Data-Governance und KI-Kompetenz als Beschleuniger bei der KI-Einführung

Illustration Absmeier foto freepik ki

Die Studie »CDO Insights 2026« hebt ein Vertrauensparadoxon hervor, während Organisationen ihre KI-Initiativen beschleunigen, und betont den dringenden Bedarf, das Datenmanagement zu verbessern und die Belegschaft weiterzubilden.

 

Informatica von Salesforce, ein Unternehmen im Bereich KI-gestütztes Cloud-Datenmanagement für Unternehmen, hat eine neue globale Studie mit dem Titel »CDO Insights 2026: Data-Governance und das Vertrauensparadoxon von Daten- und KI-Kompetenz im Mittelpunkt« veröffentlicht [1]. Die Studie zeigt, dass Organisationen zwar ihre Nutzung von KI schnell vorantreiben, viele jedoch vor Herausforderungen bei der Datenbereitschaft sowie der Daten- und KI-Kompetenz stehen, die erforderlich sind, um den vollen Wert ihrer KI-Investitionen zu realisieren.

 

Die Studie, die 600 globale Datenverantwortliche aus den USA, Großbritannien/EU und APAC befragte, zeigt eine wachsende KI-Verwendung. Heute haben 69 % der Unternehmen generative KI (GenAI) in ihre Geschäftsprozesse integriert, was einen deutlichen Anstieg gegenüber 48 % vor einem Jahr darstellt. Zudem haben fast die Hälfte der Organisationen (47 %) bereits agentische KI eingeführt. Diese rasante Integration überholt jedoch die grundlegenden Rahmenbedingungen, die für einen verantwortungsvollen und effektiven KI-Einsatz notwendig sind.

 

Die Studie deckt mehrere zentrale Erkenntnisse auf, die die Herausforderungen für Datenverantwortliche verdeutlichen:

  • Datenzuverlässigkeit bleibt trotz hoher interner Vertrauenswerte eine große Hürde: 
    Schlechte Datenqualität ist weiterhin ein Haupthemmnis für den Erfolg, 57 % der Führungskräfte sehen die Datenzuverlässigkeit als Schlüsselbarriere für die Überführung von KI-Projekten aus der Pilotphase in die Produktion. Die Hälfte dieser Führungskräfte nennt Datenqualität als größte Herausforderung bei der Einführung agentischer KI. Trotz dieser Herausforderungen glauben 65 % der Datenverantwortlichen, dass die meisten oder nahezu alle ihrer Mitarbeiter den für KI genutzten Daten vertrauen.
  • Governance hinkt der KI-Nutzung hinterher: 
    Mehr als drei Viertel (76 %) geben an, dass die KI-Governance ihres Unternehmens nicht vollständig mit der Nutzung der KI-Technologie durch die Mitarbeiter Schritt hält, was die Anfälligkeit für Datenschutz-, Sicherheits- und ethische Risiken sowie für regulatorische Verstöße erhöht.
  • Dringender Bedarf an Weiterbildung der Belegschaft: 
    75 % der Datenverantwortlichen sagen, dass ihre Mitarbeiter im Bereich Datenkompetenz weitergebildet werden müssen, und 74 % benötigen mehr Schulungen zu KI-Kompetenz, um KI im Tagesgeschäft verantwortungsvoll einzusetzen.

 

Als Reaktion auf diese Herausforderungen erhöhen 86 % der Unternehmen proaktiv ihre Investitionen in das Datenmanagement im Jahr 2026. Die wichtigsten Treiber dieser Ausgaben sind: Verbesserung von Datenschutz und Datensicherheit (43 %), Stärkung der Daten- und KI-Governance (41 %) sowie Weiterbildung der Mitarbeiter zur Verbesserung der Daten- und KI-Kompetenz (39 %).

 

Amanda Fitzsimmons, Senior Director of Customer Data bei der RS Group, kommentiert:

»Dieser Bericht hebt die erheblichen Risiken hervor, die mit einer beschleunigten Einführung von KI ohne strenge Datenverwaltung und -kompetenz einhergehen. Bei der RS Group begegnen wir dieser Herausforderung, indem wir Governance und Verantwortlichkeit in die Bewertung und Skalierung von KI-Initiativen einbeziehen.
Bei allen KI-Initiativen bewerten wir gründlich die technologischen, sicherheitsrelevanten, rechtlichen und strategischen Auswirkungen, um Chancen zu maximieren und Risiken zu minimieren. Dieser Ansatz trägt dazu bei, dass Innovationen verantwortungsbewusst vorangetrieben werden, wobei die Risiken von Anfang an verstanden und der Wert klar definiert sind.
Durch Investitionen in robuste datengesteuerte Lösungen, umfassende Weiterbildungen und die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Informatica glauben wir, dass wir die notwendigen Schritte unternehmen, um eine vertrauenswürdige, verantwortungsbewusste KI zu fördern, die unseren Kunden und Mitarbeitern einen echten, messbaren Mehrwert bietet.«

 

»Das Potenzial von KI ist enorm, aber ebenso groß sind die Risiken, wenn man nicht auf eine verlässliche Datenbasis vertrauen kann«, sagte Krish Vitaldevara, Chief Product Officer bei Informatica.

»Unser Bericht CDO Insights 2026 zeigt ein ›Vertrauensparadoxon‹: Obwohl Mitarbeiter den für KI genutzten Daten im Allgemeinen vertrauen, mangelt es vielen an Daten- und KI-Kompetenzen, und Unternehmen fehlen grundlegende Governance-Strukturen, um die verantwortungsvollen und ethischen Ergebnisse zu erzielen, die sie anstreben. Das birgt erhebliche Risiken und schwächt das Vertrauen in KI-Initiativen.«

»Damit KI ihre transformativen Ergebnisse und den Return on Investment liefern kann, müssen Organisationen die Datenzuverlässigkeit priorisieren, in eine strenge KI-Governance investieren und ihre Belegschaft weiterbilden, um sicherzustellen, dass KI-basierte Entscheidungen auf vertrauenswürdigen, hochwertigen Daten basieren und jeder in der Organisation weiß, wie man diese verantwortungsvoll nutzt«, fügte Vitaldevara hinzu.

 

[1] Der Bericht »CDO Insights 2026« hebt zudem regionale Unterschiede, Prioritäten im Datenmanagement und Ansätze von Anbietern sowie wichtige KI-gestützte Anwendungsfälle hervor, die Unternehmen priorisieren. Den vollständigen Bericht finden Sie hier. https://www.informatica.com/lp/cdo-insights-2026_5264.html

 

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