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Kommentar von Robert Hilmer, CEO PartSpace
»Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat kürzlich eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen: Das Problem mit KI im Einkauf ist kein Technologieproblem, sondern ein Leadership-Problem. In ihrem Report »Redefining procurement performance in the era of agentic AI« beschreibt die Beratung den Wandel von analytischer KI nach dem Motto »Zeig mir die Daten« hin zu »Mach es für mich« [1]. Sprich KI-Agenten, die autonom Aufgaben übernehmen, Szenarien simulieren und kontinuierlich dazulernen. Die Botschaft ist eindeutig: Wer jetzt nicht handelt, verliert den Anschluss.
In Konzernzentralen und Einkaufsabteilungen herrscht Aufbruchstimmung. Alle reden über Agentic AI, viele experimentieren bereits. Das Problem: Viele dieser Projekte werden im operativen Einsatz hinter den Erwartungen zurückbleiben. Nicht weil die Technologie nichts kann, sondern weil zwischen einer überzeugenden Demo und einem belastbaren Prozess im technischen Einkauf eine entscheidende Schicht fehlt: strukturierte, integrierte und verlässliche Industriedaten.
ChatGPT: Warum Verstehen allein nicht reicht
Der Irrtum beginnt mit einem Missverständnis. Unternehmen setzen ChatGPT, Claude oder andere generische Sprachmodelle ein und erwarten schnelle Fortschritte. Das ist nachvollziehbar. Diese Systeme können heute bereits erstaunlich viel: Texte formulieren, technische Inhalte einordnen, Zeichnungen interpretieren und erste Zusammenhänge sichtbar machen. Aber genau hier beginnt das Missverständnis. Denn was in einer Demo beeindruckt, reicht im operativen Einkauf noch lange nicht aus. Entscheidend ist nicht, ob ein Modell etwas grundsätzlich versteht, sondern ob Ergebnisse verlässlich, normiert, integrierbar und für konkrete Beschaffungsentscheidungen belastbar sind. Dazu gehört u.a. die Bewertung von Fertigungsverfahren und Preisen sowie die Analyse von Lieferantenstrukturen.
Wer kein Experte ist, merkt das nicht sofort. Die Antwort wirkt plausibel, die Interaktion intuitiv. Aber im technischen Einkauf, wo Entscheidungen Millionen bewegen, reicht Plausibilität nicht. Dort zählen Reproduzierbarkeit, Kontext und Anschlussfähigkeit an reale Prozesse.
Agenten ohne Daten sind blind
Der eigentliche Knackpunkt liegt woanders: KI-Agenten brauchen eine belastbare Datenschicht. Konstruktionsdaten aus CAD-Systemen, verknüpft mit ERP- und PLM-Informationen, Lieferantenwissen, Fertigungslogik und historischen Preisen – das ist die Währung des technischen Einkaufs. Genau diese Struktur fehlt in vielen Unternehmen. Generalistische KI kann darauf aufsetzen, aber sie erzeugt diese industrielle Datenbasis nicht von selbst. Und ohne diese Basis bleiben Ergebnisse oft inkonsistent, nicht normiert, nicht ERP-kompatibel und damit nur begrenzt operativ nutzbar. Das Problem ist also nicht Verständnis, sondern Verlässlichkeit, Struktur und Integration.
Was also braucht der technische Einkauf wirklich? Nicht noch eine weitere Oberfläche, sondern eine industrielle Datenschicht, die Konstruktionsdaten entscheidungsfähig macht. Eine Schicht, die Geometrien erkennt, Merkmale normiert, Fertigungslogik abbildet und diese Informationen mit ERP-, PLM-, Lieferanten- und Prozessdaten verknüpft. Erst darauf können KI-Agenten produktiv arbeiten. Nicht als schöne Demo, sondern als belastbares Werkzeug im Einkauf.
McKinsey & Company beschreibt eine hybride Arbeitswelt: Menschen für kreative und strategische Aufgaben, KI-Agenten für Skalierung und Geschwindigkeit. Das klingt vielversprechend – aber nur, wenn die Basis stimmt. Ohne eine intelligente Datenplattform, die Engineering-Daten strukturiert, normiert und mit realen Einkaufs- und Fertigungsinformationen verknüpft, bleibt jeder Agent ein leeres Versprechen. Wir arbeiten seit 2020 an genau dieser Fragestellung.
Agentic AI wird den technischen Einkauf verändern. Aber der Unterschied zwischen Hype und produktivem Einsatz liegt nicht in noch besseren Modellen. Er liegt in besser verknüpften Daten. Die Fragen, die sich Unternehmen stellen sollten, lauten deshalb: Sind unsere Daten im industriellen Umfeld wirklich bereit für autonome Agenten? Wie bekomme ich Datensilos aus Engineering und Einkauf (ERP) zusammen und mache sie »Agenten-ready«? Wer darauf keine Antwort hat, experimentiert nicht an der Zukunft – sondern am Budget.
Die Zukunft gehört nicht denen, die am lautesten über KI reden. Sie gehört denen, die ihre Daten im Griff haben.«
[1] https://www.mckinsey.com/capabilities/operations/our-insights/redefining-procurement-performance-in-the-era-of-agentic-ai
954 Artikel zu „KI-Agenten“
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Banken und Versicherungen: KI-Agenten brauchen Beaufsichtigung der KI
Drei von fünf Banken und Versicherungen nennen die Kundengewinnung als einen der Hauptgründe für den Einsatz von KI-Agenten. 33 Prozent der Unternehmen entwickeln aktiv eigene KI-Agenten, allerdings haben nur 10 Prozent diese in großem Umfang eingesetzt. Fast die Hälfte der Banken und Versicherungen schafft neue Arbeitsplätze zur Überwachung von KI-Agenten. Finanzinstitute verlagern wichtige kundenbezogene…
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KI-Agenten am Arbeitsplatz machen Identity Resilience unerlässlich
Angreifer brechen nicht mehr ein; sie melden sich einfach an. Eine neue Studie zeigt eine besorgniserregende Lücke zwischen der wachsenden Angriffsfläche für Identitätsdiebstahl und der Fähigkeit von Unternehmen, sich von Kompromittierungen zu erholen [1]. Die KI-Welle führt zu einer Zunahme von KI-Agenten am Arbeitsplatz und damit zu mehr nicht-menschlichen Identitäten (NHIs) sowie agentenbasierten Identitäten.…
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Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, bevor man KI-Agenten in der Cybersecurity einsetzt?
In der heutigen digitalen Welt sind KI-Agenten zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Cybersecurity geworden. Doch bevor man diese mächtigen Helfer einsetzt, ist es entscheidend, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Sicherheit und Effektivität zu gewährleisten. Von der Sicherung ihrer Identitäten bis hin zur Integration menschlicher Freigaben für kritische Aktionen – jeder Schritt zählt.…
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KI-Agenten in Logistik und Lieferkette: Hohe Akzeptanz, aber klare Spielregeln gefordert
Laut einer aktuellen Studie des Aachener Softwareunternehmens INFORM unter 114 Fach- und Führungskräften aus Logistik und Supply Chain Management sehen die meisten Unternehmen in KI-Agenten großes Potenzial, vor allem bei der Automatisierung und Effizienzsteigerung logistischer Abläufe. Für den erfolgreichen Einsatz sind gut geschulte Mitarbeitende, klare Richtlinien und transparente Entscheidungsprozesse entscheidend. Hohe Akzeptanz, wachsender Praxiseinsatz…
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Halloween das ganze Jahr: Stoppt den KI-Agenten-Horror
Wenn sie von der Leine gelassen werden, können sie Angst und Schrecken verbreiten und der Horror bricht los. Freilaufende KI-Agenten sind praktisch ein nie enden wollendes Halloween. Das Marketing schreibt KI-Agenten gerne magische Kräfte zu: Sie handeln völlig autonom und regeln alles selbst. Die Realität sieht jedoch etwas anders aus. Wer KI-Agenten nicht an…
News | Business | Künstliche Intelligenz | Strategien | Ausgabe 9-10-2025
Wie Unternehmen KI-Agenten verantwortungsvoll einsetzen – Zwischen Hype und Realität
Für den erfolgreichen Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen ist die Akzeptanz in der Belegschaft entscheidend. Zudem müssen klare Leitplanken für den Umgang mit KI gesetzt werden. Besonders großes Potenzial wird in Bereichen gesehen, in denen Daten im Mittelpunkt stehen und repetitive Prozesse dominieren, wie im Finanzwesen und IT-Support.
