KI-Einführung, nachhaltige Transformationen und die Weiterentwicklung der Belegschaft

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Trotz ambitionierter Ziele geben 51 Prozent der Unternehmen an, dass Kompetenzlücken der Hauptgrund für das Scheitern oder die unterdurchschnittliche Performance von KI- und Technologieinitiativen sind.

 

Die Untersuchung von GlobalLogic und HFS Research basiert auf einer Befragung von 100 C-Level- und Senior Executives aus Industriekonzernen mit mehr als 1 Mrd. US-Dollar Umsatz aus den Bereichen Automotive, Luft- und Raumfahrt, Chemie, Energie und Versorger sowie Bauwesen. Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Obwohl Führungskräfte die Dringlichkeit von KI, Nachhaltigkeit und Talententwicklung sehr deutlich erkennen, verhindern Talentmangel, fehlende Rahmenwerke und fragmentierte Prioritäten den Sprung von Ambition zu tatsächlicher Transformation.

 

»Wir wollten verstehen, warum Industrieführer KI, Nachhaltigkeit und Talententwicklung als Top-Prioritäten einordnen, aber dennoch Schwierigkeiten haben, daraus messbare Resultate zu erzielen«, sagte Srini Shankar, President und CEO von GlobalLogic. »Wir haben festgestellt, dass viele versuchen, fortgeschrittene Technologien einzusetzen, ohne über das notwendige Talent, klare KI-Governance-Frameworks und Übergangspläne zu verfügen, die den heutigen Effizienzdruck mit den strategischen Zielen von morgen verbinden. Mit der zunehmenden Re‑Industrialisierung in den USA steigt die Nachfrage, während spezialisierte Fachkräfte knapp und teuer werden.«

 

»GlobalLogic geht bewusst über die Experimentierphase hinaus und liefert KI-gestützte industrielle Ökosysteme, die bereits heute messbaren Wert schaffen. Durch die Kombination unserer tiefen Expertise in Embedded Systems, Edge KI, IT-OT-Konvergenz, OT-Cybersecurity, Industrial IoT und Konnektivität der nächsten Generation – wie etwa 5G/6G – stellen wir Industriekunden genau die Fähigkeiten bereit, die sie für ihre Physical-AI-Transformationsreisen benötigen. Zusammen mit Hitachis bewährter OT- und Produktexzellenz befähigen wir Unternehmen, schneller zu modernisieren, intelligenter zu operieren und ihre Transformation in den Bereichen Nachhaltigkeit, Produktivität und Talent zu beschleunigen. Gemeinsam mit unseren Industriekunden treiben wir Fortschritte in Servitization, digitalen Zwillingen, Industrieautomation, prädiktiver Instandhaltung sowie der Produktivitäts- und Sicherheitssteigerung von Mitarbeitenden im Feld voran – und erschließen neue Geschäftsmodelle bei gleichzeitigen Effizienzgewinnen.«

 

Zentrale Ergebnisse der Studie

Die Analyse zeigt, dass viele Industrieunternehmen zwischen ambitionierten Zielen und begrenzten Fähigkeiten feststecken – insbesondere aufgrund fehlender Skills, unzureichender Governance und Integrationsbarrieren.

Talententwicklung wird zur zentralen Aufgabe:
51 Prozent nennen Kompetenzlücken als größte Hürde für KI- und Technologieinitiativen. Gleichzeitig verfügen nur 50 Prozent über strukturierte Upskilling-Programme, und 42 Prozent finden kaum geeignetes digitales oder KI-Talent. Mit dem Ausscheiden erfahrener Fachkräfte und sinkendem Interesse an traditionellen Rollen setzen Unternehmen zunehmend auf agentic AI und nachhaltigkeitsorientierte Innovation, um diese Lücke zu schließen.

Legacy-Systeme bremsen Innovation:
49 Prozent sehen die Integration neuer Technologien in veraltete Systeme als größte technische Herausforderung – ein Hinweis auf wachsende technische Schulden und unzureichende Modernisierungsbereitschaft.

Prioritäten verschieben sich zugunsten von KI:
Aktuell priorisieren 46 Prozent der Führungskräfte Kostenreduktion unter ihren Top 3. Laut Studie werden in zwei Jahren jedoch KI-Einführung und operative Optimierung an erster Stelle der Prioritäten stehen.

Industrie wird als Karriere-Sackgasse wahrgenommen:
58 Prozent glauben, dass Talente im Fertigungssektor kaum Aufstiegsmöglichkeiten sehen. 48 Prozent nennen fehlende Innovationsattraktivität, und 46 Prozent geben an, unter Branchenniveau zu bezahlen – was die Talentkrise weiter verschärft.

 

»Industrieunternehmen müssen ihre Programme für Nachhaltigkeit, Talent und Technologie nicht nur strategisch ausrichten, sondern konsequent in tägliche Abläufe integrieren«, sagte Josh Matthews von HFS Research. »Nur wenn klar kommuniziert wird, dass ein Unternehmen aktiv Teil einer nachhaltigen, technologiegetriebenen Zukunft ist – und nicht lediglich reagiert –, wird die Branche für aktuelle und zukünftige Fachkräfte wieder attraktiv.«

 

Empfehlungen des Berichts

  • Der Bericht empfiehlt Industrieunternehmen, ihre Transformationsprogramme wie folgt auszurichten:
  • Aufbau integrierter Strategien, die kurzfristige Effizienz und langfristige Zukunftsfähigkeit verbinden.
  • Sofortige Investitionen in Talententwicklung, Upskilling und Human-AI-Frameworks.
  • Modernisierung von Systemen, um neue Betriebsmodelle zu ermöglichen – statt Legacy-Infrastruktur weiter notdürftig zu flicken.
  • Einführung klarer KPIs und Karrierepfade, die Innovationsbereitschaft zeigen und Fachkräfte binden.

 

Fazit

Der Druck, operative Effizienz und strategische Transformation parallel zu bewältigen, wird bleiben. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die Strukturen schaffen, die beides gleichzeitig ermöglichen.

 

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