Studie »Wie servicezentriert ist Ihre IT wirklich?« – Value Creation durch Service

Viele IT-Organisationen befinden sich aktuell in einer Übergangsphase. Das Ziel dabei ist, sämtliche Leistungen der IT an sogenannten »Business-Services« mit klar definierten Leistungsversprechen auszurichten. Die so erreichte stärkere Fokussierung der IT-Produktion auf die Anforderungen aus dem Business soll zu einer höheren Kundenzufriedenheit führen. Ein weiteres Ziel ist aber auch eine gesteigerte Kosteneffizienz im IT-Betrieb, die mehr Spielraum schaffen soll für neue, innovative und wachstumsunterstützende Services.

Die Studie »Wie servicezentriert ist Ihre IT wirklich?« beschäftigt sich mit der Frage, wie weit IT-Organisationen auf diesem Weg der »Servicezentrierung« heute bereits gekommen sind und wie ihre mittelfristige Planung aussieht.

Basis dieser Studie sind die Daten einer Online-Umfrage, die die USU zusammen mit der SERVIEW GmbH im Zeitraum März-April 2019 in der DACH-Region durchgeführt hat. Teilgenommen haben 140 Personen aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen. 

 

Lediglich 14 % der Unternehmen haben einen Servicekatalog mit einer vollständigen Auflistung aller IT-Services, die zudem in der Sprache der Kunden verfasst ist.

Lediglich 14 % der Unternehmen haben einen Servicekatalog mit einer vollständigen Auflistung aller IT-Services, die zudem in der Sprache der Kunden verfasst ist.

 

Die Servicezentrierung aus Sicht der Business-Anwender

  • Leicht verständliche Servicebeschreibungen sind noch nicht überall etabliert
    IT-Organisationen, die noch gar keinen Servicekatalog erstellt haben oder deren Servicebeschreibungen nicht in der Sprache der Kunden verfasst wurden, sind mit 30 % in der Minderheit. Mehr als die Hälfte der IT-Organisationen haben ihre Services bereits kundenfreundlich beschrieben, allerdings sind die Servicekataloge noch unvollständig. Erst bei 14 % der Unternehmen enthält der Servicekatalog eine vollständige Auflistung aller IT-Services.
  • Die Standardisierung von Services schreitet voran
    Im Durchschnitt sind heute erst 45 % aller IT-Dienstleistungen im Servicekatalog standardisiert. Dagegen werden noch 65 % aller IT-Dienstleistungen nach individuellen Absprachen für die einzelnen Auftraggeber aus den Fachbereichen erbracht. Der Trend zur Standardisierung soll sich allerdings fortsetzen. In den nächsten 3 Jahren sollen bereits etwa 70 % aller Services standardisiert sein. 
  • Die IT scheut sich nicht vor messbaren Leistungsversprechen
    Wenn die IT ihre Services in einem Servicekatalog beschreibt, tut sie das meist nicht nur mit funktionalen Beschreibungen. 72 % aller Servicekataloge enthalten vielmehr klar messbare Leistungsversprechen (Service-Levels). Bei weiteren 8 % können die Kunden unter verschiedenen Service-Level-Optionen das für sie wirtschaftlichste Angebot auswählen.
  • Das Steuern der Nachfrage über den Preis ist noch nicht weit verbreitet
    Bei dem Ausweisen von Servicepreisen sind die Unternehmen allerdings deutlich zurückhaltender. In nur 44 % aller Servicekataloge sind Services mit Preisen versehen. Und nur 21 % aller Kostenstellenleiter erhalten eine Aufstellung der IT-Servicekosten ihrer Mitarbeiter nach Services aufgeschlüsselt.
  • Bei der Digitalisierung der Serviceprozesse besteht noch Nachholbedarf
    Bei mehr als der Hälfte aller Unternehmen sind IT-Services für die Konsumenten noch gar nicht über einen Shop abrufbar. Und nur bei 21 % der Unternehmen steht der Service-Shop auch auf mobilen Endgeräten zur Verfügung. 
  • Aber selbst, wenn ein Service-Shop zur Verfügung steht, bedeutet das noch nicht, dass auch alle Prozesse digitalisiert sind. Bei fast der Hälfte der Shop-Betreiber bestehen noch Lücken bei der Digitalisierung der Prozesse zur Bestellung, Genehmigung, Bereitstellung und Stilllegung von Services. 
  • Das Enterprise Service Management ist auf dem Vormarsch
    Auf die Frage, ob heute auch Services aus anderen Servicebereichen im Unternehmen, wie etwa HR oder Facility Management, im Shop angeboten werden, antworteten nur 26 % der Unternehmen mit »Ja«. Allerdings soll sich das schnell ändern: In ein bis zwei Jahren planen bereits 42 % der Unternehmen, auch Services aus anderen Unternehmensbereichen im Shop verfügbar zu machen.

 

»Service-Manager« beziehungsweise »Service-Owner« fungieren als Schnittstelle zwischen Business und IT. Allerdings gibt es nur in 34 % aller Unternehmen eine klar definierte Stellenbeschreibung beziehungsweise einen Karrierepfad für diese Jobs.

»Service-Manager« beziehungsweise »Service-Owner« fungieren als Schnittstelle zwischen Business und IT. Allerdings gibt es nur in 34 % aller Unternehmen eine klar definierte Stellenbeschreibung beziehungsweise einen Karrierepfad für diese Jobs.

 

Die Servicezentrierung innerhalb der IT

  • Service-Manager beziehungsweise Service-Owner tragen noch nicht die volle Verantwortung
    Die Rollen »Service-Manager« beziehungsweise »Service-Owner« sind bereits bei 68 % aller Unternehmen eingeführt. Sie stellen die Schnittstelle zwischen dem Business und der IT dar und verantworten einen oder mehrere Business-Services. Allerdings scheinen diese Rollen noch nicht so etabliert zu sein wie die traditionellen Linienfunktionen innerhalb der IT. Es gibt nämlich nur in 34 % aller Unternehmen auch eine klar definierte Stellenbeschreibung beziehungsweise einen Karrierepfad für diese Jobs. Und nur in 15 % der Unternehmen verfügen Service-Manager/Service-Owner über eigenes Budget beziehungsweise Personal. Die eigentliche Entscheidungsgewalt liegt somit immer noch in den bisherigen Linienorganisationen.
  • Die IT-Produktion setzt auf Bausteine
    In 68 % aller Unternehmen werden Business Services aus einzelnen Servicebausteinen wie etwa technische Services (Server, Datenbanken, Storage, …) und/oder Dienstleistungen (Support, Betriebsüberwachung, …) zusammengesetzt. Man folgt damit den Methoden aus der Industrie, die schon früh begonnen hat, ihre Produkte aus Standardbausteinen zusammenzusetzen, die dann mit hoher Stückzahl kostengünstig produziert werden können.
    29 % der Unternehmen haben die Servicebausteine so standardisiert, dass sie nur noch in wenigen Leistungsklassen verfügbar sind (z. B. Server Small/Medium/Large). Und 22 % haben die Bausteine mit Kosten versehen. Das versetzt die IT-Organisationen in die Lage, Preise für neue Business-Services aus der Aggregation der Servicebausteine ermitteln und die eigenen Kosten mit denen externer Cloud-Services vergleichen zu können.
  • Der Automatisierungsgrad soll stark wachsen
    Im Durchschnitt werden heute 28 % aller Service-Requests automatisiert durchlaufen. In den nächsten 1-3 Jahren soll der Anteil auf 59 % ansteigen. Auch in diesem Bereich sind die großen Unternehmen führend. Bei Firmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern beträgt der Automatisierungsgrad heute bereits 34 % und soll zukünftig auf 69 % ansteigen.
  • Die Fertigungstiefe soll reduziert werden
    Bei technischen Services, also IaaS- oder PaaS-Services wie beispielsweise Server oder Datenbanken, liegt der Anteil der aus der Cloud zugekauften Services heute schon bei 35 %. Zukünftig soll dieser Anteil noch deutlich auf 47 % anwachsen. Damit reduziert die IT kontinuierlich ihre eigene Fertigungstiefe und wird immer mehr zum Service Broker.

Fazit. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die meisten IT-Organisationen in Richtung einer stärkeren Servicezentrierung bewegen: Weg von einer Manufaktur, die eine große Vielfalt wenig standardisierter und teurer Dienstleistungen nach dem Best-Effort-Prinzip erbringt, hin zu einem industrialisierten Betrieb, der eine begrenzte Anzahl hoch standardisierter Services kostengünstig und mit verlässlicher Qualität produziert. Mit der steigenden Servicezentrierung bewegt sich der Fokus der IT-Organisationen in Richtung der Businessanforderungen und damit wirklicher »Value Creation« aus der Perspektive der Business-Kunden und Anwender.

 

Studie Download

Dieser Artikel ist ein Auszug aus einer umfangreichen Studie, die hier herunter-geladen werden kann:
http://bit.ly/serv_zent_studie_mit

 



Markus Bause, Geschäftsführer, Serview GmbH (l.),
Martin Landis, Business Unit Manager, USU GmbH

 

Illustration: © Victoria Kurpas /shutterstock.com

 

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