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Digitale Geschäftsmodelle leben von Vertrauen. Ob Kundenportale, Partnerplattformen oder interne Self‑Service‑Systeme – überall entscheidet die Identität darüber, wer Zugriff erhält und welche Aktionen möglich sind. Genau hier entstehen 2026 wachsende Risiken für Unternehmen.
Für IT‑Entscheider ist das kein reines Technikthema mehr. Mangelhafte Identitäts- und Vertrauensprüfungen wirken sich direkt auf Sicherheit, Compliance und wirtschaftliche Stabilität aus. Die folgenden fünf Risiken zeigen, warum Identitätsprüfung zunehmend zur Managementaufgabe wird.
- Zunehmende Angriffsflächen durch Identitätsdiebstahl
Identitäten sind zum bevorzugten Angriffsziel geworden. Statt komplexer technischer Exploits setzen Angreifer auf Social Engineering, gestohlene Zugangsdaten und manipulierte Supportprozesse. Der Schaden entsteht oft leise, aber nachhaltig.
Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine Zahl aus der Praxis: Laut dem RSA ID IQ Report waren 75 % der deutschen Unternehmen in den letzten drei Jahren von identitätsbezogenen Sicherheitsverstößen betroffen. Für IT‑Leiter bedeutet das, dass klassische Perimetersicherheit allein nicht mehr ausreicht.
- Regulatorische Haftungsrisiken für Unternehmen
Regulatorische Anforderungen setzen voraus, dass Organisationen ihre Nutzer eindeutig identifizieren können. Fehlt diese Grundlage, entstehen nicht nur Sicherheitslücken, sondern auch rechtliche Risiken – etwa bei Geldwäsche, Betrug oder Datenschutzverstößen.
Ein Blick in regulierte digitale Märkte macht das greifbar. Im Online‑Glücksspiel sorgt eine zentrale Identitätsprüfung dafür, dass Schutzmechanismen greifen und gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Plattformen, bei denen Seriosität ist wichtig als Kriterium geprüft wird, zeigen exemplarisch, wie relevant verbindliche Identitätsstandards für Vertrauen und Rechtssicherheit sind. Seit 2021 ist das zentrale Sperrsystem OASIS für lizenzierte Anbieter verpflichtend, wie die Erklärung zum OASIS Spielersperrsystem darlegt. Fehlende Anbindung steht hier sinnbildlich für regulatorische Lücken in digitalen Plattformen.
- Vertrauensverlust bei Kunden und Partnern
Sicherheitsvorfälle bleiben selten intern. Werden Accounts übernommen oder sensible Daten missbraucht, leidet das Vertrauen von Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern. Dieser Vertrauensverlust wirkt oft stärker als direkte finanzielle Schäden.
Besonders kritisch ist dabei die Wahrnehmung mangelnder Sorgfalt. Nutzer erwarten heute, dass Identitätsprüfungen unauffällig funktionieren, aber im Hintergrund verlässlich schützen. Gelingt dieser Spagat nicht, wechseln sie schneller zu alternativen Anbietern.
- Technische Grenzen klassischer Prüfverfahren
Passwörter, Sicherheitsfragen oder einmalige Codes stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Automatisierte Angriffe und KI‑gestützte Phishing‑Kampagnen umgehen viele dieser Verfahren mit erschreckender Leichtigkeit.
Gleichzeitig bringen neue, KI‑basierte Identitätslösungen eigene Risiken mit sich. Verzerrte Trainingsdaten oder falsch konfigurierte Modelle können legitime Nutzer aussperren oder Angreifern neue Wege eröffnen. Technik allein löst das Problem nicht.
- Prüfkriterien für vertrauenswürdige Plattformen
Für Entscheider stellt sich deshalb die Frage, woran sich vertrauenswürdige Plattformen erkennen lassen. Transparente Identitätsprozesse, klare Compliance‑Anbindung und nachvollziehbare Eskalationsmechanismen gehören dazu.
Wichtig ist zudem die organisatorische Verankerung. Identitätsprüfung darf kein isoliertes IT‑Projekt sein, sondern muss Teil der Governance werden. Erst dann lassen sich Sicherheit, Nutzerfreundlichkeit und regulatorische Anforderungen dauerhaft in Einklang bringen.
62 Artikel zu „Identitätsprüfung „
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