WhatsApp? Warum Unternehmen Shadow Collaboration seit Jahren falsch anpacken

Illustration Absmeier foto ki designer

Shadow Collaboration bleibt für Unternehmen ein unterschätztes Risiko: Mitarbeitende greifen auf nicht freigegebene Tools zurück, wenn offizielle Lösungen zu kompliziert, zu langsam oder im Arbeitsalltag nicht ausreichend nutzbar sind. Entscheidend ist daher nicht nur Kontrolle, sondern die Bereitstellung sicherer Alternativen, die ebenso einfach funktionieren wie private Apps.

 

Management Summary

  • Shadow Collaboration entsteht vor allem dort, wo offizielle Tools den Arbeitsalltag nicht schnell, einfach oder vollständig genug unterstützen.
  • Das Risiko ist erheblich: Unkontrollierte Datenflüsse können Compliance-Verstöße, Reputationsschäden, Auftragsverluste und Datenverlust verursachen.
  • Regeln, Schulungen und Verbote reichen allein nicht aus, wenn Mitarbeitende in zeitkritischen Situationen praktikable Alternativen benötigen.
  • Sichere Collaboration-Plattformen müssen Datenschutz, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, zentrale Administration und einfache Nutzung miteinander verbinden.
  • Shadow Collaboration App Replacement ist ein strategischer Ansatz, um unsichere Tools nicht nur zu blockieren, sondern durch nutzerfreundliche und regelkonforme Lösungen zu ersetzen.

 

 

WhatsApp für die schnelle Abstimmung, WeTransfer für große Dateien, frei verfügbare KI-Tools für den nächsten Textentwurf: Unternehmen und Regierungen haben seit vielen Jahren Probleme, nicht freigegebene oder nicht regelkonforme Apps aus dem Büro zu verbannen. Wie verbreitet das Problem ist, zeigt die von Wire beauftragte Studie State of Secure Collaboration 2026: Demnach teilen 48 Prozent der befragten Organisationen sensible Informationen über Tools, die nicht für sichere Kommunikation entwickelt wurden. Regeln, Druck und Kontrollen haben bisher wenig geholfen, weil das Grundproblem nicht gelöst ist: die Usability.

Wer als Unternehmen nicht kontrollieren kann, wohin Firmendaten fließen, wer darauf zugreifen kann, in welcher Jurisdiktion sie liegen und ob gesetzliche Vorgaben eingehalten werden, hat ein erhebliches Problem. Die Folgen können gravierend sein: Aufträge können ausbleiben, die Reputation kann leiden und im schlimmsten Fall drohen Strafzahlungen oder Datenverlust.

Mitarbeitende nutzen häufig Tools und Apps, die sie aus ihrem Privatleben kennen. Das ist nicht nur eine Frage der Gewohnheit. Oft sind diese Anwendungen so einfach einzurichten und zu bedienen und ermöglichen einen so unkomplizierten Datenaustausch, dass ihre Nutzung im Arbeitsalltag schlicht effizient erscheint.

Besonders deutlich wird das, wenn es schnell gehen muss: Eine größere Datei muss kurzfristig mit externen Personen ausgetauscht werden, eine Freigabe funktioniert nicht oder für eine neue Projektgruppe fehlen die nötigen Berechtigungen. Wenn die vorgesehenen Werkzeuge dann zu sperrig sind oder die IT erst eingreifen muss, entstehen Ausweichbewegungen. Mitarbeitende entscheiden sich für das Werkzeug, mit dem sie ihre Arbeit erledigen können, auch wenn sie damit im Zweifel Compliance-Vorgaben verletzen.

 

Wo Unternehmen ansetzen sollten

Für IT-Verantwortliche und Geschäftsführung reicht es daher nicht, Regeln einzuführen, Schulungen anzubieten und mit Konsequenzen zu drohen. Denn all das passiert bereits. Unternehmen müssen auch Software und Plattformen einsetzen, die sich nicht nur gut administrieren lassen, sondern zugleich eine hohe Usability bieten. Das heißt konkret: Sie müssen auch dann einfach zu nutzen sein, wenn besondere oder zeitkritische Situationen eintreten.

Genau hier setzt Shadow Collaboration App Replacement an. Statt nicht freigegebene Anwendungen lediglich zu sperren, geht es darum, sichere Alternativen bereitzustellen, die dieselben Anforderungen im Arbeitsalltag abdecken und ähnlich unkompliziert funktionieren. Mitarbeitende sollen ihre Arbeit erledigen können, ohne dafür auf andere Dienste ausweichen zu müssen, während die IT zugleich die Kontrolle über Zugriffe, Datenflüsse, Compliance und Datensouveränität behält.

Dass es dabei nicht nur um einzelne Ausnahmen geht, zeigen auch die Umfragedaten. 39 Prozent der Befragten geben an, dass Teile ihrer Collaboration-Workflows von den offiziellen Tools nicht abgedeckt werden. Nur 29 Prozent halten ihre aktuellen Lösungen für vollständig geeignet für sensible Kommunikation.

 

Beispiel: Alternative zu Whatsapp

Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Beispiel WhatsApp. Wer den Messenger aus dem Unternehmensalltag verdrängen will, braucht eine Alternative wie Wire, die hohe Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit erfüllt, Kommunikation Ende-zu-Ende verschlüsselt und zentral durch die Unternehmens-IT administriert werden kann.

Der Messenger ermöglicht es beispielsweise Nutzern, neue Gruppen selbst einzurichten und darüber direkt Dateien auszutauschen. Auch Gäste außerhalb der Organisation können eingeladen werden. Sie können über den Browser teilnehmen und benötigen dafür keinen eigenen Client. Innerhalb der Anwendung sind externe Gäste zudem entsprechend gekennzeichnet.

Trotz dieser Freiheiten können Administratoren Gruppen verwalten und dafür sorgen, dass unternehmensinterne Vorgaben eingehalten werden. Die Weitergabe einer Telefonnummer ist für die Teilnehmer nicht notwendig; interne Mitarbeitende lassen sich unter anderem über Single Sign-on (SSO) und System for Cross-domain Identity Management (SCIM) administrieren.

Dass solche Anforderungen längst kein Nischenthema mehr sind, zeigt auch die Verbreitung entsprechender Lösungen: Wire wird nach Angaben des Unternehmens von mehr als 1.800 Organisationen eingesetzt.

Entscheidend ist letztlich, ob die vorgesehenen Werkzeuge auch unter realen Arbeitsbedingungen funktionieren. Gelingt das, verliert Shadow IT einen wesentlichen Teil ihrer Attraktivität.

 

Benjamin Schilz  

Benjamin Schilz ist seit Januar 2024 Chief Executive Officer (CEO) des Berliner Unternehmens Wire, einem Anbieter für sichere Messaging- und Kollaborationslösungen für Regierungen und Unternehmen. Bei Wire treibt Schilz die internationale Expansion voran und setzt sich für digitale Souveränität, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und europäische Datenschutzstandards ein.

 

[1] https://start.wire.com/de/state-of-the-secure-collaboration

 

FAQ

Was bedeutet Shadow Collaboration?
Shadow Collaboration bezeichnet die Nutzung nicht freigegebener Kommunikations-, Datei- oder KI-Tools für berufliche Zwecke. Sie entsteht meist, wenn offizielle Anwendungen für bestimmte Aufgaben zu langsam, zu komplex oder nicht verfügbar sind.

Warum sind Verbote allein nicht wirksam?
Verbote lösen das zugrunde liegende Nutzungsproblem nicht. Wenn Mitarbeitende schnell Dateien teilen, externe Personen einbinden oder neue Gruppen erstellen müssen, wählen sie oft das Werkzeug, das unmittelbar funktioniert.

Welche Anforderungen sollte eine sichere Alternative erfüllen?
Sie sollte einfach bedienbar sein, externe Zusammenarbeit ermöglichen, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten, zentral administrierbar sein und Anforderungen an Datenschutz, Compliance und Datensouveränität erfüllen.

Was ist der Vorteil von Shadow Collaboration App Replacement?
Der Ansatz ersetzt unsichere Ausweichlösungen durch freigegebene Tools, die denselben praktischen Nutzen bieten. Dadurch sinkt der Anreiz zur Nutzung nicht autorisierter Apps, während Unternehmen Kontrolle über Datenflüsse und Zugriffe behalten.

Welche Risiken entstehen durch nicht freigegebene Collaboration-Tools?
Nicht freigegebene Tools können dazu führen, dass sensible Informationen außerhalb kontrollierter Unternehmensumgebungen verarbeitet, gespeichert oder geteilt werden. Dadurch steigen Risiken für Datenschutz, Compliance, Informationssicherheit und Nachvollziehbarkeit.

Warum greifen Mitarbeitende trotzdem auf private oder externe Tools zurück?
Meist geht es nicht um bewusste Regelverstöße, sondern um Effizienz. Wenn offizielle Anwendungen zu kompliziert sind, Freigaben fehlen oder externe Beteiligte nur schwer eingebunden werden können, suchen Mitarbeitende nach schnelleren Lösungen.

Welche Rolle spielt die IT-Abteilung bei der Vermeidung von Shadow Collaboration?
Die IT sollte nicht nur Verbote aussprechen, sondern nutzerfreundliche, sichere und zentral steuerbare Alternativen bereitstellen. Entscheidend ist, dass diese Lösungen reale Arbeitsabläufe abdecken und zugleich Kontrolle über Zugriffe, Datenflüsse und Richtlinien ermöglichen.

Wie können Unternehmen den Umstieg auf sichere Tools fördern?
Der Umstieg gelingt besser, wenn sichere Tools einfach zugänglich sind, klare Anwendungsfälle abdecken und aktiv in bestehende Prozesse integriert werden. Schulungen, interne Kommunikation und Vorbilder aus Führung und Fachabteilungen unterstützen die Akzeptanz zusätzlich.

 

Über Wire
Wire ist eine sichere Kommunikationsplattform für Organisationen, die eine vollständige Suite an Messaging-, Audio-, Video- und Filesharing-Funktionen für Teams jeder Größe bietet. Die Plattform schützt die Kommunikation mittels der branchenweit strengsten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung basierend auf dem MLS-Standard – für Nutzer stets verfügbar, aber unsichtbar. Wire stellt eine echte Alternative zu Kollaborationslösungen großer Technologiekonzerne dar, deren Geschäftsmodelle oft sensible Kundendaten monetarisieren und Sicherheitslücken in Kauf nehmen. Wire verbindet produktive Zusammenarbeit mit höchsten Anforderungen an Datenschutz, Privatsphäre und Compliance. Regierungen, Verteidigungsorganisationen sowie globale Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen vertrauen Wire ebenso wie Millionen Nutzer weltweit.  
Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

 

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