
Illustration Absmeier foto freepik ki
Der neue NETSCOUT DDoS Threat Intelligence Report zeigt eine dramatische Verschärfung der Cyberbedrohungslage durch hacktivistische Aktivitäten und die Nutzung von DDoS-Attacken als präzisionsgelenkte Waffen mit geopolitischem Einfluss: In der zweiten Jahreshälfte 2025 wurden weltweit mehr als acht Millionen DDoS-Angriffe registriert [1]. Besonders auffällig ist der Druck auf kritische Infrastrukturen, ausgelöst durch Hacktivisten, DDoS-for-hire-Dienste und Botnetze.
Die DDoS-Bedrohungslage in der DACH-Region zeigt im Jahr 2025 eine deutliche strukturelle Verschiebung, bei der sich der Fokus zunehmend von massenhaften Volumenangriffen hin zu leistungsstärkeren und strategisch eingesetzten Angriffsszenarien verlagert.
Rechenzentren und Hosting-Dienste in Deutschland am stärksten betroffen
DDoS-Angriffe haben es insbesondere auf digitale Kerninfrastrukturen abgesehen, wobei Computing Infrastructure Provider wie Rechenzentren, Hosting- und Datenverarbeitungsdienste mit mehr als 70.000 registrierten Angriffen mit deutlichem Abstand an der Spitze stehen. Dahinter folgen kabelgebundene Telekommunikationsanbieter mit 28.981 sowie Mobilfunkanbieter mit 21.524 Angriffen. Die Angriffsfrequenz ist damit eindeutig dort am höchsten, wo Störungen eine maximale Breitenwirkung entfalten können.

Dass auch transport- und mobilitätsnahe Infrastrukturen zunehmend ins Visier geraten, zeigte Anfang 2026 der DDoS-Angriff auf die Deutsche Bahn. Die Attacke erfolgte laut Unternehmensangaben in mehreren Wellen. Betroffen waren insbesondere die Auskunfts- und Buchungssysteme, darunter die Website bahn.de sowie die App »DB Navigator«. Zwar zählt der Mobilitätssektor nicht zu den drei dominierenden Telekommunikations- oder Hosting-Kategorien, gehört jedoch in Deutschland zu den am stärksten angegriffenen Branchen außerhalb der klassischen Netz- und Infrastruktursegmente.
Unterschiedliche Belastungsmuster in der Schweiz und Österreich
In der Schweiz ist im Jahr 2025 ein leichter Anstieg von rund 4 % vom ersten auf das zweite Halbjahr auf insgesamt 43.466 Angriffe zu verzeichnen. Deutlich markanter ist jedoch die Angriffsdauer im zweiten Halbjahr 2025 (106,45 Minuten), die die Vergleichswerte in Österreich und Deutschland übertrifft.
Für Österreich zeigt sich ein etwas anderes Muster als in der Schweiz: Hier dominiert klar die Angriffsfrequenz bei kabelgebundenen Netzbetreibern, während die längsten Angriffe auf digitale Infrastruktur- und Hosting-Anbieter zielen. Mit 13.867 Angriffen stehen kabelgebundene Anbieter deutlich an erster Stelle und die Angriffe sind zahlreich, aber eher kurz bis mittellang angelegt. Das spricht für wiederkehrende, volumenbasierte Störversuche gegen klassische Netzbetreiber. Anbieter von IT-Infrastruktur folgen auf Platz zwei, mobile Netzbetreiber auf Platz drei – das Muster entspricht damit dem regionalen Trend. Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte konzentrieren sich DDoS-Angriffe in allen drei Ländern auf systemrelevante Telekommunikations- und Infrastruktursektoren.
Dass DDoS-Angriffe im Umfeld internationaler Großereignisse zusätzliche Dynamik entfalten können, bestätigten die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina: Im Rahmen einer Angriffswelle der pro-russischen Gruppe NoName057(16) war unter anderem die Website des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) zeitweise betroffen und für rund eine Stunde lahmgelegt.
Qualitative Verschiebung der Bedrohungslage
Der aktuelle NETSCOUT Threat Intelligence Bericht zeigt, dass die DDoS-Entwicklung 2025 in der DACH-Region weniger von reiner Quantität, sondern mehr von qualitativer Eskalation geprägt ist. Multi-Vektor-Angriffe gehören weiterhin zum festen Bestandteil des DDoS-Geschehens, sodass unterschiedliche Angriffsmethoden kombiniert und teils während der laufenden Attacke angepasst werden, um Erkennungs- und Abwehrmechanismen zu umgehen. Der zunehmende Einsatz KI-gestützter Werkzeuge senkt zudem die technische Einstiegshürde für bestimmte Angriffstypen, denn Botnet-Steuerung oder Schwachstellenanalysen lassen sich stärker automatisieren. Large Language Models (LLMs) die auch im Dark-Web-Umfeld (»Dark LLMs«) genutzt werden, beschleunigen diese Abläufe zusätzlich und erleichtern die operative Umsetzung. Angesichts der technologischen Fortschritte im Bedrohungsumfeld sind intelligente und zunehmend autonome Verteidigungsmaßnahmen erforderlich, um systemische Betriebsstörungen wirksam zu begrenzen.
[1] https://www.netscout.com/threatreport/global-highlights/

736 Artikel zu „DDoS“
Ausgabe 1-2-2026 | Security Spezial 1-2-2026 | News | IT-Security
Warum DDoS-Abwehr heute geschäftskritisch ist – Digitale Resilienz stärken
Gezielte DDoS-Angriffe auf Unternehmen und öffentliche Verwaltungen nehmen rasant zu und bedrohen nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch Geschäftserfolg und Reputation – Standardlösungen stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. Nur dedizierte, intelligente und skalierbare Abwehrsysteme sichern digitale Resilienz und schützen nachhaltig vor finanziellen Schäden und Vertrauensverlust.
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Mehr Angriffe, höhere Lasten: Bilanz zur DDoS-Lage 2025
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DDoS-Angriffe dominieren weiterhin das digitale Spielfeld
KI-Integration, anhaltende Hacktivisten-Kampagnen und staatliche Akteure, die DDoS-Angriffe als Waffe nutzen, schaffen beispiellose Risiken für Unternehmen weltweit. Netscout Systems, hat seinen neuesten Threat Intelligence Report veröffentlicht, der die Entwicklung von Distributed-Denial-of-Service-Angriffen (DDoS) detailliert beschreibt [1]. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wurden mehr als 8 Millionen DDoS-Angriffe weltweit überwacht, darunter 3,2 Millionen in…
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Neuer DDoS-Report von Link11: Der Kampf gegen die Hydra – Komplexität und Anzahl der Attacken erneut gestiegen!
Der DDoS-Report von Link11 verzeichnet im Jahresvergleich 2020/21 einen Anstieg von DDoS-Attacken im internationalen Link11-Netzwerk um 41 Prozent. Die höchste Attacke erreichte dabei kumuliert rund 4,5 Tbps. Die durchschnittliche Höchst-Angriffsbandbreite hat sich damit nahezu verdreifacht – von 161 Gbps auf 437 Gbps.
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Wenn Hacker Webseiten in die Knie zwingen: Best Practices gegen DDos-Angriffe
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DDoS Threat Report: Aufgrund der Pandemie so viele Angriffsziele wie nie zuvor
Steigende Zahl von DDoS-Angriffstools und gewaltige Botnets ermöglichen es Cyberkriminellen, verheerende DDoS-Angriffe durchzuführen. Der aktuelle DDoS Threat Intelligence Report von A10 Networks zeigt, dass die Pandemie nicht nur weitreichende gesellschaftliche Folgen hatte, sondern auch immensen Einfluss auf die Bedrohungslage im digitalen Raum genommen hat [1]. Insbesondere durch die stetig steigende Anzahl an DDoS-Angriffstools und aufgrund…
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Die meisten DDoS-Angriffe stammen aus den USA und China
Der aktuelle Threat Intelligence Report von A10 Networks zeigt, dass die USA und China die führenden Herkunftsländer von Distributed Denial of Service-Angriffen (DDoS) sind [1]. Zudem verdeutlichen die Ergebnisse, dass DDoS-Angriffe in Umfang, Häufigkeit und Komplexität weiter zunehmen und Hacker für ihre Zwecke zu immer unterschiedlicheren Strategien greifen. So werden DDoS-Botnet-Werkzeuge immer häufiger eingesetzt, während…
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DDoS-as-a-Service wächst trotz Razzien und Verhaftungen
Nach Angaben der Sicherheitsspezialisten von Radware haben Razzien, Verhaftungen und die Beschlagnahmung von Servern keine nennenswerten Auswirkungen auf das Wachstum illegaler Booter- und Stresser-Dienste. Solche Dienste, auch als DDoS-as-a-Service bezeichnet, werden von vielen Hackern angeboten, die auf diese Weise ihre bestehenden Botnets vermarkten, wenn sie diese nicht gerade selbst für eine Attacke einsetzen. Sie agieren…
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Neue Bedrohungsszenarien: 5G – Highspeed auch für DDoS-Angriffe
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Cyberkriminelle nutzen verstärkt IoT-Geräte für DDoS-Angriffe
Laut aktuellem Report lassen sich IoT-Geräte mit Machine-to-Machine-Kommunikationsprotokoll zunehmend für Angriffe ausnutzen. Der neue D»DoS Threat Intelligence Report« zeigt, welche Tools Hacker für ihre Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffe nutzen und welche Ziele sie dabei angreifen. Im Zuge der Studie entdeckte A10 Networks, dass verstärkt IoT-Geräte ausgenutzt werden, um Ziele weltweit mit synchronisierten Attacken…
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DDoS-Angriff kann Unternehmen Millionen kosten
Starker Anstieg der Schadenshöhe gegenüber Vorjahr. Die Kosten von Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS-Attacken) für Unternehmen steigen erheblich an. Pro Angriff auf kleine und mittlere Unternehmen belaufen sich die Kosten inzwischen auf 123.000 US-Dollar, bei Großunternehmen beträgt der finanzielle Schaden im Schnitt sogar 2,3 Millionen US-Dollar. Dennoch verwendet nur rund jedes fünfte Unternehmen eine spezielle Sicherheitslösung gegen DDoS-Attacken.…
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Checkliste: Fünf Empfehlungen für den Umgang mit DDoS-Angriffen
DDoS-Studie belegt frappierende Selbstüberschätzung von Unternehmen in Bezug auf die IT-Sicherheit – es fehlen Sicherheitsanalysen und strategisches Vorgehen. Die Studie des Content-Delivery-Network- und Cloud-Security-Spezialisten CDNetworks zeigt eine große Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Selbsteinschätzung in Unternehmen hinsichtlich ihrer IT-Sicherheit [1]. Der Großteil (83 %) der über 300 in der DACH-Region und in Großbritannien befragten Unternehmen war…



