Sicherheitsbedürfnisse dominieren das Wohlstandsdenken in Deutschland

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Ohne finanzielle Sorgen leben zu können, ist für 78 Prozent der Bundesbürger aktuell die Grundvoraussetzung dafür, im Wohlstand zu leben. Damit einhergehend setzt Wohlstand sichere Einkommen und Arbeitsplätze voraus. 68 Prozent der Deutschen verbinden mit Wohlstand die Möglichkeit, sich materielle Wünsche erfüllen zu können, so das Ergebnis des »Nationalen Wohlstandsindex für Deutschland«, den das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos seit 2012 vierteljährlich in Zusammenarbeit mit Zukunftsforscher Professor Opaschowski erhebt.

Neben diesen ökonomischen bestimmen auch persönliche Faktoren das Wohlstandsdenken. Persönliche Gesundheit (65 Prozent) und persönliches Glück (57 Prozent) sind weitere wichtige Bedingungen für den Wohlstand eines Menschen.

 

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Ökologische Aspekte prägen das Wohlstandsempfinden kaum

Für deutlich weniger Deutsche muss Wohlstand direkt mit gesellschaftlichen Aspekten wie Meinungsfreiheit (42 Prozent), friedliches Miteinander (41 Prozent) oder Toleranz in der Welt (26 Prozent) einhergehen. Auch ökologische Bedingungen werden weiterhin kaum mit Wohlstand in Verbindung gebracht. Ebenso sind nur 28 Prozent der Meinung, dass ein Mensch nur dann in Wohlstand leben kann, wenn die Welt um ihn herum gut mit der Natur umgeht.

 

Deutsche partizipieren an der positiven Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre

Der Ipsos NAWI-D erfasst im zweiten Schritt, inwieweit die Faktoren, die aus Sicht des einzelnen Bürgers zutreffen müssen, um in Wohlstand zu leben, tatsächlich für den Einzelnen erfüllt sind. »Wir ermitteln aus den jeweiligen Faktoren Indizes für vier Wohlstandsdimensionen, das sind der ökonomische, der individuelle, der gesellschaftliche und der ökologische Wohlstand und schließlich bilden wir den NAWI-D, den Index für den Gesamtwohlstand in Deutschland«, so Hans-Peter Drews von Ipsos Observer. In der aktuellen Erhebung misst Ipsos für 50 Prozent der Deutschen ein hohes, für 36 Prozent ein mittleres und für 14 Prozent ein niedriges Wohlstandsniveau (NAWI-D).

Der Index für den Gesamtwohlstand ist gegenüber der ersten Erhebung im Juni 2012 um 8 Prozentpunkte gestiegen. Die Indizes der einzelnen Wohlstandsdimensionen haben sich dabei unterschiedlich entwickelt. Der ökonomische Wohlstand ist mit 10 Prozentpunkten am stärksten gestiegen. Es folgen der individuelle (plus 8 Prozentpunkte) vor dem gesellschaftlichen (plus 5 Prozentpunkte) und dem Schlusslicht, dem ökologischen Wohlstand (plus 3 Prozentpunkte).

 

Wohnort für die Deutschen sehr wichtig

Auf einen aktuellen Teilaspekt der Untersuchung soll hier noch eingegangen werden. Für etwa jeden zweiten Deutschen (51 Prozent) bedeutet Wohlstand auch, dort zu leben, wo man es möchte. Im Juni 2012 waren es dagegen nur 36 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, wie bedeutend die richtige Wohnung am richtigen Platz für die Deutschen ist. Viele Deutsche konnten sich offenbar diesbezüglich ihre Wünsche erfüllen. So stimmen aktuell 56 Prozent der Aussage »ich lebe dort, wo ich es möchte » voll zu. Im Juni 2012 waren es noch 45 Prozent. Trotz stetig steigender Mieten und Kaufpreise scheint sich dieser Wunsch für die Mehrheit der Deutschen erfüllt zu haben.

 

 

 

[1] Im Frühjahr 2012 konzipierte Ipsos gemeinsam mit Zukunftsforscher Prof. Dr. Opaschowski ein neues Wohlstandsbarometer als Basis für einen umfassenden Nationalen WohlstandsIndex für Deutschland (NAWI-D), das seitdem kontinuierlich quartalsweise erhoben wird.
Studiensteckbrief der aktuellen Welle 2019:
Methode: Ipsos Capibus Computer Assisted Personal Interviewing, im Haushalt des Befragten.
random route – Zufallsauswahl der Haushalte und Befragungspersonen
Stichprobe: 2.000 Personen ab 14 Jahren
Grundgesamtheit: Deutschsprechende Bevölkerung in Privathaushalten
Feldzeit: März 2019
Für die Erhebungen zum Wohlstandsbarometer greift Ipsos Observer auf seinen eigenen bundesweiten Interviewerstab zurück, der erfahren in der Durchführung sozialwissenschaftlicher Studien mit anspruchsvollen Designs ist. Die Datenerhebung erfolgt mittels persönlicher Interviews in den Zielhaushalten im Rahmen der wöchentlichen CAPI-Mehrthemenumfragen.
Berechnung der Wohlstandswirklichkeit im Ipsos NAWI-D
Über bevölkerungsrepräsentative Vorbefragungen wurde eine Batterie von 30 Aussagen entwickelt, die das Thema Wohlstand aus Sicht der erwachsenen Wohnbevölkerung in Deutschland umfassend abdeckt. Diese 30 Aussagen wurden in wiederum bevölkerungsrepräsentativen Umfragen Bundesbürgern ab 14 Jahren vorgelegt. Die Bürger selbst entscheiden, welche dieser Aussagen für sie erfüllt sein müssen, um in Wohlstand zu leben. Die Einstufung, ob diese Aussagen für sie in der Realität erfüllt sind, erfolgt anhand einer 10er-Skala, die von 1 = »trifft für mich überhaupt nicht zu« bis 10 = »trifft auf mich voll und ganz zu« reicht. Sofern nicht anders aufgeführt, wird im Text auf die sogenannten Top 3 – Werte beziehungsweise deren Komplementärgröße zurückgegriffen. Der Top 3 – Wert zu einer Aussage enthält somit die Skalenwerte 8, 9 und 10. Dann wird die Aussage für den Befragten als ausreichend erfüllt angesehen. Bei den Werten 1 – 7 wird sie als nicht ausreichend erfüllt angesehen. Die bei jeder dieser 30 Aussagen gemessene Wohlstandswirklichkeit wird mit deren jeweiligen Bedeutung in Bezug gesetzt, d. h. gewichtet. Daraus werden für jede Wohlstandsdimension als auch für den Wohlstand insgesamt der NAWI-D berechnet.

 

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