Digitale Transformation – »Wir müssen uns selbst immer wieder neu transformieren«

Das Unternehmen Konica Minolta mit Hauptsitz in Langenhagen bei Hannover ist bereits seit vielen Jahren erfolgreich am Markt. Dem stetigen Wandel hin zur papierlosen Arbeit durch die Digitalisierung von Unternehmensprozessen trägt der Konzern mit dem Aufbau neuer Produktsegmente Rechnung. Wie diese Unternehmensstrategie aussieht, erläutert Johannes Bischof, CEO der Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH.


Sie erwirtschaften im Bereich Druck einen Großteil des weltweiten Umsatzes. Wie geht Konica Minolta damit um, dass die Umsätze im Printing-Bereich aufgrund des Trends hin zum papierlosen Büro perspektivisch zurückgehen werden?

Wenn wir uns Konica Minolta in Deutschland ansehen, wird deutlich, dass der Bereich Drucken ein sehr gutes Business-Modell für unser Unternehmen darstellt. Wir begleiten ihn schließlich seit mehr als 50 Jahren und gestalten ihn zudem aktiv mit. Sie haben allerdings recht, die Digitalisierung interner und externer Prozesse schreitet kontinuierlich voran. Darauf müssen wir reagieren und die Digitalisierungsbemühungen unserer Kunden unterstützen. Transformation ist für uns ein stetiger Prozess. Wesentliche Schritte dazu haben wir in Deutschland mit der Akquisition von Systemhäusern unternommen. Vor sechs Jahren haben wir etwa das Systemhaus Raber+Märcker akquiriert. Daraus ist die Konica Minolta IT Solutions GmbH entstanden, die in diesem Jahr in die Konica Minolta Business Solutions GmbH integriert wurde. Auch weltweit gehören Akquisitionen zu unserer Strategie. Wir haben zahlreiche Systemhäuser aufgekauft, im Cluster West, den ich als Managing Director führe, zuletzt Aurelium in Belgien. Dadurch können wir als IT Services Provider gut auf dem Markt agieren. Wir wollen sowohl in der Fläche wachsen als auch im Portfolio. Darüber hinaus bilden wir unsere eigenen Mitarbeiter zum Thema IT fort. 


Sie sprachen soeben an, dass seit Anfang Juli dieses Jahres das Tochterunternehmen Konica Minolta IT Solutions GmbH komplett in die Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH integriert ist. Was waren die Hintergründe?

Anzeige

Im Rahmen der globalen Ausrichtung von Konica Minolta als IT Services Provider war die Verschmelzung der nächste logische Schritt. Als ein gemeinsames Unternehmen werden die Konica Minolta Teams noch enger zusammenwachsen und noch intensiver gemeinsam beim und für den Kunden agieren. Dabei profitieren unsere Kunden von der langjährigen Erfahrung und Schlagkraft integrierter Teams – genau wie vom dichten Servicenetz, das neben der inhaltlichen auch die räumliche Nähe zu den Kunden sicherstellt.


Sie sagen, dass sich Konica Minolta global als IT Services Provider positioniert. Können Sie das etwas genauer erläutern?

Im Bereich Business Technologies schaffen wir als IT Services Provider Lösungen, um die Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse von Kunden zu optimieren, ihnen eine höhere Wertschöpfung zu ermöglichen und vorausschauend Antworten auf die relevanten Zukunftstrends zu geben. Dabei bieten wir unseren Kunden ein 360°-Portfolio für viele Fragen der digitalen Transformation – und das alles aus einer Hand. Dieses Portfolio umfasst Lösungen jeder Art von Dokumentenmanagement, Business Software, Hardware, multifunktionale Druck- und Produktionssysteme über Digital Manufacturing, Videosicherheit, Healthcare, Beratung, IT und Security Services bis hin zur Unterstützung in Finanzierungsfragen. 

Anzeige


Können Sie Beispiele nennen, um unseren Lesern einen besseren Überblick zu verschaffen? 

Gerne nenne ich Ihnen drei Beispiele. Erstens den Security-Bereich. Dort übernehmen wir das klassische Lizenzgeschäft, das allerdings immer weniger nachgefragt wird. Hier steigt die Nachfrage nach unseren Beratungsleistungen kontinuierlich, wie etwa der ganzheitlichen Analyse, unserer Informationssicherheitsberatung, aber auch DSGVO- und ISO27001-Beratung sowie Notfallplanung und Penetrationstests. 

Zweitens den Infrastrukturbereich, bei dem wir mit starken Partnern wie Fujitsu, Dell, Lenovo und Microsoft zusammenarbeiten. Wir bieten Client-, Managed-Client- sowie Virtual-Desktop-Lösungen an, aber auch RZ-Ausstattung oder Virtualisierung und wir führen RZ-Umzüge durch. Insbesondere bei den Managed Services verzeichnen wir aufgrund des Fachkräftemangels ein großes Wachstum. Unsere Kunden wollen sich auf ihre Kernthemen konzentrieren, den IT-Betrieb lagern sie gerne aus.

Drittens setzen wir im Business Bereich auf die beiden Hauptpartner Microsoft mit Dynamics 365 Business Central und Infor LN. Hier betreuen wir hauptsächlich kleine Produktionskunden, zudem haben wir Branchenlösungen für die Sozialwirtschaft. Dank unserem breiten Portfolio sind wir in der Lage, unsere Kunden sehr individuell zu bedienen.

Unsere große Stärke als IT Services Provider sehe ich insbesondere darin, dass wir die Herausforderungen unserer mittelständischen Kunden genau kennen. Auf dieser Basis haben wir eine Plattform entwickelt, mit der KMUs der wachsenden Datenflut, den steigenden Sicherheitsanforderungen und der immer höheren Komplexität Herr werden – den Workplace Hub.


Was genau ist denn der Workplace Hub? Können Sie uns etwas mehr über diese Lösung sagen?

Der Workplace Hub ist eine All-in-One-Lösung, die Unternehmen auf einer Fläche von nur einem Quadratmeter eine komplette IT-Infrastruktur mit Servern und Software zur Verfügung stellt. Falls eine Hybrid-Cloud-Umgebung vorhanden ist, sind wir zudem in der Lage, unseren Kunden sowohl lokale Backups als auch Backups in der Cloud anzubieten. Unser Workplace Hub passt sich den veränderten Arbeitsbedingungen in einer vernetzten Welt an und verbindet Menschen, Räume und Geräte nahtlos miteinander. Dadurch können sich KMUs auf ihr Unternehmenswachstum konzentrieren und Wettbewerbsvorteile erlangen. 


Sie haben die Cloud erwähnt. Wird der hybride Ansatz auch künftig weitergeführt oder gibt es bald nur noch Cloud-Lösungen?

Die Cloud weist gerade im Mobile Working viele vorteilhafte Aspekte auf, aber es gibt nichts, was nicht auch On Premises mit einer Private Cloud erledigt werden könnte. Den geringeren Kosten einer Cloud stehen stets gewisse Nachteile gegenüber. Wir sind neutrale Berater und zeigen unseren Kunden sowohl die Vor- als auch die Nachteile auf. Das ist genau die Richtung, in die sich IT-Dienstleister entwickeln müssen. Es wird entweder einen hybriden Ansatz oder die Multi-Cloud geben. Als IT Services Provider müssen wir in der Lage sein, entsprechende Services anzubieten, um den Bedarf der Kunden bestmöglich abzudecken.


Bild: © Konica Minolta  

2331 Artikel zu „Digitale Transformation“

Effekte moderner Datenplattformen: Erfolgreiche digitale Transformation in der Finanzbranche

Digitale Disruption tritt auf allen Ebenen des Finanzsektors auf. Privatkundenbanken, Versicherer, Investmentfirmen und Vermögensverwalter stehen gleichermaßen unter Druck, rund um die Uhr digitale Dienste bereitzustellen. Anderenfalls riskieren sie, hinter den Wettbewerbern zurückzufallen. Ein überfüllter Markt, neue Technologien und steigende Erwartungen der Verbraucher zwingen die Finanzinstitute, große Veränderungen voranzubringen. Markus Grau, Principal Systems Engineering bei Pure…

Erfolgreiche digitale Transformation braucht IT-Resilienz

Für den »State of IT-Resilience Report 2019« wurden weltweit 500 Führungskräfte sowohl aus der IT als auch aus anderen Geschäftsbereichen befragt [1]. Die Teilnehmer kamen aus über zehn unterschiedlichen Branchen und äußerten sich zu den derzeitigen Herausforderungen von IT-Resilienz im Rahmen der digitalen Transformation. Die Ergebnisse der Befragung geben Einblick in den Stand der Dinge…

Fehlende strategische Verantwortung hemmt digitale Transformationspläne

Mangelnde oder gar nicht existente Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen C-Suite, IT-Teams und anderen Geschäftsbereichen behindern digitale Transformation.   Obwohl fast drei Viertel aller Unternehmen mit der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen begonnen haben, sind nur 11 % der Unternehmen sehr zufrieden mit den Verantwortlichen für die digitale Transformation. Dies zeigt der »Digital Means Business Report 2019« von…

Erfolgreiche digitale Transformation bei Otto, Lufthansa, Zeiss, Safrima und Dachser

Die digitale Transformation von Unternehmen und Behörden ist in Deutschland weiterhin ein heiß diskutiertes Thema. Auch international steht dieser Transformationsprozess 2019 im Fokus. Das zeigen zum Beispiel die aktuelle Studie Getting to the Details of the Digital Platform: A Gartner Theme Insight Report und Gartners CIO Agenda 2019. Im übergreifenden Konsens heißt es: Digitalisierung wird…

Wie die digitale Transformation die Kundenerfahrung neu definiert

Egal in welchem Geschäftsbereich man tätig ist, die Technologie beeinflusst immer mehr die Art und Weise, in der Produkte entwickelt und Dienstleistungen erbracht werden. Deshalb ist jedes Unternehmen von der digitalen Transformation betroffen und dieser Einfluss wird sich vielleicht nirgendwo stärker bemerkbar machen, als in der Gestaltung der Kundenerfahrung. Die digitale Transformation ist ein Prozess,…

Change Management und digitales Mindset: Digitale Transformation – einfach machen

In der digitalisierten Welt gilt: Effizient und schnell muss es sein. Obwohl viel darüber diskutiert wird, mit welchen Technologien Unternehmen ihre Ziele erreichen können, wird eines oft vergessen: Die digitale Transformation ist wesentlich mehr als ein isoliertes Hard- und Softwareprojekt der IT. Vielmehr muss der Faktor Mensch bei jedem Schritt mitberücksichtigt werden, damit die Technologie richtig »wirkt«. Change Management und eine hervorragende Mitarbeiter-Experience unterstützen bei der Umsetzung der Digitalisierungsprojekte.

Erfordert die digitale Transformation der Gesellschaft einen Paradigmenwechsel in der Glücksspielpolitik?

Die Glücksspielpolitik hierzulande wird besonders vonseiten der Spieler und Glücksspiel-Betreiber oftmals stark kritisiert. So gehen die Gesetzgeber nach der Meinung dieser beiden Gruppen in der Regel zu wenig auf sie ein und handeln somit nicht im Sinne von diesen. Dabei geht es allerdings bei sämtlichen Fragen und Problemen, die in Bezug auf Glücksspiele existieren, stets…

Vier Tipps für die digitale Transformation im Healthcare- und Pharmabereich

Die Gesundheitsbranche hat sich im Zuge der Digitalisierung stark verändert und Unternehmen sind darauf angewiesen, ihre Prozesse im Hinblick auf neue Wettbewerbsbedingungen zu optimieren. Die Nachfrage nach neuartigen Leistungen wie personalisierter Medizin steigt und die zunehmende Verlagerung des Geschäfts in den Consumer-Bereich hat den Konkurrenzdruck erhöht. Patienten haben heute die Wahl zwischen zahlreichen Anbietern. Wer…