Freiwillig oder unfreiwillig: Gründe für einen Energieversorgerwechsel gibt es viele

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Illustration: Absmeier, PortalJardin

 

In vielen Fällen bildet der Preis die ausschlaggebende Komponente für den Wechsel des Energieanbieters. Es kann jedoch andere Gründe für eine Umstellung geben: zum Beispiel, wenn der Versorger den Vertrag von sich aus kündigt. Das passiert entweder, wenn er den vor einigen Jahren garantierten Preis nicht mehr halten kann, oder, wenn er Insolvenz anmelden muss. »Schneit der Energieanbieter mit einer Kündigung ins Haus, gilt es schnell zu reagieren und sich einen Überblick zu verschaffen«, so Tobias Thiel, Geschäftsführer der enermarket GmbH sowie des gleichnamigen Online-Vergleichsportals mit Fokus auf Unternehmen.

Wechselfaktor Preisanstieg

Für den Großteil der Kunden stellen die Kosten das wichtigste Entscheidungsmerkmal beim Versorgerwechsel dar. Aus gutem Grund: 2019 haben bereits 403 Versorger eine Strompreiserhöhung angekündigt – fast jeder dritte Anbieter. Durchschnittlich sollen die Kosten um 5,3 Prozent steigen. Am 18. November 2019 endet die Ankündigungsfrist für Preisanpassungen zum Jahreswechsel. Zwar sind die Umlagen 2019 leicht gesunken, doch die Netzkosten stiegen im Schnitt um 2 Prozent, Großhandelspreise sogar um 43 Prozent in einem Jahr.[1] Die Anbieter reagieren auf höhere Netzgebühren und allgemeine Beschaffungskosten mit angeschraubten Preisen und geben die höheren Kosten direkt an ihre Kunden weiter. Thiel weiß, dass es darüber hinaus andere Wechselgründe für Unternehmen gibt: »Kunden zieht es wegen günstigerer Preise, aber auch wegen auslaufender Verträge oder kürzlich erhaltener Nachzahlungsrechnungen zu konkurrierenden Strom- und Gasanbietern. Auch die Aussicht auf Wechselprämien könnte in dem einen oder anderen Fall ein Grund sein.«

Verkehrte Welt: Anbieter kündigen

Neben den steigenden Kosten und Wechselgründen von Kundenseite gibt es Gründe aufseiten der Energieanbieter, den laufenden Vertrag zu kündigen: Wenn Netzentgelte, Umlagen oder Steuern – sogenannte Drittkosten – steigen, können die Versorger ihre vor zwei oder drei Jahren garantierten Preise in der Regel nicht mehr halten. »Im Gegensatz zum Privatkundenbereich lässt sich die Tarifwelt im Geschäftskundensegment leichter durchschauen. Hier haben sich bereits Angebote durchgesetzt, die nur den reinen Energiepreis ausweisen. Dank der erhöhten Transparenz haben Kunden einen besseren Einblick in die Preisentwicklung. Sie erkennen, an welcher Stelle eine Erhöhung auf Anbieterseite stattgefunden hat«, erklärt Energieexperte Thiel. »Handelt es sich um Abschlüsse, in denen nur der Energiepreis garantiert wird, kündigt der Anbieter auch nur bei dessen Anstieg. Drittkosten berechnen sie zudem normalerweise eins zu eins an den Abnehmer weiter und es gibt keine Fixierung im Vertrag. Der Kunde erhält so einen transparenten Markteinblick und einen einfachen Tarif.« Auch im Falle einer Insolvenz lösen Versorger die Abschlüsse auf: Aus diesem Grund gab es zu Beginn dieses Jahres zahlreiche Wechsel. Staatsanwaltschaften eröffneten unter anderem gegen die Versorgungsunternehmen e:veen, DEG Deutsche Energie und BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft Insolvenzverfahren. Allein im Fall der BEV waren 500.000 Kunden betroffen, die schnell einen neuen Anbieter finden mussten.[2]

Wie privat, so im Gewerbe

Bei Privatverbrauchern haben sich Online-Vergleichsportale in Wechselsituationen bereits vor Jahren durchgesetzt. Gewerbe- und Industriekunden nutzen diese Option allerdings noch selten. Oftmals sehen die Unternehmer bei einer Neuordnung ihrer Energieversorgung nicht die potenziellen Kosteneinsparungen, sondern den einhergehenden Aufwand. Speziell auf Betriebe ausgerichtete Plattformen erleichtern die Suche jedoch enorm. »Damit Unternehmen schnell und mühelos den sinnvollsten Tarif finden, bieten Vergleichsportale wie enermarket den Service, innerhalb von wenigen Sekunden das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln«, so Thiel. »Um einen Überblick über die Versorger und ihre Angebote zu erhalten, reicht die Angabe der Branche, der Lieferadresse und des ungefähren Jahresverbrauchs aus.« Die neutrale Plattform bietet eine transparente Leistungsübersicht und ermöglicht durch die Abbildung des reinen Energiepreises einen einfachen Vergleich.

Weitere Informationen finden Sie unter www.enermarket.de.

 

[1] https://strom-report.de/strompreise/strompreiserhoehung/ (2019).
[2] KREUTZER Consulting GmbH: Vertriebskanal Studie 2019.

 


 

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