Gartner sieht diese Unternehmen im Rennen um KI-Halbleiter vorn

Neue Studie zeigt, welche Anbieter in den wichtigsten Segmenten des Halbleitermarkts derzeit die Nase vorn haben.

 

Mit dem rasant steigenden Bedarf an Rechenleistung für KI-Anwendungen verschärft sich der Wettbewerb auf dem Markt für KI-Halbleiter. Zu diesem Ergebnis kommt Gartner, ein Unternehmen für Business- und Technologie-Insights.

Für seine Studie hat Gartner mehr als 40 Marktsegmente analysiert und jeweils die Unternehmen identifiziert, die derzeit den Maßstab setzen. Diese »Companies to Beat« gelten in ihren jeweiligen Kategorien als führende Anbieter.

Welche Unternehmen diesen Status erreichen, bewertet Gartner anhand einer Methodik, die unter anderem sechs zentrale Kriterien berücksichtigt: technologische Leistungsfähigkeit, erfolgreiche Kundenimplementierungen, Marktpotenzial, Geschäftsmodell, strategische Partnerschaften und die Stärke des jeweiligen Ökosystems.

»Im Wettbewerb der KI-Anbieter eröffnen sich den führenden Halbleiterunternehmen enorme Chancen. Treiber sind der Umstieg auf Infrastrukturen der nächsten Generation und die beispiellose Nachfrage nach Rechenleistung«, sagt Kevin Knox, Practice Vice President bei Gartner. »Die aktuellen Marktführer verdanken ihre Position vor allem ihrer technologischen Kompetenz, leistungsfähiger Software und starken Ökosystemen. Gleichzeitig geraten sie zunehmend unter Druck durch Wettbewerber, die von einer breiter aufgestellten Lieferkette, offenen Industriestandards und der steigenden Nachfrage nach effizienten, für Inferenz optimierten Architekturen profitieren.«

 

Illustration Absmeier grafik (c) gartner

Zu den führenden Unternehmen in den hervorgehobenen Segmenten für KI-Halbleiter gehören:

 

NVIDIA ist das führende Unternehmen für KI-Netzwerk-Fabrics

Gartner-Analysten zufolge hebt sich NVIDIA durch seine führende Position bei KI-Beschleunigern und sein breites Portfolio an Netzwerkangeboten für Rechenzentren hervor (siehe Abbildung 1). Der Einsatz proprietärer Protokolle und Funktionen durch NVIDIA (wie SHARP, SHIELD, NVHS und NVLink) sorgt für hohe Leistung und Zuverlässigkeit und stärkt damit die führende Stellung des Unternehmens sowohl bei Scale-out- als auch bei Scale-up-Netzwerken für KI-Cluster.

Die anhaltende Verlagerung der Nachfrage vom Training hin zu Inferenz und agentischen Anwendungsfällen kann die Anbieterlandschaft im KI-Markt jedoch grundlegend verändern und NVIDIAs Spitzenposition beeinträchtigen. Große Kunden wie Hyperscaler wechseln rasch zu offenen, Ethernet-basierten Alternativen, da NVIDIAs Produkte und Markteinführungsstrategie (Go-to-Market, GTM) nicht ausreichend auf den etablierten Unternehmensmarkt ausgerichtet sind.

Abbildung 1: NVIDIA für KI-Netzwerk-Fabrics

 

AMD ist das führende Unternehmen für Server-CPUs für Unternehmens-KI

AMDs Ausrichtung auf die Orchestrierung agentischer KI, seine hohe E/A-Bandbreite und seine Möglichkeiten zur Serverkonsolidierung machen das Unternehmen zum führenden Anbieter von Server-CPUs für Unternehmens-KI (siehe Abbildung). AMD liegt dank konsequenter Umsetzung seiner Roadmap und breiter Unterstützung durch das Ökosystem vorn und gewährleistet dabei die Kompatibilität mit Altsystemen sowie die Abstimmung mit OEMs.

Der Markt für Server-CPUs für Unternehmens-KI ist weiterhin sehr dynamisch und schnellen Veränderungen unterworfen. Er tritt in eine Phase beschleunigten Wettbewerbs ein, da Unternehmen ihre Beschaffungszyklen auf dichte, durch begrenzte Stromversorgung geprägte Rack-Architekturen ausrichten. AMD steht dabei vor Herausforderungen durch integrierte Stacks der Wettbewerber, eine zunehmende Softwareabhängigkeit und Vorteile ARM-basierter CPU-Lösungen bei der Leistung pro Watt.

 

Broadcom ist das führende Unternehmen für kundenspezifische KI-Chips

Broadcoms Kompetenzen im ASIC-Design, bei Netzwerktechnologien und bei grundlegender IP machen das Unternehmen zum führenden Anbieter kundenspezifischer KI-Chips. Broadcom liegt bei grundlegender IP und beim Design kundenspezifischer KI-Beschleuniger vorn und nutzt dafür modernste Fertigungsprozesse, fortschrittliches Packaging, SerDes, Speicher sowie Die-to-Die-Verbindungen.

Wettbewerber können den Abstand verringern, wenn sie Schwächen in ihrem IP-Portfolio beheben, flexible Kooperationsmodelle anbieten und Designs auf Systemebene unterstützen. Um besser konkurrieren zu können, sollten Führungskräfte von Technologieanbietern zudem Lücken im KI-Portfolio schließen, indem sie mit externen IP-Anbietern und offenen Branchenkonsortien zusammenarbeiten oder die erforderliche Technologie erwerben.

 

Marvell ist das führende Unternehmen für optische Konnektivität in KI-Rechenzentren

Marvells einzigartige durchgängige Präsenz bei DSP-basierten steckbaren Modulen, analogen optischen Komponenten, neuen Plattformen für lineare Empfangsoptik (Linear Receive Optics, LRO) und seine Pläne für Co-Packaged Optics (CPO) zur Skalierung machen das Unternehmen zum führenden Anbieter optischer Konnektivität für KI-Rechenzentren (siehe Abbildung). Marvell hebt sich bei optischen DSPs und analogen Komponenten hervor und verfügt damit über eine belastbare Umsatzbasis sowie anhaltenden Einfluss, während sich die Architekturen über steckbare Module hinaus weiterentwickeln.

Wettbewerber müssen auf Integration setzen oder differenzierte Architekturen anbieten, um den Abstand zu verringern. Marvells Erfolg könnte durch Umsetzungsrisiken bei CPO, die vertikale Integration der Hyperscaler und alternative photonische Architekturen gefährdet werden, die den Einfluss von unabhängigen Zulieferern wegverlagern.

 

Infineon ist das führende Unternehmen für Leistungshalbleiter in KI-Rechenzentren

Infineon ist das führende Unternehmen für Leistungshalbleiter in KI-Rechenzentren (siehe Abbildung), da es dank seines umfassenden Produktportfolios einen frühen Vorsprung bei Stromversorgungssystemen für KI-Rechenzentren besitzt. Das Portfolio umfasst Silizium (Si), Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) und ermöglicht durchgängige Stromversorgungslösungen vom Versorgungsnetz bis zum Prozessorkern, unterstützt durch starke eigene Fertigungskapazitäten.

Infineons Spitzenposition im Wettbewerb um Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren wird durch den zunehmenden Wettbewerb bei SiC und GaN sowie durch starke Konkurrenten auf Ebene der Rechenplatinen bei der letzten Stufe der Stromversorgung herausgefordert. Wettbewerber können den Abstand verringern, indem sie Partnerschaften ausbauen, in das 800-V-Gleichstrom-Ökosystem eintreten und zukunftsorientierte Roadmaps für diskrete wie auch integrierte Stromversorgungslösungen entwickeln.

 

 

Weitere verfügbare Einblicke
Gartner-Kunden können auf der Website »Companies to Beat« Gartners Analyse der aktuellen Spitzenreiter im Wettbewerb der KI-Anbieter in mehr als 40 Segmenten einschließlich ihrer Stärken und Schwachstellen einsehen. https://www.gartner.com/account/signin?method=initialize&TARGET=https %3A %2F %2Fwww.gartner.com %2Fai-race %2Fvendor %2Fcompany-to-beat %3Fref %3Dai-leaderboard-banner
Die Bewertung wird von Teams erfahrener Analysten durchgeführt, die gemeinsam die Einschätzungen von Gartner erarbeiten. Die Analysten berücksichtigen vielfältige Daten- und Informationsquellen, darunter unter anderem Gespräche mit Endanwendern und Anbietern, Peer-Reviews, öffentlich verfügbare Daten, proprietäre Gartner-Daten sowie eigene Marktanalysen. Mit der Weiterentwicklung des Wettbewerbs werden sich auch Gartners Bewertung, Erkenntnisse und Empfehlungen zur Positionierung im Markt weiterentwickeln; dadurch können andere Anbieter zum führenden Unternehmen werden.
Nichtkunden finden hier weitere Informationen. https://www.gartner.com/en/industries/high-tech/ai-vendor-race

 

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