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Automatisierungsdruck verschärft Mangel an SPS-Programmierern

Illustration Absmeier foto freepik

Stellenanalyse belegt Engpässe / Industrie 4.0 erfordert Programmierkenntnisse.

Steuerungsfachkräfte benötigen zunehmend IT-Kompetenzen.

 

Der Fachkräftemangel in der industriellen Automatisierung ist für viele Unternehmen weiterhin ein Thema: Eine Analyse von rund 7.000 Stellenanzeigen auf Online-Portalen durch die Developer Akademie, ein Institut für berufliche Qualifikation, zeigt einen anhaltend hohen Bedarf an SPS-Programmierern über viele Branchen hinweg. Besonders stark getrieben wird die Nachfrage vom Maschinen- und Anlagenbau sowie dem IT-Sektor. SPS-Fachkräfte sind eine Schlüsselberufsgruppe in der Automatisierung.

 

SPS-Programmierer: Trotz Konjunkturschwäche ein Engpassprofil

Trotz konjunktureller Schwäche investieren Unternehmen gezielt in die Automatisierung ihrer Produktionsprozesse: »Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt der Druck, Prozesse effizienter und produktiver zu gestalten. Automatisierung wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor und die Fachkräfte in diesem Bereich zu einer Schlüsselressource«, sagt Linus Kauer, Geschäftsführer der Developer Akademie.

Branchenverbände warnen seit Längerem vor strukturellen Engpässen. So betont der Verband ZVEI die zentrale Rolle der Automatisierung für die Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland [1]. Parallel verweist der VDMA darauf, dass rund 80 Prozent der Maschinenbauunternehmen Schwierigkeiten haben, ausreichend qualifizierte Fachkräfte für Industrie-4.0-Anwendungen zu finden [2].

Deutschlandweit sind derzeit mehrere tausend SPS-Positionen ausgeschrieben. Aufgrund ihres hohen Spezialisierungsgrades gilt die Qualifikation damit bereits als Engpassprofil. Die Branchenverteilung der Stellenanzeigen verdeutlicht die industrielle Relevanz:

  • Maschinen- und Anlagenbau: 18 %
  • IT-Sektor: 17 %
  • Metallindustrie: 8 %
  • Bauindustrie: 8 %
  • Groß- und Einzelhandel: 6 %
  • Automotive: 5 %

 

Vernetzte Produktion erfordert IT-Kompetenzen

Mit der zunehmenden Vernetzung von Produktionsanlagen wandelt sich parallel das Berufsbild. Steuerungstechnik wächst immer stärker mit IT-Integration zusammen. Gefragt sind hybride Profile, also Fachkräfte, die Maschinenprozesse verstehen und Anlagen in übergeordnete Systeme wie ERP-, Cloud- oder IoT-Plattformen einbinden können. »Unternehmen suchen gezielt nach SPS-Programmierern, die Maschinenprozesse verstehen und zugleich Softwarearchitekturen entwickeln können«, erklärt Kauer.

Um Industrie 4.0 im Rahmen einer wettbewerbsfähigen Produktion in den Unternehmen umzusetzen, benötigen SPS-Programmierer u. a. Kenntnisse in Programmiersprachen wie Python, C# und JavaScript sowie in Schnittstellen- und Datenintegration. Kenntnisse in SQL zur Produktionsanalyse, Docker für IT-Integration und Cloud Deployment sind in diesem Kontext ebenfalls wichtige Skills.

IT-Zusatzqualifikationen im Bereich SPS sind nicht nur für die Unternehmen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 wichtig; sie zahlen sich insbesondere auch für die Beschäftigten aus. Während SPS-Spezialisten mit fünf bis sieben Jahren Berufspraxis typischerweise zwischen 55.000 und 70.000 Euro jährlich verdienen, können Fachkräfte mit IT-Integrations-Know-how oft Jahresgehälter von 75.000 bis 100.000 Euro erzielen. Die Fortbildungsangebote seien zahlreich, sie müssten aber auch wahrgenommen werden, mahnt Kauer.

 

[1] Verband der Elektro- und Digitalindustrie e.V.: Agenda für die Industrie von morgen | August 2025

[2] https://www.vdma.eu/de/maschinenbau-talente-zukunft Website des Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. https://www.vdma.eu/de/

 

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