Wie AWS in Deutschland Wasser sparen und zurückführen will

Vom smarten Sensor in Frankfurter Gebäuden bis zur Renaturierung im Spessart: AWS investiert in zwei Wasserprojekte, die digitale Technologie und natürliche Rückhalteflächen verbinden. Im Interview erklärt Michael Hanisch, Head of Technology Deutschland bei AWS, warum Wasser für Rechenzentren, Städte und Ökosysteme zur strategischen Ressource wird.

  

AWS hat zwei Wasserprojekte in Deutschland angekündigt. Was hat AWS dazu bewogen, jetzt und hier aktiv zu werden?

Hanisch: Wasser ist eine kritische Ressource. Wir als Unternehmen tragen eine Verantwortung dafür, wie wir damit umgehen, und dem wollen wir gerecht werden. Darüber waren wir uns schon immer bewusst. AWS hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 mehr Wasser an die Gemeinden zurückzuführen, als wir im eigenen Betrieb verbrauchen. Wir haben bereits 75 Prozent erreicht. Deutschland ist ein wichtiger Standort für unsere Rechenzentrumsinfrastruktur. Deshalb liegt es nahe, hier auch mit konkreten Projekten sichtbar zu werden. Die beiden Initiativen in Frankfurt und im Spessartwald zeigen, wie technologiebasierte und naturbasierte Ansätze zusammenwirken können.

 

Das Herzstück des Frankfurter Projekts ist die Leckageerkennung in Gebäuden. Wie funktioniert das?

Hanisch: Wir finanzieren gemeinsam mit unserem Partner Shayp die Installation von IoT-Sensoren in 500 Frankfurter Gebäuden bis 2028. Die Technologie läuft auf Infrastruktur von AWS und ermöglicht Echtzeit-Analysen des Wasserverbrauchs. Die Sensoren werden an Hauptwasserzuleitungen und relevanten Unterzählern befestigt, ohne Eingriff in die bestehende Leitungsinfrastruktur. Eine typische Installation dauert 30 bis 45 Minuten pro Messpunkt. Der Betrieb wird dabei nicht unterbrochen. Das System erkennt Anomalien und bestätigte Lecks oft innerhalb weniger Stunden. Gerade bei größeren Lecks ist das wichtig, bevor sie große Schäden anrichten können. Und selbst bei kleineren Lecks, die sonst vermutlich nie aufgefallen wären, funktioniert dieses Vorgehen.

 

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Shayp wurde aus über 550 Bewerbungen für den Amazon Sustainability Accelerator ausgewählt. Was macht das Unternehmen für dieses Projekt besonders geeignet?

Hanisch: Shayp hat eine technisch solide Lösung gebaut, die auch in der Praxis skaliert. Die Technologie läuft auf Infrastruktur von AWS, ist nicht invasiv und lässt sich schnell installieren. Weltweit hat Shayp bisher dazu beigetragen, mehr als 30 Milliarden Liter Wasser einzusparen, und reduziert den Wasserverbrauch von Gebäuden typischerweise um bis zu 20 Prozent. Das sind Ergebnisse aus dem realen Betrieb. Relevant für Deutschland ist außerdem, dass Shayp bereits in neun europäischen Ländern aktiv ist und Deutschland als strategischen Schwerpunkt weiterentwickelt.

 

Wer bekommt diese Technologie, und wer zahlt wofür?

Hanisch: AWS trägt die Kosten für Hardware, Installation, Dateninfrastruktur und laufendes Monitoring. Für Gebäudeeigentümer und Betreiber entstehen keine Kosten in Hinsicht auf unsere Infrastruktur. Bei der Gebäudeauswahl spielen drei Faktoren eine Rolle: das Einsparpotenzial, die operative Umsetzbarkeit und die Ausrichtung auf unsere Ziele im Frankfurter Raum. Wir priorisieren Einrichtungen mit öffentlichem Interesse, also Schulen, Krankenhäuser, medizinische Zentren. Shayp arbeitet eng mit Gebäudemanagementfirmen zusammen, die die bestehenden Kontakte zu Eigentümern und Betreibern halten und dabei helfen, die richtigen Projekte auszuwählen. Über beide Wasserprojekte in Deutschland hinweg investiert AWS insgesamt mehr als 2,4 Millionen Euro.

 

Was passiert, wenn ein Leck entdeckt wird? Wer kümmert sich um die Reparatur?

Hanisch: Sobald das System eine Anomalie erkennt, gehen automatisch Warnmeldungen an den Gebäudeverantwortlichen und den Eigentümer, mit allen Informationen zur Lokalisierung des Problems. Reparaturen können in der Praxis innerhalb von 24 bis 48 Stunden eingeleitet werden. Die Reparatur selbst liegt in der Verantwortung des Eigentümers und wird über das normale Facility-Budget finanziert. Das klingt nach einer Einschränkung, ist aber wirtschaftlich sinnvoll: Die meisten unentdeckten Lecks laufen Monate lang, ohne dass jemand es bemerkt. Wer das verhindert, reduziert auch die Reparaturkosten.

 

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Neben Frankfurt gibt es auch ein Projekt im Spessart. Was hat ein Wald mit Wassermanagement zu tun?

Hanisch: Mehr als man zunächst vermuten würde. Unser Partner EcoTree setzt im Spessart bei Würzburg ein Renaturierungsprojekt auf 200 Hektar Wald um, direkt im Maineinzugsgebiet und damit oberhalb von Frankfurt. Durch gezielte Erdarbeiten entstehen rund sechs Hektar neue Feuchtlebensräume. Diese Flächen verlangsamen den Wasserfluss, erhöhen die Rückhaltekapazität und fördern die Grundwasseranreicherung, indem Wasser auf natürlichem Weg in den Boden zurücksickert. Das Projekt soll Ende 2027 abgeschlossen sein und danach jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser zurückführen. Zugleich schafft es Lebensräume für bedrohte Arten wie Amphibien sowie den Schwarzstorch und unterstützt Anforderungen des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes.

 

Was leisten diese Projekte, und wie ordnen sie sich in die globale Wasserstrategie von AWS ein?

Hanisch: Beide Projekte führen jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurück. Der größere Anteil entfällt auf das Frankfurter Leckageprojekt mit über 320 Millionen Litern. Dieses Projekt wächst kontinuierlich, je mehr Gebäude angeschlossen werden. Deutschland ist jedoch kein Einzelfall. Weltweit hat AWS über 50 Wasserprojekte angekündigt, die voraussichtlich mehr als 21 Milliarden Liter jährlich zurückführen. Unsere Erfahrungen aus digitalem Monitoring und naturbasierten Maßnahmen helfen uns an allen Standorten.

 

Wie effizient ist AWS selbst beim Wasserverbrauch in den eigenen Rechenzentren?

Hanisch: Wir arbeiten fortlaufend daran, den Wasserbedarf in unseren Rechenzentren zu senken. Dabei setzen wir auf fortschrittliche Kühlsysteme und Gebäudekonzepte, die für den Großteil des Jahres auf Außenluft statt auf Wasser zur Kühlung setzen. In Europa erreichen unsere Rechenzentren eine Wassernutzungseffizienz von 0,04 Litern pro Kilowattstunde. Das ist 93 Prozent besser als der Branchendurchschnitt. Betriebliche Effizienz und gemeinschaftsbezogene Rückführungsprojekte sollen dazu beitragen, dass Wasser als Ressource langfristig verfügbar bleibt.

 

Michael Hanisch, Field CTO Germany bei Amazon Web Services

Michael Hanisch ist Field CTO Germany bei Amazon Web Services und unterstützt Unternehmen dabei, Cloud‑Technologien und KI strategisch für Innovation und resiliente IT‑Architekturen einzusetzen. Seit über einem Jahrzehnt prägt er den Aufbau und die Weiterentwicklung der AWS‑Region Frankfurt und begleitet Kunden in regulierten Branchen bei komplexen Transformationsprojekten. Seine Expertise umfasst Cloud‑Strategie, souveräne Datenplattformen, KI‑Architekturen und die Modernisierung unternehmenskritischer Systeme.

 

 

 

Weitere Quellen:

Smart City Frankfurt und der digitale Wandel

EcoTree – Wetland- Spessart – EN.pptx

How Amazon is making its data centers more water-efficient

 

AWS-Fortschritte auf dem Weg zu wasserpositiv

AWS hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine positive Wasserbilanz zu erreichen. Das bedeutet, dass AWS den Gemeinden mehr Wasser zurückgeben wird, als wir im direkten Betrieb verbrauchen. Im Jahr 2024 hat AWS bereits 53 % des Weges zur positiven Wasserbilanz zurückgelegt, im Jahr 2023 waren es erst 41 %. AWS arbeitet an Innovationen, um den Wasserverbrauch in allen Einrichtungen zu senken, indem Cloud-Technologien eingesetzt werden, um die Wassereffizienz kontinuierlich zu verbessern, und investiert in Projekte, die Gemeinden und die Umwelt mit Wasser versorgen.

 

 

Wassermanagement: AWS führt in Deutschland jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurück

  • Cloud-Technologie auf Basis von AWS überwacht 500 Gebäude in Frankfurt und reduziert Wasserverluste in Nichtwohngebäuden um bis zu 20 Prozent
  • Renaturierung und Neuanlage von Feuchtgebieten im Spessartwald zur Grundwasseranreicherung und Schaffung von Lebensräumen für bedrohte Arten

Amazon hat am 20.Mai 2026 zwei Projekte zur Wasserrückführung in Deutschland angekündigt: eine neuartige Initiative zur Erkennung von Wasserlecks in Frankfurter Gebäuden sowie ein Projekt zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten im Spessartwald. Nach Abschluss sollen beide Projekte gemeinsam jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen. In Zusammenarbeit mit Shayp, einem auf der Infrastruktur von Amazon Web Services (AWS) aufbauenden Wassertechnologie-Scaleup, und EcoTree, einem europäischen Naturprojektentwickler, verbinden die Initiativen moderne Technologie mit naturbasierten Lösungen. So wird die Widerstandsfähigkeit der Wasserversorgung an Standorten gestärkt, in denen Amazon Rechenzentren betreibt. Beide Projekte leisten einen Beitrag zum Ziel des Unternehmens, bis 2030 mehr Wasser an die Gemeinden zurückzuführen, als im eigenen Betrieb verbraucht wird.

Die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erklärt: »Hessen ist eine Schlüsselregion für innovative sowie nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung, daher stärkt das Vorhaben von AWS auch Hessen als führenden Standort. Mit unserer regionalen Rechenzentrumsagenda wollen wir unseren Status als digitales Kraftzentrum in Europa festigen und ausbauen, indem wir Wachstum, Nachhaltigkeit und technologische Stärke miteinander verbinden.«

»Städte stehen vor zunehmenden Herausforderungen bei der Wasserversorgung. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, Wasser sorgfältig einzusetzen und innovative Lösungen zu unterstützen, damit jeder Liter zählt«, sagt Michael Hanisch, Head of Technology Deutschland bei AWS. »Die Projekte in Deutschland zeigen, wie Technologie und naturbasierte Lösungen helfen können, Wasser effizienter zu nutzen, Verluste zu reduzieren und diese lebenswichtige Ressource langfristig zu sichern.«

Urbane Wasserverluste durch Technologie reduzieren
Die Initiative zum Erkennen von Leckagen in Frankfurt greift eine kritische, aber häufig übersehene Herausforderung auf: In vielen Gebäuden werden Wasserlecks nicht rechtzeitig entdeckt und können einen erheblichen Anteil des gesamten Wasserverbrauchs ausmachen. Amazon finanziert die Installation der intelligenten IoT-Überwachungstechnologie von Shayp in 500 Frankfurter Gebäuden bis 2028, ohne Kosten für Gebäudeeigentümer und Betreiber. Gebäude in diesem Projekt, darunter öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und medizinische Zentren, erhalten eine automatisierte Leckageerkennung rund um die Uhr und können so umgehend auf Wasserverschwendung reagieren.

Die Installation der Shayp-Sensoren beginnt noch in diesem Jahr und soll bis 2028 abgeschlossen sein. Nach der Installation liefert jeder Sensor eine kontinuierliche Überwachung. Die Wassereinsparungen setzen sofort ein und werden voraussichtlich weit über den Installationszeitraum hinaus steigen. Die Cloud-Technologie auf Basis von AWS ermöglicht Echtzeit-Datenanalysen und eine schnelle Reaktion auf erkannte Lecks, was die Wirkung der Einsparmaßnahmen maximiert. Shayp arbeitet mit der Gebäudemanagementgruppe WISAG zusammen, um teilnehmende Gebäude zu gewinnen.

Gregoire de Hemptinne, CEO von Shayp, erklärt: »Wir sind stolz, mit Amazon an diesem wegweisenden Projekt in Frankfurt zusammenzuarbeiten. Unsere AWS-gestützte Technologie wird der Stadt helfen, Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter zu reduzieren. Das zeigt, wie Innovation drängende Umweltherausforderungen bewältigen kann.«

Shayp wurde 2025 für den Amazon Sustainability Accelerator aus mehr als 550 Bewerbungen zu den Themen Energieeffizienz, Abfallreduzierung und Wassermanagement ausgewählt. Das belgische Unternehmen für Wassertechnologie hat bereits dazu beigetragen, weltweit mehr als 30 Milliarden Liter Wasser einzusparen, und reduziert den Wasserverbrauch von Gebäuden typischerweise um bis zu 20 Prozent. Darüber hinaus arbeitet Shayp mit Amazon an weiteren Standorten des Unternehmens in ganz Europa zusammen.

Verbesserung des Wasserhaushalts nahe Frankfurt
Das von EcoTree umgesetzte Projekt zur Feuchtgebietsaktivierung und Renaturierung soll die Feuchtgebiete auf 200 Hektar im Spessartwald bei Würzburg in Bayern stärken, einem Gebiet im Maineinzugsgebiet stromaufwärts von Frankfurt. Durch gezielte Erdarbeiten entstehen rund sechs Hektar neue Feuchtlebensräume. Sie sollen den Wasserfluss verlangsamen, die Rückhaltekapazität erhöhen und die Grundwasseranreicherung fördern, indem Wasser auf natürlichem Weg in den Boden zurücksickert. Nach Abschluss des Projekts Ende 2027 ist zu erwarten, dass jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser zurückgeführt werden.

Über die angestrebte Verbesserung des Wasserhaushalts hinaus schafft das Projekt bessere Lebensräume für bedrohte Arten wie Amphibien und den Schwarzstorch, stabilisiert Mikroklimata und sichert die Kohlenstoffspeicherung im Mischwald. Das Projekt unterstützt außerdem nationale Umweltziele gemäß dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz und der nationalen Biodiversitätsstrategie.

Christian Bergius, Managing Director EcoTree Deutschland, erklärt: »Wir befinden uns in einer Ära der Wasserextreme: entweder zu viel, zu wenig oder oft zu stark verschmutzt. Das löst Dürren und Überschwemmungen aus und bedroht die Gemeinden, Ökosysteme und Unternehmen in ganz Deutschland direkt. Genau deshalb müssen wir die Wiederherstellung und Anpassung von Ökosystemen und ihrem hydrologischen Gleichgewicht beschleunigen. Wir freuen uns besonders über Amazons strategischen Beitrag zu diesem Leuchtturmprojekt.«

Teil globaler Führungsrolle beim Wasserschutz
Die Projekte sind Teil von Amazons umfassenden Initiativen zum Wasserschutz. Weltweit hat Amazon über 50 Wasserprojekte angekündigt, die voraussichtlich jährlich mehr als 21 Milliarden Liter Wasser zurückführen. Von der Leckageerkennung in städtischen Gebieten bis zur effizienteren Bewässerung in der Landwirtschaft investiert Amazon in innovative Lösungen, die dabei helfen, Wasserressourcen nachhaltiger zu bewirtschaften.

Über das Wassermanagement hinaus investiert Amazon in CO2-freie Energie. Amazon ist Europas größter gewerblicher Abnehmer CO2-freier Energie, mit über 260 Projekten, die nach Fertigstellung mehr als zehn Gigawatt Kapazität liefern – genug, um rechnerisch mehr als acht Millionen europäische Haushalte jährlich zu versorgen. Im Januar 2026 unterzeichnete Amazon einen neuen Stromabnahmevertrag mit RWE über 110 Megawatt aus dem Offshore-Windpark Nordseecluster B und erweiterte damit sein wachsendes Portfolio an erneuerbaren Energien in Deutschland. Im Rahmen des Amazon Right Now Climate Fund werden zudem 20 Miniwälder in Berlin gepflanzt, um der Stadt bei der Anpassung an steigende Temperaturen und Extremwetterlagen zu helfen. Die verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Wasser und Energie ist zentraler Bestandteil von Amazons Ansatz zum nachhaltigeren Betrieb von Rechenzentren und seines Ziels, bis 2040 CO2-neutral zu arbeiten.

 

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