KI-Governance für Entwickler im Einklang mit deutscher Compliance

Auf dem Okta AI Identity Summit in Frankfurt am Main im Juni sprach die manage it mit Jan Brose, Area Sales Director Auth0 von Okta, über die Herausforderung der Identitätssicherheit in Zeiten von KI-Agenten und benutzerfreundlicher Customer Experience.

 

Herr Brose, was tut Auth0, warum wurde die Firma von Okta im Jahr 2021 gekauft und welche Auswirkungen hatte diese Akquisition für deutsche Unternehmen?

Auth0 ist von Okta übernommen worden, weil der Lösungsansatz eine Ergänzung des bestehenden Portfolios darstellte und daran hat sich bis heute nichts geändert. Während Okta die internen Identitäten absichert, übernimmt Auth0 die Absicherung der externen Identitäten und bietet eine hohe Flexibilität, um unterschiedliche Anwendungsfälle und Branchenspezifika abdecken zu können. Für deutsche Unternehmen bilden wir dabei alle Compliance-Anforderungen ab, wie NIS2, DSGVO, DORA und dergleichen.

 

Jan Brose, Area Sales Director Auth0 von Okta (c)

Wo setzt Auth0 an und wo führt Okta den Weg weiter?

Auth0 setzt bei Unternehmen und deren Entwicklern an, die eine angenehme Benutzererfahrung für ihre Endkunden bereitstellen wollen. Nehmen wir als Beispiel einen typischen Online-Shop, der mit einem Loyalty-Programm eine bestimmte Kundengruppe noch stärker an sich binden will und dafür spezielle Services zur Verfügung stellt. Um das zu vereinfachen, sorgen wir dafür, dass der Kunde anhand seiner digitalen Identität bei der Anmeldung automatisch die für ihn exklusiven Angebote zu sehen bekommt.

Okta dagegen kümmert sich, ebenfalls mit einer unabhängigen Plattform, um die internen Zugriffe von digitalen Identitäten, seien es Angestellte aus Fleisch und Blut, oder KI-Agenten. Auch diese müssen über Zugriffsrechte verfügen, Verantwortlichkeiten haben und Richtlinien einhalten. Im Duett liefern wir somit Identitätssicherheit für Innen und Außen.

 

Wie sichert Auth0 außerdem KI-Agenten ab?

Wir fokussieren uns stark auf die KI-Governance, klären also die Frage, was die KI-Agenten tatsächlich tun, was sie eigentlich tun dürfen und welche Zugriffsrechte sie besitzen. Entwickler nutzen unsere Technologie, um frühzeitig bei der Programmierung die Sicherheitsstandards in die KI-Agenten einzubauen. Dafür haben wir unsere Blaupause für das sichere KI-Agenten-Unternehmen entwickelt, die als Leitfaden für Unternehmen dient. Sie stellt Best Practices und drei Grundprinzipien in den Mittelpunkt.

Im ersten Schritt geht es um die Etablierung des Least Privilege-Ansatzes, sodass KI-Agenten nur eingeschränkten Zugriff auf die benötigten Systeme erhalten. Im zweiten Schritt geben wir kurzlebige Tokens aus, die dem KI-Agenten lediglich kurzfristige Zugriffsrechte während einer Session gewähren und nach dem Zugriff wieder eingeschränkt werden. Im dritten Schritt überwachen wir den Zugriff kontinuierlich, um jederzeit auf Anomalien reagieren zu können.

 

Wie sieht Ihr Ansatz für eine KI-Governance aus?

KI-Governance schränkt die Rechte eines KI-Agenten auf das notwendige Maß ein, stets im Einklang mit gängigen Compliance-Richtlinien. Das erreichen wir mittels unserer unabhängigen Plattform. Wir bieten das als Komplettlösung an, sodass Unternehmen sich nicht den Kopf über die KI-Governance zerbrechen müssen. Gerade für Entwickler und mittlere Firmen ist es günstiger, auf eine fertige Plattform für die KI-Governance zu setzen, anstatt sich selbst an den Aufbau einer solchen Plattform zu wagen.

Auf diese Weise wollen wir Unternehmen und Entwickler dabei unterstützen, ihre KI-Agenten sicher zu betreiben und vor fremden Zugriffen sowie Manipulation zu schützen. Das mündet in einer angenehmen Benutzererfahrung für die Endkunden unserer Kunden.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Brose

 

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