Sicherheit kostet

Erinnern Sie sich an Equifax? Die Kreditauskunftei wurde 2017 Opfer einer der größten Datenschutzverletzungen aller Zeiten. Daten von rund 145 Millionen US-Verbrauchern als auch von Millionen von Menschen aus anderen Ländern wurden kompromittiert.

Auch zwei Jahre nach der Datenschutzverletzung spürt Equifax die Auswirkungen seiner Mängel in der Cybersicherheit. Die Ratingagentur Moody’s hat das Unternehmen im Mai von stabil auf negativ herabgestuft. Damit wurde Cybersicherheit erstmalig ein namentlich genannter Faktor für eine Prognoseänderung.

Die bisher aufgelaufenen Kosten sind immens: 786,8 Millionen US-Dollar allgemeine Kosten im Zusammenhang mit der Vorschriftverletzung, zudem 82 Millionen an Technologie- und Datensicherheitskosten, 12,5 Millionen Anwaltskosten und 1,5 Millionen Produkthaftung. Die Gesamtkosten der Verletzung belaufen sich bisher auf 1,4 Milliarden US-Dollar und werden weiter steigen. 

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Es ist weiterhin bekannt, dass WannaCry und ähnliche Malware-Varianten, wie NotPetya, in nur einem Jahr 9 Milliarden Dollar Schaden verursachte. Die weltgrößte Reederei, Maersk, wurde mit 300 Millionen US-Dollar getroffen. Die Kosten für den britischen National Health Services (NHS) lagen bei über 100 Millionen US-Dollar. Es gab noch zahlreiche andere Opfer, darunter der Flugzeughersteller Boeing (März 2018) und der Chiphersteller TSMC (August 2018). Nach Schätzungen von TSMC selbst erlitt das Unternehmen einen Schaden um die 170 Millionen Dollar.  Untersuchungen zufolge sind Millionen von Computern immer noch durch EternalBlue gefährdet.

Obwohl weltweit die Bedrohungslage durch Hacker immer weiter zunimmt, ist ein Großteil der Unternehmen nicht in der Lage, Systeme und Daten effektiv zu schützen. Es klafft eine wachsende Lücke zwischen dem, was Unternehmen in Cybersicherheit investieren, und der Fähigkeit mit der Zahl der externen und internen Bedrohungen und auftretenden Datenschutzverletzungen Schritt zu halten. Es ist nicht die Frage ob, sondern nur wann man Opfer einer Datenexponierung wird. Umso alarmierender ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Unternehmen die Sicherheitsbudgets im kommenden Jahr entweder auf dem bisherigen Niveau einfrieren oder sogar senken wollen.

Wer wirklich von den Vorteilen der digitalen Transformation und der Digitalisierung profitieren will, der muss sich klar machen, welch großen Risiken Firmen dadurch ausgesetzt sind. Unternehmen werden nicht umhin können Cybersicherheit langfristig zu betrachten und sich von einem Sicherheitsansatz nach dem Motto »gerade noch gut genug« zu verabschieden. Security by Design und Security by Default muss gelebte und sicher finanzierte Firmenstrategie werden.

Herzlichst, Ihr Albert Absmeier
Chefredakteur

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