So werden Retail-Apps »weihnachtsfest«

 

Weihnachtsmarkt, Glühwein und »Last Christmas« in der Dauerschleife: Es ist wieder soweit. Die Vorweihnachtszeit ist traditionell die umsatzstärkste Zeit des Jahres für den Einzelhandel. So prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) für 2019 einen Umsatz im Weihnachtsgeschäft (das umfasst die Monate November und Dezember) von über 100 Milliarden Euro, ein Plus von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: https://einzelhandel.de/weihnachten/12434-weihnachtsgescheaft). Dabei geht der Trend überraschenderweise zurück zum Weihnachtseinkauf im Fachgeschäft: Mehr als die Hälfte der Verbraucher (54 Prozent) kauft seine Weihnachtsgeschenke lieber bei Einzelhändlern vor Ort, lediglich 17 Prozent präferieren Online-Shops, so eine aktuelle Studie von Ernst & Young (»Weihnachtsgeschenke 2019«).

Auch beim Umsatz geht der Anteil des Online-Handels am Weihnachtsgeschäft in Deutschland (leicht) zurück auf etwa 30 Prozent. Das tut der Erfolgsgeschichte des E-Commerce aber keinen Abbruch: In diesem Jahr werden 1,92 Milliarden Menschen einen Online-Kauf tätigen, das ist etwa ein Viertel der Weltbevölkerung. Und die Ansprüche an Online-Shops werden immer höher. Händler können es sich vor diesem Hintergrund nicht leisten, während der Feiertage fehlerhafte Zahlungs-Gateways, langsame Benutzeroberflächen und ein insgesamt unterdurchschnittliches Kundenerlebnis anzubieten. Die Konkurrenz ist bekanntlich online nur einen Mausklick entfernt.

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Kaufrausch im Internet

Verbraucher schätzen am Online-Handel eine schnelle Zahlungsabwicklung, sichere Transaktionen, 24/7-Zugänglichkeit und die Möglichkeit, jederzeit auch spontan über ihr Smartphone einzukaufen. Aber obwohl der Online-Handel jeden Tag rund um die Uhr bereit steht, gibt es auch hier deutliche »Peaks«. So etabliert sich mit Black Friday/ Cyber Monday eine US-amerikanische Tradition auch in Deutschland. Laut der »Holiday Shopping Study«, in der das Marketingunternehmen MiQ Daten unter anderem von McKinsey und eMarketer zusammengetragen hat, gaben die deutschen Online-Konsumenten 2018 alleine am Cyber Monday mehr als zwei Milliarden Euro aus – und die Prognosen für das laufende Jahr lassen weiteres Umsatzwachstum erwarten. Für Umsatz und Reputation eines Online-Shops wäre es ein mittleres Desaster, wenn gerade am Cyber Monday oder im Weihnachtsgeschäft wegen Überlastung Transaktionen nicht (oder nicht schnell genug) verarbeiten werden könnten.

Für Unternehmen ist eine gute E-Commerce-Strategie entscheidend, besonders in der Weihnachtszeit, in der ein Ausfall schnell Millionenverluste nach sich ziehen kann. Obwohl das Problem auf der Hand liegt, sind viele Unternehmen auf der ganzen Welt nach wie vor nicht in der Lage, die digitale Nachfrage an den Feiertagen zu decken. Etwa die Hälfte der kleinen Unternehmen haben immer noch keine Website oder App, und eine große Anzahl von Unternehmen versäumt die Chance, von wichtigen Web-Komponenten wie Geschwindigkeit, einer Mobile-First-Mentalität und einem reibungslosen Einkaufserlebnis zu profitieren. Eine schwer zu navigierende App kann teuer werden. 80 Prozent der Verbraucher beenden laut Hubspot Research nach nur einer negativen Erfahrung ihr Kaufvorhaben und ziehen weiter (Quelle: https://blog.hubspot.com/news-trends/customer-acquisition-study).

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QaaS: Apps und Webseiten von Profis testen lassen

Um besser gerüstet zu sein, können Unternehmen eine eigene Testabteilung aufbauen – oder sich Hilfe von Außen holen. Quality-as-a-Service (QaaS) ist hier eine perfekte Lösung für alle, die Leistung, Funktion und Benutzerfreundlichkeit ihrer Web- oder mobilen Anwendungen verbessern möchten. Auf Plattformen wie Topcoder finden sich zahlreiche Spezialisten, aus denen der (oder die) »am besten geeignete« für die jeweilige Herausforderung gewählt werden kann. Über 1,5 Millionen hochqualifizierte Programmierer, Entwickler, Tester und Designer sind hier vereint. Mit deren Hilfe können E-Commerce-Unternehmen ihre App so skalieren, dass sie für die Feiertage gerüstet ist und die konsumwillige Kundschaft perfekt bedienen. Die Bandbreite der angebotenen Services reicht in diesem Bereich von Testverfahren für den Praxiseinsatz über Mobilitätstests bis hin zu Performance-Analysen.

Beim Real-World-Testing prüfen Profis auf realen Geräten und unter realen Marktbedingungen die App oder Webseite und können auf Basis ihrer Testergebnisse praxisnahes Feedback geben. So bekommt der Händler ein Gefühl dafür, wie »echte« Kunden sich im Shop bewegen und kaufen oder auch warum sie einen Kauf eventuell abbrechen. Im Rahmen des Mobility Testing wird durch Spezialisten geprüft, ob sich mobile Apps so verhalten, wie gewünscht. Smartphones und Tablets bieten die Möglichkeit von Spontankäufen auch von unterwegs, ihre Bedeutung für das Online-Shopping hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigert. Jede Webseite eines E-Commerce Unternehmens muss heute auch mobil funktionieren, auch bei neuen Releases. Um wirklich sicherzustellen, dass die App auch dem Ansturm zu den Feiertagen standhält, können Performance-Tests Aufschluss über die Leistungsfähigkeit zu geben. Hierbei wird ein Shop in Verbindung mit verschiedenen Netzanbietern getestet und auf seine Zuverlässigkeit geprüft. Die Ergebnisse der Analysen helfen dabei, die bestmögliche Reaktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft zu bieten.

QaaS funktioniert: Erst kürzlich hat die Topcoder-Community einer führenden australischen Supermarktkette geholfen, ihre neue mobile App zu testen. Binnen von drei Tagen konnten 64 Tester weltweit die neue App auf 15 verschiedenen Kombinationen aus Betriebssystem, Browser und Geräte testen. Dabei wurden Workflows validierten und mehrere Fehler, UI- und UX-Probleme identifiziert.

 

Sujan Kotian

Director Consumer Business Unit

Continental Europe Wipro

 

 

https://pixabay.com/de/illustrations

 

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