Fertigungsindustrie: KI wird 2026 der Haupttreiber für Margengewinne sein

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74 % der Führungskräfte bei Herstellern gehen davon aus, dass KI-Agenten bis 2028 einen erheblichen Teil der routinemäßigen Produktionsentscheidungen treffen werden. 89 % erwarten eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI in der Produktion, wenn die KI-Einführung zunimmt.

 

Auf der ganzen Welt setzen Industrieunternehmen verstärkt auf intelligent gesteuerte und autonomere Fertigungsprozesse. Das ist das Ergebnis der Studie Future-Ready Manufacturing Study 2025, die Tata Consultancy Services (TCS) in Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS) veröffentlicht hat [1]. Befragt wurden 216 leitende Führungskräfte in Nordamerika und Europa aus den Branchen Automobilbau, Industriemaschinen, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, Prozessindustrie, Chemie und Schwermaschinenbau. Die Studie liefert einen datengestützten Einblick, wie Hersteller ihre digitale Basis stärken, um Autonomie, Entscheidungsintelligenz und zukunftsfähige Abläufe zu unterstützen.

Die Kernergebnisse: Dreiviertel der Befragten (75 %) erwarten, dass KI bis 2026 zu den drei wichtigsten Treibern für operative Margengewinne zählen wird. Doch nur etwas mehr als ein Fünftel (21 %) gibt an, vollständig KI-bereit zu sein. Ein Beleg für die grundlegende Lücken bei Daten, Integration und Systembereitschaft in den Werken und Lieferketten.

Da Hersteller ihre Investitionen in grundlegende Fähigkeiten erhöhen, zeichnet sich ein klarerer Weg in Richtung Echtzeit-Entscheidungsintelligenz und größerer operativer Transparenz in den Werken und Liefernetzwerken ab. So beginnen Unternehmen auf Werksebene damit, KI-gesteuerte Anwendungsfälle für Qualität und Planung zu integrieren und fast 40 % melden bereits erste messbare Erfolge.

 

Agentische KI wird die Entscheidungsfindung prägen

Auch der Vormarsch autonomer Systeme der nächsten Generation in der Fertigungsbranche beschleunigt sich: Eine zentrale Rolle spielt dabei agentische KI, die künftig maßgeblich die Entscheidungsfindung prägen wird. Konkret rechnen fast drei Viertel der Führungskräfte damit, dass KI-Agenten in den kommenden drei Jahren bis zu 50 Prozent der routinemäßigen Produktionsentscheidungen eigenständig treffen – der Startpunkt für selbstoptimierende Prozesse. Darüber hinaus versprechen sich über 30 Prozent der Hersteller erhebliche Produktivitätssteigerungen durch KI-gestützte Modernisierung. Das heißt: Die Industrie will nicht nur modernisieren, sondern strebt nach einer intelligenten, widerstandsfähigen und agilen Gestaltung ihrer gesamten Wertschöpfungskette.

 

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Agentische KI entwickelt sich zu einer Schlüsselkompetenz, die die autonome Entscheidungsfindung in den Werken beschleunigt.
  • 74 % erwarten, dass KI-Agenten bis 2028 zwischen 11 und 50 % der routinemäßigen Produktionsentscheidungen übernehmen werden.
  • 67 % berichten über eine verbesserte Echtzeit-Sichtbarkeit der Lieferkette, was die Widerstandsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit stärkt.
  • Mehr als 30 % prognostizieren spürbare Produktivitätssteigerungen durch KI-geführte Modernisierung.

 

Anupam Singhal, President – Manufacturing bei TCS, erklärt: »Die Fertigungsindustrie ist eine Branche, die von Präzision, Zuverlässigkeit und dem kontinuierlichen Streben nach Leistung geprägt ist. Diese grundlegende Stärke gewinnt heute durch den Einsatz von KI bei der Entscheidungsfindung enorm an Bedeutung – und ermöglicht geschäftsverändernde Ergebnisse durch größere Vorhersehbarkeit, Stabilität und Kontrolle. Wir bei TCS sehen darin eine entscheidende Chance, Herstellern zu helfen, widerstandsfähige, anpassungsfähige und zukunftsfähige Unternehmensökosysteme aufzubauen, die in einer Ära intelligenter Autonomie erfolgreich sein können.«

 

Ozgur Tohumcu, General Manager – Automotive and Manufacturing bei AWS, ergänzt: »Durch die umfassende Integration von künstlicher Intelligenz und Cloud-nativen Architekturen gehen Unternehmen über die reine Automatisierung hinaus. Sie erreichen eine echte autonome Entscheidungsfindung, bei der Systeme mit minimalem menschlichem Eingreifen selbstständig Vorhersagen treffen, sich anpassen und handeln. Das ermöglicht nicht nur deutlich schnellere Reaktionszeiten, sondern verändert die Abläufe fundamental durch KI-gesteuerte Vorhersehbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Agilität. Eines zeigt diese Studie klar: Die Zukunft der Fertigung ist nicht nur digital, sie ist autonom – angetrieben von einer KI, die kontinuierlich lernt und sich weiterentwickelt.«

 

Quelle: tcs (c)

[1] Die gesamte Studie finden sie hier: https://www.tcs.com/content/dam/global-tcs/en/pdfs/what-we-do/industries/manufacturing/reports/future-ready-manufacturing-survey-report.pdf
 
Mit jahrzehntelanger Erfahrung ist TCS ein vertrauenswürdiger Partner für produzierende Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei unterstützt die IT-Beratung branchenübergreifende OEMs, Tier-N-Zulieferer und globale Lieferketten-Ökosysteme. Durch die Bündelung von Beratung, IT-Modernisierung, Engineering, digitaler Fertigung, Cloud-Plattformen und intelligent gesteuerten Abläufen hilft TCS Unternehmen, zukunftsfähig zu werden und die Fabriken von morgen zu gestalten. Mit Angeboten wie ‚TCS Manufacturing AI for Agentic Futures‘ und umfassenden Branchenkenntnissen in den Bereichen wie Lieferkettenresilienz, Predictive Quality, smarten Fabrikabläufen und nachhaltiger Fertigung befähigt TCS Unternehmen, intelligent, widerstandsfähig und dauerhaft anpassungsfähig zu agieren.

 

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