Industrie 4.0: Hersteller planen künftig vermehrt mit digitalen Assistenzsystemen im Produktionsumfeld

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Fraunhofer-Studie: Anwender sehen große Zukunftschancen für visuelle Assistenzsysteme.

Quelle: Memex_GmbH/Utility_Film_in_der_Praxis.jpg

lm Zuge von Industrie 4.0 unterstützen Assistenzsysteme vermehrt die Herstellungsprozesse in großen und mittelständischen Produktionsunternehmen. Vor allem digitale Assistenzsysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Vernetzung von Mensch, Maschine und Produkt. Das bestätigt auch eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), die im Rahmen eines Umsetzungsprojektes des Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrums Stuttgart in Zusammenarbeit mit der memex GmbH entstanden ist [1].

 

Ziel der Studie ist es, den aktuellen Einsatz von digitalen Assistenzsystemen im Produktionsumfeld widerzuspiegeln und auch deren Perspektiven für die Zukunft zu ermitteln. So wurden Produktionsverantwortliche aus insgesamt 144 Unternehmen nach Ihren Erwartungen befragt, welche Assistenzsysteme sich an ihren Produktionslinien in Zukunft etablieren werden. Gemeint sind damit Techniken und/oder Technologien, die Werkern helfen sollen, sich auf eine immer größere Produktvielfalt einzustellen als eine Folge von Industrie 4.0 und dem Trend zur »Losgröße 1«.

Eines der wesentlichsten Resultate der Studie: Nahezu alle Befragten sehen digitale Assistenzsysteme in Form von Visualisierung in den kommenden fünf Jahren in den Unternehmen im Einsatz. Fast 95 Prozent der Teilnehmer planen sogar die Verwendung von digitalen Visualisierungen in ihrer eigenen Firma.

 

 

Visualisierung: Mehr als 90 Prozent planen mit dieser Technik

Direkt an den Produktionslinien den Werkern mit maßgeschneiderten Videos richtige Methoden zeigen – das wird in vielen Unternehmen als Zukunftsweg erachtet. So steht laut Studie bei einem Großteil der Unternehmen die digitale Visualisierung als Assistenzsystem hoch im Kurs. Von den befragten 144 Firmen planen mehr als 90 Prozent, diese Technik in den nächsten fünf Jahren in ihren Unternehmen einzusetzen. Vor allem in den Unternehmensbereichen Fertigung und Montage wird das als sinnvoll erachtet. ,,Ein starkes Zeichen dafür, dass in Zeiten der Digitalisierung visuelle Instruktion für die Qualifizierung immer wichtiger wird«, erklärt memex-Geschäftsführer Robert Rothenberger.

So unterstützt die Visualisierung von Daten den Werker und Monteur im Shopfloor dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen und sich einen Überblick über die aktuelle Prozesssituation zu verschaffen. Über visualisierte Montageanleitungen erhalten die Mitarbeiter zudem präzise Informationen zum eigentlichen Montageprozess. Und nicht zuletzt sparen sich die fertigenden Unternehmen durch die didaktisch aufgebauten Utility-Filme langwierige Anlernzeiten und vermeiden zudem Fehler in Fertigung und Montage.

 

Digitale Arbeitsanweisungen erhöhen die Prozesssicherheit

Auch der Utility Film von memex fungiert als eine Art digitale Arbeitsanweisung, welche den Anwender Schritt für Schritt durch die Abläufe führt. Durch diese neuartige Form der Wissensvermittlung können nicht nur Arbeitsabläufe gleich beim ersten Mal fehlerfrei ausgeführt werden, vor allem neue Mitarbeiter profitieren von der schnellen und sicheren visuellen Einlernmethode. Die Darstellung der realen Umgebung funktioniert dabei ohne Sprache, Schritt-für-Schritt und ersetzt die klassische Arbeitsanweisung mit Bild und Text. Weitere Vorteile sind u.a. die einheitlichen Standards beim Erlernen neuer Prozesse und die Vermittlung der besten bekannten Methoden für die individuell angewendeten Verfahren.

 

Visualisierung setzt sich auch gegen Augmented Reality durch

Die Fraunhofer-Wissenschaftler haben die Firmen schließlich nach ihren Erwartungen zum Einsatz anderer Technologien wie etwa Augmented Reality befragt. Zwar werde dieser Technologie ein hohes Potenzial für eine zukünftige Nutzung in allen Bereichen zugebilligt. Gewichte man jedoch dazu die aktuelle Nutzung der Assistenzsysteme »so wäre die Visualisierung auch hier der Gewinner«, bilanzieren die Verfasser der Studie. Zudem hätten fast 95 Prozent der befragten Unternehmen einen konkreten Einsatz der digitalen Visualisierung bereits konkret geplant – diese Technik werde also ,,weiterhin ein maßgebliches digitales Assistenzsystem sein.«

 

Utility Film als zukunftsfähige Lösung im Kontext von Industrie 4.0

Für Robert Rothenberger ist die Studie des Fraunhofer-Instituts eine positive Bestärkung, mit der Eigenentwicklung »Utility Film« richtig zu liegen und das Produkt noch stärker an den Technologien des »Industrial Internet of Things« auszurichten. »memex kombiniert schon heute Arbeitsanweisungen auf Basis von 3D-Animationen, Augmented Reality und anderen Visualisierungen«, betont Robert Rothenberger. »Wir haben dabei den Anwender und seine Lern- und Arbeitsergebnisse im Fokus. Dafür werden die Technologien so kombiniert, dass sie die Qualifizierung in ihren Unternehmen einen entscheidenden Schritt nach vorne bringen können.«

 

Ein Whitepaper der Studie kann bei memex angefordert werden unter: https://www.memex.eu/studie

 

Nahezu alle Befragten sehen digitale Assistenzsysteme in Form von Visualisierung in den kommenden fünf Jahren in den Unternehmen im Einsatz. Fast 95 Prozent der Befragten planen sogar die Verwendung von digitalen Visualisierungen in ihrer eigenen Firma.

 

Steigende Nachfrage auch bei den Anbietern
Durch die neuesten Umfrageergebnisse fühlt sich auch die memex GmbH in ihrem Kurs bestätigt. Bereits seit 15 Jahren ist das Unternehmen aus dem schwäbischen Dettingen/Teck auf dem Feld der Video-Instruktion tätig. Über die Jahre avancierte man so zu einer festen Größe vor allem im Bereich der Visualisierung. Mittlerweile zählen namhafte Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Medizintechnik und der Automotive-Branche zum stetig wachsenden Kundenkreis.
Zu den Produkthighlights gehört der »Utility Film«, mit dem sich zeitsparend und äußerst effektiv Produktionsabläufe visuell nachvollziehbar vermitteln lassen. Diese Form des Instruktionsvideos hat die memex GmbH nicht nur technisch etabliert, sie schult auch Unternehmen dabei, solche Utility-Filme in Eigenregie zu erstellen und in ihre jeweilige Umgebung zu integrieren. Die Umgebung kann bspw. der Montagearbeitsplatz im Shopfloor sein oder an der Produktionslinie. »Mit dem Utility Film und der dazugehörigen webbasierten Plattform unterstützen wir Anwender bestmöglich bei ihren bevorstehenden Aufgaben, und sorgen dafür, dass beliebig komplexe Prozesse bereits bei der ersten Anwendung fehlerfrei durchgeführt werden können«, so Robert Rothenberger, Geschäftsführer bei memex. Bezugnehmend auf die Umfrageergebnisse betont er: »Wir haben in den letzten Jahren ein steigendes Interesse an unseren Anwendungen und Schulungen festgestellt, das sich jetzt auch in der Studie widerspiegelt.«
Deshalb wurde im Herbst 2019 eine vollkommen neue Version der beliebten Clip-Bearbeitungssoftware auf den Markt gebracht. Die webbasierte Plattform macht die Erstellung und Verwaltung von Utility Filmen noch einfacher. ,,Wir wollen unseren Kunden auch weiterhin das beste Lösungspaket bieten«, erklärt Robert Rothenberger. ,,Darum haben wir unsere Software ergonomisch und funktional weiterentwickelt, sodass die selbstständige Bearbeitung von Video-Instruktionen für unsere Anwender bedienerfreundlich zu managen ist.«

 

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