
Illustration Absmeier foto freepik
Eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom zeigt, dass viele Nutzer dem Einsatz von KI weiterhin skeptisch gegenüberstehen [1]. Zugleich verbindet sich mit der Technologie das Risiko sogenannter Halluzinationen und fehlerhafter Ergebnisse.

Quelle: aaplord
Der Ansatz »Human in the Loop« minimiert diese Vorbehalte und Risiken weitgehend durch Kontrolle der Ergebnisse und Training von KI-Modellen, wie Thomas Uber, Geschäftsführer der applord GmbH, erläutert.
Laut der Bitkom-Studie setzt inzwischen jedes dritte Unternehmen in Deutschland KI ein. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Dieser Trend wird anhalten, denn fast jedes zweite Unternehmen (47 %) plant oder diskutiert den Einsatz von KI. Als weiteres Ergebnis der Studie bevorzugen 93 Prozent der befragten Unternehmen einen KI-Anbieter aus Deutschland, um so die eigene digitale Souveränität über Modelle und Daten zu gewährleisten. Allerdings nennen auch 38 Prozent der Teilnehmenden die »mangelnde Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse« als zentrale Hürde von KI. Es klafft also eine deutliche Lücke zwischen dem Potenzial von KI und dessen vollständiger Umsetzung im Unternehmensalltag. Nötig ist ein Ansatz, der von der risikobehafteten Blackbox weg- und zu einem kontrollierbaren, skalierfähigen Business-Asset hinführt.
»Human in the Loop« – mit Netz und doppeltem Boden
»Human in the Loop« ist ein solcher Ansatz. Dabei werden Menschen systematisch eingebunden, um die Ergebnisse der KI-Modelle zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Im Rahmen der KI-gestützten Dokumentenverarbeitung (Intelligent Document Processing, IDP) beginnt dies bereits beim Trainieren der Modelle: Mitarbeitende klassifizieren die Dokumente und extrahieren relevante Daten. Diese Informationen dienen als Grundlage für das Training der KI. Je nach Dokumententyp sind erfahrungsgemäß bei etwa fünf bis 20 Prozent der KI-Ergebnisse zunächst manuelle Korrekturen erforderlich – mit sinkender Tendenz. Denn durch menschliches Feedback steigt die Lernkurve von KI-Modellen fortlaufend, sodass sich ihre Ergebnisse bei der Erkennung von Dokumenten und der Extraktion von Inhalten stetig verbessern. Werden neue Dokumententypen hinzugefügt, sollte menschliche Expertise ebenfalls in das Training einbezogen werden. Mithilfe der so gewonnenen und gespeicherten Informationen kann die KI ab einem definierten Qualitätsniveau selbstständig neue Modelle entwickeln. Deren Ergebnisse werden durch den Menschen so lange überprüft, bis eine stabile, verlässliche Klassifizierung und Extraktion gewährleistet ist. Erst dann erfolgt eine automatisierte Übertragung der Informationen ins Zielsystem ohne menschlichen Eingriff.
Unabhängig vom erreichten Automatisierungsgrad sollten Menschen KI-Ergebnisse immer dann prüfen, wenn diese mit weitreichenden Folgen verbunden sind. Im Finanzwesen etwa empfiehlt sich bei ungewöhnlich hohen Rechnungsbeträgen oder Buchungsposten, die die KI erkannt hat, eine Prüfung durch den Menschen.
Insgesamt ermöglicht der »Human-in-the-Loop«-Ansatz, Ergebnisse von KI nachzuvollziehen und zu interpretieren, fundierte Entscheidungen zu treffen sowie Verzerrungen zu identifizieren und somit Risiken systematisch zu minimieren. Insofern steigert »Human in the Loop« auch die Akzeptanz von KI-Modellen, da Mitarbeitende deren Ergebnisse überprüfen können und so Vertrauen in das System entwickeln. Auf diese Weise adressiert das Konzept direkt die in der Bitkom-Umfrage identifizierte Herausforderung der mangelnden Transparenz.
Fazit
KI ist keine Plug-and-Play-Technologie. Vielmehr erfordert sie kontinuierliche Überwachung, Anpassung und Optimierung. Derart betrieben, ergänzt sie den Menschen in idealer Weise, ohne ihn zu ersetzen. Vielmehr potenziert sie die Fähigkeiten der Mitarbeitenden, befreit sie von lästigen Routinearbeiten und steigert somit die menschliche Produktivität.
Der »Human-in-the-Loop«-Ansatz verbindet die Stärken leistungsfähiger Algorithmen mit dem Urteilsvermögen und Fachwissen von Menschen. So versetzt er Unternehmen auch in die Lage, transparent arbeitende, zuverlässige KI-Modelle selbstständig zu generieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
[1] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Durchbruch-Kuenstliche-Intelligenz
1176 Artikel zu „Human KI“
News | IT-Security | Künstliche Intelligenz | Whitepaper
KI braucht Menschen: Human in the Loop
Künstliche Intelligenz hält Einzug in immer mehr Unternehmensprozesse. Doch viele KI-Initiativen bleiben hinter den Erwartungen zurück – nicht wegen der Technologie, sondern wegen fehlender Akzeptanz und Kontrolle. Genau hier setzt unser neues Whitepaper »Human in the Loop« an. Es zeigt, warum menschliche Einflussmöglichkeiten zum entscheidenden Erfolgsfaktor für KI-gestützte Systeme werden – und wie Unternehmen…
News | Business | Digitale Transformation | Trends 2024 | Favoriten der Redaktion | Trends Geschäftsprozesse | Künstliche Intelligenz | New Work | Strategien
AI Everywhere: »Human-First«-Strategie für die KI-gestützte Zukunft der Arbeit
Die Studie zeigt, dass Unternehmen eine KI-DNA entwerfen, KI-Orchestratoren schaffen und in Experten statt in Manager investieren müssen – und das als Teil einer dreistufigen Vorgehensweise. Unit4, ein Anbieter von cloudbasierten Unternehmensanwendungen für kunden- und mitarbeiterorientierte Organisationen, hat einen von Unit4 gesponserten IDC InfoBrief mit dem Titel «The Path to AI Everywhere: Exploring the…
News | IT-Security | Künstliche Intelligenz
Data Science für die IT-Sicherheit: KI-Human-Teams können Cyberangreifer stoppen
Trotz der erstaunlichen Fortschritte bei der Leistung der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren ist keine KI perfekt. Tatsächlich wird die Unvollkommenheit einer KI in der Regel durch die Messung der Genauigkeit des Modells an einem Testdatensatz deutlich gemacht. Perfekte Ergebnisse werden weder erwartet noch sind sie üblich. Christopher Thissen, Data Scientist bei Vectra…
News | IT-Security | Kommentar
Warum KI das klassische Sicherheitsmodell aushebelt
KI beschleunigt Angriffe schneller, als klassische Sicherheitsmodelle reagieren können. Warum Erkennung und Reaktion nicht mehr ausreichen – und weshalb Eindämmung zur entscheidenden Disziplin für Unternehmenssicherheit wird. Jahrelang war »assume a breach«, also »von einem Sicherheitsvorfall auszugehen« eine nützliche Denkweise in der Sicherheit, um eine bessere Erkennung und Reaktion zu fördern. Mit Initiativen wie Project…
News | IT-Security | Tipps
Mensch im Fokus: Fünf Stellhebel gegen Insider‑Risiken und KI‑gestützte Angriffe
Gute Sicherheitsstrategien scheitern heute weniger am fehlenden Wissen über Bedrohungen als an der konsequenten Umsetzung wirksamer Maßnahmen. Trotz wachsender Risiken durch Insider, KI‑gestützte Angriffe und erweiterte Kollaborationsplattformen arbeiten viele Unternehmen weiterhin mit fragmentierten Sicherheitsansätzen. Welche fünf Handlungsfelder sind jetzt entscheidend, um menschliche Risiken wirksam zu reduzieren? Das Problem in den meisten Organisationen ist nicht…
News | Trends 2026 | Business | Trends Wirtschaft | Geschäftsprozesse | IT-Security
Cyber ist weltweit das Top-Risiko, während KI-Risiken auf Platz 2 springen
Cyber, insbesondere Ransomware-Angriffe, zum fünften Mal in Folge auf Platz 1 der Unternehmensrisiken (42 Prozent der Antworten weltweit). 32 Prozent der Befragten bewerten künstliche Intelligenz (KI) als branchenübergreifendes, hohes Risiko und sorgen für einen Sprung von Platz 10 auf 2. In Deutschland liegen Cyberattacken und Betriebsunterbrechungen weiterhin auf den Plätzen 1 und 2 – angesichts…
News | Business | Business Process Management | Favoriten der Redaktion | Künstliche Intelligenz
Vertrauenswürdige KI ist mehr als ein Prompt
Warum verlässliche KI-Ergebnisse eine strukturierte Wissensbasis voraussetzen und wie Unternehmen diese systematisch aufbauen können. Über ein Viertel der deutschen Unternehmen sieht den Einsatz künstlicher Intelligenz inzwischen als potenzielles Geschäftsrisiko, so das Ergebnis des Allianz Risk Barometer 2026 [1]. Fehlerhafte KI-Ergebnisse im Kundenkontakt oder in der Produktion werfen zunehmend Haftungsfragen auf. Die Risiken generativer KI…
News | Trends 2026 | Business | Digitale Transformation | Favoriten der Redaktion | Trends Geschäftsprozesse | Künstliche Intelligenz | New Work | Strategien | Tipps | Whitepaper
Belegschaft bislang unzureichend auf den Einsatz von KI vorbereitet
Trotz der rasanten Einführung von KI-Tools in Unternehmen, etwa von Microsoft 365 Copilot oder Google Workspace, zeigt die Untersuchung »AIQ 2.0: Mitarbeitende sind weiterhin nicht bereit für den erfolgreichen Umgang mit KI am Arbeitsplatz« von Forrester eine wachsende Lücke zwischen der technischen Einführung von KI und der tatsächlichen Bereitschaft der Mitarbeitenden, diese effektiv zu nutzen…
News | Trends 2026 | Business | Effizienz | Favoriten der Redaktion | Trends Services | Künstliche Intelligenz | New Work | Services
Bei generativer KI jagen Unternehmen weiterhin dem transformativen Nutzen hinterher
Geringe KI-Kompetenz, uneinheitliche Einführung und nur marginale Produktivitätsgewinne begrenzen die Wirkung im Unternehmensmaßstab. Laut dem neuesten Bericht von Forrester, Accelerate Your AI Voyage, haben die meisten Unternehmen Schwierigkeiten, die zunehmende KI-Einführung und KI-Investitionen in messbare Geschäftswirkung zu überführen [1]. Einer der zentralen Faktoren, die Unternehmen ausbremsen, ist ein niedriger Artificial Intelligence Quotient (AIQ) —…
News | Trends 2026 | Business | Digitale Transformation | Trends Wirtschaft | Lösungen | New Work
Souveränität für europäische Tech-Ökosysteme: »Top 100 Rising European Startups« Ranking
Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe der »Top 100 Rising European Startups« präsentiert VivaTech die zweite Ausgabe des Rankings. Zwölf Länder sind vertreten, wobei das Vereinigte Königreich (28), Frankreich (23) und Deutschland (23) als bedeutende Brutstätten für Unternehmen hervorstechen. Die sechs am stärksten vertretenen Sektoren sind Artificial Intelligence (unterteilt in sechs Unterkategorien); FinTech; Cybersecurity; HealthTech;…
News | Trends 2026 | Trends Kommunikation | Kommunikation | Künstliche Intelligenz | Services
Für ein Viertel ist KI bereits wie eine »digitale Bezugsperson«
Vom Tool zum Gefühl: KI kommt in der Liebe an. Für 26 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer ist KI wie eine »digitale Bezugsperson«. Fast ein Fünftel nutzt KI für Familie, Freundschaft und Partnerschaft. KI könnte für jeden zehnten Mann reale Liebe ersetzen. Mehrheit glaubt, KI verändert menschliche Beziehungen grundlegend. Künstliche Intelligenz ist immer da. Sie hört zu, gibt…
News | Business Process Management | Effizienz | Kommunikation | Künstliche Intelligenz | Strategien | Tipps
Mit KI zu neuen Forschungsthemen in den Materialwissenschaften
Die Zahl wissenschaftlicher Publikationen wächst so schnell, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst im eigenen Fachgebiet nicht mehr alle Arbeiten überblicken können. Wie sich aus dieser Fülle dennoch neue Forschungsideen ableiten lassen, zeigen Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gemeinsam mit Partnern in einer aktuellen Studie: Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) werten sie Publikationen in…
News | Kommunikation | Künstliche Intelligenz
Die unsichtbare Verschiebung unserer Meinungen durch KI
KI-Systeme wie ChatGPT können Perspektiven verzerren – ein Risiko, das bislang nur teilweise erfasst wird. Große Sprachmodelle beeinflussen zunehmend, wie Menschen Informationen wahrnehmen und bewerten. Die Studie »Communication Bias in Large Language Models: A Regulatory Perspective«, erschienen im Journal »Communications of the ACM«, zeigt nun, dass diese Systeme gesellschaftliche und politische Perspektiven verzerren können…
News | Trends 2026 | Trends 2028 | Business Process Management | Digitale Transformation | Trends Wirtschaft | Geschäftsprozesse | Künstliche Intelligenz | New Work
Ergebnisorientierte Workflows verdrängen assistive KI
Die erste tiefgreifende Veränderung wird genehmigungsintensive, zeitkritische Workflows treffen und zwar dort, wo KI Entscheidungsverzögerungen reduziert und Entscheidungsbefugnisse an richtliniengebundene Agenten überträgt. Bis 2028 wird mehr als die Hälfte aller Unternehmen keine Ausgaben mehr für assistive Intelligenz (wie Copiloten und Smart Advisors) tätigen, sondern stattdessen Plattformen bevorzugen, die konsequent auf Workflow-Ergebnisse ausgerichtet sind. Zu…
News | Business Process Management | Effizienz | Favoriten der Redaktion | Geschäftsprozesse | Künstliche Intelligenz | New Work
KI für KMU: Viele Ideen, (zu) wenig Speed
Wie KI zum Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands wird. Der deutsche Mittelstand steht seit Jahrzehnten für Ingenieurskunst, Qualität und verlässliche Kundenbeziehungen. Doch die Spielregeln haben sich geändert: Heute entscheidet nicht mehr nur das bessere Produkt, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der aus Ideen funktionierende Abläufe werden. KI kann genau diesen Hebel umlegen: Sie…
News | Business Process Management | Künstliche Intelligenz | Services
Service Management: KI-Agenten ermöglichen proaktives Handeln
Entspricht in Ihrem Unternehmen der aktuelle Nutzen von KI den Erwartungen? Mit der Einführung KI-basierter Agenten verändert sich die Art und Weise, wie KI im Unternehmen eingesetzt wird, grundlegend – und damit auch der tatsächlich erzielte Mehrwert. Die aktuelle Diskussion über die Notwendigkeit von KI-Agenten lenkt den Blick auf ein offensichtlich weit verbreitetes Problem:…
News | Business | Digitalisierung | Favoriten der Redaktion | IT-Security | Künstliche Intelligenz | New Work | Strategien
Model Collapse und Datenökologie: Warum die englischsprachige Wikipedia KI‑generierte Artikeltexte untersagt
Abstract Die englischsprachige Wikipedia hat den Einsatz großer Sprachmodelle (LLMs) zum Generieren oder Umschreiben von Artikelinhalt untersagt und nur eng begrenzte Ausnahmen für Copyediting eigener Texte sowie Übersetzungsunterstützung zugelassen. Diese Entscheidung lässt sich nicht allein als redaktionelles Qualitätsinstrument verstehen, sondern als datenökologischer Eingriff in ein globales Trainingsdaten‑Ökosystem, das zunehmend durch synthetische Inhalte geprägt wird. Zentraler…
News | Business | Digitalisierung | Favoriten der Redaktion | Kommentar | Künstliche Intelligenz | Strategien | Tipps
Warum Wikipedia den Einsatz generativer KI einschränkt: Habsburg KI als datenökologisches Risiko
Die Entscheidung der englischsprachigen Wikipedia, den Einsatz großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) zum Schreiben oder Umschreiben von Artikeln weitgehend zu untersagen, markiert einen Wendepunkt im gesellschaftlichen Umgang mit generativer künstlicher Intelligenz. Auf den ersten Blick wirkt das Verbot paradox: Gerade LLMs sind in der Lage, formal korrekte, gut strukturierte und enzyklopädisch anmutende Texte zu…
News | Trends 2026 | Trends Security | Favoriten der Redaktion | IT-Security | Künstliche Intelligenz | New Work
70 Prozent der Unternehmen genehmigen KI-Projekte trotz Sicherheitsbedenken
Jeder sechste Entscheider in Deutschland stuft Besorgnis als »extrem« ein – und wurde dennoch zugunsten von Wettbewerbsdruck und internen Forderungen übergangen. TrendAI, ein Geschäftsbereich von Trend Micro und Anbieter von KI-Sicherheit, veröffentlicht neue Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Unternehmen weltweit den Einsatz von künstlicher Intelligenz vorantreiben, obwohl bekannte Sicherheits- und Compliance-Risiken bestehen [1]. Eine neue…
News | Trends 2026 | Business | Trends Security | Favoriten der Redaktion | Geschäftsprozesse | IT-Security | Künstliche Intelligenz
Unternehmensrisiko: KI im Einsatz ohne Kontrolle
Die meisten Unternehmen können nicht sagen, wie schnell sie ein KI-System in einer Krise stoppen könnten – und viele könnten danach nicht erklären, was schiefgelaufen ist. KI-Technologie wird in europäischen Unternehmen in rasantem Tempo eingeführt, aber viele haben sie ohne die passende Governance- und Sicherheitsinfrastruktur implementiert. Das geht aus einer neuen Studie von ISACA…