Digitale Gesundheitsversorgung erfordert durchgängiges Datenmanagement

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Ob Budgetrestriktionen, politische Entwicklungen oder Personalengpässe – über die akuten und chronischen Herausforderungen für die Gesundheitseinrichtungen wurde und wird aktuell viel kritisch berichtet. Während diese Fragen natürlich wichtig sind, erscheint die Aufmerksamkeit, die den möglichen Lösungen für diese Herausforderungen gewidmet wird, wesentlich geringer zu sein. Markus Grau, Principal Systems Engineering bei Pure Storage erläutert, welch zunehmend wichtige Bedeutung dem durchgängigen, digitalen Datenmanagement zukommt.

 

Ein Beispiel ist der National Health Service (NHS), das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien. Der NHS hat einen Fahrplan für die digitale Gesundheitsversorgung herausgegeben und darin behauptet, dass es Ende des nächsten Jahrzehnts »einen NHS geben wird, in dem der digitale Zugang zu Dienstleistungen weit verbreitet ist«. Einige der genannten Maßnahmen sind die Aktualisierung von Altsystemen, die Aktualisierung digitaler Patientendaten, die Erleichterung der Online-Buchung von NHS-Diensten sowie der Einsatz genomischer und klinischer Daten zur Identifizierung von Personen, die durch schwere Erkrankungen gefährdet sind.

»Die Grundlage all dieser Versprechen ist ein Schritt, um den Einsatz von Technologien, nämlich Datenanalyse und künstliche Intelligenz (KI), in die Wege zu leiten. Es gibt bereits Belege dafür, dass diese Technologien die Entwicklung personalisierter Medikamente unterstützen und Wartezeiten reduzieren und klinische Ergebnisse verbessern werden«, erklärt Markus Grau. »Diese Innovationsfelder sind ein Beispiel dafür, dass KI trotz gelegentlicher Skepsis eine Kraft für das Gute im Gesundheitswesen sein kann.«

Der Plan des NHS ist ehrgeizig, aber bemerkenswert. Um diese Vision zu verwirklichen, nicht nur im NHS, sondern für alle Gesundheitssysteme in Europa und weltweit, gibt es einige Überlegungen zu berücksichtigen.

 

Bildung ist der Schlüssel

Da datenorientierte Technologie immer wichtiger wird, wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass Datenanalyse- und Managementfähigkeiten in allen Aspekten der medizinischen Ausbildung zum Alltag werden. Da der NHS zunehmend datengesteuert ist, ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter, egal ob Ärzte oder Verwaltungsfachkräfte, für den Umgang mit relevanten KI-Technologien gerüstet sind. Dies gilt nicht nur für diejenigen, die in diese Berufe eintreten, sondern auch für diejenigen, die bereits beschäftigt sind. Bildung, Unterstützung und Zusammenarbeit werden der Schlüssel sein, um die Vorteile dieser Technologie wirklich spürbar zu machen.

 

Datenschutz hat nach wie vor oberste Priorität

Während die Vorteile von KI-Technologien und datengestützten Erkenntnissen für sich sprechen, leben wir in einer Welt, in der Datenschutz ein sehr sensibles Thema ist. Die meisten Daten, die im Gesundheitswesen tagtäglich verarbeitet werden, sind hochsensible, patientenbezogene Daten und müssen als solche auch behandelt werden. Wenn die Öffentlichkeit das Gefühl hat, dass ihre Daten ohne ihr Wissen für Zwecke verwendet werden, denen sie nicht zugestimmt hat, dann werden alle Versuche zur Modernisierung der Gesundheitspraktiken vor eine massive Hürde gestellt.

»Es gibt eine zweifache Lösung für dieses Problem: Erstens, ist Kommunikation der Schlüssel. Die Öffentlichkeit muss darüber informiert werden, wofür genau ihre Daten verwendet werden, und vor allem über die Vorteile, die sich daraus ergeben«, erläutert Markus Grau. »Zweitens müssen die Gesundheitsorganisationen über eine Infrastruktur verfügen, die einen schnellen und agilen Austausch solcher Daten ermöglicht und gleichzeitig die Konformität zu den Compliance-Richtlinien gewährleistet.«

 

Datenzentrisches Denken

Riesige Datenmengen müssen schnell verarbeitet und analysiert werden, um die Entscheidungen in Sekundenbruchteilen zu treffen, zu denen die Technologie fähig ist. Infolgedessen benötigen diese Projekte eine sehr solide Infrastruktur und eine hohe Rechenleistung, um effektiv zu arbeiten.

Herkömmliche Rechenzentren für Gesundheitsorganisationen haben sich recht gut bewährt, was die Unterstützung der Patientenversorgung betrifft. Sie wurden jedoch nie mit der Absicht gebaut, die heute eingesetzten anspruchsvollen Datenanwendungen zu betreiben, nicht zuletzt für anspruchsvolle künftige Projekte.

»Die Zukunft, die von Anwendungen wie KI und maschinellem Lernen (ML) dominiert sein wird, erfordert einen anderen Ansatz für die Infrastruktur des Rechenzentrums: ein Ansatz mit besonderem Schwerpunkt auf Storage, darauf ausgelegt, einen massiv-parallelen Zugriff auf Daten mit sehr hoher Bandbreite zu ermöglichen«, so Markus Grau.

 

Die Vision verwirklichen

Um die Vorteile neuer Technologien zu nutzen, ist eine robuste und datenzentrische Infrastruktur erforderlich. Der NHS wird entsprechende Systeme, Dienste und Support benötigen, um KI korrekt zu nutzen und Daten effizient und verantwortungsbewusst zu verarbeiten.

Als eine der großen britischen Institutionen hat der NHS in seiner 70-jährigen Geschichte viele Prüfungen und Schwierigkeiten überlebt. Die Herausforderungen bei der Finanzierung und Personalausstattung zeigen keine Anzeichen einer Besserung, aber der Einsatz von KI wird dazu beitragen, dass sich der NHS weiterentwickelt und widerstandsfähig bleibt, während gleichzeitig die Ergebnisse für die Patienten weiter verbessert werden. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich der NHS und auch andere Gesundheitsorganisationen auf den wachsenden Einsatz moderner Technologien einstellen werden.


 

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