Die Zukunft fährt elektrisch: Energie als wegweisende Ressource des 21. Jahrhunderts

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In Zeiten der Fridays-for-Future-Bewegung nimmt das Thema Klimawandel viel Raum in der öffentlichen Debatte ein. Jüngst beschloss die Bundesregierung mit dem Klimapaket eine Festbepreisung auf den Ausstoß von Kohlendioxid, die vorerst vor allen Dingen die Industrie treffen wird. Spätestens jetzt lässt sich die Umstellung hin zu klimafreundlichen Technologien nicht mehr aufhalten. »Ein solch fundamentaler Wandel stellt in erster Linie Wirtschaft und Industrie, aber auch Kommunen vor eine Reihe von Herausforderungen, um die Umstrukturierung erfolgreich zu meistern«, erklärt Vanessa Hünnemeyer, Beraterin für Innovationen und Regionalentwicklung bei der Hünnemeyer Consulting GmbH.

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Elektrofahrzeuge machen das Rennen

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Wie schon die Textil-, Kohle- und Werftindustrie zuvor, steht besonders die Automobilindustrie aktuell vor einem bedeutenden Strukturwandel, der, angeführt vom »Abgas-Skandal«, eine veränderte Umweltpolitik sowie das zunehmende Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Gesellschaft beschleunigt. Neben Hybridautos fahren allmählich immer mehr reine Elektrofahrzeuge als Alternative zu Modellen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren auf Deutschlands Straßen. Batteriebetrieben und damit im Gegensatz zum Hybridantrieb emissionsfrei, eignen sich Elektroautos besonders für Kurzstrecken und den Stadtverkehr, wodurch jedoch der Anspruch an eine angepasste Infrastruktur mit umfassender Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten steigt. Nicht nur der öffentliche Bereich muss umrüsten, auch Privatleute tragen Sorge, ihr Fahrzeug daheim mit einer entsprechenden Energieversorgung auszustatten. Bedingt durch den veränderten Bedarf an Energieträgern ergeben sich wiederum neue Forderungen an die Stromanbieter zur Gewährleistung einer ausreichenden Versorgung. »Es zeigt sich: Die Elektrowende ist Ursache und Folge zahlreicher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wandlungsprozesse«, betont die Innovationsberaterin.

 

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Weitreichende Folgen

Allerdings beginnt die Herausforderung nicht erst bei dem Ausbau und der Adaptierung der Verkehrsinfrastruktur. Grundlegende Veränderungen für Wirtschaft und Industrie ergeben sich bereits bei der Produktion von Elektrofahrzeugen. Da E-Autos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren aufgrund ihrer geringeren Komplexität mit einer kleineren Anzahl von Bauteilen auskommen, stellt dies beispielsweise die Zulieferer vor eine Reihe von Problemen, die neben dem technischen Umbau der Betriebsanlagen auch die Beschäftigungssituation der Mitarbeiter betreffen. »Angefangen bei der Wertschöpfungskette, erfordert die Elektrowende Umstellungen bei bestehenden Vertriebs- und Geschäftsmodellen sowie den Aus- oder Umbau von Produktionsstätten: Eine Neuausrichtung der Automobilbranche ist unausweichlich«, unterstreicht Hünnemeyer. Neue Materialanforderungen und veränderte Herstellungsprozesse prägen nicht nur die betrieblichen Strukturen, sondern auch die Arbeitsteilung zwischen Fahrzeugherstellern und Zulieferern. Der Strukturwandel zwingt die beteiligten Akteure der Branche, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

 

Fluch oder Segen?

So folgt mit der Elektrowende zugleich ein notwendiger Transformationsprozess, der weit über den technologischen Horizont hinausgeht. Als zentraler Akteur liegt es an der Politik, die Energiewende voranzutreiben. Der Ausstieg aus der Atomenergie und die Förderung sowie Weiterentwicklung bestehender nachhaltiger Methoden zur Energiegewinnung sind Maßnahmen, die es auf bundesweiter Ebene zu regeln gilt. Doch auch im städtischen und kommunalen Raum bedarf es Anpassungen an die neuen Umstände. Verwaltungsapparate müssen flexibel auf die strukturellen Veränderungen reagieren. Damit Betriebe in der Lage sind, ihr Potenzial vollkommen auszuschöpfen, muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Umschulungs- und Weiterbildungsprogramme gehören ebenso zu den Fördermaßnahmen wie finanzielle Unterstützung, um den Unternehmen die Umstellung zu erleichtern. Jedoch müssen selbst bei den besten Rahmenbedingungen, die Betriebe und die deren verantwortlichen Manager handeln. Das Management muss den Transformationsprozess steuern und umsetzen, dies kann die Politik nicht leisten. Unterstützung für diesen Transformationsprozess bietet Systems Engineering, die notwendige Grundlage zur Erfassung und Optimierung betrieblicher und administrativer Strukturen. »Eine konstante Analyse des Betriebsmodells sowie die Anpassung an einen dynamischen Markt stellt dabei das Hauptaugenmerk des Beratungsinstruments dar. Nur so sind die Einrichtungen offen für notwendige Veränderungen und damit einhergehend für die Entwicklung von Innovationen«, so die Entwicklungsberaterin. Letztlich stellt die Elektrifizierung ein ganzheitliches Phänomen dar, das auf sämtliche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen übergreift. Offenheit und Flexibilität aller betroffenen Akteure gelten als Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übergang. »Denn struktureller Wandel bedeutet immer auch eine Chance zur Weiterentwicklung, die erkannt und ergriffen werden muss«, resümiert Hünnemeyer.

Weitere Informationen unter www.huennemeyer.eu

 

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