
Illustration Absmeier foto magnific ki
Eine neue Studie zeigt große Widersprüche zwischen dem gefühlten Grad der Prozessdigitalisierung und der tatsächlichen Umsetzung der Vorschriften. Insgesamt fahren deutsche Unternehmen beim Thema E-Rechnung eine Null-Risiko-Strategie.
Bei der Implementierung der E-Rechnungsvorschriften klafft zwischen Selbstwahrnehmung und dem tatsächlichen Fortschritt eine deutliche Lücke. Dreiviertel der von OpinionWay im Auftrag von Quadient befragten Führungs- und Fachkräfte aus den Bereichen Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung beschreiben ihre Rechnungsprozesse als digitalisiert – doch nur 6 Prozent erfüllen nach eigenen Angaben die Anforderungen der E-Rechnung.
Insgesamt sind die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer trotzdem zuversichtlich. Eine große Mehrheit von 89 Prozent glaubt, dass sie die bevorstehenden gesetzlichen Fristen einhalten kann. Denn ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz über 800.000 Euro E-Rechnungen versenden. Ein Jahr später erweitert sich die Pflicht auf Betriebe unterhalb dieser Umsatzschwelle.
Die Mehrheit der befragten Unternehmen, 56 Prozent, hat bislang jedoch kein gesetzeskonformes Rechnungsformat eingeführt. Rund die Hälfte, 48 Prozent, versendet einige oder alle Rechnungen noch in Papierform. Bei über zwei Dritteln kommt auch PDF zum Einsatz. Beide Formate sind aber nicht konform mit den Anforderungen zur E-Rechnung. Dem Wachstumschancengesetz entsprechen nur strukturierte, maschinenlesbare XML-Formate. Dazu gehören XRechnung, ZUGFeRD oder EDI, sofern dieses die Norm EN16931 erfüllt.
»Ein Großteil der Unternehmen glaubt, dass sie auf dem besten Weg sind, die Vorschriften zur E-Rechnungsstellung einzuhalten. Die Daten unserer Studie erzählen dagegen eine ganz andere Geschichte«, sagt Oliver Rauschil, Senior Director Digital Sales Zentraleuropa bei Quadient. »Es ist höchste Zeit, Prozesse, Systeme und Partner sehr genau zu prüfen und zuverlässig festzustellen, ob diese skalierbar konforme E-Rechnungen unterstützen. Diejenigen, die rechtzeitig aktiv werden, erreichen nämlich deutlich mehr als nur gesetzliche Konformität. Sie haben die Chance ihre Finanzprozesse weitreichend zu modernisieren und zu automatisieren. So lassen sich sowohl die Liquidität als auch der Cashflow verbessern.«
Was die Umstellung auf E-Rechnung bringt
Dass sich der rechtzeitige Umstieg auf die E-Rechnung lohnt, bestätigen auch die Studienteilnehmer, die sich bereits intensiv mit E-Invoicing auseinandersetzen und Vorgaben umgesetzt haben. 74 Prozent von ihnen konnten schon auf die ein oder andere Weise Zeit und Kosten einsparen.
- 54 Prozent berichten von Vorteilen bei der Gesamtproduktivität, beim Mobile Working oder bei beiden Aspekten.
- Fast jedes zweite Unternehmen, nämlich 48 Prozent, konnte schon Kosteneinsparungen feststellen.
- Bei 34 Prozent verkürzte sich die Forderungslaufzeit durch die schnellere Rechnungszustellung.
- Jeder dritte Betrieb berichtet außerdem von weniger Fehlern in den Abläufen.
Aber auch bei denjenigen, die die Umstellung auf die E-Rechnung erst vor sich haben, überwiegt der Optimismus. So sind 64 Prozent aller Befragten der Meinung, dass die elektronische Rechnung nützlich ist und nennen einfachere Prozesse als wichtigsten erwarteten Vorteil.
Technische Umsetzung: Deutsche Unternehmen fahren Null-Risiko-Strategie
71 Prozent der befragten Betriebe planen, die E-Rechnung entweder ausschließlich über das ERP-System oder in Kombination mit einer spezialisierten E-Rechnungsplattform umzusetzen. Für dieses Vorgehen sprechen zum einen wirtschaftliche Gesichtspunkte wie Investitionsschutz, Nutzwertmaximierung und Vermeidung hoher Wechselkosten. Aber auch unter den Aspekten Business Continuity und operative Systemstabilität gehen die Unternehmen mit diesem Ansatz kein unnötiges Risiko ein.
Die meisten, nämlich 39 Prozent, planen dazu einen hybriden Ansatz. Sie kombinieren das ERP mit einer zusätzlichen Plattform. Dies dürfte insbesondere daran liegen, dass jede dritte ERP-Standardlösung in einer vergleichsweise alten Version betrieben wird. Diese weisen häufig Schwächen bei der XML-Fähigkeit auf. Moderne E-Invoicing-Portale überbrücken diese technologische Lücke. Sie halten Unternehmen in puncto Compliance automatisch auf dem neuesten Stand. Und sie sorgen durch Unterstützung einer Vielzahl an Formaten für die nötige Flexibilität, die dem ERP-System selbst vielleicht fehlt.
Knapp ein Drittel der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer setzen dagegen komplett auf ihre aktuelle ERP-Software. Sie begründen dies damit, dass ihre IT gesetzeskonforme E-Rechnungen bereits erstellen könne.
15 Prozent zeigten sich noch unentschlossen. Bei den Unternehmen mit weniger als 800.000 Euro Jahresumsatz waren dies sogar 47 Prozent, also fast die Hälfte der befragten Betriebe.
[1] Quadient, Anbieter einer globalen Automatisierungsplattform für sichere und nachhaltige Geschäftsbeziehungen, hat eine Halbzeitbilanz zur Implementierung der E-Rechnungsvorschriften veröffentlicht. Die Studie wurde unter 300 deutschen Unternehmen vom Marktforschungsinstitut OpinionWay durchgeführt. Sie zeigt, wie weit diese ein halbes Jahr vor dem nächsten Stichtag am 1. Januar 2027 bei der Umsetzung der Vorgaben sind.Der vollständige Bericht »E-Rechnung Deutschland: Die B2B-Halbzeitbilanz« steht hier zum Download bereit. https://www.quadient.com/de/ressourcen/e-rechnung-deutschland-bericht-2026?sfdc_campaign_status=RP-IDA-DACH-EINV-E %20Rechnung_Marktstudie&sfdc_global_campaign_id=701Pm00001TIyFsIAL
Die Studienergebnisse werden am 30. Juni 2026 auch online vorgestellt. Interessierte können sich zum Webinar anmelden.
Quadient unterstützt Unternehmen mit seiner Suite digitaler Automatisierungslösungen bei der umfassenden Transformation ihrer Finanzprozesse und der Erfüllung von rechtlichen Vorgaben wie der E-Rechnung.

300 Artikel zu „E-Rechnung“
News | Business | Geschäftsprozesse | Lösungen | Services | Ausgabe 11-12-2025
Sieben Schritte zur E-Rechnung – Vom Pflichtprojekt zur Chance
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TEAM GmbH präsentiert neues ZUGFeRD-Plugin für JasperReports in Oracle-Umgebungen. Seit dem 1. Januar 2025 sind elektronische Rechnungen («E-Rechnungen«) im B2B-Bereich verpflichtend. Mit ZUGFeRD (»Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland«) existiert auch schon ein vom Gesetzgeber anerkannter Standard für den elektronischen Rechnungsdatenaustausch. Der Paderborner IT-Dienstleister TEAM GmbH hat für seinen Jasper4Oracle-Server, der auf…
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Ab dem 1. Januar 2025 wird die E-Rechnungspflicht für Unternehmen in Deutschland Realität und erfordert umfassende Anpassungen der Rechnungserstellungs-, prüfungs- und bearbeitungsprozesse. Eine aktuelle Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) zeigt, dass Unternehmen das Thema zwar auf der Agenda haben, aber dennoch größtenteils weiterhin E-Mail für den Empfang und Versand elektronischer Rechnungen nutzen [1].…
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E-Rechnung – Die 5 häufigsten Irrtürmer
Faktencheck und Ratschläge für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die kommende E-Rechnungspflicht. Während manche Solo-Selbstständige sie vielleicht noch erfolgreich verdrängen, stecken einige Großunternehmen schon mitten in der Vorbereitung oder haben bereits entsprechende Lösungen implementiert. Klar ist: die E-Rechnung kommt und das schrittweise ab 2025. Doch längst nicht allen Betroffenen ist klar, was genau eigentlich eine…
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Einführung der E-Rechnung: Gesetzliche Vorgaben und Auswirkungen auf Kosten und Effizienz
Im Rahmen des sogenannten Wachstumschancengesetzes hat der Gesetzgeber für viele Unternehmen eine Pflicht zur Nutzung von E-Rechnungen eingeführt, die ab 2025 greift. Dabei müssen Unternehmen bei der Erstellung von elektronischen Rechnungen einige Anforderungen erfüllen, damit Rechtssicherheit besteht. Auch auf die Ausgaben sowie die Effizienz von Unternehmen hat die Integration der E-Rechnung großen Einfluss. Diese Regelungen…
News | Business | Lösungen | Ausgabe 9-10-2024
Auswirkungen des Wachstumschancengesetzes auf das Rechnungswesen – Die E-Rechnung: Pflicht und Chance zugleich
Mit dem Beschluss des Wachstumschancengesetz sind Rechnungen auf Papier oder als PDF angezählt: Ab dem neuen Jahr müssen Rechnungen, die Unternehmer anderen Firmen stellen, in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen werden. Für das Rechnungswesen bringt diese Vorgabe einige grundlegende Veränderungen mit sich. Jedoch sollten Unternehmen das Wachstumschancengesetz nicht als reine Pflichtaufgabe betrachten, sondern vor allem die Chancen in der Umsetzung erkennen und nutzen.
News | Trends 2024 | Digitale Transformation | Digitalisierung | Trends Geschäftsprozesse | Geschäftsprozesse
Digital Office Index 2024: Erst die Hälfte der deutschen Unternehmen schreibt E-Rechnungen
Papierbasierte Büro- und Verwaltungsprozesse hemmen die Digitalisierung des Mittelstands. Wie steht es um die Digitalisierung deutscher Unternehmen? Sie schreitet strategisch und auf allen Ebenen voran. Trotzdem gibt es noch Lücken und Hürden, wie bei der elektronischen Rechnungsstellung und der Ablösung papierbasierter Geschäftsprozesse. Der Branchenverband Bitkom beleuchtet in seiner Studie »Digital Office Index 2024« den…
News | Business | Digitalisierung | Geschäftsprozesse | Tipps
E-Rechnung ab 2025: So bereiten sich Unternehmen in Deutschland optimal auf die Pflicht vor
Ab 2025 wird eine Verpflichtung zur Nutzung der E-Rechnung für alle Unternehmen eingeführt, die in Deutschland steuerpflichtig sind. Die Art und Weise, wie Unternehmen in Deutschland ihre Rechnungen stellen, steht vor einem grundlegenden Wandel. Ab 2025 wird die elektronische Rechnung, kurz E-Rechnung, in Deutschland zur Pflicht. Diese Umstellung ist nicht nur ein bedeutender Schritt…
News | Business | Digitalisierung | Ausgabe 7-8-2024
Ganzheitliche Digitalisierung von Unternehmensprozessen – Fit für die E-Rechnung oder Wettlauf mit der Zeit?
Bis zum Jahresende dürfte noch das eine oder andere Unternehmen ins Schwitzen geraten: Grund dafür sind umsatzsteuerliche Regelungen im Wachstumschancengesetz. Ihnen zufolge müssen Firmen jeder Größe ab 2025 in der Lage sein, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten. Höchste Zeit also, aktiv zu werden und für den technologischen Unterbau beziehungsweise die erforderlichen Projektstrukturen zu sorgen.
News | Business | Geschäftsprozesse | Lösungen
Handwerksbetriebe: Warum E-Rechnungen die Chance zur Digitalisierung sind
Aus Pflicht, wird Kür – ab 2025 fordert der Gesetzgeber von Unternehmen, für B2B-Geschäfte E-Rechnungen ausstellen zu können. Eine Herausforderung für Handwerksbetriebe, die bislang nicht auf digitale Rechnungsstellung gesetzt haben. Eine Umstellung auf eine ganzheitliche Handwerkersoftware für alle betrieblichen Belange wird aber nicht nur die rechtlichen Pflichten erfüllen, sondern die gesamte Firma modernisieren und für…
News | Digitalisierung | Geschäftsprozesse
Zugangstor in die globale E-Rechnungswelt
xSuite eDNA (electronic Document Network Adapter) ist eine neue Cloud-Applikation und geeignet für alle E-Rechnungsformate. Die neue Rechnungsplattform, nimmt als »Single Point of Connection« unterschiedlichste E-Rechnungsformate an und wandelt diese in ein einfach zu verarbeitendes, standardisiertes Format um. Sie fungiert als Zugangstor in die E-Rechnungswelt der verschiedensten Länder. In einer späteren Version wird die Software zusätzlich auch elektronische Rechnungen für den Versand erstellen können.
