KI in der Fertigungsindustrie: KI muss endlich produktiv werden

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Für die Fertigungsindustrie markiert 2026 einen Wendepunkt: Nach Jahren technologischer Experimente rücken belastbare Ergebnisse, wirtschaftlicher Nutzen und operative Resilienz in den Mittelpunkt. Denn der Produktionsalltag ist weiterhin geprägt von steigender Komplexität und regulatorischen Anforderungen sowie volatilen Lieferketten. Das zwingt Unternehmen jetzt dazu, den tatsächlichen Mehrwert von Technologie neu zu bewerten – vor allem dort, wo der Einsatz von KI konkret geplant ist.

 

Mendix, ein Siemens-Unternehmen, hat vier zentrale Entwicklungen identifiziert, die zeigen, wie Hersteller künstliche Intelligenz auf pragmatische Weise einsetzen, ohne sich von Hypes oder unrealistischen Erwartungen leiten zu lassen.

 

  1. Von KI-Buzzwords zu belastbaren Ergebnissen:
    Die Fertigungsindustrie erlebt eine wachsende Ermüdung gegenüber neuen Konzepten und Akronymen im KI-Umfeld. Statt nur von GenAI, wird dieses Jahr über analytische, prädiktive oder agentische KI gesprochen. Dabei rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Welchen messbaren Mehrwert liefern diese Technologien tatsächlich? Unternehmen wollen einen belegbaren Geschäftsnutzen und ROI ihrer KI-Lösungen, anstatt nur in weitere Pilotprojekte zu investieren und sich in Schulungsprogrammen zu verlieren.
    Gerade KI-Agenten werden aktuell als universelle Problemlöser positioniert, doch die Realität in der Fertigung ist deutlich komplexer. Es fehlen häufig die notwendigen Datenstrukturen, Systemintegrationen und organisatorischen Voraussetzungen, damit KI überhaupt ihre Wirkung entfalten kann. Sie liefert damit nicht per se einen Wettbewerbsvorteil. Entscheidend wird sein, wie gut Unternehmen in der Lage sind, KI sinnvoll, kontextbezogen und datengetrieben einzusetzen – inklusive klarer Zieldefinition, Governance und Qualifizierung.

 

  1. Low-Code wird zur Integrationsschicht für daten- und KI-getriebene Lieferkettenresilienz:
    Die wiederholten Störungen globaler Lieferketten haben gezeigt, wie begrenzt die Transparenz in vielen Logistiknetzwerken noch immer ist. Hersteller benötigen einen durchgängigen Überblick über ihre Lieferanten und Abhängigkeiten, um Produktionspläne dynamisch anpassen zu können. Low-Code-Plattformen gewinnen dabei an Bedeutung: In Kombination mit KI und bestehenden Kernsystemen ermöglichen sie die schnelle Verknüpfung heterogener Datenquellen sowie den Aufbau prädiktiver Modelle zur frühzeitigen Erkennung von Lieferkettenstörungen – ohne langwierige Entwicklungszyklen.

 

  1. Nachhaltigkeit bleibt gesetzt, aber mit verändertem Fokus:
    Nachhaltigkeitsthemen verlieren auch 2026 nicht an Relevanz, denn Hersteller stehen weiterhin unter regulatorischem wie ethischem Druck, ihren CO₂-Fußabdruck und Materialabfälle zu reduzieren. Doch der Fokus verschiebt sich: Ins Zentrum rücken leistungsfähige, datenbasierte Systeme, die Qualität, Ressourceneinsatz und Umweltauswirkungen bereits im Produktionsprozess vorhersagen können. Gleichzeitig wird stärker diskutiert, wie agentische KI indirekt zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beitragen kann – etwa durch bessere Planung, geringere Ausschussquoten oder optimierte Prozesse.

 

  1. Daten werden strategischer und Kontext schlägt Volumen:
    Die Zusammenführung von Daten und KI entwickelt sich zum dominierenden Trend in der Fertigung. Zwar haben Unternehmen über Jahre enorme Datenmengen gesammelt, diese liegen jedoch oft isoliert in unterschiedlichen Systemen und Formaten vor. 2026 rückt die Frage in den Vordergrund, wofür diese Daten genutzt werden sollen und wie sie sinnvoll kontextualisiert werden können. Unternehmen, die sich weiterhin ausschließlich auf einfache prädiktive oder präskriptive Ansätze verlassen, geraten zunehmend unter Druck. Erfolgreich werden jene sein, die aktiv in KI-Lösungen investieren, die tief in ihre Datenarchitekturen integriert sind und proaktiv auf Störungen reagieren können.

 

Der Vorhang fällt für Innovationstheater in der Fertigung

»Innovation darf kein Schauspiel sein, denn entscheidend ist nicht, welcher Trend gerade gehypt wird, sondern ob und welchen konkreten Wert er für die Produktivität, Produktqualität und Betriebskosten liefert«, so Raffaello Lepratti, Global Vice President Industrial Manufacturing bei Mendix. »Statt auf große, riskante Transformationsprojekte zu setzen, sollten moderne Fertigungsbetriebe schrittweise neue digitale Fähigkeiten integrieren, operative Lücken schließen und kontinuierlich lernen, welche Innovationen tatsächlich Wirkung entfalten. Auf diese Weise entsteht eine Struktur, in der Fortschritt planbar, kontrollierbar und nachhaltig ist.«

 

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