Neue Strategien für die Business Continuity

Anzeige

Die Corona-Krise hat unsere Arbeitswelt schlagartig verändert. Unternehmen, in denen Home Office bis vor Kurzem noch ein Fremdwort war, mussten plötzlich 90 Prozent oder mehr der Belegschaft zur »Remote Work« nach Hause schicken. Das stellte deren IT-Abteilung vor große Herausforderungen. Aber auch Unternehmen, die einen Notfallplan in der Tasche hatten, waren vom Ausmaß und der Geschwindigkeit der aktuellen Krise überrascht. Viele verfügten zwar über robuste Konzepte, um Rechenzentrums- oder WAN-Link-Ausfälle abzufedern und Systeme mithilfe von Backup und Recovery-Plattformen schnell wiederherzustellen. Und einige hatten sogar Vorkehrungen getroffen, ganze Büros in provisorische Einrichtungen zu verlegen. In den meisten Fällen waren diese Konzepte aber darauf ausgelegt, dass man innerhalb von einigen Tagen, spätestens nach einer Woche, wieder zur Normalität zurückkehren würde. Niemand hatte mit einer Krise gerechnet, bei der Büros über Monate geschlossen bleiben und Social Distancing die Zusammenarbeit verändert.

Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass wir bei unseren Business-Continuity-Konzepten umdenken müssen. Denn auch der beste Notfallplan kann nie alle Eventualitäten einer Krise vorhersehen. Um arbeitsfähig zu bleiben, brauchen Unternehmen daher eine flexible IT-Umgebung, die sich jederzeit schnell an unvorhergesehene Ereignisse anpassen kann – soweit dies möglich ist. Mehr denn je ist die IT-Abteilung jetzt im »new normal« in einer strategischen Rolle gefragt.

 

Hybrid- und Multi-Cloud-Ansatz bringen Vorteile

In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt: Unternehmen, die mit ihrer Digitalisierung schon weiter fortgeschritten sind und Hybrid- oder Multi-Cloud-Strategien einsetzen, leiden weniger stark unter der Krise. Sie können flexibler auf Veränderungen reagieren und werden deshalb auch besser dastehen, wenn sich die Situation noch weiter normalisiert. Voraussetzung dafür sind allerdings Strukturen, die es Mitarbeitern erlauben, auch außerhalb des Unternehmensnetzwerks auf wichtige Daten zuzugreifen. Denn schnell einmal die VPN-Kapazitäten für Remote-Zugänge zu erhöhen, ist meist keine praktikable Lösung. Schließlich muss die IT-Abteilung diese auch effektiv managen und absichern – das verursacht hohen Aufwand.

Ein großer europäischer Dienstleister, der seine Büros wegen der Corona-Krise schließen musste, wählte daher folgenden Weg: Er hielt es nicht für realistisch, von heute auf morgen 10.000 Laptops, darunter auch einige Privat-PCs, im Home Office zu managen. Stattdessen entschied er sich, seine eigentlich geringen VDI-Kapazitäten mithilfe der Public Cloud unternehmensweit auszurollen. In Zusammenarbeit mit NetApp gelang es ihm, dies innerhalb von nur zwei Tagen zu bewerkstelligen. Dadurch konnten die Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit wieder produktiv sein.

 

Datenmanagement als zentrale Voraussetzung für Flexibilität

Doch was ist entscheidend für den Erfolg eines solchen Projekts? Das Unternehmen hat seine Systeme so konzipiert, dass sie sich über Anwendungen, Netzwerke und vor allem auch Daten hinweg anpassen lassen. Durch den Einsatz einer konsistenten Datenmanagement-Plattform als Standard zwischen den einzelnen Standorten und der Public Cloud können Daten im gesamten Unternehmen nahtlos gemeinsam genutzt, geschützt sowie repliziert werden. Mit hochperformanten VDI-Lösungen und Cloud Services können Unternehmen zudem Storage-Ressourcen über Cloud- und Rechenzentrums-Grenzen hinweg verfügbar machen.

 

Ein ganzheitliches Konzept ist gefragt

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen und Voraussetzungen – es muss daher seinen eigenen Weg zu mehr Agilität finden. Entscheidend dabei ist, dass man die einzelnen Elemente der IT-Infrastruktur nicht isoliert betrachtet, sondern ganzheitlich. Egal, ob ein Unternehmen vorwiegend On-Premises oder in der Cloud arbeitet, große monolithische Applikationen oder Software as a Service (SaaS) einsetzt – oder alles miteinander kombiniert: Es geht darum, einen Zustand zu erreichen, in dem man schnell auf Veränderungen reagieren kann. Jetzt in einer Hauruck-Aktion SaaS-Lösungen einzuführen, wäre zu kurz gedacht. Vielmehr sollten Unternehmen sorgfältig planen und analysieren, wie sie Technologien, Prozesse und eine Kultur etablieren können, die für das Unerwartete gewappnet sind. Die Fähigkeit, Daten einheitlich zu verwalten und schnell verfügbar zu machen – unabhängig davon, wo sie sich befinden – spielt dafür eine entscheidende Rolle.

 

Chance zur Veränderung

Auch wenn die Corona-Krise abflaut und die Mitarbeiter wieder ins Büro zurückkehren, wird vieles anders sein als vorher. Social Distancing und die Ungewissheit, was morgen passiert, werden uns noch lange begleiten. So manches Unternehmen hat bereits die Vorteile von Home Office erkannt, da Mitarbeiter dort teilweise sogar produktiver sind und die bessere Work-Life-Balance schätzen. Die Krise kann also auch eine Chance zur Veränderung sein. Wer sich jetzt die Zeit nimmt, flexible und sichere IT-Konzepte zu entwickeln, kann diese Chance optimal nutzen.

Peter Hanke, Senior Director Germany bei NetApp

 

163 Artikel zu „Business Continuity“

Business Continuity Management schützt im Ernstfall

Krisensituationen treten meist plötzlich und ohne Vorwarnung auf, das hat die Covid-19-Pandemie verdeutlicht. Unternehmen sollten sich deshalb gerade jetzt damit auseinandersetzen, wie sie den Geschäftsbetrieb vor gravierenden Störungen schützen können, um auch für zukünftige herausfordernde Zeiten gewappnet zu sein. Als mögliche Lösung empfiehlt Controlware ein professionelles Business Continuity Management (BCM). Die Coronakrise hat gezeigt, wie…

Erfolgreicher Aufbau eines Business Continuity Managements

Fallen technische Systeme aus, sind im Regelfall der Produktions- und Geschäftsbetrieb des Unternehmens unmittelbar davon betroffen. Um die finanziellen, rechtlichen und reputationsmäßigen Auswirkungen solcher Probleme zu minimieren, bedarf es eines Business Continuity Managements (BCM), das die Ausfallzeiten der Geschäftsprozesse minimiert. Darunter wird ein unternehmensweiter Ansatz verstanden, mit dem die kritischen Geschäftsfunktionen bei Bedrohungssituationen aufgrund interner…

RPA als Business-Enabler in Corona-Zeiten

Das Corona-Virus hat die Wirtschaft fest im Griff. Unternehmen, ganze Branchen stellen den Betrieb ein. Wirtschaftsexperten diskutieren bereits, ob die Wirtschaft mit einer kurzen und heftigen Rezession, mit einem anhaltenden Abschwung oder gar mit einem Kollaps rechnen muss. Wie immer im Leben gibt es zwei Möglichkeiten, als Unternehmen mit den Auswirkungen einer derartigen Krise umzugehen.…

Das Service-Business für die gesamte DACH-Region wächst deutlich

Dienstleistungen haben dem produzierenden Sektor den Rang abgelaufen: In der gesamten DACH-Region, Deutschland, Österreich und der Schweiz, erwarten Unternehmen für das laufende Jahr 2018 ein starkes Wachstum der Serviceumsätze. Die wichtigsten Absatzmärkte sind die Heimatländer sowie das restliche Europa und Nordamerika. Erstmals liefert die KVD-Service-Studie aussagekräftige Trendbeobachtungen in den drei deutschsprachigen Ländern [1]. Die 11.…

Drei Tipps, die Remote IT-Teams effizienter machen

Die »normale« Belegschaft eines Unternehmens komplett oder stufenweise ins Home Office zu schicken, ist eine Sache. Sobald es um das IT-Team geht, sieht die Thematik anders aus: Sie sind die heimlichen Helden, die den operativen Betrieb trotz der Krisensituation digital am Laufen halten. Aber können sie deswegen so einfach ins Home Office wechseln? Werden sie…

5 Kardinalfehler im Regulatory Compliance Management – und wie man sie vermeidet

Regulatory Affairs und Product Stewardship Manager haben es dieser Tage nicht leicht: Eine ständig steigende Zahl neuer Vorschriften sorgt für eine Flut an Anfragen. Dennoch müssen sie die Einhaltung aller Regelungen jederzeit sicherstellen. 5 Tipps entlasten die Compliance-Abteilung und richten sie neu aus.   Regulatory Affairs Manager müssen sich mit einem immer komplexeren Regelwerk auseinandersetzen.…

Arbeitswelt im Wandel: Wie stellen sich Deutsche den (Home-) Office-Alltag von morgen vor

64 Prozent sehen im Büro der Zukunft vorrangig einen Raum für Austausch und Kollaboration. Richtige Technologien machen Home Office produktiver als Büro, glauben 66 Prozent. Die Kontaktbeschränkungen in Deutschland werden schrittweise gelockert. Doch bevor Unternehmen ihre Bürotüren wieder vollständig öffnen, müssen sie noch einiges ergänzen oder gänzlich überdenken: von den angebotenen Arbeitsmodellen über die technologische…

Meinung der Manager zu Home Office wandelt sich während Corona-Krise zum Positiven

39 Prozent der Führungskräften sehen Home Office jetzt positiver. Immerhin 60 Prozent der Unternehmen wollen Mitarbeitenden auch künftig Home Office anbieten. Trotzdem befürchtet etwa ein Viertel der Führungskräfte einen Kontrollverlust durch Home Office -Arbeit. Das Hamburger Unternehmen COYO  veröffentlichte eine Umfrage zum Thema Home Office in Deutschland. Diese zeigt, dass 39 Prozent der deutschen Führungskräfte…

Rechenzentren per Mausklick migrieren

Mit dem richtigen Ansatz wird die Migration von Daten und Workloads in jede Umgebung zum Kinderspiel. In Zeiten von Hybrid- und Multi-Cloud wollen Unternehmen Daten und Workloads idealerweise flexibel und schnell per Mausklick überall hin verschieben können: Von Server zu Server, von Testumgebungen zur Qualitätssicherung, von einem Rechenzentrum in ein anderes, von AWS zu Azure…

HelloSign in 21 neuen Sprachen international verfügbar

Der Anbieter für elektronische Signaturen HelloSign ist ab heute in 21 neuen Sprachen – darunter auch Deutsch – erhältlich, weitet seinen internationalen Support entscheidend aus und bietet ab sofort auch Datenspeicherung in Europa an. Dropbox kündigt an, dass die im vergangenen Jahr vom Unternehmen erworbene E-Signatur-Lösung HelloSign ab sofort in deutscher Sprache sowie 20 weiteren…

Wirecard-Insolvenz macht hunderttausende Sachbezugskarten unbenutzbar

Abrechnung per Smartphone-App ab Juli als rechtssichere Alternative empfohlen.   Die Auswirkungen der Wirecard-Insolvenz erreichen hunderttausende unbeteiligte Arbeitnehmer in Deutschland: Am vergangenen Freitag hat die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA einen Stopp sämtlicher Zahlungsdienste der Wirecard Card Solutions Ltd. (WDCS) angeordnet. Davon betroffen sind über 500.000 sogenannter Sachbezugskarten, die deutsche Unternehmen an ihre Mitarbeiter ausgegeben haben. Ein…

Frauen wechselten häufiger ins Home Office

Die Hälfte der Beschäftigten, die in privatwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern tätig sind und beruflich digitale Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen, arbeitete im April oder Mai zumindest zeitweise im Home Office. Dabei wechselten Frauen häufiger ins Home Office als Männer, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)…

Sicherheitsrisiko Home Office

Immer noch arbeitet eine große Zahl der Angestellten von zuhause aus. Das Home Office wird dabei zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko für die Unternehmens-IT. Rohde & Schwarz Cybersecurity hat einige zentrale Risiken im Home Office gesammelt – von A wie »Arbeitsplatz« bis Z wie »Zero-Day-Exploit« – und Lösungswege aufgeführt.   Arbeitsplatz Im Home Office arbeiten Mitarbeiter…

Home Office: Stresstest für die IT-Infrastruktur

Die vier großen Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Umstellung auf Remote-Arbeiten stehen. Das Remote-Arbeiten auf breiter Front unterzieht die IT-Infrastruktur deutscher Unternehmen einem gewaltigen Stresstest. Nicht überall waren die technischen Voraussetzungen geschaffen, um Home Office zu ermöglichen. Es gibt vier große Herausforderungen, mit denen Unternehmen bei der Umstellung konfrontiert werden.   In der Covid-19-Pandemie…

Home Office: Arbeiten ohne persönliche Kontakte

79 Prozent finden sich mit der neuen Arbeitssituation ab, obwohl sie ihre Kollegen vermissen. Die besonderen Arbeitsbedingungen sind der Corona-Krise geschuldet und jeder Arbeitnehmer hat seine eigene Art, mit den fehlenden persönlichen Kontakten zurechtzukommen, da nun möglichst viel digital abgewickelt wird. Bei den fünf »Phasen der Trauer«, die bei plötzlichen Veränderungen auftreten, ist »Akzeptanz« unter…