Kognitive Automatisierung macht das Internet der Dinge intelligenter

Illustration: Absmeier, TheDigitalArtist

In den letzten Jahren ist eine Welle technologischer Innovationen über die Unternehmen hinweg geschwappt, die Veränderungen, Herausforderungen aber auch Chancen mit sich gebracht hat. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um digitale Technologien, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Flexibilität, Produktivität und Reaktionsfähigkeit im globalen Wettbewerb zu verbessern. Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet of Things (IoT) sind für sich alleine schon einzigartige und faszinierende Technologien. Eine Kombination beider Technologien eröffnet neue Anwendungsszenarien und wird zum entscheidenden Hebel für eine umfassende Modernisierung der Unternehmen und die Optimierung der Geschäftsprozesse. Vereinfacht ausgedrückt: IoT sammelt die Daten und KI verarbeitet sie, um ihnen Bedeutung zu verleihen.

 

Daten in Hülle und Fülle

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Bei denkt fast jeder an ein System von unabhängigen, miteinander verbundenen Rechnern, mechanischer und digitaler Maschinen oder Objekten, die mit eindeutigen Kennungen versehen sind (UIDs) und Daten über ein Netzwerk übertragen und austauschen, ohne dass eine Interaktion von Mensch zu Mensch oder Mensch zu Computer erforderlich ist. IoT liegt die Idee zu Grunde: »Anything that can be connected, will be connected«. Durch seine Fähigkeit, die physische Welt der Dinge und Maschinen zu digitalisieren, beispielsweise durch die Installation von vernetzten Sensoren, die permanent Daten sammeln und weiterleiten, schafft IoT einen Mehrwert unter anderem durch die Verbesserung der Prozesse, die Optimierung der Ressourcenverteilung und die Antizipation von Betriebsstörungen mithilfe von Tools für die vorausschauende Instandhaltung.

 

Datenerhebung alleine nützt niemandem

Die Hauptschwierigkeit liegt heute nicht mehr darin, Objekte miteinander zu verbinden. Mit immer mehr verbundenen Objekten steigt die Anzahl der Daten, die das Potenzial haben, Unternehmen unglaubliches Wissen zu liefern. Die Herausforderung besteht nun darin, wie man die von den Objekten täglich erzeugten Daten sammelt, analysiert und gewinnbringend nutzt. Allein die Erhebung dieser Daten nützt niemandem. Es sei denn, es gibt ein System, das die Daten interpretiert, um sie zu verstehen. An dieser Stelle kommt die KI ins Spiel. Mit anderen Worten: IoT muss intelligent werden.

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Echtzeitanalysen großer unstrukturierter Datenmengen

KI bietet nicht nur die Möglichkeit, all diese Daten, die von vernetzten Objekten erzeugt werden, zu verarbeiten, sondern auch intelligentere Erkenntnisse in wesentlich kürzerer Zeit daraus zu gewinnen, als es dem Menschen möglich ist. KI offeriert heute schon eine breite Palette von Technologien, um strukturierte und unstrukturierte Daten zu verarbeiten. Cognitive Process Automation (CPA) macht beispielsweise das IoT anspruchsvoller, intelligenter und interaktiver. CPA bringt durch Echtzeitanalysen detailliertere Datenerkenntnisse schneller auf den Tisch, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Unternehmen haben können.

CPA nutzt modernere Technologien wie die Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP), Textanalyse, Data Mining, semantische Technologie und maschinelles Lernen, um auch große Mengen unstrukturierter Daten auswerten und eine fundierte Geschäftsentscheidung liefern zu können. CPA ist die nächste Stufe des Robotic Process Automation (RPA), da sie sich der KI bedient, um auch unstrukturierte Informationen auf einfache Weise zu analysieren und so zu verarbeiten.

 

Kognitive Automatisierung verbessert die Genauigkeit von Prozessen

Angesichts der Datenmenge, die durch vernetzte Objekte erzeugt wird, ermöglicht CPA die Nutzung einer neuen Art von Ressource (den Softwareroboter), um diese große Datenmenge schnell zu verarbeiten. CPA ermöglicht die Ausführung von Prozessen rund um die vom IoT erfassten Daten und ihre Integration in die Systeme. Falls erforderlich löst CPA Aktionen in den Systemen aus, die zu Reaktionen in der physikalischen Welt durch die IoT-Vernetzung führen. Durch die Nutzung der Technologien der künstlichen Intelligenz verbessert die kognitive Automatisierung die Genauigkeit in komplexen Geschäftsprozessen und das sehr schnell, fehlerfrei, skalierbar und rund um die Uhr.

 

Kombination von IoT und KI als Grundlage für prädiktive Instandhaltung

IoT-Systemsensoren ermöglichen die Erfassung relevanter Daten über Produkte, den Bediener und die Produktionskette im Allgemeinen und übermitteln die Daten an die Informationssysteme. Hier werden sie im Rahmen des CPA analysiert und Echtzeitberichte erstellt. Änderungsanweisungen werden automatisch an die Objekte zurückgegeben, um die notwendigen Aufgaben auszuführen. Die daraus resultierende Möglichkeit, automatisiert das Verhalten von Maschinen und Sensoren zu modellieren, um Fehler und Irrtümer vorhersehbar zu beseitigen, führt zu einer Reduzierung der Instandhaltungskosten und der Maschinenstillstandzeiten.

Predictive Analytics prognostiziert auf der Basis der vorhandenen Daten und deren Auswertung mögliche zukünftige Ereignisse. So bietet IoT in Kombination mit KI die Grundlage für die prädiktive Instandhaltung. Unternehmen sind damit in der Lage, mögliche Pannen und Ausfälle automatisiert und ohne menschliches Zutun im Voraus zu erkennen. Auf diese Weise wird die Organisation einer optimalen Instandhaltung möglich, die ausfallbedingte Kosten vermeiden hilft.

Mittels CPA gewonnene Erkenntnisse können genutzt werden, um die gesamten Geschäftsprozesse von Grund auf zu ändern, Geräteeinstellungen zu verbessern und Bestände rechtzeitig zu aktualisieren, was zu einer höheren betrieblichen Effizienz und Kostensenkung führen kann. Im Smart Supply Chain Management ermöglicht die Verwendung von verbundenen Sensoren die Datenerfassung des aktuellen Bestandes (Menge, Temperatur, Transportzeit…) zur Echtzeitanalyse und Korrelation mit den Verbrauchsdaten der Kunden. Die Ergebnisse dieser Analysen werden verwendet, um Automatisierungsszenarien für die Nachschubsteuerung im Sinne einer proaktiven Nachschubsteuerung anzustoßen.

 

Fazit

Um das volle Potenzial des IoT ausschöpfen zu können, muss IoT mit Technologien der KI verschmolzen werden, die sich schnell weiterentwickeln. Dies ermöglicht »intelligenten Maschinen« selbstständig zu denken und Entscheidungen auf Basis umfangreichen Wissens und mit minimalem oder gar keinem menschlichen Eingriff zu treffen. So steigert die Verbindung von IoT und CPA den Wert der verbundenen Objekte durch eine bessere Interpretation der Daten der angeschlossenen Geräte. Die von den angeschlossenen Geräten gesammelten und analysierten Rohdaten werden von den mit Maschinenintelligenz ausgestatteten Softwareprogrammen aufgenommen. Nach gründlicher Analyse liefert das KI-Tool wertvolle Informationen für das Unternehmen. Die Verbindung von IoT und CPA beziehungsweise KI ist mehr als ein Trend. Es ist ein Paradigmenwechsel in der Mensch-Maschine-Beziehung. Die Verbindung von IoT und KI bietet vielfältige Möglichkeiten, das Leben der Menschen zu erleichtern sowie die Effizienz, Produktivität und Sicherheit der Unternehmen zu verbessern.

Milad Safar, Managing Partner Weissenberg Group

 

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