Wiedervereinigung: Der Stand der wirtschaftlichen Einheit

Die ostdeutschen Bundesländer können auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wirtschaftlich in absehbarer Zeit nur zu den schwächeren Westländern aufschließen. In vielen Bereichen ist der Abstand noch groß, wie die Statista-Grafik auf Basis von iwd-Daten zeigt. Unter anderem falle schwer ins Gewicht, dass die Pro-Kopf-Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen oder Produktionsanlagen im ostdeutschen Durchschnitt „zuletzt gerade einmal gut 60 Prozent des Westniveaus betrugen“. Dadurch könne die Industrie in den kommenden Jahren wenig dazu beitragen, dass sich der Osten wirtschaftlich stark weiterentwickelt. Zudem sei problematisch, dass es im Osten insgesamt zu wenig Personal im Bereich Forschung und Entwicklung gäbe. Viele Unternehmen hätten nur wenig Mitarbeiter, die mit der Entwicklung von neuen Produkten und Verfahren befasst seien. Weiterhin liegt die Arbeitslosenquote noch immer über der im Westen, nachdem sie in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken ist.

Dass die Wirtschaft in Ostdeutschland in vielen Bereichen noch nicht vollständig zu der im Westen aufschließen konnte, hat unter anderem auch mit der Bevölkerungsdichte zu tun, wie diese Statista-Grafik zeigt. ,

https://de.statista.com/infografik/23015/wirtschaftliche-kennzahlen-fuer-ostdeutschland/

 

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30 Jahre deutsche Wiedervereinigung

Am 03. Oktober 2020 jährt sich der Tag der deutschen Einheit zum 30. Mal. Trotz der Wiedervereinigung gibt es noch immer strukturelle Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, wie aus dem Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2020 hervorgeht.

Die Statista-Grafik zeigt, wie sich Bevölkerungszahl, Gehälter, Arbeitslosigkeit und Bruttoinlandsprodukt in den alten und neuen Ländern seit dem Jahr 1991 entwickelt haben: In Westdeutschland ist die Bevölkerungszahl seitdem gewachsen, von 61,9 auf rund 66,9 Millionen Menschen. Im Osten ist die Bevölkerungszahl dagegen im selben Zeitraum geschrumpft, von 14,6 auf 12,5 Millionen Einwohner.

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Seit 1991 ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostdeutschland gesunken. Die Arbeitslosenquote ist allerdings im Osten immer noch höher, wie Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen. Auch beim Bruttoinlandsprodukt liegt Westdeutschland weiterhin vorne: Das BIP je Einwohner betrug dort in 2019 43.449 Euro und lag damit deutlich über dem BIP pro Kopf in Ostdeutschland (30.027 Euro).

Noch immer verdienen Erwerbstätige im Westen mehr Gehalt als im Osten: Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen in den alten Ländern betrug zuletzt 37.844 Euro, in den neuen Ländern dagegen nur 31.347 Euro.

Die Daten zeigen, dass auch 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung noch keine echte Chancengleichheit zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland besteht. Doch es gibt auch Vorteile im Osten: Aufgrund der besseren Kinderbetreuungsmöglichkeiten arbeiten Frauen in Ostdeutschland laut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung häufiger in Vollzeit und in Führungspositionen als im Westen. Frauke Suhr

https://de.statista.com/infografik/22942/30-jahre-deutsche-wiedervereinigung/

 

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