Logistik-Studie: Online-Händler wollen trotz starkem Preisdruck nachhaltiger werden

 

  • Retouren: 64 Prozent haben noch nie Waren vernichtet
  • Verpackung: 42 Prozent halten Nachhaltigkeit für sehr wichtig
  • Versand: 65 Prozent nutzen mehrere Dienstleister parallel

 

Bereits zum dritten Mal befragte der Händlerbund in seiner Logistik-Studie 2019 Online-Händler zu den Themen Retouren, Versand und Verpackung. Die Ergebnisse zeigen: Deutlich mehr Online-Händler als 2018 fühlen sich der Nachhaltigkeit verpflichtet. Doch große Mengen beschädigter Retouren und der starke Kostendruck bestimmen weiterhin den Online-Handel. Die Händlerbund Logistik-Studie unter 531 Teilnehmern zeigt ein nicht-repräsentatives, aber aussagekräftiges Meinungsbild der E-Commerce-Branche.

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Retourenvernichtung zu 95 Prozent wegen beschädigter Waren

Jeder dritte Händler (33 Prozent) vernichtet gelegentlich geringe Mengen von Retourenware und nennt als Hauptgrund (95 Prozent) Beschädigungen. Ein Großteil der Befragten (78 Prozent) erhält Waren zurück, die mit einem durchschnittlichen Preisabschlag von 30 Prozent weiterverkauft werden müssen. Besonders häufig sind Textilien, Saisonartikel und Werkzeuge betroffen, die von unachtsamen Kunden in schlechtem Zustand retourniert werden. In einigen Fällen sorgen auch Recyclingkosten (18 Prozent) oder die Umsatzsteuerpflicht für Sachspenden (11 Prozent) dafür, dass Waren vernichtet werden.

Verpackungen sollen für 59 Prozent vor allem günstig sein

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Wie in den vergangenen Studien sind Preis (59 Prozent) und Sicherheit (49 Prozent) die wichtigsten Auswahlkriterien für Verpackungen im Online-Handel. Merkmale wie Wiederverwendbarkeit oder ansprechende Optik werden hingegen als unwichtig eingestuft. Während im Vorjahr nur 26 Prozent großen Wert auf die Nachhaltigkeit von Verpackung legten, waren es 2019 bereits 42 Prozent der Händler. Sogar 44 Prozent gaben an, ihre Verpackung in letzter Zeit nachhaltiger gestaltet zu haben.

DHL mit 86 Prozent bei Online-Händlern beliebter denn je

Der Versanddienstleister DHL führt erneut das Ranking der am häufigsten genutzten Paketzusteller an und steigerte sich seit 2016 von 60 auf 86 Prozent. Auch Deutsche Post, DPD und GLS holen auf. Bei Hermes (14 Prozent) und UPS (6 Prozent) sind die Zahlen rückläufig. Am wichtigsten ist 90 Prozent der Befragten die Zuverlässigkeit bei der Wahl des Dienstleisters. Auch die Sendungsverfolgung (79 Prozent), Schnelligkeit (73 Prozent) und niedrige Kosten (60 Prozent) sind für die Mehrzahl entscheidende Kriterien.

Die Logistik-Studie 2019 des Händlerbundes zeigt, der Online-Handel ist sich in Sachen Nachhaltigkeit längst seiner Verantwortung bewusst geworden. Dennoch beeinflussen der Preisdruck und das Kundenverhalten weiterhin maßgeblich das Geschäft. Andreas Arlt, CEO beim Händlerbund sagt: »Wir alle sind gefragt, in Zukunft Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit besser miteinander zu vereinbaren. Die Ergebnisse der Händlerbund Logistik-Studie zeigen, dass im Online-Handel bereits ein Umdenken begonnen hat. Um die Ziele erreichen zu können, setzen wir auch auf die Bereitschaft der Kunden, sich für innovative Logistikprozesse zu öffnen und mit uns an einem Strang zu ziehen.”

Alle Ergebnisse und Grafiken zum kostenfreien Download: Logistik-Studie 2019

 

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