Cyberkriminalität: Mehrkosten und Umsatzverluste durch Cyberangriffe von 5,2 Billionen US-Dollar

5,2 Billionen US-Dollar Umsatz könnten Unternehmen weltweit durch Cyberattacken in den nächsten fünf Jahren entgehen. Das jedenfalls schätzen die Analysten von Accenture in der aktuellen Studie »Securing the Digital Economy: Reinventing the Internet for Trust«. Am stärksten betroffen ist die Hightech-Industrie mit mehr 753 Milliarden US-Dollar. Es folgen Biowissenschaften (642 Milliarden US-Dollar) und Automobilindustrie (505 Milliarden US-Dollar). »Beim Thema Cybersecurity hinken die meisten Unternehmen der Raffinesse der Cyberkriminellen hinterher. Das führt zu einem Vertrauensverlust in die digitale Wirtschaft«, so Uwe Kissmann, Geschäftsführer von Accenture Security in Europa. Mathias Brandt

https://de.statista.com/infografik/16825/geschaetzte-hoehe-des-durch-cyberattacken-entgangenen-umsatzes/


 

Cyberkriminalität könnte Unternehmen weltweit in den nächsten fünf Jahren rund 5,2 Billionen US-Dollar kosten

Weltweit drohen Unternehmen in den kommenden fünf Jahren Mehrkosten und Umsatzverluste durch Cyberangriffe in Höhe von rund 5,2 Bio. US-Dollar. Grund dafür ist, dass die Abhängigkeit von komplexen internetfähigen Geschäftsmodellen die Fähigkeit zur Einführung wichtiger Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz kritischer Vermögenswerte übertrifft. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Accenture »Securing the Digital Economy: Reinventing the Internet for Trust« [1].

Das Internet wird in puncto Cybersecurity immer instabiler, sagten mehr als die Hälfte der weltweit in der Studie Befragten (59 %). Das kann für Unternehmen verheerende Folgen haben. Cyberkriminalität kann die betrieblichen Abläufe, die Innovationsfähigkeit und das Wachstum einer Firma erheblich gefährden und Kosten in Billionen-Höhe verursachen. Die Studienergebnisse zeigen, dass im weltweiten Branchenvergleich die Hightech-Industrie mit mehr als 753 Mrd. US-Dollar möglicher Verluste am gefährdetsten ist, gefolgt von der Life-Science- und der Automobilindustrie mit 642 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 505 Mrd. US-Dollar.

»Beim Thema Cybersecurity hinken die meisten Unternehmen der Raffinesse der Cyberkriminellen hinterher. Das führt zu einem Vertrauensverlust in die digitale Wirtschaft«, Uwe Kissmann, Geschäftsführer von Accenture Security in Europa. »Um resistent gegen Cyberangriffe zu werden, müssen Unternehmen das Fachwissen der Chief Information Security Officers (CISO) in den Vorstand tragen und dafür sorgen, dass Security ein integraler Bestandteil aller neuen Projekte wird. Wenn es um Sicherheit und Datenschutz geht, sollten alle Geschäftsführer in die Verantwortung genommen werden. Hier ist eine entschlossene Führung durch Chief Executive Officers (CEO) nötig, nicht nur durch CISOs. Es gilt, den erfolgssichernden Beitrag einer stabilen Cybersecurity in seiner Geschäftsrelevanz zu erkennen und ihn entsprechend zu positionieren.«

Cyberkriminalität hindert Entwicklung der digitalen Wirtschaft
Vier von fünf der globalen Teilnehmer (79 %) glauben, dass sich die Entwicklung der digitalen Wirtschaft deutlich verlangsamen wird, wenn es keine Verbesserung der Cybersicherheit gibt. Das ist problematisch, da laut der Studie 91 Prozent der deutschen Unternehmen der Meinung sind, dass eine vertrauenswürdige digitale Wirtschaft entscheidend für das zukünftige Wachstum ihres Unternehmens ist. Rund 81 Prozent der deutschen Befragten sagen, dass das wirtschaftliche Potenzial des Internets und des Internet of Things (IoT) durch den Aufbau einer vertrauenswürdigeren Digitalwirtschaft mobilisiert werden kann. Unternehmenslenker befinden sich an einem kritischen Wendepunkt: Sie müssen das Vertrauen in die digitale Welt aufbauen.
Die Studie zeigt, dass drei Viertel (75 %) aller Studienteilnehmer der Meinung sind, dass die Problemstellungen rund um Cybersicherheit Zusammenarbeit erfordern. Kein Unternehmen könne diese Herausforderung allein lösen. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Cyberkriminalität befürworten mehr als die Hälfte (56 %) der weltweit befragten Führungskräfte schärfere Richtlinien, die von einer übergeordneten Instanz oder einer Aufsichtsbehörde erlassen werden.

»Bei der Entstehung des Internets konnte niemand das heutige Ausmaß an Komplexität und Vernetzung vorhersehen. Heute braucht es nur einen Klick, um einem verheerenden Cyberangriff zum Opfer zu fallen«, erklärt Uwe Kissmann. »Entscheidend ist die Erkenntnis, dass die Mehrheit des Schadens nicht etwa durch die Beschädigung der IT entsteht, sondern durch die daraus folgenden Ausfälle der unternehmerischen Kernprozesse, welche in einem digitalen Geschäftsmodell viel stärker mit der IT verzahnt sind.« Um eine Zukunft zu gestalten, die von einer starken und vertrauenswürdigen digitalen Wirtschaft lebt, müssen Führungskräfte im Ökosystem zusammenarbeiten, um ihre gesamten Wertschöpfungsketten erfolgreich abzusichern – über jeden Partner, Lieferanten und Kunden hinweg. Wichtig ist hierbei auch ein CISO, der sich im Spagat zwischen geschäftsstrategischen Fragestellungen und einem hochdynamischen, technologischen Umfeld wie der Cybersecurity wohlfühlt, um als wertschöpfender Sparringpartner auf C-Level wahrgenommen zu werden.

Security-Entwicklung liegt hinter dem Technologiefortschritt zurück
Das schnelle Wachstum neuer Technologien ist aufgrund der stärkeren Vernetzung eine zusätzliche Herausforderung. Vier von fünf deutschen Managern (78 %) räumen ein, dass ihr Unternehmen neue Technologien schneller einsetzt, als Sicherheitskonzepte angepasst werden können. Weltweit stellen Dreiviertel (76 %) fest, dass ihnen aufgrund neuer Technologien wie dem Internet der Dinge (IoT) oder dem industriellen Internet der Dinge (IIoT) die Kontrolle über die Cybersicherheit entgleitet. Die überwiegende Mehrheit der befragten Manager aus Deutschland (77 %) gab an, dass es immer schwieriger sei, ihre Systeme vor den Schwachstellen Dritter zu schützen. Auch der Verbraucherschutz ist für viele Führungskräfte ein wesentliches Thema. So glauben 76 Prozent der global Befragten, dass die Online-Identitäten von Verbrauchern nicht sicher sind, wenn zu viele ihrer persönlichen Daten bereits uneingeschränkt verfügbar sind.

Die Studie schlägt drei Handlungsoptionen zur Verbesserung der Internetsicherheit vor:
1. Governance: (Globale) Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen – Firmen müssen die Zusammenarbeit mit Führungskräften, Regierungsvertretern und Aufsichtsbehörden stärken, um besser zu verstehen, wie man Cyberangriffe verhindert.
2. Geschäftsarchitektur: Schutz und Sicherheit mit einem Modell, das auf digitalem Vertrauen beruht – Unternehmen müssen sich intensiv mit den Grundprinzipien der Cybersicherheit beschäftigen und ihre Geschäftsmodelle über das gesamte Ökosystem von Partnern und Lieferketten hinweg schützen.
3. Technologie: Die Geschäftsentwicklung fördern und die Sicherheit verbessern – Es gilt, neue Technologien anzuwenden, IoT-Security zu beherrschen und sich auf die Quantum-Herausforderung vorzubereiten. Gleichzeitig müssen Software-Sicherheit und Update-Funktionen auf mobilen und IoT-Geräten von Beginn an integriert sein.
Weitere Informationen zu der Studie finden Sie hier.

[1] Für die Studie Securing the Digital Economy: Reinventing the Internet for Trust von Accenture wurden im Zeitraum Oktober und November 2018 rund 1.711 Führungskräfte von Unternehmen (davon 108 aus Deutschland) mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Mrd. US-Dollar in 13 Ländern befragt: Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Spanien, Schweiz, Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Vertiefende Interviews wurden mit CEOs (61 %), Chief Operating Officers (20 %), Chief Innovation Officers (9 %) und Chief Strategy Officers (9 %) geführt. Die durchschnittlichen Kosten der Cyberkriminalität wurden prozentual zum Umsatz jeder Branche berechnet – einschließlich der Kosten für die Bekämpfung eines massiven Cyberangriffs, auf der Grundlage unserer Analyse von 460 schwerwiegenden Zwischenfällen. Die Kosten der Cyberkriminalität umfassen sowohl die Unternehmenskosten, die bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität anfallen, als auch die, die durch Einkommensverluste entstehen. Diese Branchenprozentsätze wurden auf die globalen Industrieumsätze angewendet, um ein fünf-Jahres-Modell des Value-at-Risk für die Branche zu erstellen.

 

185 search results for „Cyberkriminalität „

Cyberkriminalitäts-Analyse fokussiert sich auf Bedrohungen durch Insider

  Die Data Breach Investigations Report (DBIR)-Serie von Verizon gibt Einblicke in die Welt der Cyberkriminalität. Jetzt wurde die Analyse von Daten und Vorfällen neu ausgerichtet und fokussiert sich auf die Rolle von Insidern. Daraus entstanden ist der Verizon Insider Threat Report [1]. 20 Prozent der im Rahmen des Verizon 2018 DBIR erfassten Cybersicherheitsvorfälle und…

Cyberkriminalität im Rückblick – Die Entwicklungen 2018 aus Sicht der Cybersicherheit

Zum Jahresbeginn 2019 hat Unit 42, die Abteilung für Bedrohungsforschung von Palo Alto Networks, die wichtigsten Entwicklungen, Angriffe und Trends im Umfeld der Cyberangriffsgruppen aus dem vergangenen Jahr zusammengefasst. Dabei haben die IT-Sicherheitsprofis einige zentrale Trends identifiziert.   Crypto-Mining im Aufwind »Wir haben eine starke Zunahme der Anzahl von Angriffskampagnen mit dem Ziel, Kryptowährungen zu…

Eine Hälfte der Internetnutzer ist von Cyberkriminalität betroffen

50 Prozent der Internetnutzer waren 2018 Opfer von Cyberkriminalität. 23 Prozent klagten über illegale Datennutzung. Jeder Zehnte wurde online angegriffen oder beleidigt. Datendiebstahl, Identitätsklau, Beleidigung oder Betrug: Kriminelle finden zunehmend Opfer im Internet. Jeder zweite Internetnutzer (50 Prozent) war im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität. Am häufigsten klagen Onliner über die illegale Verwendung ihrer persönlichen…

55 Milliarden Euro Schaden durch Cyberkriminalität

Deutschland ist wirtschaftlich oben auf, die Wirtschaft boomt. Das macht Deutschland leider zu einem bevorzugten Ziel von Cyberkriminellen und Hackern. Die Zahl der Opfer und die Summe der Schäden wachsen stetig. Die Angreifer werden immer professioneller, sowohl was die Organisationsstruktur, als auch die Qualität der Angriffe betrifft. Darum ist es umso wichtiger, die eigenen Netzwerke…

Cyberkriminalität hat Konjunktur: Die Qualität der Angriffe nimmt stetig zu

  Dass die Auswirkungen von Cyberangriffen nicht nur virtueller Natur sind, hat das vergangene Jahr gezeigt: Im Mai 2017 legte die Erpresser-Software »WannaCry« hunderttausende Computersysteme lahm. Die Auswirkungen dieses Angriffs waren für viele Menschen auch in der »analogen Welt« spürbar, denn unter anderem hatte die Software die Ticketautomaten und Anzeigetafeln der Deutschen Bahn abgeschaltet. Lange…

Flughafen München gründet Zentrum für den Kampf gegen Cyberkriminalität

Der Münchner Flughafen schlägt beim Thema IT-Sicherheit ein neues Kapitel auf: Mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung ging der »Information Security Hub« (ISH) in Betrieb – ein neues Kompetenzzentrum, in dem IT-Spezialisten der Flughafen München GmbH (FMG) zusammen mit Experten aus der europäischen Aviation-Branche Verteidigungsstrategien gegen Angriffe aus dem Internet testen und nach neuen Lösungen im Kampf…

Cyberkriminalität: 978 Millionen Cyberkriminalitäts-Opfer in 20 Ländern

978 Millionen Cyberkriminalitäts-Opfer in 20 Ländern zählt der Norton Cyber Security Insights Report im vergangenen Jahr, darunter 23,4 Millionen aus Deutschland. Den Betroffenen ist insgesamt ein Schaden von 172 Milliarden US-Dollar entstanden. Das sind im Schnitt 142 US-Dollar pro Fall. Die häufigsten Formen von Internetkriminalität sind Viren, gestohlene Passwörter und Kreditkartenbetrug. Opfer von Cyberkriminalität zeichnen…

Über 23 Millionen Deutsche waren im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität

  Gesamtschaden global von 172 Milliarden US-Dollar. 978 Millionen Verbraucher weltweit betroffen. Opfer brauchen durchschnittlich 23,6 Stunden um die Folgen der Cyberattacke zu beheben. Betroffene haben weltweit ähnliche Verhaltensmuster.   Norton by Symantec veröffentlicht die neueste Auflage seines jährlichen Norton Cyber Security Insights Reports (NCSIR) [1]. Der Bericht zeigt, dass sich noch immer viele Verbraucher…

Jeder Fünfte will sich gegen Cyberkriminalität versichern

■ Mehrheit sieht noch keinen Bedarf für Versicherungsschutz. ■ Bitkom empfiehlt Schutzmaßnahmen vor Cyberattacken.   Phishing-Attacken, Schadsoftware oder Kreditkartenbetrug – Cyberkriminalität kann jeden Internetnutzer treffen. Viele Onliner erwägen deshalb, mit Versicherungen gegen solche kriminelle Attacken vorzusorgen. Beinahe jeder fünfte Internetnutzer (19 Prozent) kann sich vorstellen, eine Versicherung für kriminelle Vorfälle im Internet abzuschließen. Das ist…

Digitale Transformation: Cyberkriminalität und Cyberspionage sind die größten Herausforderungen

Investitionen in Produktivität, Betriebskosten und die Verbesserung der digitalen Präsenz schaffen neue Wachstumsmöglichkeiten. In einer aktuellen Frost & Sullivan-Studie [1], die die Branchenanwender-Perspektive in Hinblick auf den Umgang mit der digitalen Transformation untersucht, gaben 54 Prozent der IT-Experten an, dass Cyberkriminalität und -spionage zu den größten Herausforderungen gehören, dicht gefolgt von der Systemintegration. Andere erwähnenswerte…

Cyberkriminalität: Sicherheit von Zahlungskarten bei Unternehmen und Kunden

Der »Payment Security Report 2017« zeigt Zusammenhang zwischen Einhaltung von Sicherheitsstandards für Zahlungskarten und der Abwehrfähigkeit von Cyberangriffen [1]. Wichtige Ergebnisse aus dem 2017 Verizon Payment Security Report (PSR): Der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) trägt zum Schutz von Zahlungssystemen gegen Datenverletzungen und Diebstahl von Karteninhaberdaten bei. Keine der Organisationen, bei denen…

Datenschutz und Datensicherheit – Ein neues Zeitalter der Cyberkriminalität bricht an

IT-Abteilungen müssen die Sicherheitsrisiken minimieren aber gleichzeitig den Mitarbeitern ein komfortables Arbeiten ermöglichen. Moderne Datenschutzlösungen mit zentraler Verwaltung, Endpoint Protection sowie Forensik- und Reporting-Tools erleichtern die Bedienung, erhöhen die Kontrolle, vereinfachen die Prüfung und sind dabei kostengünstig.

Industrie 4.0 führt zu hohen Sicherheitsanforderungen: Cyberkriminalität wird oft unterschätzt

In der Fabrik von morgen, der Smart Factory, kommunizieren Maschinen miteinander. Daten werden erfasst, ausgetauscht und verarbeitet. Doch hochvernetzte Betriebe steigern nicht nur ihre Effizienz, sondern auch die Anforderungen an ihre Sicherheit. Wer sich vor Angriffen schützen will, benötigt aktuelle Systeme und regelmäßige Sicherheitsupdates. Doch wie gut sind Unternehmen mit einer vernetzten Produktion tatsächlich geschützt?…

Europa überholt die USA als größter »Täter« in der globalen Cyberkriminalität

Cyberangriffe jetzt 50 Prozent häufiger mit Ursprung in Europa als in den USA. Betrüger nutzen Verunsicherung in der EU und setzen auf anspruchsvolle neue Angriffstechniken sowie breite Online-Verfügbarkeit von personenbezogenen Daten. Anstieg an Sicherheitsvorfällen mit Ursprung in Schwellenländern.   Neue Daten, die von ThreatMetrix kürzlich veröffentlicht wurden, zeigen auf, dass in den letzten 90 Tagen…

Industrialisierte Cyberkriminalität bedroht die (Welt)Wirtschaft

Wachsende Gefahr durch organisierte Kriminalität im Internet. Nur ein Fünftel der IT-Entscheider in großen multinationalen Konzernen ist davon überzeugt, dass ihr Unternehmen umfassend auf Angriffe durch Cyberkriminelle vorbereitet ist. Die überwiegende Mehrheit der Firmen fühlt sich durch Vorschriften, mangelnde Ressourcen und die Abhängigkeit von Dritten in ihrer Reaktionsfähigkeit auf Cyberattacken eingeschränkt, wie eine aktuelle Studie…

Weitere Artikel zu