Lebensmittelhändler hadern mit der optimalen Preisgestaltung für ihre Kunden

Mehr als die Hälfte aller Lebensmittelhändler (59 Prozent) in Deutschland nutzt noch immer keine automatisierte Preisgestaltung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Blue Yonder unter 750 Managern und Führungskräften im Lebensmittelhandel aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich [1].

Die Untersuchung zeigt aber, dass Bewegung in das Thema kommt: Über die Hälfte (60 Prozent) der befragten Verantwortlichen geben an, dass sie in den vergangenen zwei Jahren in Preisoptimierungen investiert hätten. Weitere 25 Prozent planen solche Investitionen in den kommenden zwei Jahren. Die Konsumenten sind durch die digitale Transparenz schon längst an Preisänderungen gewöhnt und profitieren in den meisten Fällen davon. Über ein Viertel der befragten Lebensmittelhändler hat zudem das Gefühl, dass sie ihre Preise optimieren müssen, um ein besseres Kundenerlebnis bieten zu können.

Das ist nicht überraschend, weil die Studie auch zeigt, dass die Mehrheit der Lebensmittelhändler in Deutschland bisher nicht über die passende Lösung für ihre Preisgestaltung verfügt:

  • Nur 41 Prozent geben an, dass sie bei der Preisgestaltung auch externe Faktoren, zum Beispiel die Preise des Wettbewerbs, mit einbeziehen.
  • 59 Prozent nutzen keine Predictive Applications für die automatisierte Preisgestaltung.
  • Mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent) legt Preise stattdessen manuell fest.

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»Das Pricing ist einer der Schlüsselfaktoren im Lebensmittelhandel, der in Zeiten eines massiven Preiskampfes und digitaler Transparenz zu einem echten Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb geworden ist«, sagt Prof. Dr. Michael Feindt, Gründer und Chief Scientific Advisor der Blue Yonder GmbH. »Die wachsende Präsenz der Lebensmittel-Discounter hat das Kaufkraft-Pendel zugunsten der Käufer ausschlagen lassen. Sie geben letzten Endes die Preise vor: Sind sie zu hoch, vergrault dies die Kunden, während zu niedrige Preise die geringen Margen weiter gefährden. Um in diesen harten Zeiten bestehen zu können, ist der passende Preis für jedes einzelne Produkt und zum richtigen Zeitpunkt überlebenswichtig.«

Der Einzelhandel ist darauf angewiesen, die richtige Balance zwischen Preisgestaltung, Lagerverfügbarkeit und Entsorgung von Waren zu finden. Dabei spielt eine Automatisierung der Warendisposition sowie eine datenbasierte Preisgestaltung, die externe Einflussfaktoren wie Wetter oder Ferien einbezieht, eine wichtige Rolle. Durch kontinuierliche Preisanpassungen können Einzelhändler Umsätze und Margen optimieren, bevor sie Abschreibungen riskieren.

Feindt weiter: »Solche für das Geschäft kritischen Entscheidungen können nicht mehr manuell gesteuert werden. Nur Preisstrategien, die auf automatisierten Entscheidungen beruhen, funktionieren heute. Sie sind datengetrieben und vorausschauend und messen permanent die Preiselastizität jedes Artikels. In Zukunft werden Machine-Learning-Algorithmen die Gewinner von den Verlierern trennen.«

[1] Für die Studie »Sechs Gründe, warum Lebensmittelhändler schnellere Entscheidungen treffen müssen« hat das Marktforschungsunternehmen Censuswide im Auftrag von Blue Yonder 750 Entscheider aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt. Censuswide orientiert sich an den Methoden der britischen Market Research Society (MSR), die wiederum auf den Prinzipien der ESOMAR beruhen. Das vollständige Whitepaper finden Sie nach Registrierung hier. https://www.blue-yonder.com/customer-experience.html?ver=20092016


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