch, Kompromittierung oder Fehlkonfiguration zuverlässig zu unterscheiden. - Welche Rolle spielen Berechtigungen?
Berechtigungen bestimmen, welche Daten und Systeme ein KI-Agent erreichen kann. Zu weit gefasste Rechte erhöhen das Risiko, dass Fehler oder Missbrauch größere Wirkung entfalten. - Welche Kontrollformen setzen Unternehmen ein?
Genannt werden spezielle KI-Sicherheits- und Governance-Tools, erweiterte SIEM- und Monitoring-Plattformen, Verhaltensanalysen und teilweise weiterhin manuelle Prüfungen. - Warum ist das Thema auch für CFOs relevant?
Cyberrisiken müssen für Investitionsentscheidungen in finanzielle Auswirkungen und messbare Risikoreduktion übersetzt werden. - Wo hakt die Zusammenarbeit zwischen Security und Finance?
Nicht zwingend beim Risikoverständnis, sondern häufig bei der Übersetzung technischer Befunde in betriebswirtschaftlich belastbare Entscheidungsgrundlagen. - Was folgt daraus für Unternehmen?
Sie sollten KI-Agenten nicht nur technisch überwachen, sondern deren Verhalten, Berechtigungen und geschäftliche Auswirkungen kontinuierlich im Kontext bewerten.
Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt
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