Führungskultur als zentraler Faktor für Gesundheit, Motivation und Wohlbefinden

Illustration Absmeier foto freepik

Der hohe Krankenstand bei deutschen Arbeitnehmern führt derzeit zu einer lebhaften Diskussion. Neben den berechtigten Sorgen der Arbeitgeber, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Blick haben müssen, stellt sich auch die Frage, wie Arbeitsbedingungen das körperliche und mentale Wohlbefinden von Beschäftigten beeinflussen. Wer sich am Arbeitsplatz dauerhaft unter Druck fühlt, wenig Wertschätzung erlebt oder keine Balance zwischen Leistungsanforderungen und Erholung findet, wird auf Dauer krank. Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist deshalb ein zentraler Faktor für Gesundheit, Motivation und nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Hierzu gibt es neue Zahlen, die belegen, dass Unternehmen auch messbare Fortschritte beim Wohlbefinden ihrer Teams machen. Das zeigen aktuelle Ergebnisse der wissenschaftsbasierten Analysen von Culture Amp. Die Plattform für Employee Experience untersucht die Entwicklung des Mitarbeiterengagements und veröffentlicht regelmäßig Benchmark-Daten [1].

Weltweit sehen sich 72 % der Arbeitnehmenden in der Lage, im Krankheitsfall freizunehmen

Der Wert hat sich gegenüber 2021 (71 %) kaum verändert. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern: 75 % der Männer stimmen zu, dass sie sich bei Krankheit so viel Zeit nehmen können, wie für die Erholung nötig ist, während nur 69 % der Frauen dieser Aussage zustimmen.

89 % der Mitarbeitenden erleben ihre Vorgesetzten als verlässliche Unterstützung

Dieser erfreuliche Aspekt kann zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz beitragen und deutet darauf hin, dass die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Teammitgliedern wohl keinen primären Stressfaktor darstellt. Gleichzeitig sagen lediglich 70 % der Mitarbeitenden, dass ihrer Wahrnehmung nach, das Wohlbefinden der Belegschaft für das Top-Management Priorität hat. Dies entspricht einem Rückgang von 7 % seit 2021. Besonders deutlich ist die Skepsis im DACH-Raum, wo die Zustimmung bei nur 53 % liegt. Eine mögliche Ursache könnte die starke Orientierung an formalen Rahmenbedingungen liegen: Wenn der Fokus primär auf der Einhaltung gesetzlicher Standards liegt, kann bei der Belegschaft der Eindruck entstehen, dass Verwaltung Vorrang vor aktiver Führungskultur hat – eine Lücke, die besonders in Druckphasen durch das Bedürfnis nach empathischem Leadership sichtbar wird.

69 % der Mitarbeiter stehen regelmäßig mit Kollegen anderer Teams in Kontakt

Die teamübergreifende Vernetzung kann das Wohlergehen und die Zufriedenheit beeinflussen und hat sich deutlich verbessert: Im Jahr 2021 lag der Anteil der Mitarbeitenden, die Kontakt zu anderen Teams pflegten, noch bei 55 %.

»Die aktuelle Diskussion über hohe Krankenstände mag zeigen, dass die bloße Einhaltung von Vorschriften womöglich nicht ausreicht. Führungskultur entscheidet heute direkt über die Mitarbeitergesundheit und die Resilienz einer Organisation. Positive Führung fördert das Wohlbefinden, während ein Mangel an psychologischer Sicherheit die Fehlzeiten treibt. In einem Umfeld, das von Zuhören und schnellem Handeln geprägt ist, fühlen sich Mitarbeitende wertgeschätzt und sicher. Dies ist eine nachhaltige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt«, so Dr. Arne Sjöström, Regional Director People Science EMEA bei Culture Amp.

 

[1] Methodologie: Diese Daten stammen aus den neuesten Branchen-Benchmarks von Culture Amp, die im Juli 2025 veröffentlicht wurden. Culture Amp sammelt weltweit Millionen von Antworten aus Mitarbeiterbefragungen, um ein besseres Verständnis der Unternehmenskultur und -leistung zu ermöglichen. Diese Erkenntnisse werden branchen- und regionenübergreifend veröffentlicht und dienen als Benchmark dafür, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden einbinden.
Culture Amp analysiert halbjährlich neu erhobene Daten seiner Kunden und aktualisiert seine Benchmarks regelmäßig. Die Benchmark-Studie stützt sich auf ein wachsendes Datenpool mit über 1,4 Milliarden beantworteten Fragen von 3,3 Millionen Mitarbeitenden. Diese stammen aus 62 Millionen Umfragen von 8.200 globalen Unternehmen. Trends werden im Längsschnitt untersucht. Dieser Ansatz ermöglicht es, Veränderungen in der Arbeitswelt im Zeitverlauf zu verfolgen und neue Muster in Bezug auf Mitarbeiterengagement, Motivation und Zusammenarbeit im Team aufzudecken.
https://www.cultureamp.com/resources/reports/leadership-report-2025

 

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