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Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern ein zunehmend prägender Faktor der Arbeitswelt. In rasantem Tempo haben sich insbesondere die Fähigkeiten generativer KI‑Systeme erweitert. Sprachmodelle verfassen heute komplexe Texte, Bild‑ und Videotools erzeugen visuelle Inhalte auf Knopfdruck, und agentische Systeme können Softwareprojekte weitgehend autonom planen, umsetzen und korrigieren. Diese technologische Dynamik wirft eine zentrale Frage auf: Wie tiefgreifend wird KI den Arbeitsmarkt verändern?
In Wissenschaft und Politik wird diese Frage intensiv diskutiert. Im Zentrum steht dabei weniger die Sorge vor einem massenhaften Wegfall von Arbeitsplätzen als vielmehr die Erkenntnis, dass sich Aufgabenprofile, Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen in vielen Berufen grundlegend verschieben werden. Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird nicht primär durch das Verschwinden ganzer Berufsbilder geprägt sein, sondern durch eine tiefgreifende Transformation dessen, was Menschen in diesen Berufen konkret tun.
Ein Schlüsselbegriff in dieser Debatte ist das sogenannte Transformationspotenzial von Berufen. Dieses ergibt sich aus dem Anteil der Tätigkeiten und Kompetenzen, die durch generative KI übernommen oder zumindest wesentlich unterstützt werden können. Grundlage für die Messung dieses Potenzials ist unter anderem der »AI at Work 2025«-Report des Indeed Hiring Lab, auf den sich auch eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) stützt. Dafür wurden rund 2900 berufliche Kompetenzen aus Millionen von Stellenanzeigen untersucht und mithilfe moderner KI‑Modelle bewertet – danach, wie gut sie sich automatisieren lassen und ob physische Präsenz erforderlich ist.
Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Besonders hoch ist das Transformationspotenzial in wissensintensiven Büro‑ und Technologiebereichen. In der Softwareentwicklung etwa können mehr als 80 Prozent der Tätigkeiten hybrid oder vollständig durch KI transformiert werden. Das bedeutet nicht, dass Softwareentwicklerinnen und ‑entwickler überflüssig werden, wohl aber, dass sich ihre Arbeit grundlegend verändert. Routinetätigkeiten wie das Schreiben von Code, das Testen oder die Fehlersuche werden zunehmend von KI übernommen, während Menschen stärker koordinieren, kontrollieren, priorisieren und strategische Entscheidungen treffen.
Ähnlich ist die Lage in anderen Bürojobs. In der Buchhaltung oder im Marketing lassen sich rund drei Viertel der beruflichen Kompetenzen zumindest teilweise durch KI abdecken. Texte, Analysen, Kampagnenentwürfe oder Auswertungen entstehen immer häufiger automatisiert. Der Mensch bleibt jedoch unverzichtbar – als Instanz, die Ergebnisse einordnet, Verantwortung übernimmt und kontextabhängige Entscheidungen trifft.
Deutlich geringer fällt das Transformationspotenzial in Berufen aus, die stark von sozialer Interaktion, Empathie oder körperlicher Arbeit geprägt sind. In der Kinderbetreuung etwa kann weniger als ein Prozent der Tätigkeiten vollständig automatisiert werden. Auch in der Pflege oder im Bauwesen bleibt KI auf unterstützende Funktionen beschränkt, etwa bei Dokumentation oder Planung. Die Kernkompetenzen dieser Berufe – Fürsorge, Beziehungsgestaltung, handwerkliches Können – lassen sich durch Algorithmen nicht ersetzen.
Entgegen verbreiteter Befürchtungen zeigt die Analyse zudem, dass die KI‑Transformation nicht eindeutig entlang von Geschlechterlinien verläuft. Frauen sind insgesamt nicht stärker betroffen als Männer. Zwar gibt es sowohl frauendominierte als auch männerdominierte Berufe mit geringem Transformationspotenzial, doch die stärksten Veränderungen finden sich in Tätigkeiten mit relativ ausgewogenem Geschlechterverhältnis. Eine Ausnahme bildet der Technologiesektor: Er weist ein besonders hohes KI‑Transformationspotenzial auf, ist jedoch nach wie vor stark männlich geprägt.
Entscheidend für die individuellen Arbeitsmarktchancen wird daher weniger das Geschlecht als vielmehr der Umgang mit der neuen Technologie sein. Studien zeigen, dass Frauen KI im beruflichen Kontext bislang seltener nutzen als Männer. Das eigentliche Risiko besteht damit nicht darin, von KI ersetzt zu werden, sondern von Menschen abgehängt zu werden, die KI produktiv einsetzen und dadurch Effizienz‑ und Produktivitätsgewinne erzielen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt Weiterbildung eine zentrale Bedeutung. KI‑Kompetenzen werden künftig in nahezu allen Berufsfeldern erforderlich sein – unabhängig davon, ob KI Tätigkeiten vollständig übernimmt oder lediglich unterstützt. Die Autorinnen der DIW‑Studie plädieren daher für einen gezielten Ausbau von Weiterbildungsangeboten, die nicht nur technologisch aktuell, sondern auch geschlechtsgerecht ausgestaltet sind. Gerade in weniger digitalisierten Branchen kann der sinnvolle Einsatz von KI Beschäftigte entlasten, Fachkräfteengpässe mildern und im besten Fall sogar die Arbeitszufriedenheit erhöhen.
Die KI‑Transformation des Arbeitsmarkts ist damit weder ein reines Rationalisierungsprojekt noch eine Bedrohung für menschliche Arbeit an sich. Sie ist ein tiefgreifender Strukturwandel, dessen Ausgang maßgeblich davon abhängt, wie Politik, Unternehmen und Beschäftigte ihn gestalten. Klar ist: Die Zukunft der Arbeit wird nicht ohne KI stattfinden – aber sie wird weiterhin den Menschen brauchen.
Albert Absmeier & KI
Konkrete, arbeitsmarktrelevante Empfehlungen für die Weiterbildung in KI‑Kompetenzen.
Dabei geht es weniger um Programmierung für alle, sondern um praxisnahe, berufsbezogene Fähigkeiten, die Beschäftigte befähigen, KI produktiv und verantwortungsvoll einzusetzen.
Zentrale Empfehlungen für die Weiterbildung in KI‑Kompetenzen
- Grundverständnis von KI für alle Berufsgruppen
Beschäftigte sollten ein realistisches Verständnis davon entwickeln, was KI kann – und was nicht. Studien zeigen, dass viele Erwerbstätige die Auswirkungen von KI auf ihre eigene Tätigkeit unterschätzen, obwohl ein Großteil KI in Zukunft für relevant hält.
Weiterbildungen sollten daher vermitteln:
- wie generative und agentische KI arbeitet,
- welche Arten von Aufgaben gut automatisierbar sind,
- wo menschliche Urteilskraft unverzichtbar bleibt.
Ziel ist Orientierung und Handlungssicherheit, nicht technische Tiefe.
- Anwendungsbezogene KI‑Kompetenzen im eigenen Beruf
Besonders wirksam sind Weiterbildungen, die direkt an den Arbeitsalltag anknüpfen. Laut Befunden aus der Arbeitsmarktforschung verändert KI vor allem Tätigkeiten innerhalb von Berufen – nicht ganze Berufe.
Empfehlenswert sind daher Schulungen zu:
- KI‑gestützter Texterstellung, Analyse oder Dokumentation,
- Nutzung von KI‑Tools zur Planung, Recherche oder Qualitätssicherung,
- Bewertung und Kontrolle von KI‑Ergebnissen (Human‑in‑the‑loop).
Gerade in Büro‑, Verwaltungs‑ und wissensintensiven Tätigkeiten ist dieser Kompetenzaufbau zentral.
- Kritische Bewertung und Verantwortung stärken
Ein wiederkehrendes Ergebnis der Befragungen: Wo KI eingesetzt wird, fehlen häufig klare Regeln und Kompetenzen im Umgang mit Risiken. Nur ein kleiner Teil der Beschäftigten arbeitet in Organisationen mit verbindlichen KI‑Leitlinien.
Weiterbildungen sollten daher gezielt Kompetenzen fördern in:
- Plausibilitäts‑ und Faktenchecks von KI‑Inhalten,
- Erkennen von Verzerrungen (Bias),
- verantwortungsvoller Nutzung sensibler Daten.
Diese Fähigkeiten sind entscheidend, da Verantwortung rechtlich und organisatorisch beim Menschen bleibt.
- Datenschutz, Urheberrecht und Compliance
In Unternehmen, die bereits Regeln für KI haben, stehen Datenschutz, Schutz sensibler Informationen und Urheberrecht im Vordergrund.
Empfohlen wird deshalb eine Weiterbildung zu:
- datenschutzkonformer Nutzung generativer und agentischer KI,
- Umgang mit vertraulichen oder personenbezogenen Daten,
- rechtlichen Grenzen KI‑generierter Inhalte und automatisierter Workflows.
Solche Kompetenzen werden künftig berufsübergreifend relevant sein.
- Gezielte Förderung für weniger digitalisierte Berufe
In Berufen mit geringem Automatisierungspotenzial – etwa Pflege, Betreuung oder Handwerk – sollte Weiterbildung nicht auf Ersatz, sondern auf Entlastung abzielen.
Empfohlen werden Schulungen zur:
- KI‑gestützten Dokumentation,
- administrativen Unterstützung,
- Planung und Organisation von Arbeitsabläufen.
Studien betonen, dass KI hier helfen kann, Fachkräfte zu entlasten und Arbeitszufriedenheit zu erhöhen, ohne die Kernkompetenzen dieser Berufe zu ersetzen.
- Niedrigschwellige und geschlechtergerechte Weiterbildungsangebote
Ein zentrales Risiko besteht laut Forschung nicht darin, durch KI ersetzt zu werden, sondern von Menschen abgehängt zu werden, die KI produktiv nutzen. Frauen verwenden KI im beruflichen Kontext bislang seltener, obwohl sie nicht stärker von der Transformation betroffen sind.
Empfohlen werden daher:
- niedrigschwellige Einstiegsangebote,
- praxisnahe Lernformate,
- explizit inklusive und gendersensible Weiterbildungsstrategien.
Ziel ist es, ungleiche Nutzung nicht zu ungleichen Chancen werden zu lassen.
- Verantwortung bei Unternehmen und Institutionen
Fachbeiträge betonen ausdrücklich, dass Arbeitgeber eine aktive Rolle übernehmen müssen. Weiterbildung in KI darf nicht allein individuelle Aufgabe sein.
Empfohlen werden:
- unternehmensweite KI‑Strategien,
- strukturierte Schulungsprogramme,
- klare Regeln für den KI‑Einsatz im Arbeitsalltag.
Zusammengefasst
Zukunftsfähige KI‑Weiterbildung bedeutet:
- Verstehen statt Programmieren für alle,
- Anwenden statt Abwarten,
- Bewerten statt blindes Vertrauen,
- Weiterbilden statt Verdrängen.
Albert Absmeier & KI
Künstliche Intelligenz verändert Arbeitsmarkt stark
Die Einsatzmöglichkeiten und -fähigkeiten von generativer künstlicher Intelligenz (KI) haben sich in den letzten Jahren vervielfacht und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Modelle wie GPT oder Gemini können komplexe Texte verfassen, während Tools wie Midjourney oder Sora die automatisierte Erstellung von Bildern und Videos bewältigen. Das agentische Tool Claude Code kann als autonomer Programmier-Agent Software-Projekte eigenständig aufsetzen und bearbeiten, Fehler im Code identifizieren und korrigieren, um nur einige Beispiele zu nennen.
Welche Auswirkungen der Einsatz von KI auf den Arbeitsmarkt hat, wird aktuell in Wissenschaft und Politik intensiv diskutiert. Insbesondere die Fragen, wie sich Aufgaben und Tätigkeiten in einzelnen Berufen verändern werden, welche neuen Kompetenzen Beschäftigte in diesen Berufen erlernen müssen oder in welchem Ausmaß einzelne Berufe wegfallen oder sich stark verändern werden, sind von großem Interesse. Auch zahlreiche Forschungsarbeiten widmen sich den Fragen, inwiefern die durch KI getriebene Transformation am Arbeitsmarkt die Nachfrage nach Arbeitskräften und die Entwicklung von Löhnen beeinflusst.
Hohes KI-Transformationspotenzial im Tech-Sektor und bei Bürojobs
Ein Beruf umfasst unterschiedliche Aufgaben und Tätigkeiten, zu deren Ausführung verschiedene Kompetenzen nötig sind. Das Transformationspotenzial durch generative KI für einen Beruf ergibt sich daraus, welcher Anteil der Kompetenzen beziehungsweise der Tätigkeiten von KI übernommen werden kann. Zur Messung dieses Transformationspotenzials nutzt dieser Bericht die Ergebnisse des »AI at Work 2025«-Reports von Indeed [1]. Dieser basiert auf einer Analyse von etwa 2900 beruflichen Kompetenzen und Tätigkeiten aus Millionen Stellenanzeigen auf der Jobplattform Indeed. Die Stellenanzeigen wurden in den USA im Zeitraum von Mai 2024 bis April 2025 gepostet. Diese reichen von IT-Kenntnissen in Programmierung und Datenanalyse über Sprachkenntnisse bis hin zu handwerklichen Tätigkeiten oder der Patientenversorgung.
Jede dieser Kompetenzen und Tätigkeiten wurde mithilfe generativer KI daraufhin untersucht, inwiefern diese in der Lage wäre, die Tätigkeit auszuführen. Die KI-Sprachmodelle GPT 4.1 von OpenAI und Anthropics Claude Sonnet 4 wurden gebeten, ihr Potenzial zur Ausführung einer Fähigkeit hinsichtlich zweier Dimensionen zu beurteilen: der Problemlösungskompetenz und der Notwendigkeit physischer Aktivität. Auf Basis dieser Beurteilung wurden die Kompetenzen vier Kategorien zugeordnet:
- »Volle Transformation«:
Generative KI hat das Potenzial, eine Fähigkeit eigenständig zu nutzen, um typischerweise gut strukturierte Aufgaben auszuführen und diese unter den richtigen Bedingungen vollständig zu automatisieren. - »Hybride Transformation«:
Generative KI kann den Großteil der Ausführung übernehmen, während der Mensch weiterhin beaufsichtigt, Ergebnisse bewertet und bei Bedarf eingreift. - »Assistierte Transformation«:
KI bietet begrenzte oder allgemeine Unterstützung (zum Beispiel durch das Erstellen von Vorlagen, grundlegende Recherchen oder Vorschläge für Methoden). Der Mensch muss die Fähigkeit aber weiterhin praktisch anwenden. - »Minimale Transformation«:
Aufgrund hoher physischer Anforderungen oder begrenzter Schlussfolgerungsfähigkeiten der KI wird der Mensch die Tätigkeit auch in Zukunft weitestgehend selbstständig ausführen.
Nach der Kategorisierung der einzelnen Kompetenzen und Tätigkeiten ergibt sich das Transformationspotenzial einer Berufsgruppe aus der Gewichtung dieser Kompetenzen und Tätigkeiten mit dem Anteil ihrer Nennung in Stellenausschreibungen innerhalb der Berufsgruppe. Berufe mit einem hohen Transformationspotenzial sind jene, deren Kerntätigkeiten sich durch generative KI stark verändern lassen. Am oberen Rand der Verteilung befinden sich Berufe im Technologiesektor und andere Bürojobs (Abbildung). So kann beispielsweise in der Softwareentwicklung der Großteil der Kompetenzen und Tätigkeiten (83,7 Prozent) hybrid oder vollständig transformiert werden. Auch in der Buchhaltung oder im Marketing kann mit gut 75 und 73 Prozent der Großteil der Kompetenzen hybrid oder vollständig durch KI verändert werden. Am unteren Rand der Verteilung kann KI zwar unterstützen, etwa bei Randtätigkeiten wie Dokumentation und anderen administrativen Aufgaben, ersetzt jedoch nicht die Kernkompetenzen in dem Beruf. In der Kinderbetreuung beispielsweise kann weniger als ein Prozent der Kompetenzen vollständig von der KI transformiert werden. Weitere zwölf Prozent der Kompetenzen in dieser Berufsgruppe können assistiert und etwa 21 Prozent hybrid transformiert werden. Der Großteil der in dieser Berufsgruppe benötigten Kompetenzen (66 Prozent) kann nur minimal durch KI transformiert werden.

[1] Annina Hering und Arcenis Rojas (2025): AI at Work Report 2025: How GenAI is Rewiring the DNA of Jobs (online verfügbar). Alternative Daten zur Messung des Transformationspotenzials durch KI finden sich zum Beispiel in Edward Felten, Manav Raj und Robert Seamans (2021): Occupational, industry, and geographic exposure to artificial intelligence: A novel dataset and its potential uses, in: Strategic Management Journal 42, 2195–2217; Pawel Gmyrek et al. (2025): Generative AI and Jobs. A Refined Global Index of Occupational Exposure. ILO Working Paper 140 (online verfügbar); Erik Engberg et al. (2026): AI Unboxed and Jobs: A Novel Measure and Firm-Level Evidence from Three Countries. IZA Discussion Paper 16717 (online verfügbar).
Textquelle:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.1004064.de/publikationen/wochenberichte/2026_14_1/transformationspotenzial_durch_ki_betrifft_ebenso_maenner_wie_frauen_auf_dem_arbeitsmarkt.html
Frauen von KI-Transformation im Beruf nicht deutlich stärker betroffen als Männer
Studie untersucht Zusammenhang zwischen Berufen mit hohem KI-Transformationspotenzial und Frauenanteil der Beschäftigten – Geschlechtsspezifisches Muster lässt sich nicht erkennen – Für Frauen wie Männer besteht Bedarf an einschlägiger und kontinuierlicher Weiterbildung
Der technologische Fortschritt durch generative Künstliche Intelligenz (KI) wird den Arbeitsmarkt grundlegend verändern. Frauen sind von diesen Veränderungen beruflich aber nicht deutlich stärker betroffen als Männer. Einige sowohl frauendominierte Berufe wie Pflege und Kinderbetreuung als auch männerdominierte Tätigkeiten etwa im Bauwesen bleiben von der KI vergleichsweise unberührt. Die größten Veränderungen sind in Berufen mit relativ ausgewogenem Geschlechterverhältnis zu erwarten. Eine auffällige Ausnahme bildet der Technologiebereich und hier insbesondere die Softwareentwicklung, in der nur wenige Frauen arbeiten, der aber stark von KI transformiert werden kann. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Indeed Hiring Lab.
Da der deutsche Arbeitsmarkt deutlich nach Geschlechtern segregiert ist und gleichzeitig KI die Berufe sehr unterschiedlich verändert, sind die Autorinnen der Frage nachgegangen, ob die KI-Transformation Frauen und Männer ungleich treffen wird. Dazu haben sie knapp 3000 berufliche Kompetenzen und Tätigkeiten aus Millionen von Stellenanzeigen auf der Jobplattform Indeed analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Ein geschlechtsspezifisches Muster ist nicht eindeutig erkennbar. »Entgegen vielen Befürchtungen zeigt unsere Analyse, dass die Transformation durch KI nicht entlang klassischer Geschlechterlinien verläuft und Frauen nicht stärker betrifft als Männer«, fasst Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics im DIW Berlin, die Ergebnisse zusammen.

Weiterbildung fördern und geschlechtsgerecht ausgestalten
Grundsätzlich gilt innerhalb einer Berufsgruppe: je komplexer die Tätigkeit, desto geringer das Transformationspotenzial. Auch wenn KI die Kompetenz- und Tätigkeitsprofile in nahezu allen Berufen verändern wird, hängt das Ausmaß stärker von institutionellen, kulturellen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen als vom Frauenanteil ab. Dazu zählt etwa, ob Unternehmen KI eher nutzen, um Tätigkeiten zu automatisieren oder um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. »Wichtiger als die genaue Verteilung von Frauen und Männern über die Berufe ist die Vorbereitung auf den Umgang mit KI. Studien zeigen, dass Frauen KI beruflich seltener nutzen als Männer«, erklärt Virginia Sondergeld, Economist im Indeed Hiring Lab und Gastwissenschaftlerin im DIW Berlin. »Frauen laufen nicht so sehr Gefahr, von der KI abgehängt zu werden, sondern von Menschen, die die KI beherrschen und mit ihr Produktivitätsgewinne erzielen können.«
»Frauen laufen nicht so sehr Gefahr, von der KI abgehängt zu werden, sondern von Menschen, die die KI beherrschen« Virginia Sondergeld
Da KI-Kompetenzen künftig in fast allen Berufsfeldern benötigt werden, halten es die Autorinnen für besonders wichtig ist, bestehende geschlechtsspezifische Unterschiede in der Aneignung technologischer Fähigkeiten abzubauen. »Wenn wir die KI-Transformation als Chance nutzen wollen, müssen wir Weiterbildung nicht nur fördern, sondern gezielt geschlechtsgerecht ausgestalten«, sagt Studienautorin Wrohlich. Die Autorinnen empfehlen daher, Weiterbildungsangebote in KI-Kompetenzen auszubauen, gendersensibel zu gestalten und besonders in Branchen mit geringer Digitalisierung gezielt zu fördern. »Wenn einer Pflegekraft gezeigt wird, wie sie KI zur Dokumentation oder für administrative Tätigkeiten einsetzen kann, dann entlastet sie das. Dadurch wird der Fachkräftebedarf in diesen Feldern gemindert und im besten Fall die Arbeitszufriedenheit erhöht«, stellt Sondergeld in Aussicht.
[1] https://www.diw.de/de/diw_01.c.1004064.de/publikationen/wochenberichte/2026_14_1/transformationspotenzial_durch_ki_betrifft_ebenso_maenner_wie_frauen_auf_dem_arbeitsmarkt.html
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